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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.08.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-08-04
- Erscheinungsdatum
- 04.08.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 1/ 180, 4. August 1917. Kalendern bleiben, von denen viele nun schon zwei Jahre, wenn nicht länger, ausgeblieben sind: den sogenannten provin ziellen Kreis-Kalendern, zu denen auch eine Reihe Orts- Kalender zu rechnen sind. Hier müßte eine gewisse Einheitlich keit erstrebt werden, und zwar nicht nur hinsichtlich der äußeren Ausmachung, des Formats usw., sondern auch des Inhalts und seiner Auswahl und Gruppierung, sowohl des kalendarischen wie des unterhaltenden und belehrenden Teils, auch Wohl der Illustration. Das Format dieser Art Kalender könnte sür alle Kreise einer Provinz gleich sein; viel beliebt ist jetzt Quartformat, und zwar aus mehr als einem Grnnde, ich er innere nur an größere Abbildungen. Das Kalendarium könnte für alle diese Kalender einer Provinz das gleiche sein und entweder fertig gedrrukt oder in Stereotypplatten von einer Stelle aus geliefert werden; allerdings müßten dann auch alle berechtigten Wünsche in bezug auf die herkömmlichen Angaben skirchl. Feste, Witterung, astronomische Vorgänge usw.) volle Berücksichtigung finden. Dadurch würden sich aber die Kosten für den Verleger des einzelnen Kreis-Kalenders wesentlich ver billige». Dasselbe gilt in bezug ans das Jahrmarkts-Verzeich nis, das Schmerzenskind aller Kalender. Der für jeden Kreis lokale Text müßte natürlich auch ferner seiner örtlichen Eigenartigkeit entsprechen und eben nur solche geschichtliche Artikel bringen, die einen bleibenden sowohl wie erzieherischen Wert haben; alles Triviale wäre auszuschlicßcn, so namentlich auch die nicht immer einwandfreien Witze usw. Dasselbe gilt für solche Kalender, die für eine ganze Pro vinz oder eine größere Stadt hcrausgcgeben werden; auch hier ist eine gewisse Einheitlichkeit zu wünschen und kann auch leicht erzielt werden. Nicht immer wird der Verleger eines nur für einen bestimmten Ort oder Kreis herausgegebenen Kalenders seine Rechnung oder doch wenigstens einen seinem Risiko und seinen Mühen entsprechenden Verdienst finden; da wird es Sache der örtlichen Geschichtsvereine, der Kreis- oder Stadt- bchördcn sein, mit kräftiger Unterstützung cinzugreifen, denn gerade diese Art Kalender sind ein vorzügliches Mittel zur Belebung und Hebung des Heimatsinnes. Sinngemäß werden die vorstehenden Gedanken auch auf alle übrigen Arten Kalender anzuwcnden sein. Vielleicht darf hierbei noch eines Umstandes gedacht werden, der für viele, wenn nicht die meisten Kalender den nervus rorum bildet : die bezahlten Inserate; sie sind meist nicht billig; wenn man aber berücksichtigt, daß ein Kalender- Inserat mindestens ein ganzes Jahr lang »wirkt«, so wird man es verstehe», daß viele Inserenten sich der Kalender-Anzeigen bedienen. Sie helfen, einen großen Teil der Druckkosten tragen. Nur ist es nicht zu billigen, wenn die Käufer eines solchen Ka lenders die vielen Anzeigenbogen — und in der Tut sind cs oft viele — mit bezahlen müssen; der Inseratenteil müßte sich nicht nur selbst bezahlt machen, sondern auch zur Verbilligung des Kalenders beitragen; jedenfalls dürfte er niemals dem Käufer zur Last fallen, der den Kalender des Textes, nicht aber der Anzeigen wegen kaust. Und endlich noch eins: der Vertrieb, richtiger gesagt: die Möglichkeit, solche — namentlich Orts- und Kreis- — Kalender käuflich zu erwerben, ist ungemein erschwert; viele Sortimenter geben sich mit Bestellung von wenigen oder einzelnen Exem plaren derselben gar nicht erst ab, es bleibt ihnen an einem Objekt von 50, 60 H, höchstens einer Mark, zu wenig, und ich kann auch das verstehen. Da sollten Mittel und Wege ge funden werden, das Kalendergeschäft auch nach der Vertriebs- seite hin lukrativer, den Käufern bzw. Bestellern aber leichter zu machen. Ich z. B. beziehe seit vielen Jahren die Kreis kalender der Provinz Brandenburg, aber nur mit äußerster Mühe und nach vielen Schreibereien gelingt es, sie für jedes Jahr zu erhalten; viele sind meist schon vergriffen, wenn ich komme, und das ist für den Sammler recht störend. Der deutsche Buchhandel hat auch hier ein Feld lohnender reformierender Arbeit, möge sie rechtzeitig beginnen! Kleine Mitteilungen. Ncichskonnnission zur Sicherstellung des Papicrbcdarss l»gl. Nr. 119). — Vor einiger Zeit ist beim Reichsamt des Innern im Einver nehmen mit dem Kriegsamt eine Reichskommission zur Sicherstellung des Papierbedarss in Berlin 6 L, Breite Straße 8/8, gebildet worden, die aus sachverständigen Vertretern der Papiererzcnger und -Ber- braucher besteht. Ausgabe der Reichskommission ist in erster Linie die Sicherstellung des notwendigen Papierbebarfs der Militär- und Zivilbehörden. Die Kommission soll ferner der Neichsvcrivaltung Vorschläge siir zweckentsprechende Verteilung der zur Verfügung'stehen den Mengen von Papier, Karton und Pappe machen und bei den Vcr- branchcrkreisen ans die durch die Papicrknappheit gebotene Sparsam keit in der Verwendung hinzvirken. Herr Gcheimrat Karl S i e g i S m u n d - B c r I i » ist Mitglied der Reichskommission und gehört dem ständig tagenden Arbeits-A»S- schuß an. Barbarisinus bei Büchern. — Wie fremd sogar führende Biblio philen den technischen Unzuiässigkeite» des Bncherbindcns gcgcniibcr- stehcn, beweist folgendes: Die Gesellschaft der Bibliophilen sSitz: Wcimar-Lcipzig-Bcrlin) hat als diesjährige Gabe siir ihre Mitglieder den sehr glücklichen Gedanken gehabt, Leander, »Träumereien an fran zösischen Kaminen- in einer wundervollen Ausgabe, auf gutem Pa pier, in bester typographischer Ausstattung, mit neun prächtigen Ori ginal-Lithographien Erich GruncrS versehen, heranszngebcn, und zwar im broschierten Zustande. Daß man hier aber die Buchbinderei hat so unglaublich sündigen lassen, ist unverzeihlich; eS gibt doch heute wahrhaftig genug Buchbinder, die volles bibliophiles Verständnis haben. Das Buch ist mit doppeltem <I) Zwirn vermittelst Heftmaschine, noch dazu aus Gaze, geheftet worden, die dicke Heftnadcl hat millimeter- große stark sichtbare Löcher, in jeden Bogen acht, gestoßen, dann ist der Rücken des Buches so stark geleimt worden, daß cs eisenfest zusammcn- hält. sEine solche Heftung wendet man mir sür gebundene Bücher an.) Die lithographischen Tafeln sind direkt aus die Bogen geklebt worden, anstatt sic an Fälzc zu hängen, und was wiederum kaum glaub lich ist: sie haben nicht einmal — als wäre cs ein billiges Ullsteinbnch — notwendige Schuhblätter ans Scidcnpapier. Warum läßt man solche Ausgabe» überhaupt broschieren und nicht in losen Bogen nngehcftet in den Umschlag legen? Jeder Bibliophile, der nur ein wenig Verständnis siir Bucheinbände, für individuelle Bucheinbände hat, läßt solche Werke von seinem Buchbinder oder von einem Mitglicdc des »Jakob Kranßc-Bundes« nach seinen Wünschen binden. Freilich die meisten Mitglieder der Gesellschaft der Biblio philen haben nur Interesse für den literarischen Gehalt des Buches, guter Buchbinderarbeit stehen sie oft verständnislos gegenüber. Biblio philen aber, die kein Interesse siir Drnckausstattung und Einband haben, sind keine Bibliophilen, sondern bestenfalls nur Literatur-verständige. Möge es auch hierin bald besser werden! P. Kerstc n-Berlin. Der konfiszierte Lichtenbcrg. — In einer Prager Zeitung ist dieser Tage der gute alte Georg Christoph Lichtenbcrg dem Rotstift verfallen. Ein Literatnrkundiger scheint den Zensor auf das beträchtliche Alter der Schriften Lichtenbergs aufmerksam gemacht zu haben, und so wurde der konfiszierte Lichtenberg nach einige» Tage» wieder freigegcbcn. Es war folgende phantastische Betrachtung des große» Satirikers, die den Groll des Prager »Krokodils an de» Ufern des Jdeenstromcs« geweckt hatte: »Es soll in einem gewissen Lande Sitte sein, daß bei einem Kriege der Regent sowohl als seine Räte über einer Pulvertonne schlafen müssen, solange der Krieg dauert, und zwar in besonderen Zimmern des Schlosses, wo jedermann frei Hinsehen kann, um zu be urteilen, ob das Nachtlicht auch jedesmal brennt. Die Tonne ist nicht allein mit dem Siegel der Volksdeputiertcn versiegelt, sondern auch mit Riemen an den Fußboden befestigt, die wieder gehörig versiegelt sind. Alle Abende und alle Morgen werden die Siegel untersucht. Man sagt, daß seit geraumer Zeit die Kriege in jener Gegend ganz aufgehört haben.» sBossische Zeitung.) Persovalnalyrilhten Gestorben: nach schwerer Krankheit Herr Paul Zeh me, ein fleißiger und pslichtgetreuer Mitarbeiter der Firma F. Volckmar in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Der BSrfenveretnder Deutschen vuchhklnbler zu Leipzig. Deutsches BuchhSnblerhauS. Druck: Namm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg Ls sBuchhSndterhauSs. S36
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