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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.09.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-09-23
- Erscheinungsdatum
- 23.09.1896
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- Deutsch
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5886 Nichtamtlicher Teil. 222, 23. September 1896. mann, dem nicht, wie im Buchhandel, der Verkaufspreis vor geschrieben wird, den letzteren festsetzt. Die Ausgaben da gegen für Miete, Steuern, Salär, Löhne rc. rechnen als Handlungsunkosten, nach deren Abzug von obigem Nettopreis man den Reingewinn erhalten würde. A. Lomes. Kleine Mitteilungen. Schulbücher. — Im Berliner Tageblatt vom 13. September findet sich folgende Klage, von der dahingestellt bleiben mag, welches vorwiegende Interesse dem Urheber Anlaß zu ihrer Erhebung ge geben hat: -Eine Reihe von Regierungen geht neuerdings in sehr auf fälliger Weise bei der Einführung von Lehr- und Lesebüchern in der Volksschule vor. Angeblich handelt cs sich darum, die Zahl der Lehrmittel zu vermindern, um den Eltern bei Umzügen Kosten zu ersparen. Man wird diesen Grund auch, soweit cS sich um denselben Ort oder ein in sich geschlossenes Gebiet mit starkem Wohnungswechsel handelt, nicht von der Hand weisen. Aber man möchte wohl wissen, welcher Grund vorhanden sein sollte, in einem ganzen Regierungsbezirk, z. B. dem Stettiner, dasselbe Lesebuch einzuführcn. Der Bevölkerungsaustausch zwischen nicht unmittel bar benachbarten Ortschaften ist hier so gering, daß er für der artige Maßnahmen nicht in Betracht kommen kann, oder er findet überhaupt nicht statt Eine zweite auffallende Erschei nung ist, daß wiederum die Negierungsschulrätc an der Herstellung der Volksschulbücher sich in unverhältnismäßig starkem Umfange beteiligen. Der Falksche Erlaß vom 14. September >873 und dessen Wiederholung durch Pmtkamer am lO. April 1880, die gegen diese Produktionen sich wenden, scheinen vergessen zu sein. Wir stehen heute vor der Thatsachc, daß einem einzigen Autor und Verleger das Monopol für ganze Bezirke und Provinze» gegeben wird Es erscheint dringend notwendig, daß das Kultusministerium sich mit der Frage einmal ernstlich beschäftigt, ob und aus welchen Gründen den Schulen diese Zwangsjacke an gelegt wird, und ob die einseitige Bevorzugung weniger Firmen unter bedingungsloser Ausschließung aller anderen berechtigt er scheint. Vielleicht wäre dabei auch zu untersuchen, ob es nur die Vereinheitlichung der Lehrmittel ist, wodurch die Schulaufsichts beamten zu diesem Vorgehen veranlaßt werden. In der Lehrer schaft und bei den geschädigten Verlegern findet diese Motivierung geringen Glauben, und man sucht hinter dem ganzen Verfahren nach anderen Gründen. Es stehen dabei sehr wichtige Interessen auf dem Spiele, nicht nur die des SchulbuchhandelS und der päda gogischen Schriftsteller, sondern die freie Entwickelung der prak tischen Pädagogik und ihrer Hilfsmittel.. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. Oatslogo oronologioo, allabstioo-oritieo, sistsmatieo s psr soggstti äslls HäiLioni Losxli 1872 — 1896, eon introciumons cli Oastano Hugri. XXV anoi cli vita oclitoi i-rlo. gr. 8". XVI, 494 8. N-rilavcl, II. Hospli, Ivgl. Ilot'bueblmncllurig, 8ortinionb, Vsrlag nnci ^nticzuariat. Vsreebisclsnss, vorLÜglieb Luogariea. tlntig.-X-rtalog dir. 1 von Ziginuoä Lollair, ^nticiuari-rb in Luclapsst. 8". 16 8. 453 d!rn. Berichtigung. — In unserer Notiz -Geschichte des Buch drucks in Frankreich- in Nr. 219 d. Bl. ist der Name des Be arbeiters A. Clodin zu berichtigen in A. Claudia. Jubiläum. — Die Druckmaschinenfabrik -Johannis berg- von Klein. Forst L Bohn Nachfolger zu Geisenheim a/Rh. hat am 30. August d. I. das Fest ihres fünfzigjährigen Bestehens, und zugleich das des fünfundzwanzigjährigen Be stehens der gegenwärtigen Firma, gefeiert, und zwar in einer den rheinischen Verhältnissen durchaus entsprechenden Weise: auf dem Rheine selbst. Am Vorabende des Festes brachten die Arbeiter ihren Chefs einen solennen Fackelzug, der sich vom Fabrik-Neubau die Anhöhe hinauf nach Johannisberg im Grund, dicht neben dem berühmten Mettcrnichschen Johannisberg gelegen, bewegte, dorthin, wo vor jetzt fünfzig Jahren die Fabrik in den kleinsten Anfängen begonnen wurde, und wo heute noch der würdige Mitbegründer derselben, Herr Johannes Klein sen., sich seiner Schöpfung freut. Gesang, Rede und Gegenrede seitens der Fabrikbesitzer und ihrer Arbeiter — es sind deren jetzt gegen 400 — wechselten hier in heiterer und ernster Weise ab; am Festmorgen aber huldigten zunächst die jüngeren Chefs, die Herren Jacob und Johann Klein jun., ihren: älteren Chef, Herrn Joseph Krayer, Schwieger sohn des Herrn Forst seinem der Mitbegründer der Fabrik, der gleichzeitig seine fünsundzwanzigjährige Thätigkeit in derselben feierte und dessen Sohn, Herr Hans Krayer, jetzt ebenfalls zu deren Chefs zählt, durch Ueberreichung eines kostbaren Pokals, worauf sich diese Herren vereint zu -Papa Klein- begaben, um auch ihm, der sich seit 1891 von der Geschäslsleitung zurückgezogen hat, sich aber noch heute voller geistiger und körperlicher Frische erfreut, den Festcsglückwunsch darzubringen Um die Mittagsstunde wurde zum Sammeln in Geisenheim geblasen, wo der prächtige, eigens für die Feier gemietete und festlich geschmückte holländische Salondampser Wilhelm I. der Fest geber, ihrer in beschränkter Anzahl geladenen Gäste und aller Ar beiter der Fabrik und ihrer Angehörigen wartete zu einer Fahrt auf den lichtgrünen Wogen des Rheins. Und heiterer Sonnenschein, ein so seltenes Vorkommnis in diesem Jahre, lächelte dazu, als das mächtige Schiff dahinglitt zwischen Redenhügeln und be waldeten Bergen, drohenden Felsen und altersgrauen Burgen, an freundlichen Städten vorüber zum herrlich gelegenen Codlenz, wo indes nicht gelandet, sondern zur Rückfahrt gewendet wurde, da durch die weise Vorsicht der Festgeber auch an Bord des Schiffes alles geboten wurde, was das Herz und — ein gesunder Magen begehren mochten. Geist und Herz unterhielten eine heitere Musik und fröhliche Gesänge, für den Magen aber sorgte ein reichliches und gut gewähltes Diner, sowie ein aus Kleinschen Gefilden gewachsener Sorgenbrecher, dessen unanzweifelbare Lauterkeit zugleich die sicherste Gewähr bot gegen alle etwa zu fürchtenden Nachwehen. Die Reihe dcr Toaste beim Festessen erüfsnete Herr Joseph Krayer mit einer Schilderung der Gründung und Entwickelung der Fabrik, deren treffliche Erzeugnisse den Namen und die Verdienste des im Verein mit seiner Gemahlin am Feste teilnehmenden Mitbegründers, Herrn Johann Klein «so., ruhmvoll in alle Welt getragen haben: ihm auch galt das freudige Hoch, das weithin schallte über die Wellen des Rheins. Herr Joha n: Klein ja», dankte für diese dem Vater gespendete Ehrung und erwiderte sie mit einen: Hoch aus Herrn Krayer selbst als verdienstvollen Mitarbeiter und Silbcrjubilar, weitere Toaste folgten auf die Beamten und Arbeiter, auf die anwesenden Damen u. s. w. Inzwischen waren die Stunden in glücklichster, heiterster Stim mung verstrichen, und der Dampfer hatte sich wieder Geisenheim genähert: als er sich dann auf seiner Fahrt gegenüber der Fabrik befand, flammte Buntfeuer auf und beleuchtete diese, sowie eine mächtige Inschrift, deren Inhalt: -Rastloses Streben, zur Klugheit gesellt, Erobert im Flug' sich die ganze Wel:!» gewissermaßen Prinzip und Erfolg der Firma Klein, Forst L Bohn Nachfolger in wenigen charakteristischen Worten zusammenfaßte. Denn die Maschinen der Fabrik -Johannisberg- haben sich that- sächlich die Welt erobert und sind überall hochgeschätzt ihrer aus gezeichneten Eigenschasten halber; in ihnen vereinigen sich minu tiöseste Genauigkeit und gewaltige Kraft mit höchster Leistungs fähigkeit, mögen sie nun typographischen oder lithographischen Zwecken zu dienen bestimmt fest:. Die Fabrik selbst hat in ihren: Neubau, dessen ausgedehnte und systematische Anlage eine in nicht ferner Zeit erscheinende Festschrift durch Bild und Wort näher schildern wird, einen außerordentlich hohen Grad von Leistungs fähigkeit erreicht, und man darf ihr — nach menschlicher Voraus sicht — ein glückliches Fortschreiten Voraussagen jetzt, wo sie nicht mehr durch räumliche Enge beschränkt ist, wie zu Johannisberg im Grund. Ihrer Gründung und Entwickelung daselbst sei hier noch mit kurzen Worten gedacht. Im Spätherbst des Jahres 1846 errichteten Johann Klein und Joseph Forst, welche beide sich auf der Wanderschaft als Schlossergescllen kennen gelernt hatten, eine Maschinenschlosserei zu Johannisberg im Grund, dem Geburtsorte des elfteren. Sie wandten sich dem Bau von Buchdruckmaschine:: zu, den sie in dcr Fabrik von Sicgl in Wien kennen gelernt hatten, und schon im folgenden Jahre gelang ihnen die Fertigstellung einer solchen, ob wohl sie mit den bescheidensten Mitteln arbeiten und st: Ermange lung aller Hilfsmaschinen sämtliche Teile ihrer Maschinen von Hand Herstellen mußten. Der Eintritt eines dritten Teilhabers, des Herrn Bohn, im Jahre 1851 erweiterte einigermaßen ihre Mittel; eine Mühle wurde gekauft und ihre Wasserkraft zum An triebe der wenigen inzwischen erworbenen Hilfsmaschinen verwandt; auch eine eigene Gießerei konnte inzwischen angelegt werden. Da zerstörte 1861 ein großer Brand fast sämtliche Fabrikanlagen; sein hemmender Einfluß war indes nur ein kurz vorübergehender, denn die Fabrik erstand phönixgleich rasch und schöner und praktischer aus ihrer Asche, so daß der Bau auch größerer Schnellpressen jetzt in Angriff genommen und prompt ausgeführt werden konnte und die Zahl dcr zur Versendung gelangten Ende 1871 bereits die Ziffer 600 überstieg. Seitdem ist die Erweiterung der Fabrik un unterbrochen fortgeschritten; zur Wasserkraft gesellte sich der Dampf; Schmiede, Gießerei und Schreinerei wurden erweitert resp. ange- sügt, bald aber wurde der Platz zu eng im alten Terrain, und eS blieb nur die Wahl zwischen Stillstand und Neubau. Das Wort -Stillstand- aber findet sich nicht im Wörterbuche
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