^ 107, 9. Mai 1917. Siinstia erscheinende Bücher. 8 Duncker 6c Humblot 4> Verlag in München und Leipzig Gleichzeitig geben wir aus: Das Schicksal Belgiens beim Friedensschluß Von vr. Ernst Zitelmann Geh. Iustizra«, o. Prof. a. d. Universität Bonn a. Rh. Preis: 2 Mark mit 3v°jg Rabatt Belgien als selbständiger, aber von Deutschland abhängiger Staat! Das ist das Ergebnis der neuen völker- und staatsrechtlichen Schrift Zitelmanns. Die Wiederherstellung Belgiens in seiner früheren Unabhängigkeit wird unter ausführlicher historischer und politischer Begründung abgelehnt, weil sie für Deutschland höchst gefährlich werden ivürdc. Die Aneignung Belgiens, seine Aufnahme in das Deutsche Reich würde ebenfalls zu schweren Schäden führen. Am die Gefährlichkeit eines selbständigen Belgiens für Deutschland zu inindern, wird zur Beschränkung seiner Anabhängigkeil ein wohldurchdachter Plan der militärischen, politischen und wirtschaftliche» Sicherung entworfen und bis ins einzelne begründet. Ais weiteres Sicherungsmittel wird vorgeschlagcn, Belgien unter Benützung des vorhandenen Gegensatzes zwischen Flamen und Wallonen staats rechtlich so umzugestaltcn, daß sich die Flamen national selbständig entwickeln. Die Schrift enthält endlich einen sorgfältig durchgearbeitcten Entwurf eines Friedensvertrages mit Belgien, der die völkerrechtliche Stellung dieses Landes zum Deutschen Reich, sodann die künftige staatsrechtliche Gestaltung Belgiens und die Schadloshaltung Deutschlands (Kriegsentschädigung nebst dem Schicksal des Kongostaalcs) behandelt. Der Inhalt des Buches wird in der Presse allgemein erörtert werden. W Deutschland und Amerika Von G vr. Siegmund Hellmann Professor für Geschichte a. d. Universität München Preis: 80 Pfennig mit 30°/» Rabatt In knappen Zügen wird die Politik Wilsons seit Ausbruch des Krieges bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland am 4. Februar 1917 dargestellt und als Fortsetzung der bereits vor dem Kriege eingenommenen imperialistischen Laltung Amerikas erkannt. Warum hat dieser Expansionstrieb der Amerikaner die Anio» in einen Gegensatz zu Deutschland und nicht zu England gebracht? Weil Amerika in Deutschland die gewaltigste Vereinigung wirtschaftlicher und politisch-militärischer Kraft fürchtet. Welchen Platz wird Amerika nach dem Kriege in der Konstellation der Mächte einnehmen und welche Folge rungen ergeben sich daraus für Deutschland? Wahrscheinlichkeit einer dauernden Vereinigung der beiden großen angelsächsischen Staaten. Der Schwerpunkt des britischen Reiches wird durch den steigenden Anteil der drei großen englischen Siedclungskolonien (Australien, Süd-Afrika, Canada) an der Regierung aus Europa weggerückt, die großenglische Idee kommt der Verwirklichung näher Entstehung eines panangelsächsischen Bundesstaatensystems, in welchem der Schwerpunkt der Entscheidung in Washington läge, wodurch Altengland eines Tages nur noch eine gewaltige Inselfestung darstellen würde, von der aus Amerika Europa in Schach hält. Frankreich wird als Großmacht ausscheiden, Rußlands innere Verhältnisse werden diesen Staat noch lange nicht bundesfähig machen. Der sicherste Posten in unserer Rechnung gegenüber Amerika ist Japan. Die künftige Auseinandersetzung im Stillen Ozean. Jedenfalls kommt nach der Erschöpfung Frankreichs Deutschland die stolze Pflicht zu, die Errungenschaften Europas gegenüber dem verflachenden Einfluß ame rikanischer Kultur zu behüten. L