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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.05.1917
- Strukturtyp
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- 1917-05-01
- Erscheinungsdatum
- 01.05.1917
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- Deutsch
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Redaktioneller T^U. ^ 100, 1. Mai 1917. der Jubilar noch heute treue Freundschaft hält. Der Krieg 1870/71 unterbrach Wittrins buchhändlerische Tätigkeit: er machte den Krieg als Freiwilliger im 4. ostpreußijchen Grenadier-Regiment Nr. 5 mit und trat daun seine buchhändlerischen Wauderjahre an, die ihn in 22 Jahren nach Graudenz, Duisburg a. Nh., Königsberg und Leipzig führten. Hier »blieb er hängen«, wie er selbst zu sagen pflegt, und gründete 1889 sein Geschäft und 1892 den eigenen Herd. 28 Jahre hat Herr Wittri» selbständig gewirkt, eine von den Naturen, die nicht in der Öffentlichkeit hervortreten, sondern im Stillen wirken. So hat auch Wittrln vielen guten Büchern den Weg zu ihren Lesern ge wiesen und kann sich mit Recht seines Wirkens freuen. Der Jubilar nennt einen großen Freundeskreis sein, der den Ehrentag des leider leidenden Kollegen nicht vergessen wird. —n— Am gleichen Tage blickt Herr Erlist Ackermann in Kon stanz auf 40 Jahre Berufstätigkeit und auf 25 Jahre Selbständigkeit zurück. Er eröfsnete am 1. Mai 1892 in Konstanz, der Heimat seiner Gattin, eine Buch- und Kunsthandlung, die sich infolge seiner Nührig- ieit bald zu einem geachteten Prvvinzsortiment erhob. Im Laufe der Jahre gliederte sich auch ein kleiner Verlag an, der außer Werken lokaler Natur solche von Or. W. Schirmer, dem ge lehrten nnd beliebten Kanzelrcdner, und voll I. C. Heer aus weist. Zu nennen sind ferner die mustergültig ausgestattete Ausgabe von Hebels Schatzkästlein und nicht zuletzt das bahnbrechende Werk von E. Schwartz, Verhütung der Feuersgefahr in chemisch-tech nischen Betrieben, das, in mehrere Sprachen übersetzt, jetzt im Welt krieg zu voller Bedeutung gelangt ist. Nicht häufig werden es die Verhältnisse mit sich bringen, daß in der Buchhandlung einer so kleinen Stadt nicht nur führende Geister, sondern auch hohe Persönlichkeiten, wie der deutsche Kronprinz, Prinz Eitel, der Herzog von Cumberland. Prinz Max von Baden, Graf Zeppelin, persönlich ihre Einkäufe machen. Als Förderer künstlerischer und literarischer Bestrebungen war es dem Jubilar vergönnt, in seinem Hause illustre Gäste zu sehen, wie Possart, Ri chard Strauß, L. Ganghofer, Otto Ernst, L. Wüllner, Roda Roda, Rita Sachetto, Anna Ritter und viele andere, deren Bilder mit Widmungen die Künstlerecke seiner Wohnung schmücken. Daß er aber neben seiner beruflichen Tätigkeit seine Kräfte auch in den Dienst der Allgemeinheit als Stadtverordneter, Kirchengemeinderat, Vorstandsmitglied von Ver kehrsvereinen und vielen anderen stellte, war der Grund, daß er von seinem Landesherrn zum Hofbuchhändler ernannt und später mit dem Ritterkreuz 11. Klasse des Zähringer Löwenordens geehrt wurde. Wäh rend der Kriegszeit ist er nun noch im Dienste des Vaterlandes durch Veranstaltung vaterländischer Vorträge, von denen er viele selbst abhält, tätig, wofür ihm das Kriegsverdienstkreuz verliehen wurde. Ein glück liches Familienleben ist ihm beschieden. Zwei seiner Söhne stehen im Felde, und so ist es nur zu wünschen, daß der Neid der Götter sein ar beitsreiches, aber von Erfolg begleitetes Leben nicht noch trübe. Wir rufen ihm zu: ad multos rn»no8. D. O. M. Zum 70. Geburtstag Georg Albert Seydcls. Ein Gruß aus dem Felde. — »Aus die Postille geblickt, zur Seite des wärmenden Ofens, Saß der redliche Tamm in dem Lehnstuhl, welcher mit Schnitz werk usw.« Guter, alter Johann Heinrich Voß! Wenn wir a» einen 70. Ge burtstag denken, dann fällt uns immer dein Gedicht ein, und wir stellen uns einen Siebenzigjährigen stets wie den »redlichen Tamm« vor, ausruhend von einen, langen, arbeitsreichen Leben. Aber du konntest ja in der Zeit der Idyllen keine Ahnung haben, wie man diesen Tag im Jahre 1917 begehen würde, in dem Jahre, in dem das Vaterland die Sechzigjährigen noch zum Hilfsdienst heranzieht! Da muß auch der noch Altere voll und ganz seinen Mann stehen, und Car- lyles »Arbeilen und nicht verzweifeln« ist so recht das Schlagwort un serer Tage geworden! Einen Siebenzigjährigen sollen diese Zeilen grüßen, einen Mann, dessen Name einen guten Klang bei Buchhändlern und Bücherkäuferu hat, - Georg Albert Seydel, der Gründer und Besitzer der Polytech nischen Buchhandlung A. Seydel in Berlin, feiert am 1. Mai seinen 70. Geburtstag! Alle, die den liebenswürdigen, jederzeit hilfsbereiten Herrn kennen, werden ihm gewiß au diesem Tage für seine weiteren Lebensjahre herzlich Glück wünschen, und mir, als langjährigem An gestellten, ist es wohl erlaubt, auf diesen Tag an dieser Stelle hinzu weisen. Gedenken wir zunächst seines Lebenswerkes, der Polytech nischen Buchhandlung! Nach ernsten Anfangsjahren ist es Herrn Seydel in fortgesetzter, zielbewußter Arbeit geglückt, sein Geschäft vorwärtszubringen und das Ansehen der Firma in den wei testen Kreisen der Techniker des In- und Auslandes dauernd zu heben. Vor allen Dingen waren es »Seydels Führer durch die tech nische Literatur«, diese musterhaft durchgeführten Kataloge, die den guten Ruf der Firma begründeten und die sich bet Fachleuten aller Länder als ein unentbehrliches Hilfsmittel der größten Beliebtheit erfreuen. In wie vielen uns jetzt feindlich gesinnten Ländern mögen diese »Führer« noch heute in. Gebrauche sein! Und sie werden den Krieg überdauern und dann hoffentlich mit dazu beitragen, die Fäden, die der Krieg zerrissen hat, aufs neue anzuknüpfen! Die Richtigkeit des Mottos, welches diese Führer tragen: »Wissen ist Macht«, hat der Weltkrieg wohl genügend bestätigt! Goethes schönes Prometheus-Wort: Meinst Du etwa, ich sollte das Leben hassen, In Wüsten fliehen, Weil nicht alle Blütenträume reiften? fällt mir ein. Oft konnte es auch A. Seydel in seinem laugen, arbeits reichen Leben aussprechen. Mancher Plan ist nicht geglückt, manche Idee nicht ausgefllhrt, manche Hoffnung ist zunichte geworden. So kann auch er von Blütenträumen, die keine Frucht gebracht haben, sprechen, aber deswegen das Leben hassen? Nein! Das lag nicht in seiner Natur! Immer weiter arbeiten, Neues beginnen, das war sein Stre ben! Und alles unter dem Wahlspruch, der ihn durch das Leben ge leitet und den er selbst gern aussprach: »Ficht ehrlich!« Dem Buchhandel, seinem Geschäft gehörte er ganz au. Aber neben seiner rastlosen geschäftlichen Tätigkeit hat er noch Zeit erübrigt, sich in verschiedenen ehrenamtlichen Stellungen zu betätigen. Jahrelang war er Vorstandsmitglied im Berliner Sortimenter-Verein und in der Korporation Berliner Buchhändler, aber auch außerhalb des Buch handels wurde Herr Seydel zu Ämtern herangezogeu, so als Mitglied zur Gewerbesteuer-Deputation und als Beisitzer zum Kaufmanns- gericht. In allen diesen Ämtern konnte er seine Erfahrungen im Standesinteresse wie im Hfentlichen Dienst verwerten nnd praktisch zur Geltung bringen. Der gewaltige Krieg, der auf unserem Vaterland lastet, stellt be sonders große Anforderungen an die körperlichen und geistigen Kräfte A. Seydels. Alle seine langjährigen Mitarbeiter nnrrden nach und nach zum Heeresdienste herangezogen, und mit neuen, wiederholt wech selnden, z. T. weiblichen, minder sachlich ausgebildeten Kräften muß Herr Seydel den Betrieb, der infolge der Kriegswirtschaft oft noch größere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Polytechnische» Buchhandlung stellt, aufrecht erhalten! Wir, die alten Angestellten, hatten uns die Feier Ihres 70. Ge burtstages anders gedacht, verehrter Herr Seydel! Wir hofften, es werde ein Tag der Freude sein, ein Tag, an dem sich die gesellige und frohe Natur unseres Chefs wieder einmal so recht offenbaren konnte. Wir hofften, wieder einige fröhliche Stunden zu verleben wie damals, als die Polytechnische Buchhandlung 40 Jahre bestand. Der Krieg hat alle Pläne und Wünsche vernichtet. Wo sind die, die damals versammelt waren ? Gefallen, verwundet oder noch draußen in Kampf und Not und Entbehrungen! So werden nur unsere Gedanken bei Ihnen sein können und unsere Wünsche! Aber es wird ja auch der Tag kommen, an dem die Friedensglocken klingen werden, und dann wird, wen» ein gütiges Geschick uns behütet, wohl noch so mancher dem Siebenzigjährigen nachträglich seine Wünsche aussprechen, ihm noch einmal in die Hellen Angen sehen und ihm znrnfen: Möchten der schweren Zeit noch eine Reihe guter, erfolgreicher Jahre folgen, in der Kraft nnd Rüstigkeit und geistigen Frische, die wir bis heute an Ihnen bewunderten! Vielleicht kann uns der 80. Geburtstag doch noch das geben, was der 70. versagen mußte? Darum: »Durchhalten« bis dahin, verehrtes Geburtstagskind! April 1917, im Felde. Max Kügler, Prokurist der Polytechnischen Buchhandlung, zurzeit Krankenträger einer Sanit.-Komp. Auszeichnungen. — Herrn Geheimrat Karl Sicgismund in B erlin ist vom Kaiser das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden. Ferner sind die Herren Hermann B c y e r l e, i/Fa. Adolf Em merling L Sohn Nachf. Hermann Beyerle in Heidelberg, und vr. N u - dolfWolff, i/Fa. Julius Groos in Heidelberg, vom Großherzog von Baden mit dem Kriegskreuz für Freiw. Kriegshilfe 1914/16 sKriegs- hilfekreuz) ausgezeichnet worden. 512 ^ " R. tin nr» xp n eipz g. lBuchhLn-lerhanS).
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