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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.04.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-04-10
- Erscheinungsdatum
- 10.04.1917
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- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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ü 82, 10. April 1917. Redaktioneller Tei.. nächsten Tagen, dielleicht Wochen noch nicht. Ich weiß, daß es bei mehreren hiesigen Firmen, und nicht gerade unbedeutenden, ebenso steht. Das liegt natürlich in erster Linie an mangelndem Personal, Dann ist aber auch das Ladengeschäft immer noch leb haft, und dieVerkchrsschwicrigkeiten wirken furchtbar störend ein. Bei mir sind Postpakete aus Berlin und Leipzig erst nach 24 und 28 Tage» eingetrofscn; manche stehen immer noch aus. Das gibt Anlaß zu Reklamationen hin und her, zu Wiederholungsbeslellnn^ gen und doppelten Expeditionen, Irrungen und Wirrungen der mannigfachsten Art und ärgerlichen Kosten, Diese Nöte bringe ich, nicht als Klage bor, sondern nur zur Feststellung der tatsächlich herrschenden Verhältnisse und um auch hierbei den Verlegern die Bitte ans Herz zu legen, nicht allein aus ihren Weg und den starren Rechtsboden, sondern auch auf den steinigen Weg des Sor-^ timenters zu sehen, -Einer trage des andern Last,« Der Früh ling naht, der Sommer bringt Frucht, Deutschland, harre aus, bis der Sieg dich sucht. Ich glaube an den baldigen deutschen Sieg, im Sommer wird die Siegesfrucht reifen, harren wir Da- hcimgevliebenen nur in Geduld und in Rücksichtnahme auf ein ander bei treuer Arbeit aus. Das ist das Gebot der Stunde für uns! stelle ln der I, G, Riemannschen Hofbuchhandlung in Coburg, lernte die Tochter des Hauses kennen und heiratete sie, nachdem er Geschäfts führer der Firma geworden war. Er blieb als solcher bis zu seinen! 48, Lebensjahre tätig. Trotzdem sich mißliche Verhältnisse einstellten, hielt er cs stir seine Pflicht, die Firma nicht zu verlassen. Nach Wjäh- riger Tätigkeit trat er ans und überließ bas Geschäft seinem Lchwager Ernst Kr, Ricmann, während er selbst am 9, April 1887 die I, F, Al- brccht'sche Buchhandlung in Coburg gründete. Es war kein leichtes Unternehmen, gerade in den Kriegssahren vorwärtszukommcn, aber durch Anspruchslosigkeit und eisernen Fleiß wurden alle im Wege sichenden Schwierigkeiten überwunden, so wurde z, B, das Nachbarhaus erworben, das sich besser zum Betriebe des Geschäftes eignete. Nach dem stahre 1875, als der älteste Sohn, Emil Albrecht, eingetreten war, ging cs sichtlich aufwärts. Leider erlag der Gründer im September 1883 einem Schlaganfall, Nach testamentarischer Bestimmung übernahm am 1, Oktober desselben Jahres der oben genannte älteste Sohn Hans und Geschäft und führte cs anfangs im Verein mit seinen Ge schwistern, bald darauf jedoch als Alleininhaber weiter und gliederte ihn! einen kleinen Verlag an. Das unter seiner Leitung stehende Geschäft erfreut sich heute des besten Rufes und Ansehens, Für seine Betätigung im Heimatwesen wurde Herr Albrecht znm Kommisstons-, rat ernannt. Hamburg, 22, März 1917, Iustus Pape, Was lesen unsere Soldaten? In dem Werke des Grafen Bernstorsf: »An Bord des Panzer kreuzers Horck' rund um die Erde«, erschienen in der Union Deutschen Verlagsgesellschast in Stuttgart, fand ich folgenden Beitrag zur Be antwortung obiger Frage ». . . . Eine große Freude für die Leute war jeden Sonntag nachmittag um 2 Uhr der Umtausch und die Neuaus gabe von Lesebüchern aus der Schiffsbibliothek, deren Verwaltung Leutnant Bertram zusammen mit dem Zahlmeister übernommen hatte.! ,Sagen Sie mal, Bertram, was lesen die Leute eigentlich am meisten?',! fragte ihn der erste Offizier. ,Jch Hab' es noch immer versäumt, eine' Liste darüber zu führen, Herr Kapitän', entgegnete Leutnant Bertram,! -obgleich das ganz interessant wäre. Bücher über vaterländische Ge schichte und dergleichen werden vielfach verlangt, falls darin etwas von! Gefechten und Schlachten zu lesen ist und Bilder darin sind. Mit einem einfachen Geschichtswerk wissen die Leute nichts anzufangen. Dann lesen sie gerne Jugendbücher, so kleine Erzählungen von Kna ben oder jungen Männern, und ein Buch ist immer vergriffen, das ist die Geschichte von Genoveva. Gedichtbücher dagegen werden eigentlich gänzlich abgelehnt, und wenn ich sie ihnen noch so sehr anpreise. — Aber hinterher sein mich man, sonst sind die Bücher im Handumdrehen verschwunden', fuhr er fort. ,Wo die Leute damit bleiben, ist mir ein Rätsel. Ich glaube, ich werde mal nächstens Haussuchung in allen Kleiderspinden abhalten, um die verborgenen Schätze wieder auszu graben. Von den ausgegebenen Liederbüchern fehlt mindestens schon ein Drittel, obgleich die Leute doch meist ihre eigenen Lieder singen, die in keinem Buch zu finden sind.' ,Ja, darin sind sie sonderbar', ver setzt der Erste. . .« Es liegt wohl klar auf der Hand, daß das hier geschilderte Ge spräch erdichtet ist, aber ebenso zweifellos ist es, daß ihm wirkliche Tatsachen zugrunde liegen. Was hier von Secsolöaten gesagt ist, gilt gewiß ebenso von Landtrnppen, und es wäre von Bedeutung für unseren Berns, wenn die hier gegebene Spur verfolgt und — auf möglichst umfangreichem Material fußend fcstgestellt würde, welches Bücher die meiste Anziehungskraft ausüben. Der Mann mit einfacher Schulbildung könnte sich dann »cmporlesen«. Bücher wie Andersens Märchen, Beckers Erzählungen der alten Welt, Gustav Schwads präch-! tige Deutsche Volksbücher und seine Sagen des klassischen Alter-! tnms, Cervantes' Don Quijote, Grimms Märchen, Hauffs Märchen, Tausend und eine Nacht, Grimms Deutsche Sagen, die Volkserzäh- lnngcn von Franz Hoffmann, W. O. v. Horn, Christoph v. Schmid, Mnsäus' Volksmärchen, um nur einige ans den Bestandteilen der Ju gend- und Volksbüchereien hcranszugrcifcn, bilden namentlich auch für Lazarettinsasscn, die schwerere Lektüre bei ihrem Leiden nicht ver tragen, eine höchst beachtenswerte literarische Kost. A. Sch. Kleine Mitteilungen. Jubiläum. — Die I. F. Albrecht'sche Hofbuchhand- lung in Coburg konnte am 9. April das 69jährige Jubiläum ihres Bestehens begehen. Joh. Ferd. Albrecht, geboren zu Schlensingen als Sohn einer kin derreichen Schuhmachersfamilie, kam frühzeitig als Buchhändler in die Welt hinaus. Mit dem 28. Lebensjahre übernahm er eine Gehilfen- Die Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig beschloß ihr 63. Schuljahr am Palmsonntag, den 1. April 1917, vormittags 11 Uhr im großen Saale des Deutschen Buchhändlerhauses mit der Entlassung der ab gehenden Schüler, zu der sich Lehrer und Schüler der Anstalt sowie deren Angehörige eingefunden hatten. Die Feier wurde ausgezeichnet durch die Anwesenheit des Inspektors der höheren sächsischen Han delsschulen, des Herrn Geheimrat Prof. vr. Adler und der Vertreter des Schulausschusses und des Vorstands des Vereins der Buchhändler zu Leipzig, der Herren Hermann Degener, Richard Linnemann und Adolf Dähnert. Nach gemeinsamem Chorgesang hielt der Direktor der Alistalt, Herr Prof. vr. Frcnzcl, die Entlassnngsreöe, der er die zeitgenössische Mahnung zugrunde legte: «Michel, horch, der Seewind pfeift, auf und spitz die Ohren! Wer nicht jetzt in's Ruder greift, hat das Spiel verloren. Wer nicht jetzt sein Teil gewinnt, wird es ewig missen. Michel, horch, es pfeift der Wind, Segel gilt's zu hissen!« Der Redner ermahnte die abgehenden Schüler zu nachdrücklicher Be tonung des Deutschtums und treuester Pflichterfüllung im Berufs leben. Danach ergriff Herr Degener das Wort, um die Schüler noch einmal anzuspornen, alles daran zu setzen, das Ziel, das sie sich ge steckt haben, zu erreichen, indem er ihnen die heute mehr denn je gel tende Forderung des eisernen »Müssens« ans Herz legte. Des weiteren gedachte er der Toten des letzten Jahres, insbesondere des verdienst vollen Förderers der Schulsache, des Herrn Max Weg: zur Ehrung der Dahingeschieöencn erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen. Ferner gedachte er dankbar eines früheren Lehrers der Anstalt, des Herrn Karl Schmidt, der nach 18jähriger erfolgreicher Arbeit durch widrige Schicksalsschläge bestimmt worden war, sein Amt nieöerzu- legen. Den wärmsten Dank der Anstalt zollte Herr Degener sodann dem Altesten der Lehrerschaft, Herrn Oberlehrer Wilhelm Frenkel, dem es Michaelis 1916 vergönnt war, auf eine segensreiche 25jährige Tätigkeit an der Schule zurückzublicken. Er verband damit die herz lichsten Wünsche für seine fernere Wirksamkeit an der Anstalt. Schließ lich konnte Herr Degener der Versammlung Mitteilen, daß das Kgl. Ministerium des Innern Herrn Hanöelslchrer Karl Illing in Aner kennung seiner hervorragenden Verdienste um die Ausstellung der Schule auf der Bugra 1914 und um die Pflege und den Ausbau der bnchhäudlerischen Buchhaltung zum Oberlehrer ernannt habe. Hierauf verteilte Herr Degener aus dem Wöllerschen Vermächt nis, der C. F. Petersschcn und der Hausweihe-Stiftung sechs größere und 10 kleinere Stipendien. Das von Herrn Horst Weber gestiftete Münchner Neisestipendium zum Besuche des Deutschen Museum- in München wurde dem Klassenersten von In, Arthur Helke, i. H. Friedrich Engelmann, zugesprochcn. Weiter erhielten einige Schüler und Schülerinnen Buchprämien. Der Klassenerste aus In sprach darauf den Dank der abgehenden Schüler an den Vorstand des Vereins der Buchhändler, den Schulaus- ausschuß und das Lehrerkollegium aus und gelobte, daß sie ihre ganze Kraft daransetzen wollten, um dem deutschen Buchhandel seine Wcltstellung, die die Feinde zu erschüttern suchen, erhalten zu helfen, aber auch, wenn das Vaterland sie rufe, auf dem Schlachtfeld für Deutschlands Ehre und Zukunft zu streiten. Einer der zurückbleibenöen Schüler widmete zum Schluß den Scheidenden einen dichterischen Abschieösgruß, worauf die sehr wür dige und eindrucksvolle Feier mit gemeinsamem Choralgesang beschlos sen wurde. 345
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