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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.04.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-04-05
- Erscheinungsdatum
- 05.04.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 8». 5. April 1817. Felde stehenden Kollegen, die sämtlich regelmäßige Besucher unserer Versammlungen waren. Mit besonderer Freude konnten wir unseren Ehrenvorsitzen den, Herrn Hofrat I)r. Ehlermann, sowie den 2. Vorsitzenden der Deutschen Buchhändlergilde, Herrn Diedevich-Pirna, begrüßen, später auch unser Ehrenmitglied Herrn Bräuninger. Trotz sei ner 70 Jahre, trotz der Beschwerlichkeit des Reifens hatte unser lieber Bräuninger bei nachtschlafender Zeit das Kohlenbecken Zwickaus »erlassen, um mit uns --- ln Dresden zu frieren. Unser Vorsitzender handhabt in Berlin seinen feldgrauen Rezonfentenstift; er mutzte sich mit einem Gruße an die Ver sammlung begnügen, da sein Chef eine Vcreinsversammlung Nicht als genügenden Grund ansieht, Dienst zu schwänzen. Di« Leitung der Versammlung lag somit in den Händen des stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Pahl. Um V-5 Uhr wurde die Sitzung von ihm eröffnet, die satzungsgemätz erfolgte Einberufung festgestellt und die Erschienenen, besonders die be reits genannten drei Herren, begrüßt. Der von Herrn Pahl »er- faßte vorstehende Jahresbericht fand ungeteilten Beifall. Bei Besprechung dieses Berichts teilte u. a. Herr Diederich mit, daher vom Buchhändler-Verband für das Königreich Sachsen aus eine Eingabe an das König!. Sächsische Gesamtministerium gerichtet habe mit der Bitte, auf allen Rabatt für die Zukunft zu verzich ten, wie es bereits die König!. Preuß. Ministerien getan hätten. Eine Antwort sei noch nicht eingegangen, jedoch aller Voraussicht nach zu erwarten, daß sich die König!. Sächs. Regierung zu die sem Verzicht ohne weiteres bereitsinden lassen werde, zumal da sie die Bestrebungen zur Besserung der Lage des Buchhandels jederzeit außerordentlich wohlwollend unterstützt habe. Ferner sprach Herr Diederich den Dank des Vorstandes der Deutschen Buchhändlergilde aus für die Unterstützung und rege Anteilnahme der Dresdner Sortimenter bei Gründung der Gilde. Weiterhin kam Herr Diederich auf die Mitzhclligkeiten zwi schen dem Gilde-Vorstand und der Leitung des Börsenblatts zu spreche». Er bedauerte, daß auf beiden Seiten der Meinungs austausch eine unerwünschte Schärfe angenommen habe, die noch durch die Kundgebung des >. Vorstehers des Börsenvereins verstärkt worden sei: die Versammlung teilte voll und ganz di« Ansicht des Redners. Herr vr. Ehlermann sprach unter allge meiner Zustimmung den Wunsch aus, Herr Diederich möge als Mitglied des Gilde-Vorstands dahin wirken, daß derartige Streitfälle in Zukunft rein sachlich ausgetragen würden. Eine weitere Aussprache zum Jahresbericht wurde nicht ge wünscht und der Bericht genehmigt. Hieran schlossen sich die Berichte über die Bereinskasse durch Herrn Kaufmann lind über die Unterstützungskasse durch Herrn Sturm. Die Kassenprllfer bestätigten die ordnungsgemäße Füh rung beider Kassen; beiden Kassenverwaltern konnte somit unter Anerkennung ihrer nicht geringen Mühewaltung Entlasttmg er teilt werden. Der Mitgliedsbeitrag wird bei Genehmigung des Voranschlages für das neue Vereinsjahr wiederum mit 15 Mark festgesetzt. Aus deni Vorstand scheidet satzungsgemäß Herr Leithokd aus, dessen Wiederwahl statthaft ist. Er wird wiedergewählt. Als Beisitzer scheiden aus dir Herren vr. Ehlermann und Stephan, die nicht wieder wählbar sind. An ihrer Stelle wer den die Herren Alicke und Weber gewählt, trotzdem Herr Alickc in der Uniform der Bombenschmeißer das kriegerische Element in unserem friedfettigen Verein verkörpert, zusammen mit Herrn Diederich, der seinen allerdings etwas enger gewordenen Pio nierrock wieder angczogen hat. An den Bericht des Herrn Rechcnberger über die Mißstände im Verkehrswesen schließt sich ein reger Meinungsaustausch. Unter anderem wird der Vorschlag erwogen, dom bereits früher geplanten gemeinsamen Bezug von Zeitschriften näherzutreten. Herr Focken verweist in seinem Bericht über die O.-M.-Ab- rechnung auf die Bekanntmachung des Börsenvereins-Vorstandes. Infolge der starken Einziehungen eingearbeiteter Mitarbeiter sei die Abrechnung und das Packen der Ballen bei weitem schwieri ger als in den beiden letzten Kriegsjahren. Umsomehr sei es 334 ,u bedauern, daß eine ganze Reihe größerer Verleger schablonen- mäßig wie in Friedenszeiten ihren gesanrten Verlag zurückver langt und hierdurch zeigt, daß sie kein Verständnis für die Nöte des Sortiments hat. Mit der Frage der gemeinsamen Absendung der Nemittenden vermittels eines Möbelwagens wird sich der Vorstand beschäftigen. Herr Leithold teilt mit, daß seitens des Vorstandes ein Rundschreibeit an sämtliche höheren Schulen versandt worden ist, in dem auf die schwierigen Verkehrsverhältnifse hingcwiescn und gleichzeitig die Bitte ausgesprochen wurde, die Schüler zur rechtzeitigen Bestellung der Schulbücher zu veranlassen. Dein Er suchen um Zusendung der geänderten Schutbücherverzeichnisse sei bis jetzt nur in geringem Maße entsprochen worden. Die Beschlußfassung über die Maßnahmen des Vereins detr. Abschaffung des Behörden-Rabatls und die sich daraus er gebende Abänderung der Verkaufsbestimmungen wird einer außerordentlichen Hauptversammlung Vorbehalten bleiben. Zum Schlüsse spricht Herr Siebers dem stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Pahl, den Dank des Vereins für seine un ermüdliche Arbeit aus, dem Herr vr. Ehlermann seine Anerken nung für die Führung der Geschäfte durch Herrn Pahl anschließt. Mittlerweile sind unsere treuen Helferinnen, die Frauen und Töchter eingetroffen, die heute von den Sorgen der geschäftlichen Mitarbeit und den fast noch größeren Anforderungen für die Versorgung des Magens durch den Wundermilden Wirt enthoben sind. Nur zu bald mahnte die Uhr uns friedlich« Leute, Mei nungsverschiedenheiten mit der heiligen Hermandad zu vermei den und still ins Bett zu kriechen. Aber schön war's doch! Mit dem allseitigen Wunsche, derartige geschäftliche Zusam menkünfte öfters zu veranstalten, trennten sich die Mitglieder. Deutsche Bücher in England während des Krieges. Vo» allen Auslanddenischen dürften dem deutschen Buch händler im Auslände die größte Sympathie entgegcnzubringen sein, denn man kann Wohl sagen, daß ohne die tatkräftige Unterstützung von seiner Seite so manches deutsche Buch nicht verkauft worden wäre. Besonders auf dem Gebiete der wissen schaftlichen Literatur und des Antiquariats konnte der Deutsche, ausgerüstet mit einer guten Schulbildung, als Förderer der deutschen Kultur wirken. Der Engländer wußte auch die Vor züge der deutschen Arbeitskraft zu schätzen, so daß nicht nur in London, spndern auch in den Universitätsstädten, wie Oxford, Cambridge, Glasgow, Edinburgh usw., i» den bedeutendsten Firmen die Ausländsabteilungen mit Deutschen besetzt waren. Rur sehr wenige konnten rechtzeitig von dort fortkommcn. Einige sind seit September 1914 bereits in Gefangenschaft. Andere, besonders begünstigt, konnten noch bis Mai 1815 in be schränkter Freiheit leben. Mr. Asquith hatte am Anfang des Krieges im Parlament feierlich erklärt, daß die Deutschen, de ren Lebcnssührung einwandfrei wäre, unbehelligt bleiben wür den. Aber gar bald fing man mit der Internierung an. Dank meinem jahrelangen Aufenthalte und besonderer Fürsprache konnte auch ich noch bis nach dem »Lusitaniao-Fall meiner Be schäftigung nachgehen und wenn auch nur in sehr beschränktem Matze zur Verbreitung deutscher Bücher beitragen. In den ersten Wochen nach der Kriegserklärung stockte der Verkehr ganz. Es war verboten, deutsche Bücher und Zeitschriften einzuführen. Auf die Dauer zeigte sich dieser Zustand aber als unhaltbar. Es wurden daher vom Handelsministerium besondere Erlaubnis scheine ausgestellt zur Einführung wissenschaftlicher deutscher Literatur und der für die Studenten nötigen Bücher. Ein Agent in Holland war bald gefunden, und gar schnell entwickelte sich ein reger Verkehr. Während vor dem Kriege Sendungen aus Leipzig in 3 bis 4 Tagen Oxford erreichten, brauchte jetzt eine Sendung ungefähr drei Wochen. Bemerken möchte ich jedoch, daß im Laufe der Zeit schließlich deutsche Bücher, die doch erst durch Zwischenhändler bestellt werden mußten, schneller an kamen, als die aus Paris direkt von den Verlegern bestellten. Öfters waren die Ballen aus Paris 10 bis 15 Tage unterwegs.
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