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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.07.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-07-12
- Erscheinungsdatum
- 12.07.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller keil. X; 160, 12. Juli 1918. Zeitschriften geliefert wird. Also ein Verleger, der keine Zeitschrift mehr verlegt, soll natürlich bei der Kontingentierung nicht berücksichtigt werden,'sondern berücksichtigt werden sollen nur die jeweils noch erscheinenden Zeitschriften, und da würde es ganz gut möglich sein, daß ein größerer Betrag auf die ein zelnen gekommen wäre, wenn man darauf von vornherein Rück sicht genommen hätte. Auf jeden Fall würde das keine größeren Schwierigkeiten machen, als sie jetzt schon bestehen, wo es sich doch darum handelt, daß Tagesblätter unterschiedlich bedient werden. Schwer trifft es die Fachpresse auch, daß sie nicht an der außerordentlichen Bevorzugung in der Preisstellung teilnimmt. Die Tageszeitungen genießen einen festgesetzten Preis für ihren Papierbezug, der, soviel ich unterrichtet bin, kaum wesentlich mehr als vielleicht das Dreifache des Friedenspreises sein wird. Wir wissen aber, daß wir Fachzeitschriftenverleger zu jedem Preise zu kaufen haben, daß für uns ein Höchstpreis in diesem Sinne nicht besteht, und daß wir heute das Fünf- bis Zehnfache dessen, was wir früher bezahlt haben, dafür anlegen müssen. Wir gönnen der Tagespresse schließlich auch diesen Vorzug in der Erkenntnis ihrer Wichtigkeit; aber nicht nur teureres Pa> Pier, sondern darüber hinaus auch einen kleineren Teil Papier zu bekommen, das erscheint uns äußerst ungerecht. Ich meine, der Antrag des Herrn vr. Ullstein würde zum Teil mit unserem Antrag vereinigt werden können, und ich glaube, meine Mitantragsteller würden nicht daran Anstoß neh men, daß unser Antrag geändert wird. Ich glaube aber auch, daß er nur wertvolles Material an der betreffenden Stelle sein würde, da man uns jetzt zweifellos insgesamt kaum mehr Papier wird zuweisen können. Ich glaube, es wäre das richtigste, wenn wir uns doch auf den von uns gestellten Antrag beschrän ken, wohlverstanden in dem Sinne, daß dabei alle, auch die illustrierten Zeitschriften eingeschlossen sind, daß dabei aber der Kern der Sache bleibt: das mindeste, das die Fachpresse braucht, ist, daß sie der Tagespresse gleichgestellt wird, daß ihr von dem vorhandenen Quantum das zugeteilt wird, was ihr proportio niert entweder nach dem Stande von 1915 oder, wenn wir bei der Tages- und Fachpresse zurückgehen wollen, nach dem Stande von 1913 zukommen würde. Wir glauben, das ist unbedingt notwendig, damit die Fachpresse weiter bestehen kann und aus diesem Kriege nicht als Krüppel hervorgeht; denn wie Herr Die- bener schon ausgeführt hat, ist die Bedeutung der Fachpresse zweifellos nicht zu unterschätzen. Sie ist vielfach unterschätzt worden, und leider auch in Kreisen, die es eigentlich besser wis sen müßten. Die Fachpresse war früher unbedeutender, sie ist nach und nach aus vielen Gebieten in ernsten Wettbewerb mit der Tagespresse getreten, und sie wird zweifellos weiterhin im mer mehr damit in Konkurrenz stehen. Wir müssen in der Fach zeitschriftenpresse wieder vorwärts kommen. Wir müssen einen Teil der Gepflogenheiten der Tagespresse, z. B. die Gepflogenheit der schnellen Information usw., beibehalten. Früher war die Fachpresse klein; jetzt ist sie groß geworden. Sie hat dadurch natürlich auch einen großen Papierbedarf und ist somit auch hin sichtlich dieses Bedarfs zum Konkurrenten der Tagespresse ge- worden. Um so mehr mutz sie aber geschützt werden. Wir Ver leger wissen, daß es für den Absatz eines Buches, wenn es sich nicht um ganz allgemeine Literatur handelt, oft wertvoller ist, wenn es in der Fachpresse besprochen wird, als in der Tages- presse. Deshalb ist es auch in diesem Sinne im Interesse des gesamten Verlages, wenn er der Fachpresse kräftig durch den Krieg mit hindurchhilft. Erwin Nägele (Stuttgart) (zur Geschäftsordnung): Ich möchte den Antrag stellen, daß jedem Redner eine Frist von 3 bis 5 Minuten gewährt wird; sonst sitzen wir heute abend um 6 Uhr noch hier. Vorsitzender: Meine Herren, Sie haben den Antrag gehört: es wird eine Frist von 3 bis 5 Minuten für jeden Redner be antragt. Wollen wir die Frist auf 5 Minuten festsetzen? (Zu rufe: 3 Minuten!) — Ich glaube nicht, daß jemand in 3 Mi nuten alles sagen kann, was er auf dem Herzen hat. (Zuruf: Da» ist auch nicht nötig!) Ich würde Vorschlägen, 5 Minuten 108 zu sagen. Sind die Herren damit einverstanden? (Zustim mung.) — Das ist der Fall. vr. Felix Pickardt (Berlin): Meine Herren, auch ohne den Antrag hätte ich mich sehr kurz gefaßt. Ich werde nicht einmal die 5 Minuten voll in Anspruch nehmen. (Bravo!) Ich habe mich selbst gerade als Fachzeitschriftenverleger außerordentlich gewundert, daß die Herren mit diesem Anträge hierher zu der Hauptversammlung des Vcrlegerveretns gekom men sind. (Sehr richtig!) Sie haben sich damit in die Höhle des Löwen begeben. Denn, meine Herren, so oft wir in der Kriegswirtschastsstelle von der Fachpresse au» versucht haben, der Fachpresse eine bessere Stellung zu geben, in jedem Falle haben sich die Herren Buchverleger mit Händen und Füßen da gegen gewehrt. (Hört! hört!) Sie habe» grundsätzlich immer erklärt: Ihr habt keine Berechtigung dazu, mehr zu verlangen als wir; wir gehören einmal alle zusammen in dar große Ver lagswesen, und infolgedessen müssen wir alle gleichmäßig kon tingentiert werden. (Sehr richtig!) Zur Sache selbst kann ich mich deswegen kurz fassen, weil im großen und ganzen Herr vr. Ullstein eigentlich das schon gesagt hat, was ich sagen wollte. Zu den einzelnen Punkten haben die Herren ja Wohl schon selber eingesehen, daß es sich im Punkt 2 um einen reinen Schönheitsfehler handelt. Nach dem dar festgestellt ist, können wir diesen Punkt Wohl glatt über gehen. Die Tageszeitungen sind, soweit ich unterrichtet bin, durch aus nicht besser gestellt. Ich habe keine Veranlassung, die Tages zeitungen in Schutz zu nehmen; aber soweit ich die Zahlen kenne, sind ja die Tageszeitungen auch um 457», also auf 557», wie wir, kontingentiert worden. Ausnahmen bestehen wohl nur für kleine Tageszeitungen. Aber genau dasselbe ist bei der Fachpresse der Fall: die ganz kleine Fachpresse wird, wenn sie sich entsprechend an die Kriegswirtschaftsstelle wendet, genau so bevorzugt — wie die Herren sich ausdrücken —, das heißt, sie wird etwa» besser gestellt als die übrige. Daß die Herren die Beschwerdestelle in der Sriegswirt- schaftsstelle nicht kennen, ist ja außerordentlich bedauerlich; sie ist aber seit langem da, und ich glaube auch, daß schön verschiedene Herren sich bemüht haben, etwas mehr Papier herauszubekom- men, und daß einige auch Erfolge errungen haben. Nun aber zur Hauptsache selbst! Die Antragsteller gehen vor allen Dingen davon aus, daß das Jahr 1916 falsch ist. Be vor dar Jahr 1916 als maßgebend für den Verlag angenommen wurde, hat sich die Kriegswirtschaftsstelle, soweit ich unterrichtet bin, bei den zuständigen Stellen erkundigt, welches Jahr ge nommen werden sollte, und nach vielem Hin und Her, auch in den Beratungen des Beirats, ist schließlich das Jahr 1916 al» das praktischste erkannt worden. Selbst wenn wir aber auf das Jahr 1913 zurückgehen — das hat ja Herr vr. Ullstein vorhin schon dargestellt —, erhalten wir einfach prozentual weniger Papier. Wir bekommen zwar insgesamt genau dieselbe Menge; aber es wird einfach entsprechend dem Stande von 1913 ver teilt. Davon würden wir vielleicht 257° bekommen. Dazu kommt, daß doch eine ganz bedeutende Anzahl von Zeitschriften — Herr Diebener hat vorhin, glaube ich, von über 1100 gesprochen — vollkommen wegfallen. Herr Diebener wird mir auch als guter Kenner des Fachzcitschriftenwesens recht- geben, wenn ich sage, daß während des Kriege» eine ganze Reihe von Fachzeitschriften hinzugekommen ist, die sehr be deutend sind, die sehr großen Einfluß auf die Entwicklung der politischen Fragen haben, soweit er von der Fachzeitschrift au» genommen werden kann. Also wir würden hier zu einem Rechen- exempel kommen, bei dem schließlich das Resultat genau das selbe wäre wie heute. Das einzige, was wir erstreben müssen und was auch vom Verbände der Fachpresse, mit dem sich der Verein der Fachpresse leider nicht in Verbindung gesetzt hat, erstrebt werden sollte, ist, noch mehr Papier für uns zu Produzieren und mehr Papier für uns zu fordern. Die entsprechenden Anträge sind seit zwei Iah- rcn gestellt worden, und sie sind schließlich — ich glaube kein Geheimnis zu verraten, wenn ich das sage — dadurch gefallen, daß die Buchverleger sich nicht damit einverstanden erklären
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