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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.04.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-04-13
- Erscheinungsdatum
- 13.04.1916
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- Deutsch
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Nr. 88. senblaü MMMMMaM ^3^ Mark jährttch. UlAMüWÄMrstMemMUSWWMWUMi:)ü'^Lpziä Leipzig, Donnerstag den 13. April 1916, 8S. Jahrgang. Redaktioneller Teil» Etwas über die F. B. Unser früherer Berichterstatter über den italienischen Buch handel, Herr Walter Dette, bis Kriegsausbruch im Hause Loescher L Co, in Rom, hat jetzt Schippe und Hacke beiseite gelegt und ist in Ausführung eines ihm gewordenen Befehls unter die Feld buchhändler gegangen. Die kleine Skizze, die er in Nr, 82 der »LillerKriegszeitung« vom 1, April über Feldbuchhandlungen ver öffentlicht hat, dürfte auch unsere Leser interessieren, weil sie zeigt, welche Bedeutung diesen Einrichtungen zukommt und welchen Einfluß im Einzelfalle wie im allgemeinen ein Feldbuchhändler ausüben kann, der es mit seiner Aufgabe ernst nimmt. Bietet doch gerade das Buch in der gegenwärtigen Zeit die Möglichkeit, die Gedanken von all den Schrecknissen des Krieges abzulenken und das innere Gleichgewicht wicdcrzufinden. Wieviel mehr bedeutet es aber für diejenigen, die bisher überhaupt noch nicht den Weg zu ihm gefunden hatten und denen die Welt der Bücher draußen im Felde zu einer neuen Offenbarung wird! Sollte es da nicht Pflicht der Fcldbuch- handlungen sein, nur das Beste in die Hände dieser Neulinge zu legen, damit sie immer deutlicher erkennen lernen, welcher Reichtum hier zu unverlierbarem Besitz für wenige Groschen erworben werden kann? Würde jeder Feldbuchhändler seine Aus gabe in ähnlicher Weise auffassen, wie sie hier an einem Bei spiele gezeigt wird, so würde er damit nicht nur seinem Berufe, sondern auch dem Vaterlande einen unschätzbaren Dienst er weisen, Herr Dette schreibt: Der Stellungskrieg hat eine neue Schöpfung hcrvorge- bracht: die F, B,, die Feldbuchhandlung, Erst Wenige Wochen sind ins Land gezogen, seit der Herr Quartiermcister durch seine Verfügung den Grundstein der Feld buchhandlungen legte, und heute bereits befinden sich allein im Bereiche der VI, Armee vierzehn Feldbuchhandlungcn, und zwar in Lille, Douai, Valencicnnes, Tourcoing, Roubaix, Seclin, Annoeullin, Cardin, Courrieres, St, Amand, Hönin-Lietard, St, Leger, Santes und Cambrai, Die Eröffnung anderer Buchhand- lungen ist in Aussicht genommen, Vorschläge von Orten, in denen die Errichtung einer Feldbuchhandlnng Bedürfnis ist, sind der Zentralbücherstelle in Lille willkommen. Bei der Einrichtung oer Bücherverkanfzstellen waren mit Hilfe der Ortskommandan turen viele Schwierigkeiten zu überwinden, es gab sehr viel Ar beit, bis der Geschäftsraum überhaupt einigermaßen instand war. Hier mußte der Laden eines Farbenhändlers, dort eine Straßenbahn-Wartehalle, an einer andern Stelle wieder der Vorraum eines großen Bankgeschäfts oder der kleine dunkle Laden eines ebenso dunkeln Geschäftsmannes zu einem Buchladen nm- gewandelt werden. Zu diesen Schwierigkeiten traten dann an fangs noch andere, die der regelmäßigen Bücher- und Zeitungen- beschaffung. Jetzt aber sind die Kinderkrankheiten des neuen Un ternehmens überwunden, und die Karre läuft. Die einzelnen Buchhandlungen haben ein Lager gängiger Bücher, daneben auch Schreibmaterialien, Zeitschriften und Zeitungen aus allen Teilen des Vaterlandes, Es wird streng darauf gesehen, daß nur aus gesucht gute Literatur zum Verkauf kommt. Die Verkäufer haben I die Weisung, darauf zu achten daß sich keine Schund- und Schmutz- j literatirr im Geschäft befindet. Wie dankbar sind die Mannschaf- > ten, wenn sie in den Laden treten und wir können ihnen für einige Groschen ein paar gute Reclam- oder Wiesbadener Volks bücher empfehlen. Neulich war erst einer da, der hatte Wohl im Zivilleben außer seinen Schulbüchern der Jugendzeit nie wieder ein Buch in der Hand gehabt. Jetzt führte ihn ein inneres Verlangen in die Buchhandlung, er wollte seine freie Zeit dazu benutzen, ein gutes Buch zu lesen, statt sie beim Kartenspiel totzuschlagen. Ich gab ihm Kleists Michael Kohlhaas mit. Am nächsten Tage kam er schon wieder, vorsichtig erkundigte ich mich, wie ihm das Buch gefalle, »O, ich danke Dir für das schöne Buch, ich möchte noch einmal dasselbe haben, um es meinem Bruder nach Rußland zu senden.« Dann taufte er noch ein paar Bändchen für sich, und seit der Zeit ist der Mann ein regelmäßiger Kunde in der Buchhandlung. Auch jene Besucher fehlen nicht, die täglich kommen, alle Zeitschriften durchblättern, von Politik, Wetter und Fleifchpreisen reden, alle Titel aufschreiben und ! nichts kaufen, Marketender kommen in die Feldbuchhandlungen ! und nehmen große Posten zum Wiederverkauf auf einmal. Sie ! erhalten bei Einkäufen von und über 20 10 "/» Rabatt. Damit ! soll erreicht werden, daß guter Lesestoff bis in die vordersten j Linien gelangt; der Rabatt soll den Truppen, nicht dem einzelnen zngutckommen, ! Besonders rege ist der Geschäftsverkehr an Tagen des Stel- ^ Inngswcchsels, dann kaufen sich die Soldaten von allem ein und nehmen cs mit in die Schützengräben für Stunden der Muße, ^ Daß die Fcldbuchhandlnngen an der Front ein wahres Bedürfnis I sind, sieht man am besten an den Umsätzen der Buchverkäuse, Die , auskommenden Einnahmen sollen für gemeinnützige Einrichtun gen: Lesehallen, Truppenbüchercien, Soldatenhcimc usw,, dann ' aber auch für Gräberschmuck, Fricdhofsanlagen, Schlachtfelddenk- inklcr und andere Zwecke verwandt werden. Der deutsche Buchhandel. Nach vieljähriger persönlicher und sachlicher Erfahrung, Von Professor vr, Hermann Conrad, iKorlsepuog m Ar, 8L,> So ungemischt günstig nun auch die Eindrücke sind, die ein Mensch ein langes Leben hindurch von dem Stande der deutschen Verleger empfangen haben, so hoch er den deutschen Verlagsbuch- handcl auch schätzen mag, er ist doch nicht dazu da, um bloß An genehmes, sondern vor allen Dingen um die Wahrheit zu sagen. Und da mutz ich nun bekennen, daß mir der deutsche Verlags- buchhandcl einmal in jungen Jahren eine sehr große Ent- täuschung bereitet hat. Ich begann meine Shakspere-Studien mit einer Dissertation über Shaksperes Aussprache; dann, vor nunmehr fast vierzig Jahren, ging ich sogleich mit Feuereifer daran, den Kern seiner Seele zu erforschen in den Selbstbekenntnissen seiner Sonette, Ich suchte aus den durcheinandergewürfelten Gedichten ans phi lologischem Wege vermittelst der gleichartigen Stellen und der vielfachen gedanklichen und sachlichen Beziehungen untereinander einen logischen und biographischen Zusammenhang herzustcllen, wozu die fortgesetzten Personalschilderungen des Freundes, der Geliebten und der dichterischen Nebenbuhler sowie Anspielungen 425
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