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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.09.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-09-18
- Erscheinungsdatum
- 18.09.1900
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- Deutsch
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217, 18. September 1900. Mchtamtücher Teil. 6943 lasten, ihre Mitglieder innerhalb wie außerhalb unseres Vereins zu suchen; sie zu finden dürfte keine Schwierigkeiten haben. Ich komme zum Schluß noch einmal auf die Kundenrabatt frage zurück. Angesichts der in den letzten Jahren, wo überall neue Kräfte im Erwerbsleben sich regen, hervorgetrctenen Er scheinung, daß Geld und Arbeitslöhne teurer werden, daß infolge dessen eine ganze Anzahl produzierender Gewerbe ihre Erzeug nisse im Preise erheblich erhöhen, sieht man im Buchhandel den Gewinn des Sortimenters im Rückgang begriffen. Die Verleger, namentlich die von eingeführten Schulbüchern halten sich, wenn sie den Ladenpreis eben nicht erhöhen wollen, schadlos an dem Sortimenter, indem sie einfach den Rabatt kürzen. An die Stelle von teuren Ausgaben von Büchern und Zeitschriften treten billige, die dem Sortimenter so gut wie nichts einbringen. Eine Mehr zahl von Verlegern sucht sich durch direktes Angebot und Lieferung den Markt zu erobern. Und dennoch giebt es eine große Anzahl Sortimentsbuchhandlungen, die, in kurzsichtiger Verblendung, ihr Heil in einer Verallgemeinerung und nicht selten auch in einer Ueberschreitung des höchstzulässigen Kundenskontos er blicken. Außerdem ist die Gewährung eines Skontos überhaupt bei kleinen Kausbeträgen nicht geeignet, das Ansehen unseres Standes zu heben, und der Buchhändler, der nach der Auffassung des Bürgerlichen Gesetzbuches doch zu den Großkaufleutcn zählt, erniedrigt sich dadurch selber in den Augen des Publikums zu einem Kleinhändler. Sorgen wir daher, meine Herren, an unserem Teile dafür, daß die Bewegung für die weitere Kon solidierung des Ladenpreises, die der hochverdiente Verbands- vorstand neuerdings wieder ins Leben gerufen hat, an uns allen eine feste Stütze findet, zu Nutz und Frommen unseres schönen und einem großen Kulturzweck dienenden Berufes! Dieser Bericht wird genehmigt und im Anschluß daran Herr A. Bertling in Danzig zum Vertreter des Vereins in der außerordentlichen Delegierten-Versammlung in Dresden gewählt. 2. Es erfolgt die Rechnu ngslegnng durch den Schatz meister Herrn Eugen Heinrich in Königsberg. Die Herren Franz Garms in Deutsch-Krone und vr. Bernhard Lehmann in Danzig prüfen Konto und Kasse und finden nichts zu erinnern. Der Vorstand wird entlastet. 3. Bei Festsetzung des Vorauschlages wird beschlossen, den seitherigen Jahresbeitrag von 7 ^ 50 H beizubehalten. Die Reisekosten für den gewählten Abgeordneten nach Dresden, Herrn Anton Bertling in Danzig, werden bewilligt. 4. Auf Antrag des Herrn Otto Kafemann in Danzig wird der Vorstand in seiner derzeitigen Zusammensetzung durch Zuruf wiedergewählt. 5. Als Ort der nächsten ordentlichen Hauptversamm lung wird, auf Einladung der Herren Heinrich und Fischer, Königsberg gewählt. 6. Berichte der beiden Abgeordneten über die Kantateversammlungen 1900 in Leipzig. u) Bericht des Herrn Fischer: -Meine Herren, zwei Punkte waren es, auf die sich das Hauptinteresse der Kantate-Besucher konzentrierte, 1. die brennend gewordene Frage des Kundenskontos und 2. die Lehrlingsfrage. Sic werden die Ergebnisse der Verhandlungen in Nr. 111 des Börsenblattes in kurzer Fassung, den ausführlichen Bericht in Nr. 123 gelesen haben, und ich darf mich wohl hier darauf beschränken, an dieser Stelle nur meine persönlichen Eindrücke und Meinungen auszusprechen. Anknüpfend an den Geschäftsbericht des Vorstehers des Börsenvercins ergriff Herr Zwißler in Wolfenbüttel das Wort, um das Vorgehen des Verbandsvorstandes in der Kund en- skontofrage zu begründen. Die Mittel, die dem Börsenverein gegen gewerbsmäßige Schleuderer zu Gebote ständen, in letzter Reihe Ausschließung aus dem Börscnverein, träfen den Schuldigen gar zu wenig, der ja, kleine Unbequemlicbkeiten abgerechnet, ruhig und ungestört weiter schleudere und damit den Boden für ein gesundes, solides Sortiment untergrabe. Da der Börsenverein nach den Erfahrungen der letzten Jahre hiermit seine Thätigkeit als abgeschlossen ansehe, wolle der Verbandsvorstand sich nach anderen Kampfmitteln umsehen, die die stumpfen Waffen des Börsenvercins ersetzen sollen. Als ein solches Kampfmittel war nun der »Ver pflichtungsschein- auscrsehen, der Verleger wie Sortimenter auf den Rechtsboden des Ladenpreises stellen sollte. Der Ver pflichtungsschein, der dem Verleger erst einen klagbaren Rechts titel gegen Schleuderer bei den ordentlichen Gerichten einräumt, würde den Kreisvereinen die Pflicht auferlegen, sich (nach der Bestimmung des B. G.-B.) in das Vereinsregister eintragen zu lassen, um die Rechte einer juristischen Person zu erlangen. Als solche könnte dann jeder Krcisvcrein, der sich eines Schleudercrs innerhalb seines Vcreinsbezirkes erwehren will, den Rechtsstreit als Mandatar des betreffenden Verlegers führen. Dieser in der Theorie ganz gangbare Weg dürfte bei der praktischen Aus führung doch auf erhebliche Widerstände stoßen, und, wie ich meine, nicht zum wenigsten darum, weil die Bewegung, gewisser maßen hinter dem Rücken des Börsenvercins-Vorstandes ins Leben gerufen, wohl nicht bei allen Verlegern das gleiche wohlwollende Entgegenkommen finden würde. Die große Mehrzahl der An wesenden (darunter auch Ihre beiden Abgeordneten) stimmten denn auch dafür, dem Börsenvereins-Vorstande, der es an gutem Willen zu keiner Zeit hat fehlen lassen, es vertrauensvoll zu überlassen, wirksamere Mittel zum Schutz und zur Verall gemeinerung des Ladenpreises in Anwendung zu bringen. Das Verdienst, die Rabattfrage wieder aufgcrollt und bestehende Schäden ohne Ansehen der Person rückhaltlos aufgedeckt, sowie einen Weg gezeigt zu haben, der gewiß eines Versuches wert ist, gebührt unbestritten unserem Verbandsvorstande, und ich bitte Sie, meine Herren, falls dasselbe Gefühl Sie beherrscht, um Ihre Genehmigung, nachstehendes Danktclegramm an das Trifolium der drei verdienten Männer nach Braunschweig abzusenden: Die in Carthaus versammelten Ost- und Westpreußischen Buchhändler senden in dankbarer Anerkennung der dem Buch handel geleisteten wertvollen Dienste dem Verbandsvorstande beste kollegialische Grüße. I. A.: Hermann Fischer. (Das Telegramm wird unter allgemeiner Zustimmung abgesandt.) Als ein sehr erfreuliches Zeichen war es zu begrüßen, daß Herr Siegismund-Berlin als Vorsitzender des Vereins Berliner Mitglieder des Börsenvereins die Versicherung gab, daß der Verein sämtlichen Berliner Firmen die Verpflichtung auferlcge, nach den Provinzen nur mit dem zulässigen Höchstrabatt (von 5 Prozent) zu liefern, und daß er Verstöße dagegen, wenn die Beweisstücke vorlägcn, auf Grund der Börsenvereins-Satzungen verfolgen helfen werde. Das ist nach meiner Meinung eine große Errungenschaft, die uns doch vielleicht in nicht zu langer Zeit vor dem schwarzen Manne der Berliner Konkurrenz einigen Schutz gewähren wird. Eine gleich bündige Erklärung hat der Verein der Buchhändler in Leipzig, der allerdings zum überwiegenden Teil Verleger als Mitglieder hat, nicht abgegeben. Derselbe hat aber sein Interesse für die, alle Verhandlungen beherrschende Rabattfrage dadurch bekundet, daß einige der Herren aus dem Vorstande, Credner, Voigtländer, Hicrsemann und wohl noch einige andere mehr, auch bei der Delegierten-Versammlung erschienen waren (wenn auch ohne Portefeuille ihres Vereins), wobeiHerr Crcd ncr, der von den streitbaren Herrn Pape und Seippel aus Hamburg einige Male scharf angegriffen wurde, in ruhiger und durchaus sachlicher Weise antwortete und für seine Person die Versicherung abgab, daß die Stimmung imVerein derLeipziger Buchhändler der Sortimenterbcwegung durchaus günstig sei. Ich habe die Ueber- zeugung, daß die Mitglieder des Vereins sich wohl der Schleuderei nach auswärts enthalten werden. Mit großer Gcnugthuung wurde die Mitteilung aus genommen, daß die Mitglieder des Vereins der Kommissionäre sich gegenseitig verpflichtet haben, die Kommission von Firmen, die vom Börsenvercin gesperrt werden, niederzulegen. Wenn dennoch die Schlcudcrfirmcn Hinterthüren finden werden, die die Wirkung dieser Maßregel abschwächen, so dürfte dieselbe für die Dauer unzweifelhaft eine recht erhebliche Erschwernis für den organischen buchhändlerischen Geschäftsbetrieb jener Firmen werden. In welches Stadium die Behandlung der Lchrlingssrage getreten, haben Sie ebenfalls ausführlich aus dem Börsenblatte ersehen. Die in Aussicht genommene Lehrlingsprüfung scheint in zweite Stelle gerückt worden zu sein; denn man will als erste Etappe auf dem Wege zur Hebung unseres Lehrlings standes Lehrbücher ausarbeiten lassen, die eine Norm für die Ausbildung geben und im Fall auch später als Grundlage für die Prüfung dienen sollen. Da die Sache noch nicht nach allen Seiten geklärt, bleibt der außerordentliche Ausschuß für die Lehrlingsfrage, bestehend aus den Herren Justus Pape in Hamburg, Karl Siegismund in Berlin und Julius Zwißler in Wolfcnbüttel, mit Kooptationsrecht bestehen, und wir dürfen von seiner Thätigkeit noch Ersprießliches erwarten. Der nachträglich noch eingebrachte Antrag einer Anzahl be deutender Verleger, Brockhaus, Credner und Genossen, gegen eine etwa geplante wesentliche Aenderung der jetzigen Recht schreibung beim preußischen Kultusministerium vorstellig zu werden, wurde einstimmig angenommen; gewiß in unser aller Sinne, die wir ohnehin schon aus der Schulbücherplage, wie sie 930'
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