Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.09.1878
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- 1878-09-09
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- 09.09.1878
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Eine für den Fuhbetrieb eingerichtete Maschine zur Herstellung von Briefumschlägen macht es möglich, mit einem einzigen Drucke einen Briefumschlag zurechtzuschneiden, zu falzen, zu gummiren und zum Gebrauch fertig zusammenzulleben. Eine ähnliche mit Dampf betriebene Maschine bewirkt Schlag um Schlag die Herstellung ge klebter Düten. Zn erwähnen wären ferner die zahlreichen Maschinen zur Herstellung von Pappschachteln, Papierkragen, zur Erzeugung von lithographischen und Oelsarbendruckbildern; sodann die Stanz-, Liniir-, Präge- und Grnndirmaschinen nebst den mehr in das Ge biet der allgemeinen Maschinenbautechnik einschlagenden Hilss- maschinen: Motoren, Pumpen, Ventilatoren ic. In der dritten Abthcilung sind die verschiedenen Papiere und ans Papierstoff erzeugten Gegenstände ausgestellt. In dieser Abthcilung findet sich jede Art, vom reinen Büttenpapier bis zum geringsten Ersatzfabrikat, vertreten. Eine württembergische Fabrik, Zum Bruderhaus bei Urach, stellt Brief- und Schreibpapier aus, das nach alter Methode fast ausschließlich aus Lumpen hergestellt ist. Aehnliches Erzeugniß führt die Büttenfabrik von Oskar Andrae in Dassel vor, darunter eine besonders sorgfältig bearbeitete Sorte von Schreibpapier, welche nur im Winter angesertigt wird, da der Papierstoff ge frieren muß. Unser Fachinteresse erweckt eine Rolle Morsepapier aus der Fabrik von Behrend in Cöslin. Der Streifen legt sich in so spiegel glatter Schnittstäche um den Holzkcrn, daß der Nichtsachmann eine feste geschliffene Papicrscheibe vor sich zu haben vermeint. Mehrere in Eisenreisen verpackte Rollen von ungeheurem Durchmesser führen den Beweis vollendeter Technik vor Augen, welche die Druckarbeit der Schnellpressen in einem gleichmäßigen ununterbrochenen Strome von Arbeitsleistung ermöglicht. Eine dieser ans der Ausstellung befindlichen Rollen Rotationsdruckpapier für Zeitungen enthält eine 2 Meter breite Druckbahn, welche nach Angabe der Hersteller eine Länge von 17,200 Metern hat. Um die Haltbarkeit des aus Cellulose hergestellten Papiers zu beweisen, ist einem aus diesem Stoffe hergestellten Bogen Papier, der über zwei hölzerne Rollen läuft, ein Gewicht von 300 Kilogr. angehängt. Unzählige Sorten von Pappen veranschaulichen die Verwendbarkeit aller möglichen Ersatzstoffe bis herab zum Torf, den eine Fabrik in Leer in wohlansehnliche Pappbogen umzuwandeln versteht. Eine andere Fabrik zeigt wiederum, daß die gewöhnlichste Holzpappe bis zum glatten Zeichencarton verfeinert werden kann. Den Erzeugnissen einer der ältesten deutschen Papierfabriken, der im Jahre 1592 begründeten Papierfabrik zu Raths-Damnitz, liegt eine gedruckte Statistik bei, welche nicht uninteressante Auf schlüsse über die zur Herstellung eines guten Schreibpapiers er forderlichen Mengen von Rohstoff und deren Verhältniß zu einander gibt. Hiernach verwendet die bezeichnete Fabrik zu einem jährlichen Erzeugniß von 75,000 Ries Schreibpapier 400,000 Kilogr. Hadern, 100,000 Kilogr. Holz- und Strohstoff, 17,500 Kilogr. Chlorkalk, 20,000 Kilogr. Kartoffelstärke, 20,000 Kilogr. Säuren, 15,000 Kilogr. Alaun, 17,500 Kilogr. Harze, 100,000 Kilogr. Mineral weiß, 2500 Kilogr. Farben. Die gebräuchlichste Verwendung des Papiers zu industriellen Zwecken zeigt diejenige Gruppe, welche die verschiedenen Arten von Buntpapier, gestrichen und gepreßt, enthält. Diese Erzeugnisse stammen zumeist aus dem Königreiche Sachsen und aus Süddeutsch land. Bunt gedruckte Tapeten in zum Theil künstlerisch geschmack vollen Mustern sind aus verschiedenen Gegenden Deutschlands ein- gesandt. Die Anwendung des Papiers zu Gardinen, die wir von den Japanesen gelernt haben, ferner zu Mundtüchern und Damen kleidern ist durch mannigfache Erzeugnisse dieser Art vertreten. Die ausgestellten Eimer, Fässer und Badewannen aus Papier masse kommen an Festigkeit Metallgeräthen vollkommen gleich. Ein besonderer Vorzug, das geringe Gewicht dieser Erzeugnisse, hat den Fabrikanten A. I. Heilemann in Gebhardsdorf veranlaßt, Papier gesäße für Postsendungen anzufertigcn, die an Festigkeit und Leichtig keit gewöhnliche Holzkisten weit llbertreffen. Um die Unverbrenn barkeit dieser auch zu Pulverfässern verwendeten Masse zu beweisen, ist aus derselben sogar ein Stubenofen hergestellt, der mit Holzkohle geheizt werden kann. Der Ösen ist in dem amerikanischen Papierhause ausgestellt. Dach und Wände dieses Baues sind mit Papierpappe verkleidet, selbst als Zwischenlage zwischen den zum Hauptmauerwerk verwendeten Steinen dient Papiermasse. Das den Jnnenraum des Hauses bil dende Gemach enthält fast keinen Bau- oder Ausstattungsgegenstand, der nicht aus Papiermasse geformt wäre. Tapeten und Fußboden bekleidung, Deckenverzierungen, Fensterrahmen, Vorhänge, Stuben- thürcn, ein kunstvoll gearbeiteter Kronleuchter, der bereits erwähnte Stubenofen, Büsten und Bilderrahmen, Blumentisch und künstliche Blumen — alles verdankt sein Dasein dem Stoffe, welchem die Aus stellung gewidmet ist. Dieses „amerikanische" Wohnhaus, das jenseit des Oceans schon seit längerer Zeit in dör Praxis Anwendung findet, erklärt neben der sonstigen Vorliebe des erfinderischen Amerikaners für neue Ver suche aus dem Gebiete der Papierindustrie eine ausfallende statistische Erscheinung, welcher der Besucher der Berliner Internationalen Papierausstellung gleich beim Eintritt in den Ausstellungsraum be gegnet. Eine Pyramide aus kubischen Pappklötzen veranschaulicht die in den hervorragenderen Culturstaatcn der Welt jährlich erzeugte Papiermenge. Die Basis bilden die Vereinigten Staaten von Nord amerika, auf welche nach den aus der Stirnseite des Blockes ange gebenen Zahlen eine jährliche Papiererzeugung von 535 Mill.Kilogr. oder 14,„ Kilogr. auf den Kopf der Bevölkerung entfällt. Dann folgt: Deutschland mit 244 Mill. Kilogr. od. S,„ Kilogr. a.d. Kopf. Großbritannien „ 168 „ „ 5,0 Frankreich „ 135 Oesterreich-Ungarn „ 92 „ „ 2,5 Rußland „ 67 , 0,g Italien „ 38 „ „ 1,4 Belgien „ 27 „ „ 5,i Schweiz „ 17 Skandinavien „ 3 „ », 5,o „ Wenn man den bekannten Ausspruch des berühmten Chemikers v. Liebig, daß der Verbrauch an Seife den Culturgrad eines Volkes anzeige, aus den der Bildung scheinbar noch näher liegenden Papier- Verbrauch anwenden wollte, so hätten sich nach jener statistischen Schätzung die Bewohner der Vereinigten Staaten von Nordamerika allerdings eines großen Culturvorsprungs zu rühmen. Ein erheb licher Theil der angeführten Papiermasse wird indessen, wie das in der Ausstellung vorgeführte Wohnhaus, die papierenen Eisenbahn räder und ähnliche Erzeugnisse mehr beweisen, auf eine Verwen dungsart jener Masse zu rechnen sein, die mit den geistigen und Bildungsbeziehungen des Papiers wenig gemein hat. Viel wünschenswerther wäre deshalb eine zuverlässige sta tistische Ermittelung darüber gewesen, wieviel in den einzelnen Staaten der Verbrauch an eigentlichem Papier, also vornehmlich Schreib- und Druckpapier beträgt. Vielleicht erfüllt die nächste Internationale Papierausstellung diesen Wunsch! Resormbcwcguiigen im ungarischen Buchhandel. Die Buchhändler Ungarns haben den ersten Schritt gethan, um zur Ausführung großer und wichtiger Reformarbeiten im In teresse des ungarischen Buchhandels den Grundstein zu legen. Am
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