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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.11.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-11-07
- Erscheinungsdatum
- 07.11.1916
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- Deutsch
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Nr. 259. ieiu Leipzig. Dienstag den 7. November 1918. 83. Jahrgang. Redaktioneller Teil Goslar. 11. <1 siehe Nr. LSS.j Verband und Börse »Verein. — Über die Errich tung eines Buchhandels- und Werbeamts. - Der W a r e n u m s a tz st emp e l. Da das Sortiment eine Soudervertretung bisher entbehrte, so ergab sich von selbst die Notwendigkeit für den Verband der Kreis- und Ortsvereine, sich der Interessen dieses Geschäfts zweiges anzunehmen. Das ist denn auch in weitem Umfange und unter offener oder stillschweigender Zustimmung des Verlags geschehen, obwohl diese etwas einseitige Interessenvertretung ^ mehr in den Verhältnissen als im Wesen des Verbandes eine Stütze fand. Waren doch ursprünglich, und zwar gerade von Vertretern des Sortiments, diese Provinzialen Zusammenschlüsse dazu ausersehcn, Sortimenter und Verleger eines Kreises^ einander näher zu bringen und ihnen die Möglichkeit einer bes seren Verständigung zu geben, ats sie von den lockeren Beziehun gen des Einzelnen zur Gesamtheit der Berufsgenossen erwartet werden konnte. Die Verhältnisse haben sich indes auch hier stärker als alle theoretischen Voraussetzungen erwiesen, da der Verband von Jahr zu Jahr sich immer entschiedener als Ver tretung der Interessen des Sortiments bekannte und dieser Ab sicht auch in seinem Arbeitsprogramm wie auf seinen Tagungen unzweideutigen Ausdruck gab. Nichts wäre törichter, als dem Verbände daraus einen Vorwurf zu machen, denn ganz abge sehen davon, daß der Zusammenschluß des Verlags im Deutschen Vcrlegerverein und der Mangel einer eigenen Vertretung des Sortiments ihm diese Aufgabe nahclegen mußten, bringen es der Monvpolcharakter des Buches »nd die ungleich größere Zahl der Sortimentsbctriebe im Verhältnis zum Verlage mit sich, daß Beschwerden und Forderungen des Sortiments die buchhändlc- rische Öffentlichkeit in viel stärkerem Maße beschäftigen als ver legerische Angelegenheiten. Daran wird auch der Umstand nicht viel andern, daß sich jetzt das Sortiment in der Deutschen Buch- händlergilde eine Soudervertretung geschaffen hat, wohl aber wird man erwarten können, daß der Verband nicht mehr so ausschließlich die Interessen des Sortiments in -den Vorder grund stellt, wie das bisher geschehen ist, sondern, an seine ur sprüngliche Aufgabe wieder anknüpfend, einer Verständigung zwischen Verlag und Sortiment den Weg zu bahnen sucht. Darüber, daß nicht die Stimmenzahl, sondern wirtschaftliche Notwendigkeiten entscheiden - wie leicht wäre der Ver lag zu überstimmen! —, wird man sich auch im Sorti ment keiner Täuschung hingebcn, und am wenigsten wird dies von der Seite aus geschehen können, die, zur Führung des Verbandes berufen, ihre Aufgabe darin erblicken muß, dem Wohle des Ganzen zu dienen. Von dieser Erkenntnis wird die Zukunft des Verbandes, insonderheit die Frage abhängen, welche Bedeutung seine Arbeit für den Börsen- vercin besitzt. AVer auch die Stellung der Verleger zum Ver band wird davon in der Folgezeit bestimmt werden, da sie nur dann ein Interesse an ihm haben können, wenn auch ihre Arbeit verständnisvolle Würdigung in seinen Reihen findet. Alles drängt daher, nachdem sich das Sortiment eine eigene Interessenvertre tung geschaffen hat, auch wenn sie vorläufig noch außerhalb der Organisation des Börsenvercins steht, ans Übernahme solcher Arbeiten durch den Verband hin, die geeignet sind, einen Aus gleich der Gegensätze zwischen Verlag und Sortiment herbeizu- sühren und dadurch die Arbeit des Vorstandes des Börsenvercins zu unterstützen. Allem Anschein nach wird die Dentschc Buchhändlergilde, trotz ihres Namens, in einen Kampf um die Interessen der Sor timents so wie sie ihre Führer verstehen eintreten »nd den Verlag zwingen, den Fehdehandschuh aufzunehmcn. Ehcdas rechte Maß und Verständnis für die beiderseitigen Lebensinteresscn ge funden ist, kann viel Schaden angerichtet werden, besonders da hüben und drüben im Hintergründe aller dieser Auseinander setzungen der offene oder heimliche Bohkott steht. Dadurch ge winnt der Kampf eine über de» Kreis des Buchhandels hinaus- gehcnde öffentliche Bedeutung, so daß schon aus diesem Grunde auf die Mithilfe aller einsichtigen Bernfsgenossen gerechnet wer den muß. Tie Kreis- und Ortsvcrcine als die Träger des im Börscnvercin verkörperten Grundgedankens der Interessenge meinschaft zwischen Verlag und Sortiment werden daher ihr Augenmerk auf diese Entwicklung richten und sich in dem Ver band das Instrument schaffen müssen, ans dem dieser Akkord wieder stärker anklingt. In dem gegenwärtigen Verdandsvor- stand, der mit Rücksicht auf die Kriegszeit auch für 1917 seine Ämter weiter behalten, also bei Berlin verbleiben wird, werden sic dafür jetzt weit mehr Verständnis finden als bisher, wo er aus einer Zwangslage heraus mehr ein Gegengewicht zu dem Deutschen Verlegerverein bildete, denn als eine Interessenver tretung des gesamten Buchhandels angesehen werden konnte. Als eine Bestätigung dieser Auffassung kann cs gelte», daß der Verbandsvorstand zwei Punkte auf die Tagesordnung in Goslar gesetzt hatte, die in gleicher Werse Sortiment wie Verlag an- gehen: das Buchhandels- und Werbeamt und den W a r e n u m s a tz st e mp el. Die Verhandlungen über das Buchhandels- und Werbcamt leitete Herr N. L. Prager mit einem kurzen Referat ein, in dem er einen überblick über die Arbeiten dieses Amtes und seine Be deutung an der Hand der bisherigen Veröffentlichungen im Börsenblatt zu geben suchte. Er kann insofern in Gemeinschaft mit Prof. 0r. Röthlisberger einen Anteil an dem Plan der Grün dung fordern, als er wiederholt im Börsenblatt aus die Not wendigkeit hingewiesen hat, die Bllcherstatistik einer Um- und Ausgestaltung zu unterziehen. Mit warmen, ja begeisterten Worten trat .Herr Geheimrat Si-egismund für das Buchhandels und Werbeamt ein. Sei ihm doch während seiner Amtstätigkeit, wie er ausfllhrte, der Mangel fester Grundlagen für die buch- händlerische Arbeit nur zu oft vor die Augen getreten, als daß es ihm nicht ein Bedürfnis sei, sich mit aller Energie für die Durchführung des Planes einzusetzen. Wohl entzögen sich der Mehrzahl der Berufsgenossen die Nachteile, die aus der Unsicher heit der statistischen Unterlagen im Buchhandel erwüchsen, um so fühlbarer aber machten sie sich jenen bemerkbar, die an der Spitze großer Wirtschafsvereinigungen ständen, zu denen ja auch der Börsenverein gehöre. Nur auf dem sicheren Boden eines beweiskräftigen Materials sei es möglich, einen überblick 1377
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