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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.09.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1916-09-22
- Erscheinungsdatum
- 22.09.1916
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. .hp 22l, 22. September 1916. mir befürworteten Nachnahmen nur einer Oberschicht zugute kommen würden Nun. diese Oberschicht ist keineswegs so dünn. Je nach feinem Kundenkreis, seinen Verbindungen und Neigun gen wird allezeit der eine Sortimenter mit diesen, der andere mit jenen Verlegern arbeiten. Julius Springer z. B. wird vielleicht Tausende umsetzen mit Sortimentern, die nur ganz selten ein Buch meines Verlags absetzen. Die Hauptsache ist, daß jeder strebsame Buchhändler, der nicht an ganz dürrer Stätte wohnt oder durch zuviel Konkurrenz erdrückt wird, in diese Oberschicht hinaufsteigen kann, wenn er etwas gelernt hat und will. Es liegt mir fern, einen Sortimenter zu mißachten, der aus persön licher Neigung oder aus kaufmännischen Gründen sich auf schöne Literatur beschränkt. Er kann mich an Bildung weit überragen und ein guter Kaufmann sein, dem ich seine Verdienste und seinen Verdienst gönne. Neun Zehntel dieser Buchhändler sind aber durch das Warenhaus und die Geschöpfe gewisser Kommissionäre zu ersetzen. Auf jener Oberschicht aber, wie sie anher in Deutsch land nur in einigen verwandten Ländern besteht, die die engste Fühlung mit den Besten und Gebildeten unseres Volkes und mit der Wissenschaft Pflegt, auf ihr beruht die Zukunft des deut schen Buchhandels. Auch diese Oberschicht soll kaufmännisch rechnen, rechnet sie aber engherzig, krämerhaft und vernachlässigt die Tätigkeit, die sie dank unserer deutschen Dezentralisation zum größten Stutzen von Wissenschaft und Literatur ausgeübt hat, so büßt sie ihre volkswirtschaftliche Aufgabe ein. Keine noch so mächtige Korporation kann aber einen Stand um seiner selbst willen erhalten. Ich bin mir bewußt, mit vorstehenden Ausführungen vielen Verussgeuossen, namentlich vom Verlage, nichts Neues gesagt zu haben. Aber es war mir ein Gewissensbedürfnis, über diese Frage selber ins klare zu kommen und dann an meinem Teile dazu beizutragen, daß im Ziel berechtigte Bestrebungen hervor ragend tüchtiger und einflußreicher Freunde vom Sortiment nicht in einer falschen Richtung beharren, die geeignet ist, das gute Einvernehmen und die gedeihliche gemeinsame Arbeit für unsere letzten Ziele zu beeinträchtigen. Wer da weiß, wie der lange dauernde Krieg die wirtschaftlichen Sorgen vieler verschärft hat, begreift es, daß sie nur zu leicht einer Art von Suggestion unter liegen, die in einseitiger Betrachtung eines sogenannten großen Mittels das Heil sieht. Wie der Feldgraue spricht. Scherz und Ernst in der neuesten Soldatensprache von Karl Bergmann. Erstes Zehntausend. 60 S. 8". Gießen 1916, Verlag A l f r e d T ö p e l m a n n. In steifem Umschlag 80 vrd. Die Feldpost bringt mir ein kleines Bächlein zur Somme, die Werbeschrift für ein größeres, kommendes Werk, das der Darmstädter Professor 1)r. Karl Bergmann (Mathildenstr. 26) und der Berliner I)r. Alfred Wolfs (NW. Calvinstr. 29) zusammen mit dem Vcrlags- bnchhändler Alfred Töpelmann in Gießen heransgeben wollen. Da es sich um mehr als ein geschäftliches Unternehmen handelt und weil es ein wertvolles Denkmal der sprachlichen Eigenart und somit des unmittelbaren, gedanklichen Einflusses dieses Völkerringens werden kann, wenn möglichst viele daran mit bauen helfen, möchte ich dem Sortimentsbuchhandel nahelegen, dieses 80 Pfennigheftchen so zu empfehlen, daß es recht oft den Feldbriefen beigelegt wird. Die unter Mitarbeit aller Soldaten von Karl Bergmann heraus- gegcbene vorbereitende Schrift »Wie der Feldgraue spricht« ist durch den Stoff so außerordentlich humorvoll, daß sie über ihren programmatische» Zweck hinaus, in Heimat und Feld, herzliches Lachen erregen wird. Der Urwüchsigkeit dieser schützengrabcngeborenen Sol datensprache kann sich niemand verschließen, selbst hier an der Somme holten noch nicht bekannte oder gedeutete Ausdrücke fröhliche Tränen ans den hartkämpfenden Soldaten, denen ich das Büchlein lieh. Viele Wörter und Wendungen der Soldatensprache werden den Krieg überdauern und im friedlichen Leben immer wieder auftanchen. Nach Jahrzehnten kann es dann manches Mal sein, daß man vor einem Ausdruck kopfschüttelnd wie vor einem Rätsel steht, der viel leicht »grobkotzig« schon in Salons eingedrnngen ist. Da will dann das vorbereitete Werk helfen, dem dieses Schriftchen Bansteine An trägen soll. Ich halte schon dieses Büchlein für wichtiger, als hundert -Kriegs' werke« znsammcngenommen. Und die Feldgrauen werden ihre Freude daran haben, wenn cs die Post ihnen znträgt. An der Somme. Otto Niebicke, Pionicrunteroffizier. Kleine Mitteilungen. ük. Die AngestelftenversicherlMüspslichl der KrirgSurlaubcr, die ihre» bürgerlichen Berns wieder ausgenommen haben. — In den zahlreiche» Fällen, in denen ein Angestellter znr Fahne einberuscn, kurz darauf aber ans Ansuchen seines Arbeitgebers ohne Gebührnissc aus längere Zeit beurlaubt und schließlich ganz entlassen wird, ruht die An- gestclltcnversicherungspslicht, wie viclsach irrtümlich angenommen wird, während des Urlaubs nicht. Ter Rcntcnansschnsi Berlin hat in einen, solchen Falle, i» dein es sich um den Werkmeister einer großen Fabrik handelte, kürzlich in der Hauptsache wie folgt entschieden: Der Angestellte gehörte non. Tage seiner Einberufung bis znn, Ablans des Tages seiner Entlassung zu den Personen des Loldatcn- standcs. Diese Eigenschaft behielt er auch, solange er von seinem Trup penteil beurlaubt war. Sie begründet aber im vorliegenden Falle nicht die Bcrsicherungsfrcihcit des Angestclitcn. I» welchem Umfange Personen des Soldatcnstandcs versichern,ngssrci sind, ist im 8 IN des Angestelltenoersicherungsgcsctzes geregelt. Diese Vorschrift verlangt, daß der Angestellte eine der vcrsichernngspslichligen Tätigkeiten im Dienste oder während der Vorbereitung z„ einer vcrsicherungsfrcicn bürgerlichen Beschäftigung ausübte. Zweisellos hat der Angestellte die ihm von der Militärbehörde gewährte Urlaubszeit nicht dazu benutzt, um sich zu einer bürgerlichen Beschäftigung vor;,,bereiten, er ist aber auch während seiner Beurlaubung nicht im Dienste, d. h. im militärischen Dienst beschäftigt gewesen: denn der wirtschaftliche Erfolg seiner Beschäftigung kan, nicht der Militärbehörde, von der er nicht einmal mehr besoldet wurde, sondern lediglich der Arbeitgeberin zustatten, und die Beurlaubung ist auch aus Ansuchen der Arbeit geberin erfolgt, ohne daß von der Militärbehörde ein Zwang zur Über nahme der Beschäftigung auSgeübt worden wäre. Endlich spricht auch die lange Dauer der Beurlaubung und die schließliche Entlassung des Angestellte» gegen die Annahme einer Beschäftigung im Dienste des Reichs. (Aktenzeichen L. 19üö/1S.j Personaiimchrichteu. Gestorben: am 14. September im Lazarett in Magdeburg an den Folgen seiner schweren Verwundung Herr Fritz Schönfeld, Soldat im Infanterie-Regiment Nr. 106, ein pflichtgetrener Gehilfe im Hanse H. G. Wallmann in Leipzig. Gefallen: am 23. Juli in den Kümpfen an der Somme Herr Louis Füssel, Unteroffizier in einem Neserve-Jnsanterie-Negiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, der Friedrich August- Medaille in Silber und der Silbernen St. Heinrichs-Medaille. Der Verstorbene, der schon zu Anfang des Krieges einmal ver wundet wurde, war vor seiner Einberufung ein pflichtgetreuer, strebsamer Mitarbeiter der Nengerschen Buchhandlung in Leipzig; ferner in den letzten schweren Kämpfen, nachdem er mehr als zwei Jahre im Felde gestanden, Herr Waldemar Fuchs, Gefreiter in einem Infanterie-Regiment, ein langjähriger treuer Mitarbeiter im Hanse I. I. Arnd in Leipzig. August Leskicn 's. — Am 20. September ist Geheimer Hofrat Pro fessor Or. August Leskien, Direktor des Indogermanischen Instituts der Universität Leipzig, daselbst im 77. Lebensjahre gestorben. Eine große Anzahl Schriften ist aus seiner Feder hervorgegangen, die nicht bloß sein eigenstes Arbeitsgebiet, das große Feld der slawischen und der sogenannten baltischen Sprachen, sondern auch andere Glieder der indogermanischen Sprachfamilie, namentlich das Griechische und das biermanische betreffen. Besonders hat er zur Begründung der exakten Methode der modernen Indogermanistik beigetragen. In dieser Rich tung ist vor allem seine 1876 erschienene Schrift »Die Deklination im Slawisch-Litauischen und Germanischen« hervorzuhebcn, die zu einer umfassenden Revision der Methode der sprachgeschichtlichen Forschung Anstoß gab. Ferner seien genannt das »Handbuch der altbulgarischen Sprache« (5. Anfl. 1910), »Grammatik der altbnlgarischen Sprache« (1909) und »Grammatik der serbokroatischen Sprache« (1914). Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Ter Börsen verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BnchhSnblcrhauS. ^r.rnck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 (Bnchhändlerhaus). 1228
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