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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.09.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-09-05
- Erscheinungsdatum
- 05.09.1916
- Sprache
- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ^ 206, 5. September 1916. I. Vorsteher die Errichtung der Deutschen Bücherei fällt. Seiner unermüdlichen Tätigkeit und rastlosen Energie hat er sich in der Deutschen Bücherei das schönste Denkmal gesetzt, so das; Stolz und Freude die Worte durchklangen, mit denen er kurz demWerde- gaug der Deutschen Bücherei skizzierte und dem Danke an alle Förderer des Unternehmens Ausdruck gab: Ew. Majestät, Ew. Königliche» Hoheiten, Hochgeehrte Herren! Ew. Majestät haben in der Thronrede an die Stände beim Schlüsse des Landtags am 20. Dezember 1912 der Deutschen Bücherei mit den huldvollen Worten gedacht: »Durch die Genehmigung der vorn Königlich Sächsischen StaatSfislns dem Börsenvcrein der Deut schen Buchhändler gegenüber bei Errichtung der Deutschen Bü cherei übernommenen Verpflichtung haben Sie die Schaf fung eines Knltnrwerks in meinem Lande ermöglicht, das auch für unser gesamtes deutsches Vaterland von Bedeutung zu werden ver- spricht.« Dnrrh Ew. Majestät gnädige Worte war die hvchcrfreuliche Zu versicht ausgesprochen, welche die Gründer der Deutschen Bücherei von dem ersten Anftanchen des Gedankens an hatten und sie wurden der sichere Ansporn, alle Kraft zu seiner Verwirklichung einznsetzen. Und wie er nun heute verwirklicht ist, das bezeugt unser stolzer Bau mit seinem schon jetzt vorhandenen reichen, wertvollen Inhalt, das beweist die heutige Festversammlnng. Um den regierenden Herren des Sachsenlandes scharen sich die Vertreter des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten, der Wissenschaften und Künste, des Handels, der Industrie und des Handwerks, sowie die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei, um am Geburtstage der Deutschen Bücherei ihr glückverheißende Wünsche mit ans den Weg zu geben und dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler, dem nunmehrigen Bewahrer und Verwalter dieses kostbaren Gutes, herz liche Gesinnungen zum Ausdruck zu bringen. Hierfür vorerst den wärmsten Dank abstatten zu dürfen, ist ein Herzensbedürfnis aller Mitglieder des Börsenvercins, in deren Namen ich dem Ausdruck gebe. i > Lang war der Weg, der zurückgclcgt werden mußte, seitdem vor nunmehr zehn Jahren der preußische Ministerialdirektor Althosf den Gedanken einer deutschen Zentralbibliothek zum ersten Male mit mir erörterte. Althoff weilt nicht mehr unter den Lebenden, aber seine Büste haben wir dankbaren Gedenkens in der Reihe deutscher Geisteshelden mit zur Aufstellung gebracht. Vielfach umgestaltet wurde der ursprüngliche Plan. Auch als er die heutige Gestalt annahm, mußten die zunächst enger gezogenen Grenzen wesentlich er weitert werden. Neue Aufgaben traten hinzu. Wohl war es einer der leitenden Gesichtspunkte, die zur Gründung der Deutschen Bü cherei führten, in ihr die Sicherung für eine unbedingt vollständige deutsche Bibliographie zu schaffen, aber bereits früher als das ange nommen werden konnte, mußte mit den einschlägigen Veröffentli chungen begonnen werden. Ferner wird nicht ans dem Auge vor- loren werden, in der Deutschen Bücherei baldigst nach stattgehabtem Einvernehmen mit der Königlichen Bibliothek in Berlin die für jede Bibliothek notwendigen Unterlagen für die Katalogisierung der deut schen Literatur, die sogenannten Titelzettcldrncke, herzustcllen. Weiter zu erstrebende Ziele sind schon heute klar erkennbar. Das Archiv des deutschen Vcrlagsbnchhandels muß weiter ansgcbant werden.' ' I Eigenartig wie ihre Verfassung, sind die Aufgaben der Deut- ^ scheu Bücherei. Die seit langem gekannte und schmerzlich empfundene , Lücke in den Einrichtungen für deutsches Geistesleben wird mit ihr in großzügiger Weise geschlossen werden. In unmittelbarer Nähe des Völkcrschlachtdenkmals, des gewal- ^ tigen Zeichens von Deutschlands Kraft und Einheit, ist nunmehr das Denkmal deutscher Gcistesmacht und deutschen Gelchrtcnfleißcs,! die Stätte, die unfern Besitz an geistigen Werten Deutschlands immer , lebendig erhalten soll, errichtet, ein Nnhmcszeichen deutscher Kultur ist erstanden, das dauernder ist als Erz, zu einer Zeit, wie sie schwe rer auf unserem Vaterlande noch niemals gelastet hat. In alle Zeit hereinragcn wird die Deutsche Bücherei als ein leuchtendes Beispiel deutscher Vvlkskraft. Als ein Zeichen von Deutschlands Macht und Deutschlands Kraft wird es Jahrhunderte überdauern. Dank der unvergleichliche» Aufopferungsfähigkeit unserer Wehr macht zu Lande, auf dem Wasser und i» der Lust, vermöge der heimatlichen Organisation, kraft des Willens des deutschen Volkes, in schweren Zeiten Entbehrung und Sorgen zu tragen, werden wir in diesem jetzigen nahezu endlosem Ringen Sieger bleiben. Und so stehen wir am Ai s - ge eines ungeahnten Aufschwungs des deut schen Ansehens. Mehr als je wird der deutsche Name, wird deutsche Kraft, wird deutsche Geistesbildung die Welt beherrschen. Damit geht das deutsche Schrifttum einer neuen Blütezeit entgegen, deren Früchte wir als kostbare» Kern in die kostbare Schale des heute vor uns stehenden Büchercigebändes bergen werden. 1160 Ein echtes und rechtes Kriegskind weihen wir heute. Am Ge denktage der Entscheidungsschlacht im großen Völkerringen vor 100 Jahren senkten wir den ersten Stein in den Baugrund, in schweren Kricgsjahrcn unter dem Dröhnen der Geschütze fügten wir Stein zu Stein und führten das Haus auf, und wieder an einen, bedeutsamen Gedenktage für Deutschlands Größe, am 2. September, weihen wir den fertigen Ban ein. Das sollen günstige Zeichen sein! Nunmehr aber beginne bald die Friedensarbeit, und die heute zur Vorlage gelangende Ausstellung der Deutschen Bücherei, die Kriegs- literatnr umfassend, möge zugleich die letzte dieser Art sein. Die Fricdensglocken werden ertönen. Unser zum Siege geführtem Heer wird von dem Allerhöchsten Kriegsherrn znrückgeführt und wird in der Heimat empfangen werden von den hohen Bnndessürsten. Mit deutscher Gründlichkeit wird Zerstörtes wieder anfgebant, Neuer- worbencs gesichert werden. Mit unerschütterlichem Vertrauen wer den die einzelnen Volksstämme zu ihrem angestammten Herrscher- Hanse, wir alle zu dem weisen und eiserne» Manne aus dem Zollerngeschlechte emporblickcn, der in langen glücklichen Friedens- jahren wie in schwerer Kriegszeit Deutschlands Geschicke in der Hand hielt. Sichtbar hat Gottes Segen über Deutschlands Kaiser und über de» Bundcsfürstcn geschwebt, Gottes Gnade möge auch ferner sie beschützen. Wir aber geloben in dieser Stunde treu auch in Zukunft zu ihnen zu stehen und bringen unsere Gesinnungen zum Ausdruck in dem Rufe: Heil dein deutschen Kaiser, Heil allen deutschen Bnndcsfürsten! Hoch! Hoch! Hoch! Nach dem Gesänge »Deutschland, Deutschland über alles« erfolgte ein Nundgang des Königs mit seinem Gefolge durch die Räume des neuen Baues. Ein Frühstück, vom Börsenverein dar geboten, vereinigte nach ^2 Uhr noch einmal einen Teil der glän zenden Versammlung, den König an der Spitze, im Buchhändler- Hans. Gegen 3 Uhr erfolgte die Abreise Sr. Majestät und der König!. Hoheiten mit ihrem Gefolge nach Dresden. Um 4 Uhr fanden Führungen der Gäste durch die Deutsche Bücherei statt, denen tags vorher schon eine Besichtigung durch die Vertreter der Presse vorausgegangen war. Eine mit reichem Buchschmuck aus- gestattete umfangreiche »Denkschrift zur Einweihung der Deut schen Bücherei des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig am 2. September 1916« sowie zwei kleinere Werbedruck schriften über die Deutsche Bücherei und die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei, auf die wir noch zurückkommen werden, wurden jedem Festteilnehmer überreicht. Mit stolzer Genugtuung kann der Börsenverein auf diese in jeder Beziehung glänzend verlaufene Feier znrückblicken, nicht nur, weil sie für ihn den äußeren Abschluß einer außerordentlich segensreichen, in ihren Wirkungen heute noch gar nicht abzu schätzenden Tätigkeit bedeutet, sondern mehr noch wegen des Ansehens und der Bedeutung, die er durch diese Gründung in der Öffentlichkeit gewonnen hat. Sie sind nicht Zweck, sondern Begleiterscheinung dieser Arbeit gewesen und können uns daher mit um so größerer Freude erfüllen, je mehr wir auch in Zu kunft bereit sind, uns helfend und fördernd gemeinnützig zu betä tigen. In der Deutschen Bücherei ist der Mittelpunkt für diese Bestrebungen geschaffen worden; mögen sie allezeit die Anteil nahme der Berufsgenossen finden, damit diese jüngste Schöpfung des Börsenvereins auch in ihrem Innern und Innersten Zeugnis von der Bedeutung des deutschen Buchhandels und seiner Organi sation ablege! Die Freude am Bild. Zum Problem der Bilderei. In einem sehr anregenden Aufsatze des Börsenblatts Nr. lgg wurde mit Recht das Bild gegen die schlechte Behandlung in Schutz genommen, die ihm der Durchschnittsleser der Zeit schriften zuteil werden läßt. Der Verfasser wies darauf hin. daß die Zahl der Bücherfreunde in Deutschland ständig wächst (beinahe jeder Deutsche ist es), und stellte die Forderung auf, daß dem Bilde in gleicher Weise sein Recht werden müsse. Er hat damit einen sehr wichtigen Punkt unserer Kulturerziehung berührt, und es ist daher vielleicht einem Fachmann der Kunst an dieser Stelle gestattet, dem Problem etwas tiefer nachzugehen.
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