Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.06.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-06-20
- Erscheinungsdatum
- 20.06.1916
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19160620
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191606206
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19160620
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1916
- Monat1916-06
- Tag1916-06-20
- Monat1916-06
- Jahr1916
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
-V 14«, 20. Juni ISIS. Redaktioneller Teil. «»-I-nil-tt >. d. Mich». »uchh»nd-l. schafllichen, politischen, gesellschaftlichen Verhältnisse und Ein richtungen vorausgehen muß. Man glaubt kaum, wieviel in dieser Hinsicht noch zu tun ist. Sowohl Deutschland wie Öster reich-Ungarn sind in politischer, verfassungmätziger und vielen anderen Beziehungen nicht gerade einfache Gebilde. Kein Wun der, daß hüben wie drüben ganz merkwürdig falsche Anschau ungen verbreitet sind. Dabei herrscht naturgemäß über die deutschen Verhältnisse in Österreich verhältnismäßig mehr Klar heit als umgekehrt. Da kann nun der Buchhandel aufklärend und berichtigend eingreifen. Der Verlagsbuchhandel sollte den ver schiedenen Bildungsstufen angepatzte Werke schaffen, in denen dem Leser die Einrichtungen und Verhältnisse des anderen Staates geschildert und dem Verständnis nähergcbracht werden. Sicherlich würden Bücher, die etwa die österreichische Verfassung gemeinverständlich darstellen, das Verhältnis Österreichs zu Un garn klarlegen, eine kurze Schilderung der nationalen Probleme enthalten, in Deutschland viele dankbare Leser finden. Dasselbe gilt Wohl von Schriften, die einen kurzen Überblick über di« wirtschaftliche Entwicklung Österreichs, seine finanzielle, land wirtschaftliche, industrielle Kraft oder sein Schulwesen, s«ine Wehrverfafsung usw. geben würden. Und eb«nso würden viele Österreicher gern nach einem Buche greifen, das ihnen das Wesen der deutschen bundesstaatlichen Verfassung, die Art der städtischen Selbstverwaltung in Deutschland, die deutschen Schulverhältnisse usw. begreiflich machen würde. Denn das Interesse des öster reichischen Publikums für alles Reichsdeutsche ist seit jeher beson ders lebhaft gewesen. So gut wie ganz unbekannt sind sowohl in Österreich wie in Deutschland die inneren Einrichtungen Un garns, z. B. dessen Komitatsversassung, das Wesen seiner historischen Munizipien usw. Das buchhändlerisch Merk würdige an diesem Zustand ist, daß der Buchhändler trotz der 3« 080 jährlichen Neuerscheinungen in Verlegenheit gerät, wenn er Bücher angeben soll, die auf Fragen der erwähnten Art einiger maßen befriedigend Auskunft geben. Jede Möglichkeit, sich aus geeigneten Büchern schnell und verläßlich über die grundlegen den Einrichtungen des Nachbars zu unterrichten, fehlt bisher. Hier scheint wahrhaftig die oft angeführte »Lücke« im Schrifttum vorzuliegen. Hoffentlich wird sie verlegerischer Unternehmungs geist bald ausfüllen. Der Sortimentsbuchhandel aber wird es, seiner Kulturaufgaben sich bewußt, nicht daran fehlen lassen, diesen Erscheinungen die nötige Verbreitung zu geben. Dann werden Verlag und Sortiment das erfreuliche Bewußtsein haben, das große Ziel der gemeinsamen Kulturarbeit der Zentralmächte und ihrer Bundesgenossen wirksam mitzufördern. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien. Verlagsbericht seit April 1915. Ausgegeben Ende März 1916. Gr.-8°. 32 S. nebst Bestellzettel. Daß sich die Einwirkungen des Krieges besonders in denjenigen Verlagsbetrieben bemerkbar machen würden, die auf der Eigcnherstcl- lnng mit ihren verschiedenen Zweigen beruhen, war vorauszuschen. Es konnte deshalb nicht weiter wnndernehmen, daß die Biichererzeugnng gerade in diesen Betrieben während des Krieges zu stocken und dementsprechend die Entfaltung der Verlagspropaganda nachzulassen begann. Dafür aber, daß es verkehrt ist, aus solcher Stille den Schluß zu ziehen, daß ein Stillstand in dem Räderwerke des Ganzen einge- tretcn sei, ist der vorliegende Verlagsberichl des Bibliographischen Instituts in Leipzig ein sprechender Beweis. Ist auch die Zahl der Neuerscheinungen seit April 1915 verhältnismäßig gering, so darf doch die sorgfältige und zielbcwußte Arbeit nicht verkannt werden, die sich in der Herausgabe von Fortsetzungen bedeutender Werke, wie z. B. der voll Grund ans geänderten Auflage von Brehms Ticrleben und der 2. Auflage von Wocrmanns Geschichte der Kunst aller Zeiten und Völker, bemerkbar macht. Gerade das letztere Werk in seinem ans 9 Bände berechneten Umfang ist während des Krieges im Ver trauen auf den unzerstörbaren Idealismus des deutschen Volkes in seiner neuen Form entstanden. Die übrigen Ncnschöpfnngen betreffen hauptsächlich das Gebiet der Wörterbücher, unter denen das von Tesch: »Fremdwort und Verdeutschung« als besonders zeitgemäß angesehen werden muß, und den kartographischen Verlag (Kriegskarten usw ). Für die feste Einbürgerung von Meyers Historisch-Geographischem Ka lender spricht der Umstand, daß während des Krieges keine Unter brechung in seinem regelmäßigen Erscheinen eingetreten ist. Da gegen erfuhr infolge des Militärverbotcs der Ncisebücher-Verlag nicht unbeträchtliche Hemmungen, die kaum durch einige Neuerungen auf dem Gebiete der Sprachführer ausgeglichen worden sein dürften. Gleichzeitig wird in dem Bericht angegeben, auf welche Gebiete sich die Arbeit der nächsten Monate erstrecken wird. Es handelt sich meist »in die Fertigstellung großer, mehrbändiger Werke. Daß die Gelehrten und Privatintercssenten als Abnehmer dieser Erschei nungen nicht im Stiche gelassen werden und dafür gesorgt wird, daß keine störenden Unterbrechungen in der Reihenfolge der Fortsetzungen eintretcn, dürfte der künftigen, hoffentlich recht segensreichen Friedcns- arbcit der Verlagsbuchhandlung nicht wenig zugute kommen. ?. Kleine Mitteilungen. Der Reichskanzler über die Milderung der Zensur. — Auf die au den Reichskanzler gerichtete Eingabe des Reichsverbandes der deutschen Presse in Sachen der Zensur ist jetzt dem Neichsverband die nach folgende Antwort erteilt worden: Der Reichsverband der deutschen Presse hat in der Eingabe vom 22. v. M. auf Mißstünde bei der Handhabung der Zensur hinge- miesen. Die Berechtigung dieser Hinweise verkenne ich nicht. Ins besondere stimme ich dem Reichsverbande darin bei, daß sich die Verbreitung geheimer Druckschriften zu einem schweren Mißstand entwickelt hat. Wieweit hierbei neben dem Vorhandensein der Zensur noch andere Momente mitsprechen, will ich dahingestellt sein lassen. Maßnahmen der Zensur außerhalb des rein militärischen Gebiets kann ich nur insofern als wünschenswert anschen, als sie dem obersten Zwecke, dem wir alle dienen, der siegreichen Durchführung des Krieges, nützen. Eine unbeschränkte Freigabe der sogenannten Kriegszielc kann ich zu meinem Bedauern noch nicht in Aussicht stellen, doch entspricht es durchaus meinen Wünschen, wenn auch auf diesem Gebiet die Zensur milde gehandhabt wird. Ich darf in» übrigen auf die Ausführungen verweisen, die ich am 5. d. M. im Reichstag gemacht habe. Ich habe bereits veranlaßt, daß sich die Ressorts über neue Regeln über die voll mir in Aussicht gestellte Milderung der Zensur, soweit sie auch für politische Angelegenheiten noch erforder lich bleibt, verständigen. Dem Neichsverband darf ich anhcimstellen, etwaige praktische Vorschläge auszuarbeiten und der Reichskanzlei cinzureichen. (gez.) v. Bethmann-Hollweg. Die Ausführungen in der Reichstagssitzung vom 5. d. M., auf die sich der Reichskanzler in dem obigen Schreiben bezieht, lauten nach dem amtlichen stenographischen Bericht: Allerdings wünsche auch ich die Zeit herbei, wo die Zensur mit allen ihren Beschränkungen und Belästigungen, die nun einmal untrennbar mit ihr verbunden sind, ihr Ende erreicht habe. Für jeden von uns darf es nur ein Ziel, nämlich den Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen, geben. Unter diesem Gesichtspunkte soll auch die Zensur arbeiten, mag es sich um militärische oder politische Dinge handeln. Ich werde dahin wirken, daß in solchen politischen Angelegenheiten, die nur lose mit der Kriegführung zusammcnhängen, der Zensorstift so wenig wie irgend möglich angewandt wird. Zn 8 27 des Handelsgesetzbuchs.*) — In der Bayerischen Pfalz besteht kein Zwang zur Firmenverdeutschung: »Sortiment« widerspricht nicht dem deutschen Sprachgefühl. Gegenüber dem wiederholten Hinweis des Beschwerdeführers auf eine angeblich erschienene Verordnung, derzufolge fremdsprachliche Aus drücke aus Firmen usw. entfernt werden sollen, muß bemerkt werden, daß eine solche Verordnung für den hier in Frage stehenden Bezirk (OLG. Zweibrückcn) nicht ergangen ist. Übrigens wäre eine solche auch auf den gegenwärtigen Fall nicht anwendbar, da das Wort »Sortiment« sich in der deutschen Sprache derart eingebürgert hat, daß es als ein dem deutschen Sprachgefühl widerstreitendes Fremd wort nicht erachtet werden kann. Die Frage, ob durch eine Verordnung der von dem Beschwerdeführer gedachten Art die firmenrechtlichen Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs außer Kraft gesetzt worden wären, bedarf daher keiner Erörterung. BayObLG., 11. Februar 16. III 1/16. lNeumiller.) lAus »Das Recht«, Hclwingschc Verlagsbuchh., H.) *) Wer eine nach den Vorschriften dieses Abschnitts ihm nicht znstehende Firma gebraucht, ist von dem Negistergerichte zur Unter lassung des Gebrauchs der Firma durch Ordnungsstrafen anznhalten. Die Höhe der Strafen bestimmt sich nach 8 14, Satz 2. Wer in seinen Rechten dadurch verletzt wird, daß ein anderer eine Firma unbefugt gebraucht, kann von diesem die Unterlassung des Gebrauchs der Firma verlangen. Ein nach sonstigen Vorschriften begründeter Anspruch auf Schadensersatz bleibt unberührt. 799
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder