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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.05.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-05-13
- Erscheinungsdatum
- 13.05.1916
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19160513
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191605131
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Z- Iw, 13, Mai 1818, Redaktioneller Teil, Der Börsenverein wie auch di« Barsortimente haben uns Mitte! an die Hand gegeben, die ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Insbesondere mutz das Plakat an jeder denkbaren Stelle zu sehen sein — das Publikum muß sich von ihm geradezu verfolgt fühlen. In Schulen, öffentliche» Gebäuden, in Kaffee häusern und vielleicht sogar in der elektrischen Straßenbahn werden sich nach Verständigung mit den betreffenden Behörden solche Aushänge anbringen lassen. Nach den Behörden sich die Presse als Verbündete zu ge winnen, sei ein wichtiges Gebot, Jeden Tag einen Hinweis, ein kleines Artikelchen, Anzeigen — und so gut die Zeitungen auf ihren Sonderblättern monatelang mahnen: »Alles Gold ge hört auf die Reichsbank« oder »Spare Brot«, werden sie hof fentlich ihre Bereitwilligkeit auch zu der Variante erklären: »Sendet Bücher ins Feld«, Reichsbuchwoche! Ein schlichtes Wort und ein großer Sinn! Acht Tage lang werden im ganzen Vaterlandc die Ge danken der Daheimgebliebenen darauf gerichtet sein, auszu wählen, was sie hinauszusenden wünschen ins Feld, Und wir, wir Buchhändler haben mit vollen Händen aus reichem Über flüsse zu geben! Fünf »Liebes«-Zigarren für 25 Pfg,! Was sagt uns schon die Summe? Der ganze Geistesreichtum aller Völker bietet sich dem Käufer dar. Die Güte des Inhalts hat mit der Güte des Preises nichts zu schassen. Ja, auch dafür wollen wir Sorge tragen, wenn die Bitte um Annahme und Aufbewahrung von Büchern an uns heran tritt oder, wenn im großen oder kleinen gekauft wird, daß die Wahl mit fürsorglicher Liebe geschieht, damit der Feldgraue sich bereichert fühlt und auch der Geber ein starkes Gefühl für den Wert und den Segen seines Vorhabens empfängt. Wer so mit Teilnahme zwischen unseren Schätzen einmal gekramt hat, wird sich auch später wieder einfindcn. Um den Erfolg vollkommen und nachhaltig zu gestalten, müssen wir uns aber noch einer internen Angelegenheit erinnern. Der beteiligte Verlag darf nicht mehr weiter unter der neuen Flagge segeln, die er »vaterländisches Interesse« nennt und das zu deutsch nicht anders heißt als: Erst Ich, dann Du! Keiner traut dem Nachbarn, und weil der eine fürchtet, durch die Rabatt- gebefreudigkeit des andern ins Hintertreffen zu geraten, so gibt er Rabatt drauf und drein. So konnte es geschehen, daß ein vom hiesigen Roten Kreuz monatlich ausgesctzter Betrag dem Karls ruher Buchhandel ganz verloren ging, weil z, B. der Verleger einer weitverbreiteten billigen Bibliothek volle 50°/» gewährte; desgleichen ein anderer, dessen Sammlung keinen Einheits preis hat, der jedoch ein gleiches Verlangen gegenüber dem Sortiment als unmöglich zurllckwics. Diese zwei Vorfälle lassen sich unschwer verzehnfachen und tragen Mißstimmung unter die lieben Genossen; denn solche Taten, unnötig, wie sie sind, wirken fort und fort und gereichen niemandem zum Segen, Aber haben lvir gemeinsam gearbeitet und kommt dann der große Tag, dann werden die beiden streitbaren Brüder Hand in Hand beisammenstehen und auf die Frücht« ihrer Arbeit schauen und verschämt flüstern: »Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen«. Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn, wenn männiglich zur Buchhandlung eilt, als wärs ein Buttcrladen, Und dann werden die Männer draußen, denen aus allen Ecken und Winkeln das ganze Volk die Gabe reicht, mit zukunftstrunkenen Blicken nach dem noch in der Ferne stehenden heiligen Worte sagen: Der deutsche Buchhandel hat tapfer gekämpft mit seiner Waffe, Auch er hat seine Pflicht getan, Karlsruhe, 5, Mai >816, Armin Gräff, Die Büchermesse in Lyon. Et. !st bekanni, das; die .Handelswelt unserer feindlichen Nachbarn mit Neid ans den wirtschaftlichen Vorsprung blickt, den die seit Jahr hunderten in Leipzig gepflegten Messen dem deutschen Handel und Gewerbe geben, und das; sie den Sieg ihrer Waffen auch darum her beisehnt, um bei dieser Gelegenheit auch Leipzigs unbequemes Über gewicht im internationalen Wirtschaftstampfe ans der Welt zu schaffen. Zn London hat es schon jetzt an Aufforderungen »nd selbst an Ver suchen nicht gefehlt, Leipzig den Vorrang im internationalen Ranch- warenhandel, dem bedeutendsten Zweige seiner Messen, abzngewinnen, und Frankreich hat sich bezüglich des vielseitigen anderen Warenum satzes bemüht, den Leipziger Messen eine solche in Lyon entgcgenzn- stellen, ein Versuch, der als mißlungen bezeichnet werden darf. Wäh rend Beschickung, Besuch und Umsatz dieses Wettbewerbs, über die auch ein Überschwang an Festen und tönenden Reden nicht hinwcgtänschen tonnte, von vertrauenswürdigen Berichterstattern als klüglich ge schildert wurde, hat Leipzig in der kürzlich vergangenen ersten März woche seine gewohnte Messe des internationalen Großhandels in einem Umfange, einer Bedeutung an Verkaufserfolgen sich abspielen sehen, die die der F-riedensjahre voll erreichten, znm Teil sogar übertrafen. Auch die Messen der Kricgsjahre 1914 und 1915 waren keineswegs un befriedigend, wenn auch im Herbst 1914 unter dem unmittelbaren Ein druck des Kriegsausbruchs der Besuch nur mäßig war. Da nun Leipzig auch eine »Bnchhündlcrmessc« hat, von deren Wesen man sich im Anslande unrichtige Vorstellungen zu machen scheint, bekanntlich gleichfalls in Zahrhunderte» erwachsen, gepflegt nnd ansgebildct, so Hai man in Frankreich daran gedacht, auch mit dieser den Wettbewerb aufznnehmen, wohlgemerkt in der unzutreffen den Vorstellung des Kerns ihres Wesens als Verkaufsausstellung, nnd zwar durch eine Büchcrmesse, als deren Platz merkwürdigerweise nicht Paris, sondern gleichfalls Lyon in Aussicht genommen war. Diesem Vorhaben widmet ein Herr I. B. eine Betrachtung im »1'onri>8< vom 12. April d. Z. So wenig auch er in bezug ans das Wesen der Leip ziger Bnchhändlerinesse von Sachkunde sich leiten läßt, so gibt er doch manchem richtigen Gedanken Ausdruck, der deutscherseits nicht unbeachtet bleiben nnd dessen Forderung nachzueifern und znvorzu- kommen die Aufgabe unserer Schriftsteller, unserer Verleger nnd ihrer bnchgewcrblichen bzw. buchkünstlerischen Mitarbeiter sein sollte. Mit dem Hinznfügen, das; die Lyoner Büchcrmesse inzwischen, am 25. April, eröffnet worden ist, mögen seine Ansführnngen hier übersetzt sein: Die Bücher messe in Lyon. Es war ein ausgezeichneter Gedanke, de» die Stadt Lyon ge habt hat, eine Büchermesse einzurichtcn Man muß ihr einen ebenso glänzenden Erfolg wünschen wie ihrer Warenmesse. Von allen Gewerben, die französischen Geist zur Geltung bringen können, gibt es wenige, die darin das Buchgewerbe übertreffcn: mit ihm machen wir zweifach Propaganda, mit der geschickten Arbeit französischer Hände verbreiten wir zugleich die Gedanken unserer Schriftsteller. So können wir nnmittelbar die Gedankenwelt des Auslands be einflussen nnd die nnsrige hinanstragcn nach allen vier Weltgcgen- den. Zst cs übrigens nicht natürlich, daß wir unserem Buchhandel die größte Fürsorge znwenden, wir, die wir eine so reiche Literatur haben, so vielseitig, so allgemein verständlich, so menschlich? Welcher Richtung oder Schule unsre Schriftsteller auch angehören mögen, sie sind doch immer die besten Verbreiter unsres Geistes, und man darf sagen, daß im Verein mit der Bühne das französische Buch unser nützlichster Geschäftsträger ist, zugleich der ruhmvollste, den unser Land jemals gehabt hat. Alle diese Gründe sollten cs nnS zur Pflicht machen, nichts von dem zu vernachlässige», was die materiellen Mittel dieser Geistes- ausbreitnng fördern kann. Zumal es für niemand ein Geheimnis ist, das; nach dem Friedcnsschlns; gerade auf diesem Gebiete des Marktes der wirtschaftliche Kampf besonders heftig sein wird. Der französische Buchhandel, der eben mit einer gründlichen Erneuerung seiner Formen nnd Gebräuche beschäftigt war, als der Krieg ans brach, muß sich ohne Bedenken alle neueren Methoden aneignen, wenn er mit Aussicht ans Erfolg den Kampf mit einem furchtbar ge rüsteten Gegner anfnchmcn will. Wer sich davon Rechenschaft geben will, in welchem Grade die großen Leipziger Verleger den Bücher markt organisiert haben, von dem erstaunlich umfangreichen Mecha nismus im Handelsbetriebe, den sie geschaffen haben, von dem un bedingten gegenseitigen Zusammenhalten und -Handinhandarbeiten, von dem sie Beweise geben, der möge das anregende Kapitel Nach lesen, das Fnlcs -Huret diesem Gewcrbszweigc in seinem Buche über Deutschland gewidmet hat. Danach wird er begreifen, daß es eine schwere Aufgabe sein wird, daß eine Menge von Fragen zu lösen sein werden: aber er wird sich anderseits auch sagen, daß der fran zösische Geist erfinderisch nnd der geistige Fnhalt, den wir zu ver breiten haben, von ausgezeichneter Eigenart ist. Die Frage der wohlfeilen Ausgaben würde für sich allein die Mitarbeit aller unserer Verleger in Anspruch nehmen, wenn sie sic in Lyon besprechen wollten. Übrigens ist es möglich, daß in dieser Richtung der Krieg seinen Einfluß geltend macht. Wenn es tatsächlich wahr ist, das; niemals so viel gelesen wurde wie setzt hinter der Front, so ist es ebenso wahr, daß alle diese schönen Ge- 609
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