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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.05.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-05-08
- Erscheinungsdatum
- 08.05.1916
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1916
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Nr. 108. Erschoiat werktäglich. dar^Mitylieder de» DSrlenvereink« ^ Die ganze Seite umfapt 3S0vier^ejpalt.'petitzeiIen, » Mitglieder für die ^eile 10 M.. ' — ^ . .. . ^ die Seile 4'-Ü-°0^?sv/V,°s."a2«^!ü>u ZS M.. z ^ TNe^taU^g^eder ^im ^ Sail^b«re<hnet. — 2n dem Nluft^lcrlen Teil I jüe Mitgttevsr ^ jvS Diär» MAMMÄBW'iwerÄÄ'öerAMW Leipzig, Montag den 8. Mai 1916. 83. Jahrgang. Redaktioneller Teil Bekanntmachung. Auch in diesem Jahr soll von der Veranstaltung von Festlichkeiten zur Ostermesse abgesehen werden. Der Begrützungsabend am Kantate-Sonnabend findet in der üblichen Weise im Buchhändlerhaus 7 Uhr abends statt. Für den Kantate-Sonntag nachmittags 3 Uhr ist ein gemeinschaftliches Mittagessen an kleinen Tischen ohne Weinzwang im Buchhändlerhause geplant. Das Gedeck kostet 4 Zusagen werden bis 17. Mai d. I. an uns erbeten. Leipzig, den 6. Mat 1916. Geschäftsstelle des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. vr. Orth, Syndikus. Reichsbuchwoche. Mehrere Verleger sind an den Vorstand des Börsenvereins herangetreten und haben sich erboten, ihre Zeitschriften und illu strierten Blätter der Reichsbuchwoche dienstbar zu machen; um die Anzeigen und Hinweise wirksamer zu gestalten, haben sie den Bildstock verlangt, der auf dem Umschlag des Börsenblattes, zuletzt in Nr. 100, zum Abdruck gekommen ist. Wir tragen diesen Wünschen gern Rechnung und bieten Malern des Bildstocks 8:I7l4 für ^ 1.75, und den kleinen Bildstock aus dem Buch zeichen für 60 -1 bei Postfreier Zusendung an. Weiter hat der Vorstand beschlossen, das Flugblatt milder Überschrift »Deutsche Volksgenossen« drucken zu lassen, bas sich an das große Publikum für die Reichsbuchwoche wendet und zur Verteilung an weiteste Kreise bestimmt ist. Der Sortimenter dürfte dieses Flugblatt benötigen, um es seinen Eingaben an Behörden, Vereine, Geistliche und Schulleiter beizufügen. Wir bieten von diesem Flugblatt 100 Stück für 75 »1 an. Die Namen der für die Reichsbuchwoche tätigen Buchhand, lungen können auf den Plakaten durch überkleben angebracht werden. Die Bestellungen aus die Werbedrucksachen gehen noch recht langsam ein; es wird nicht möglich sein, Bestellungen nach dem 20. Mai rechtzeitig auszuführen, da dem Vorstand daran liegen Muß, den Bedarf vorher zu kennen und nicht unnötig große Mengen in Auftrag zu geben. Alle Bestellungen auf Werbedruck sachen, Bildstöcke und Flugblätter sind nur an den Ersten Schriftführer des Börsenvereins, Herrn Georg Krehen berg in Berlin V. 8, Mauerstraße 44, zu richten. Im Börsenblatt Nr. 104 vom 6. Mai 1916 ist eine Eingabe des Vorstandes an die Stadtverwaltungen des Reiches abge druckt, in der diese um Unterstützung der Reichsbuchwoche gebeten worden sind. Im Anschluß daran empfehlen wir den Buchhändlern, nunmehr von sich aus ähnliche Eingaben an son stige in Frage kommenden Behörden, Gesellschaften und Vereine zu richten. Leipzig, den 8. Mai 1916. Geschäftsstelle des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. vr. Orth, Syndikus. Das Buch im Kriegsgefangenenlager. Das Lager bei Frankfurt a. O. liegt in einer welligen bran« denburgisch-märkischen Hügellandschaft. Zu beiden Setten der Straße, die von der Stadt nach dem Lager führt, ziehen sich kleine Anhöhen hin, die eine Fernsicht hindern. Der Boden ist sandig und lehmig. Jede Frucht muß ihm mühsam mit Spatenstich ab gerungen werden. Die Bäume, die die Straße einfassen, haben rissige, geborstene Rinde und sehen struppig aus. Auf kurzem Stamm ein Knorpel, eigenwillig und unregelmäßig aufgesetzt, darüber ein Geäst, das trotz seiner wirren Strähnen einer fest gefügten Krone gleicht. Die Sonne, der Regen, der Sturm kön nen diesen Landstrich Wohl förd'em oder zeitweilig aufhalten, der im ganzen jedoch das Bild der Kraft, der Ruhe und des ste tigen, aber fast unmerklichen Wachstums zeigt. Man geht auf dieser Landstraße, ohne durch Überraschungen von der Statur gestört zu werden. Man kann sich mit Theodor Fontane unterhalten und di« Geschichte dieses Landes in die Er innerung rufen, man kann an Heinrich von Kleist denken, der über 100 Jahre zu früh aus die Welt kam, und seine Preußengestalten nachfühlen, man kann nach dem Genuß der großen Welt mit den Humboldts die märkische Stille suchen und feinen Gedanken nach gehen: nachdem man das Land in sich ausgenommen hat, wird man täglich mit gleichem Mut und erneuter Lust an sein Werk gehen. Um die Menschen eines Gaues zu verstehen, um mit ihnen in geistige Berührung treten zu können, soll man die Natur ihrer Heimat, ihren Mutterboden kennen. In dem Landsturm-Ersatz- Bataillon, das zur Bewachung unseres Kriegsgefangenenlagers kommandiert ist, sind zum großen Teil Norddeutsche und nur wenige Leute aus anderen Gegenden. Es ist das wesentlich zu erwähnen, weil die Beobachtungen und Anregungen, die hier folgen, nur mit Bezug auf das kleine Gebiet übernommen werden können. Man soll deshalb bei der Zusammenstellung von Büche reien besondere Rücksicht auf den Standort der Regimenter nehmen. Der Unterschied der Denkart tritt dem Buchwart, der seine Leser kennen lernen will, zunächst bei der Ausgabe der Bücher entgegen. Mit Takt mutz er in die Geheimkammer des Menschen zu dringen und seine Neigungen zu erforschen suchen. Der Nord deutsche nimmt nicht selten eine feindselige Haltung, eine geistige Faustkampsstellung an. Sein Blick sagt oft: »Wie kommst Du zu dieser Entweihung? Du überschreitest Deine Rechte«. Mancher sagt einem auch auf gut Berlinisch Bescheid. Besiegt man diese Abwehr, und auch in diesem Kampfe der Geister siegen Übung und Übermacht, dann hat man sich meist einen Freund geschaffen, der einem folgt und vertraut. Anders beim Süddeutschen. Er greift sofort einen Namen, einen Titel auf, knüpft ein Gespräch an und bringt es mit Liebenswürdigkeit und Geschick dahin, daß man ihm folgt. Ist der Charakter der Masse erforscht, so mutz man zunächst ihre einzelnen Gruppen, die sich in irgendwelcher Hörigkeit oder durch Anziehungskraft gebildet haben, kennen lernen, bevor man sich mit dem einzelnen Mann näher befassen kann. In den Zei- tungen liest man Berichte vom Landsturmprofessor, vom Akade miker und von Leuten, die ihre Erlebnisse flott schildern und ihre Empfindungen und Gefühle als Soldaten wiedergeben können. 549
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