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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.03.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-03-18
- Erscheinungsdatum
- 18.03.1916
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- Deutsch
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- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 65, 18. März 1916. wichtige politische Veränderungen auf dem Antlitz der Landkarten, dann sind die alten Karten durchaus nicht sofort unbrauchbar. In diesem Falle wird es ganz besonders lehrreich und bildend sein, in den Schulen die Korrekturen einzntragen. Auch kommt in Betracht, daß wohl ein Fahr und mehr Zeit verstreichen wird, bis nach Beendigung des Krieges die neuen Atlanten auf den Tisch gelegt werden können. Landkarten sind keine Tageszeitungen, die über Nacht hergestellt werden.- Muß dem Angestellten bei der Einberufung gekündigt werden? — Die 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts unter dem Borsitz des Magistratsrats Techow verneinte diese für weite Kreise wichtige Rechts frage. Der Lagerverwalter einer Nahrungsmittelgesellschaft war zum Heeresdienst einbcrusen worden und verlangte von der Gesellschaft nicht nur die üblichen sechs Wochen Gehalt vom Tage des Austritts an, sondern erhob auch Ansprüche für weitere zwei Monate. Der Ange stellte stützte sich ans die Tatsache, daß ihm die beklagte Gesellschaft nicht gekündigt habe, obwohl er sie noch vor dem Kündigungstermin von seiner bevorstehenden Einberufung in Kenntnis gesetzt habe. Sein An stellungsvertrag laufe darum noch dreiundeinhalben Monat. Die Be klagte hingegen beruft sich auf das bekannte Kammergerichtsurteil, nach dem der § 63 des Handelsgesetzbuchs nicht angewendet werden könne auf Fälle wie den vorliegenden, der einer Staatsbürgerpflicht gegenüber dem Baterlande entspringt. Sollte aber das Kaufmanns- gericht anders denken, so müßten zumindest die Verpflegungsgelder des Eingezogenen sowie der der Ehefrau gewährte Mietsnachlaß ange rechnet werden. Die Kammer ging auch im vorliegenden Falle von ihrer Rechtsprechung, dem Eingezogenen das Sechswochengehalt zuzubil ligen, nicht ab, brachte jedoch die dem Kläger im Heere Anstehenden Berpflegungsgelder in Abzug. Der Mietsnachlaß für die Ehefrau wurde indessen unberücksichtigt gelassen. Mit der weitergeheuden For derung wurde der Kläger abgewiesen. Der Eintritt ins Heer hebe, so sagt das Gericht in der Begründung, ohne weiteres den Anstellungs vertrag auf, so daß cs einer ausdrücklichen Kündigung oder der Er klärung, daß der Gehilfe nunmehr entlassen sei, nicht mehr bedarf. Es könne sich immer nur um die Frage des Anspruchs für sechs Wochen ans Grund des § 63 handeln. Die schwierige Lage der Zeitungen, die jetzt auch noch vor einer Papiernot stehen, beleuchtet ein Berliner Blatt in folgenden schlüssigen Darlegungen. Es fragt: Wie steht es nun bei den Zeitungen mit de» Preisen der wichtigsten Rohstoffe? Und antwortet: »Kürzlich wurde berichtet, daß der Verband deutscher Druckpapier- ! fabriken beschlossen habe, den Preis für Zeitungspapier wiederum zu erhöhen. Mit der Verteuerung allein ist es aber nicht getan: man muß ' auch mit einer zunehmenden Erschwerung der Beschaffung von Druck papier rechnen. Nach dem Papier kommt gleich die Druckerschwärze, ! die aber, auch in ihrer Eigenschaft als Verbrauchsstoff, von keines wegs harmloser Natur ist. Ihr Preis hat sich im Laufe des Krieges um mehr als 100"/o gesteigert. Daß auch die Kohle nicht billiger geworden ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Auch die Neben produkte, wie Schmieröl in jeder Gestalt, sind im Durchschnitt um 160"/o teurer geworden. Zu dem gesteigerten Aufwand für Rohmate rialien kommt die Mehrausgabe für Arbeits- und Fuhrlöhne. Kurz, es ist im Zeitungsgewerbe nicht anders als in der gesamten Industrie, nur daß lie Zeitungen nicht die Annehmlichkeit haben, Heeresliefe rungen machen zu können. Oder doch nur solche Lieferungen, die ihnen nichts einbriugen: Sie schicken viele Freiexemplare ins Feld und nehmen auch sonst für alle Dienste, die sie der Heeresleitung leisten können, keine Bezahlung. Die Bekanntmachungen der Behörden wer den meist unentgeltlich ausgenommen. Die Industrie wälzt die ge steigerten Mehrkosten zu einem großen Teil ans die Verbraucher ab. Mit der Bewegung der Produktionspreise geht die Entwicklung der Verkaufspreise Hand in Hand, und es wird als ein ganz natürlicher Ausgleich empfunden, daß die Produzenten ihre Abnehmer an den Mehrausgaben beteiligen.« Da der Krieg die allgemeine wirtschaftliche Erkenntnis sehr ge fördert hat, so sollte man in den Kreis der gewonnenen Einsicht auch die wirtschaftliche Lage des ZeitnngSgewerbcs einbeziehen — so schließen diese Ausführungen, die dann, wie es auch bereits in vielen Orten im Lande vorgesehen ist, eine Erhöhung des Bezugspreises als unerläßlich ankündigen. Ein österreichisches Institut für Orientforschung. Nach ein gehenden Studien und Vorarbeiten hat diesen Monat in Wien die for melle Bildung eines Instituts für Orientforschung stattgefnnöen, dessen Wirkungskreis vordem einem anderen Institut mit mehr allgemein gehaltenem Programm angegliedert gewesen war. Die Leitung besteht ans dem k. k. Universitätsprofessor vr. Rudolf Geyer (für das orien talische Arbeitsgebiet), dem k. k. Universitätsprofessor Dr. Hans Uebersberger (für das osteuropäische Arbeitsgebiet) und dem Kammcr- sekretär Dr. Erich Pistor (als Vertreter der Gruppe der Praktiker). Das Forschungsinstitut will den gemeinsamen Betrieb Wissenschaft licher nnd praktischer Studien von Vertretern der Wissenschaft und Praxis, soweit sie den Osten betreffen, pflegen. In diesem Sinne soll den Wünschen und Bedürfnissen des Staates und seiner Volkswirt schaft Rechnung getragen werden. Wissenschaft und Praxis sollen sich bei den Jnstitutsarbeiten (Vorträgen, Kursen, Veröffentlichungen) gegenseitig befruchten und ergänzen. Die Gründer glauben im ange deuteten wissenschaftlichen und praktischen Sinne brauchbare Auf klärungsarbeit besonders über das Russische Reich und den slawischen Osten, sowie den Balkan und den nahen Orient leisten zu können. Uber »Die Jugendbibliothek« sprach kürzlich Direktor 1)r. A cker- k n e ch t - Stettin im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin. Das Kind ist nicht die Miniaturausgabe des Erwachsenen. Es handelt sich um Artverschiedenheit. Im Sinne des Kindes muß die Erzählung gut, spannend, gefühlsrein sein, niederen Instinkten nicht Vorschub leisten. Im Entwicklungsalter ist es geboten, von anreizender Lektüre und Vielleserei abzulenken und zu künstlerischer Würdigung überzuleiten. Von Großstadtausnahmen abgesehen, soll die Jngend- bücherci in der Volksbücherei aufgehen. Besondere Kinderlesehallcn haben auch in der Großstadt ihr Kritisches (oberflächliches Herum- nascheu an Büchern usw.), dem zunächst durch Vorlesestunden vorzn- bcugen wäre, sowie durch den Ernst des Betriebes. Auch dann aber hat die Volksbücherei noch Pflichten für Jugendlektüre. Sie erziehe zur Sauberkeit, Ordnung, zum richtigen Lesen. Maßgeblich sein — nnd unmaßgeblich erscheinen — das ist dabei die Frage. Personiilniichnchtell. Auszeichnungen. — Wie wir in Ergänzung der Mitteilung an dieser Stelle in Nr. 62 des Bbl. über die Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse an Herrn vr. Paul L a n g e n s ch e i d t - Berlin erfahren, ist dieser noch mit dem Fürstlich Lippeschen Kriegsverdienst kreuz und dem Oldenburgischen Friedrich August-Kreuz ausgezeichnet worden. Herrn Gcmeinderat Verlagsbuchhäudler Theodor Daberkow, Inhaber der Firma seines Namens in Wien, wurde für seine Tätigkeit beim Noten Kreuz das Ehrenzeichen 2. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. Gefallen: am 2. März in den Kämpfen um Verdun im Alter von 20 Jahren Herr Robert Wietasch, ein tüchtiger und beliebter Mit arbeiter der Königlichen Hofbuchhandlung E. S. Mittler L Sohn in Berlin. Gestorben: am 12. März schnell und unerwartet' Herr Wilhelm Beil har dt, ein sehr tüchtiger und fleißiger Gehilfe mit reichen Fachkenntnissen, der säst 30 Jahre bei der Firma Earl Greif in Wien tätig war. Otto Hausmann -f. Am 15. März ist in Elberfeld der bergische Dichter Otto Hausmann nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jah ren gestorben. Er hat zahlreiche Skizzen, Lustspiele und Opern ver saßt und sich um seine Wuppertaler Heimat große Verdienste er worben. Unter seinen Gedichten hat das von Dregcrt vertonte »Zieh hinaus beim Morgengrau'n« weite Verbreitung gefunden. Ernst Oberndoerffcr f. In Bagdad ist der Stabsarzt I)r. Oberndoerffer (Berlin) im Alter von 39 Jahren dem Fleckfieber er legen. Obwohl als Arzt sehr gesucht, fand er Zeit zu beachtenswerten literarischen Leistungen, wobei ihm sein ungewöhnliches Sprachtalent (er beherrschte Englisch, Französisch, Neugriechisch und Italienisch) zu statten kam. Mehrere Jahre war er Mitredakteur der »Deutschen medizinischen Wochenschrift«, wo er namentlich die Bearbeitung der Fachliteratur unter sich hatte. In Fachkreisen ist seine Neubearbeitung von »Roths Klinischer Terminologie« (1914) viel beachtet worden. Johannes Rindfleisch f. — In Zoppot ist der theologische Schrift steller, Pfarrer cm. von Gischkau und Trntenau-Herzberg, vr. Jo hannes Rindfleisch im 82. Lebensjahre gestorben. Rindfleisch, ein geborener Danzigcr, war der Gründ.er der Trinkerheilanstalt Sagorsch und gab lauge Jahre das »Zentralblatt der christlichen Enthaltsam keitsvereine in Deutschland« heraus. 292 - ch «na ss »xp tpzg, Ltsweg (BuchHändlerhauS).
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