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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.03.1916
- Strukturtyp
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- 1916-03-18
- Erscheinungsdatum
- 18.03.1916
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- Deutsch
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65, 18. März 1916. Redaktioneller Teil. Liebe des wahren Bücherfreundes nicht zu töten vermag, ist dieser neue Jahrgang des Deutschen Bibliophilen-Kalenders ein sprechender Beweis. Wenn je ein treffliches Wort über die Wirksamkeit der Bücher in diesem Kriege geschrieben wurde, so ist es das ans der Feder von Stefan Zweig in dem Artikel dieses Kalenders »Die Bücher und der Krieg«, wo es heißt: »Sie haben uns die Treue gehalten, die Bücher, in arger Zeit, und auch wir wollen sie ihnen bewahren. In späteren Tagen erst wird man wissen, was sie in diesem Kriege gewesen sind, in den finstersten Augenblicken der Seeleneinsamkeit und der Qual, in den Lazaretten und einsamen Wachttürmen, in den Feldlagern und in der tragischen Eintönigkeit einer verwüsteten Landschaft . . . . Niemals war ihr leises Leben der Welt mehr, als da sie am lautesten war, niemals ihre milde Vergangenheit, ihr sanftes, blumenhaftes Da sein notwendiger als in dieser leidenschaftlichen Gegenwart; denn in einer Zeit, da alle Himmel sich verhüllten, waren sie die einzig sil bernen Sterne, die nieöerblinkten in unser erregtes Gefühl, sicherster Kompaß der Seele und milde Magnete der Ewigkeit«. — Ein kurzes Vorwort leitet den Kalender ein. Kalendarium und Sprüche in der Anordnung des letzten Jahrgangs schließen sich an. Unter den Sprüchen finden wir eine Anzahl der Einsendungen für den Neubau der Deutschen Bücherei, außerdem manches treffliche, brauch bare Wort aus berufener Feder, das dem Arbeiter in der Propa ganda wertvolle Dienste leisten kann. Nach einem Geleitwort in Fak simile von Paul Natorp (ans: Der Tag des Deutschen. 1916) setzt eine Reihe wertvoller Arbeiten ein, an deren Spitze der erwähnte Ar tikel Stefan Zweigs »Die Bücher und der Krieg« steht. Es folgen ein sehr interessanter Aussatz von T)r. Julius Zcitler über »Kriegs bibliophilie«, deren Anfänge wir bereits entstehen sehen und deren Umfang später einmal groß werden wird, ein Gedächtnisartikcl über Alfred Walter Heymel von Heinrich Simon, »Ein vergessener Dichter« (Leopold Schefer) von Max Morold, »Etwas über sozialistische Bi bliophilie« von Leopold Winarsky, »Wort und Leben« von Arthur Trebisch, »Friedrich Haßlwandcr, der Künstler und Bibliophile« (Zum Gedächtnis) von Erich Mennbicr, »Fürs Vaterland gefallen«, znm Ge dächtnis an die Mitarbeiter des Bibliophilen-Kalenders 1)r. Walter Dolch und Dr. Albert Poetzsch, »Ans alten Bücherschränken« von Richard Schankal, »Jahresrnndschan empfehlenswerter Bücher« von Hans Feigl, »Du. Ottokar Maschas Österreichische Plakatkunst« be sprochen von N. P., »Das alte Buch und seine Ausstattung« von Hans Feigl, »Das angeblich Hamerlingsche Weltkricgsprophezeinngsgedicht«, eine Untersuchung von Michael Maria Nabenlechner, »Der enropäisch- Nictzscheschc Krieg«, »Die Kataloge eines englischen Antiquars« von N. L. Prager, »Feierstunde in der Bücherei« von vr. Anton Wesselsky, »Über daS Lesen als Bilönngsmittcl, Briefe, mitgeteilt von Sigmund Schott« von Karl Hillebrand. Den Schluß bilden die Abteilungen »Bibliophiles aus aller Welt«, »Die deutschen bibliophilen Vereini gungen« und eine Portotaxe. Beigegeben sind die Bildnisse Alfred Walter Heymels und Friedrich Haßlwanders. Die große Zahl der Artikel verbietet uns ans räumlichen Gründen, ans jeden einzelnen näher einzngehcn. Auch hier gilt im Hinblick auf die verschieden artigen Neigungen der Bücherfreunde der alte Satz: »Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen«. Die äußere Ausstattung ist gut »nd hält sich fern von allen bibliophilen Prätensionen, als da sind echt Bütten-oder Japanpapier nebst obligaten Einbänden, numerierten Vor- zngsdrucken nsw. Möchte der alten Mustern nachgeahmte, schlichte Pappband die gleiche Haltbarkeit wie seine Vorfahren zeigen, dann wird er Pergament und Leder überdauern! Solch ein Kalender braucht sich nicht an wenige Bevorzugte zu wenden, sondern kann wie im vor liegenden Falle sehr gut auch von einer größeren Gemeinde ausge nommen werden und seine Wirksamkeit als Anreger in den weitesten Kreisen entfalten, um sic der schönsten aller Sammelleidenschaften, der Bücherliebhaberei des Lesers znznführen. Kurt Locle. Verein Leipziger Sortiments- nnd Antiquariats-Buchhändler. In der diesjährigen Hauptversammlung wurden die nachfolgenden Herren in den Vorstand gewählt, die die Ämter wie folgt verteilten: David Rost, Vorsitzender, W. Jacnsch, Schriftführer, P. Eger, Kas sierer nnd stellvertretr. Schriftführer, Emil Gräfe, Beisitzer nnd stell- vertr. Vorsitzender, Ed. Pfeiffer, Beisitzer. Bndapester Plakate. — Herr Werbeleiter A. E. Hörwarter, Vorstandsmitglied des Vereins Deutscher Neklamefachleutc, stellte am 14. März in der Berliner Typographischen Gesellschaft eine reiche Sammlung von Bndapester Plakaten ans und schilderte an der Hand dieser Ausstellung seine Eindrücke über Budapest vom Standpunkt des Werbefachmanns. Nachdem der Vortragende in kurzen Umrissen ein Bild der Stadt und des Geschäftslebens in Budapest entworfen hatte, wandte er sich den Anzeigen in den führenden Bndapester Tages zeitungen zu. Den größten Teil seiner Ausführungen widmete der Redner dem Anschlagwesen in Budapest. Er besprach den Werbewert der verschiedenen Anschläge nnd wies ans die im Vergleich mit Nord- dentschland oft so ganz verschiedene künstlerische Auffassung hin. Zu- sammenfassend gab der Vortragende sein Urteil dahin ab, daß der bild liche Teil der Plakate meist von ersten Künstlern mit packender Leben digkeit dargestcllt werde. Die Verbindung des Bildteilcs mit den, geschäftlichen Angebot sei jedoch oft lose, so daß der Anschein erweckt werde, als habe es dem Künstler genügt, ein wirkungsvolles Bild zu malen, unter das dann das Angebot gesetzt werden könne. Die ge zeichnete Schrift sei meist werbekrästig, während die gesetzte Schrift bei den Bildplakatcn und bei den reinen Satzplakaten zu wünschen übrig lasse. Hervorzuheben sei jedoch die technische Güte der scchs- nnö sieben farbigen Steindrucke. Der Vortrag fand großen Beifall, nnd die sich anschließende, anregende Anssprache bot Herrn Hörwarter noch Gelegenheit, einen allgemeinen Vergleich über das Plakatwesen in Berlin, Wien, Zürich nnd Budapest zu ziehen. Aus- und Einfuhrbewilligung. Der preußische Minister für Handel nnd Gewerbe richtete am 26. Februar an die amtlichen Han delsvertretungen folgenden Erlaß: »Nachdem für die Erledigung der die Ausfuhr-, Durchfuhr- nnd Einfuhrverbote betreffenden Dicnst- geschäfte eine besondere Dienststelle mit der Bezeichnung »Neichs- kommissar für Ans- nnd Einfuhrbewilligung« errichtet worden ist. werden fernerhin die von dieser Dienststelle anszufertigenöen Aus-, Durch- und Einfuhrbewilligungen mit Amtsbezeichnung, Namens- nnterschrift und Dicnststempel des Neichskommissars versehen werden. Daneben behalten die noch unerledigt im Verkehr sich befindenden, unter der Amtsbezeichnung ,Ter Reichskanzler (Reichsamt des In nern)* ausgestellten Aus- und Durchfuhrbewilligungen bis ans wei teres ihre Gültigkeit. Ich ersuche, die Interessenten hiervon alsbald zu verständigen.« Deutsche Mode. — Der preußische Minister für Handel und Ge- i werbe Or. Syöow sagte am 26. Februar im Hause der Abgeordneten: j »Es ist die Frage der Schaffung einer deutschen Mode hier erörtert, j Die wirtschaftliche nnd auch die ideelle Bedeutung dieses Problems ist j mir nicht zweifelhaft. Die Negierung kann ans dessen- günstige Gc- j staltnng und Lösung, soweit mein Ressort in Frage kommt, ans zwei > Wegen einwirken. Einmal auf dem Wege der Tätigkeit der Knnst- ^ gcwerbeschnlen. In dieser Hinsicht soll zunächst in Magdeburg ein ! Versuch gemacht werken, der Kunstgewerbeschule eine Abteilung für ^ Moöeknnst anznglieöern, in welcher weibliche Personen im Entwerfen i von Damenkleiöern ausgebildet werden. Der andere Weg, ans dem noch eingewirkt werden kann, ist die Tätigkeit der Textilfachschulen, Kleine Mitteilungen. Zur Qstcrmeß-Abrcchnuttg. — Im Anschlüsse an die Bekannt machung der Vorstände des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler nnd des Deutschen Verlcgcrvcreins in Nr. 48 des Bbl. bittet uns der Verein Leipziger Kommissionäre, darauf hinznweisen, daß sich die Sortimenter wegen Gewährung des besonderen Meß-Agio bis zum 10. Juni vor Anweisung ihrer Zahlungen beim Kommissionär mit den Verlegern rechtzeitig verständigen möchten. Die Ostermeßzahlungen, die nach der allgemeinen Abrech nung erfolgen, müssen den Kommissionären in der tatsächlich zu leisten den Höhe angegeben werden, also bereits um das Sonder-Agio gekürzt sein, weil es technisch unmöglich ist, daß der Kommissionär in Leipzig bei der nachträglichen Ostermeßabrechnung von einzelnen Posten das Sonder-Agio noch in Abzug bringt. die für die geschmackvolle Gestaltung der Kleiderstoffe nnd der Besatz- ! flösse einiges tun können. Immerhin wird die Hauptarbeit von der ! Industrie, von dem Bekleidungsgewerbe, von den Künstlern und nicht zum wenigsten von dem Publikum geleistet werden müssen. Wenn sich ! nicht unsere Männerwelt davon frei macht, das, was jenseits des I Kanals für schön befunden wird, unbesehen zu übernehmen, nnd wenn unsere Frauenwelt sich nicht in gleicher Weise von dem Einflüsse nn- § sercr westlichen Nachbarn freimacht, so werden alle staatlichen und ^ gewerblichen Bestrebungen umsonst sein. Ich wünsche also, daß die ^ Bestrebungen des Gewerbes gerade auf diesem Felde eine kräftige l Unterstützung durch das Publikum finden.« Der Krieg und die Schulatlantcn. - Tie von der Geschäftsstelle ^ des Börsenvereins unter dieser Überschrift versandte Mitteilung an die ! Tagespresse (vgl. Bbl. Nr. 41) ist in dankenswerter Weise auch von der ^ Kartographischen und schulgeographischen Zeitschrift« (1916, Heft 2/:;, > Verlag von G. Freytag L Berndt G. m. b. H. in Wien) übernommen nnd dort durch nachstehenden Zusatz ergänzt worden, der, mit N. unter zeichnet, anscheinend ans der Feder des Herausgebers Prof. Joh. ! Georg Nothaug stammt: »Bringt der Krieg, wie voranszusehen ist. 291
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