85, 18. März 1916. Fertige Bücher. ««liEall f. d. Dllchn. «llchh-nd-I. 1807 Bernt Grönvold vor zwei Jahrzehnten zum ersten Male die biographischen Aufzeichnungen Friedrich Wasmanns herausgab, kamen diese Ver öffentlichungen einer Entdeckung gleich. Keine Darstellung aus fremder Feder hätte uns in das Seelenleben des Mannes besser einführen können als diese so ansprechende Selbstschilderung. Was'mann gehört zu jenen romantisch ge stimmten Naturen, die der nüchterne Protestantismus der Zeit nach schweren äußeren und inneren Kämpfen in den Schoß der katholischen Kirche trieb, und auch die nichtkatholischen Leser werden von seinen rückhaltlosen Bekenntnissen tief ergriffen werden. Darüber hinaus enthält die Biographie außerordentlich fesselnde Zeit- und Gesellschaftsbilder. So die Schicksale Hamburgs in den Befreiungskriegen, dann das Treiben der Münchner Künstlergesellschaften unter Cornelius und Overbeck, Schwind und Kaulbach. Schilderungen des noch nicht zum Weltkurort verflachten Meran, des Verkehrs mit Künstlern und Dichtern, besonders mit Overbeck und Clemens Brentano, erhöhen den Neiz des Werkes, das eben mehr als ein bloßes Kunstbuch sein soll und daher auch für Laien auf dem Gebiete der Kunst von hohem Genuß ist. Was unsere neue Ausgabe besonders auszeichnet, ist das auf über IOO ganz seitige Abbildungen gebrachte Jllustrationswerk. Darunter Porträte, die man ohne weiteres den besten Bildniszeichnungen an die Seite setzen kann. Bisweilen nähert sich die Porträtkunst des Hamburgers der Größe Holbeins, und vor den Landschaften denkt man an die viel spätere Schule von Fontainebleau. So steht Wasmann als das reinste und erfreulichste Malertalent unter der Gruppe der Nazarener als einer der immer wieder Lebendigen vor uns. Und in einer Zeit neu erwachten Deutschtums wird er doppelt freudig willkommen geheißen werden. Wir liefern bis zum l. April 2 Exemplare mit 4O Prozent lllMlll Mlllll MMM Mil oder Partien von 7/6 mit ZZ'/z Prozent Der Insel-Verlag zu Leipzig 2<g»