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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.11.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-11-26
- Erscheinungsdatum
- 26.11.1908
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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275. 26. November 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Ttschn. Buchhandel. 13659 * »Freie Photographische Vereinigung in Berlin. — In der letzten ordentlichen Sitzung der »Freien Photographischen Vereinigung« in Berlin, unter Vorsitz des Herrn Geheimen Negierungsrats Professor vr. Miethe, sprach Herr vr. Erich Lehmann eingehend über den gegenwärtigen Stand der Farben photographie und die mannigfachen Schwierigkeiten, die deren Vervielfältigung noch immer entgegenstehen. — Herr Rudolf Schuster legte seine neuesten Dreifarbenkupferätzungen vor, vor allem eine »Salome« in so bedeutenden Abmessungen, wie sie mit dem Verfahren bisher noch nicht erreicht worden sind, und von bewundernswerter Sorgfalt der Ausführung. * Bnchhandlungsgehilscnverein zu Leipzig. — Der Vorstand des Buchhandlungsgehilfenvereins zu Leipzig hat mit der Direktion des Neuen Operettentheaters für Sonnabend den 28. November eine Vereins-Sondervorstellung der Operette »Die Fledermaus« von Johann Strauß vereinbart. Billetbons sind zu den üblichen Preisen bei Herrn Wessely, Langestrafze 33 III, zu haben, sowie am Freitag den 27. d. M. in der Vereinssitzung. Personalnachrichten. Gestorben. am 24. November in Halle a/S. im achtundsechzigsten Lebens jahre der Verlagsbuchhändler Herr Wilhelm Knapp. Der infolge einer Herzlähmung aus einem Leben gesegneter von Werken aus dem Verlage von Otto Spanier in Leipzig und von Kunath L Rosenkranz in Leipzig zu, die den chemisch-tech nischen Wissenschaften angehörten. In dieser Richtung baute er mit großer Umsicht und Tatkraft seinen Verlag weiter aus, so daß er auf den praktischen Gebieten der Elektrizität, Baukunst, Ziegel fabrikation, Bierbrauerei, Branntwein- und Spiritus-Brennerei, Feuerungskunde, technischen Chemie rc. jetzt viel begehrte Werke und besonders tonangebende Fachzeitschriften aufweist. Ganz besonders aber hat sich der photographische Verlag der Firma entwickelt, begünstigt durch den großartigen Auf schwung, den die photographischen Künste in den letzten Jahrzehnten genommen haben. Durch Übernahme des Verlags der Photographischen Korrespondenz in Wien, wenige Jahre nach der Gründung seiner Firma, war Wilhelm Knapp mit hervorragenden Autoren der Photographie, wie z. B. Professor I)r. I. M. Eder, in Verbindung gekommen, und er ver stand es, diese Beziehungen aufs beste zu pflegen. Von dem eben genannten Autor veröffentlichte er unter anderm das vierbändige »Ausführliche Handbuch der Photographie«, »Die Momentphoto graphie«, 2. Auflage, ^ 42.—, und noch viele weitere gute Werke. Auch das bekannte, soeben im 22. Jahrgang (1908) erschienene Edersche Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik ist Verlag von Wilhelm Knapp. Neben wertvollen Handbüchern und Anleitungen zur Photographie hat jeder Zweig der heutigen photographischen Technik und Wissenschaft im Knappschen Verlage Berücksichtigung erfahren. Für Fachphotographen und Nepro- duktionstechniker ist die im 15. Jahrgang stehende Zeitschrift »Das Atelier des Photographen« ein wichtiges Fachblatt geworden, während bei Amateurphotographen die »Photographische Rund schau«, 22. Jahrgang, in hohem Ansehen steht. Wie schon angedeutet, hat der Verlag von Fachzeit schriften, Fachkalendern und Jahrbüchern von Wilhelm Knapp besondere liebevolle Pflege gefunden. Mehr als ein Dutzend an gesehener Fachzeitschriften, viele weitverbreitete Kalender und Jahr bücher legen Zeugnis ab von der rastlosen, weitausschauenden, auf den Gebieten der Technik immerhin vielseitigen Tätigkeit des jetzt Verstorbenen, der mit Genugtuung auf den von ihm geschaffenen wertvollen Verlag zurückblicken konnte. Nachdem er schon seit 1. Juli 1901 seinen ältesten Sohn, Herrn Karl Knapp, als Teilhaber in seine Firma ausgenommen hatte, trat am 15. März 1903 auch sein dritter Sohn Herr vr. pllil. Hans Knapp ein, und der Vater hielt damals den Zeit punkt für gekommen, sich von seiner arbeitsreichen Tätigkeit zurück zuziehen. Nur wenige Jahre hat Wilhelm Knapp die wohl verdiente Ruhe genießen können. Durch seine unermüdliche und von Erfolgen begleitete Schaffensfreude hat er sich einen hoch geachteten Namen im deutschen Buchhandel erworben und auch in technischen Berufskreisen sich allgemeiner Verehrung erfreuen dürfen. Ein reichgesegnetes Leben hat mit ihm sein Ende ge funden. — Ehre seinem Andenken! Sprechsaal. Die Bücheranzeigen und die Gewinnberechnung für den Sortimenter. Unbestreitbar gehört zu den Leiden eines jeden Sortimenters eine Anzahl notwendiger, ja wichtiger Arbeiten, die an Zeit große Ansprüche erheben, aber an wirklichem Verdienst sich ihnen gegenüber nicht ausreichend bewerten, oft sogar nach ihrer Vollendung als ganz wertlos Herausstellen. Unter diesen macht sich in der jetzigen Jahres zeit, kurz vor Weihnachten, am fühlbarsten bemerkbar die Durchsicht der Buchhändleranzeigen im Börsenblatte und auf den Zirkularen zwecks etwaiger Bestellungen aus ihnen. Ihre kaum zu bewältigende Menge, die teilweise noch durch wiederholte Hinweise und durch öfteren Versand rücksichtslos vermehrt wird, macht diese Arbeit zu einer er drückenden, quälenden Last. Die Zahl der buchhändlerischen Neu erscheinungen und Neuauflagen in Deutschland ist von Jahr zu Jahr im Zunehmen begriffen; sie erreichte im Jahre 1906 die stattliche Höhe von 28 703 Büchertiteln, im Jahre 1886 waren es 16 253 Erscheinungen und wieder vor zwanzig Jahren im Jahre 1866 nur 8699, und es läßt sich ihrem beständigen Wachstum kein Halt gebieten. Man kann auch der Beanspruchung seitens einzelner Absender, ihren Bücherankündi- bei abnehmender Zahl der Anpreisungen sie auch im allgemeinen bessere Beachtung finden würden, durch eine Ermahnung zur Einschränkung Wandel geschafft werden. Jeder Buchhändler, dem die Arbeit der Bestellung der erschienenen Neuigkeiten obliegt, wird meiner Klage über unbelohnte Arbeitsaufwendung und Verlust an verlorener Zeit zustimmen und murrend zugeben, daß er selbst, durch den Andrang gequält und ermüdet, oft nicht in der Lage war, diese notwendige Arbeit so zu erledigen, wie er sie für sein Geschäft gern erfüllt hätte. Den Herren Kollegen in Freiburg wurde diese ihnen aufgezwungene Arbeit so unerträglich, daß sie sich zu ihrem Schutze genötigt sahen, im Börseu- blatte wiederholt zu erklären, im Zettelpaket versandte Rundschreiben nicht mehr zu beachten, und ihre Vertreter in Leipzig beauftragten, eine solche Übersendung zu unterlassen. Ich halte deshalb hier die Bitte an die Herren Verleger, sich zur Erleichterung für mehr als tausend fleißige Kollegen die unnötigen und daher zu vermeidenden Buch händler-Rundschreiben mit ihren Wiederholungen zu ersparen, nicht unangebracht. Es gibt aber zu unserem Tröste wenigstens Linderungsmittel für die schwer zu verringernde Arbeitslast, die, da nur rein äußerlicher Natur, leicht anzuwenden sind. Außer der Berücksichtigung einer klaren Übersichtlichkeit der für eine Anzeige notwendigen Angaben und außer der Anwendung von leicht lesbaren Druckschriften, deren Entzifferung nicht erst studiert werden muß, aber die nicht ermüdend wirken wie Schreibmaschinenschrift, kann dem Besteller durch einen sofort erkennbaren Hinweis seines Verdienstes bei eventuellem Bezüge bedeutende Arbeit erspart werden. Mehr als in früherer Zeit muß der Sortimenter bei dem Anwachsen der zahl reichen Anerbietungen, bevor er sich zu einer Bestellung entschließt, genau wissen, wieviel er bei einem Einzelbezuge oder bei Mehrbezügen im Verhältnis zum Verkaufspreise, ausgedrückt durch den Rabattsatz, verdient. Diese Kenntnis ist deshalb nötig, weil der Besteller bei seiner Gewinnabschätzung durch sie erfahren muß, wie viel ihm nach Abzug seiner Geschäftskosten vom Buchhändlerrabatt noch als Reingewinn bleibt. Die Höhe seiner Geschäftsunkosten, einschließlich Beförderungs und Kommissionsspesen, ist ihm in ihrem prozentualen Verhältnis zu dem Jahresumsätze annähernd bekannt. Hierbei lassen uns Sorti menter aber die Bücheranzeigen in vielen Fällen im Stich, indem sie nur die Verkaufs- und Einkaufspreise angeben ohne Feststellung ihres Rabattverhältnisses zueinander, welches bei Gewährung von Partiepreisen oft mit Nettoberechnung des Einbandes leicht eine Unklar heit oder Täuschung über den wirklichen Nutzen Hervorrufen könnte, wenn er nicht vorher rechnerisch vom Besteller ermittelt würde. Zu 1778*
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