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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.01.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1916-01-12
- Erscheinungsdatum
- 12.01.1916
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- Deutsch
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pV 8, 13. Januar 1918. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. dienen. Jin schriftlichen Verkehr mag die Sache allenfalls gehen; denn jemand, der in Deutschland Esperanto gelernt hat, kann es ebenso anwenden wie der, der cs in Japan gelernt hat. Derartige Kunstsprachen aber für den mündlichen Verkehr zu schaffen, scheitert an der verschiedenen Bildung der Sprachorgane der einzelnen Völker. Den besten und einfachsten Beweis für diese Behauptung gibt die Ent stehung derjenigen neueren Sprachen, die aus dem Lateinischen stam men. Jedes Volk hat die lateinischen Ausdrücke seinem Sprachorgan gemäß umgewandelt und sie sich mundgerecht gemacht. So heißt im mittelalterlichen Latein, auch schon in der liuZua rrwtüea das Pferd 6adaI1u8, im Italienischen eavallo, im Spanischen eaballo, im Franzö sischen ekeval. Dieses Beispiel ließe sich vervielfältigen. Am augen fälligsten macht sich dieses Mundgerechtmachen bei mittelalterlichen Urkunden bcmerklich. So würde es gar nicht lange dauern, daß die mündliche Verständigung zwischen Weltsprachlern verschiedener Völker an der verschiedenen Aussprache der einzelnen Schiffbruch leidet, und es würde so gehen wie auf den slavischen Kongressen, auf deneu mangels Verständigung durch eine slavische Sprache schließlich die deutsche diesen Dienst leisten mußte. Während das Manuskript der obigen Zeilen sich auf dem Wege zur Redaktion befand, ist in Nr. 304 des Börsenblattes bereits eine Erwiderung auf den Artikel des Herrn ^1. erschienen. Ich möchte doch einige Aussprüche des Verfassers dieses Gegen artikels nicht unwidersprochen lassen. Wenn Herr H. I. behauptet, daß es ungemein praktisch wäre, wenn man statt Griechisch, Lateinisch, Französisch, Englisch, Italienisch usw. neben seiner Muttersprache nur eine einzige Kunstsprache zu lernen brauche, die leichter zu erlernen sei als die natürlichen Sprachen, so vergißt er, daß diese leichte Erlernbarkeit eben darauf beruht, daß der Lernende diese natürlichen Sprachen, oder wenigstens einige von ihnen mehr oder weniger beherrscht. Der größte Teil der Kunst sprachen lehnt sich an die romanischen Sprachen an und entnimmt ihnen seine Ausdrücke. Wer also weder die lateinische, noch die franzö sische, noch eine sonstige romanische Sprache gelernt hat, wird sämtliche Ausdrücke der Kunstsprache erst lernen müssen, und ob dies leichter ist, als das Erlernen einer natürlichen Sprache, möchte ich doch bezweifeln. Es wäre aber auch nicht wünschenswert, selbst wenn es überall eine anerkannte Kunstsprache gäbe, daß das Erlernen der Naturspracheu eingeschränkt oder gar abgeschafft würde. »Mit jeder neuen Sprache gewinnt man eine neue Seele«, und eine solche neue Seele ist durch eine Kunstsprache nicht zu gewinnen. Das Wesent lichste aber ist, daß die einzelnen Völker, jedes in seiner Sprache, eine Literatur geschaffen haben und daß das Studium der Sprache das Ken nenlernen dieser Literatur ermöglicht. Demjenigen, der nur Esperanto oder Ido versteht, sind diese Schätze unerreichbar, soweit nicht eine Übersetzung in seiner Muttersprache oder in der Kunstsprache vorhanden ist. Aber jede Übersetzung ist nur ein Notbehelf, und alle diejenigen, die einer Sprache soweit mächtig sind, um ein Literatnrwerk in der Ursprache lesen zu köunen, werden mir zustimmen, wenn ich sage, daß der Genuß eines Originals dem einer Übersetzung weitaus über legen ist. Herr H. I. behauptet auch, daß die Weltsprache für den Buchhandel von großem Interesse sein müsse. Auch dies möchte ich mit einem Fragezeichen versehen, ö. h. natürlich nur in dem Falle, daß die Schaf fung einer Weltsprache das Lernen der natürlichen Sprachen be seitigt oder auch nur stark beschränkt. Die Vorteile, die der Absatz von Werken in den Kunstsprachen bietet, würde keinen Ersatz bieten können für die Nachteile, die das Zurttckgehen des Erlernens fremder Sprachen dem Buchhandel zufügen dürfte. Damit mag cs genug sein. Freilich begreife ich nicht den Grimm des Herrn H. I. über die doch nur harmlosen, jedenfalls zum Teil scherzhaft gemeinten Schläge des Herrn ^1. Ob es notwendig war, die Jagdhicbe des »Haselnußstöckchens« mit so derbem Hieb zu parieren, lasse ich dahingestellt. II. Noch ist der Krieg gegen Deutschland — ihm gilt doch schließlich der Kampf! — nicht zu Ende, und schon regen sich die deutschen Kol legen, um die Früchte des vorauszusehenden Sieges den Gegnern und Feinden Deutschlands in den Schoß zu werfen. Dieses Verfahren kann gar nicht nachdrücklich genug bekänipft werden. Das deutsche Volk will die deutsche Sprache zu dem machen, was sie verdient, cs lehnt jeden künstlichen Sprachen-Misch- masch ab. Wenn wir vom deutschen Sauerteig sprechen, der die Welt durchdringen soll, vom deutschen Wesen, an dem die Welt genesen soll, und dabei die deutsche Sprache ausschalten wollen, so wäre das das selbe, als wollte man einem Rennpferde, mit dem man sich den Sieg holen will, ein Bein abschneiden. Das gilt für die ideelle Seite ebenso wie für die praktische. Nein kaufmännisch gedacht, wäre es die größte Selbstzerfleischung — d. h. die größte Dummheit! — , wollten wir den Ausländern den Vorsprung, den wir durch unsere Fähigkeit, fremde Sprächen zu geschäftlichen Zwecken auszunutzen, anfgeben, um die lieben Ido-, Esperanto- und andere -isten in ihren eigenbrödlcrischen Universalideen zu unterstützen. Im übrigen können wir den Weltsprache-Verbesserern ruhig ihre Scheinexistenz lassen. Wenn es in Jahrzehnten nicht möglich ge wesen ist, die deutschen Stenographie-Systeme unter einen Hut zu bringen, wie sollen sich da die ». .-isten« aller Länder zusammen finden? — Rechthaberei, Eitelkeit und Profitsucht werden sich gegen seitig in den Haaren liegen, bis die ganze Sache der Lächerlichkeit an heimgefallen ist. Schal lehn. Wöchentliche Übersicht über geschäftliche Einrichtungen und Veränderungen. Zusammengestellt von der Redaktion des Adreßbuchs des Deutschen Buchhandels. 3. bts 8. Januar IMS. Vorhergehende Liste ISIS, Nr. 3. " — In das Adreßbuch neu aufgenommenc Firma. — B. — Börsenblatt. — H. — Handclsgerichtlichc Eintragung smit Angabe des ErschcinnngS- tags der zur Bekanntmachung benutzten Zeitung). — Dir. — Direkte Mitteilung. "Bleiwelh, Normann, Berlin 8V. 68, Markarasenstr. 28, II. Mode-Journale sür alle Branchen. Gegr. IMS. Fernlprecher Zentrum 1078g. Leipziger Komm : Thomas Komm. Gesch. sB 72.) Blockhaus, F. A., u. F. A. Blockhaus' Sort. u. Antig., Leipzig. Die Prokura des Paul Schumann ist erloschen. sH. S./I. 1818.s Engelhorns Nächst, I., Stuttgart. Anton Ennen ist Prokura erteilt. sH. 7.,I. 1818.) "Erslev, A., International Boghandel, Kopenhagen, Köb- magergade 26. Seit 1./I. 1818. Gegr. 1./IV. 1808. Leipziger Komm.: Mittler. sB. 1.) ErSIev L Hasselbalch, International Boghandel, Kopen hagen. Die Inhaber gaben 1./I. 1816 ihre Teiihaberschast auf. Der Verlag wird von Steen Haffelbaich unter der Firma Sieen Hasselbalchs Forlag weitergcsllhrt, während Aage ErSlev das Sortiment slir eigene Rechnung übernommen hat n es unter der Firma A. Erslev, Jniernaüonal Bogbandel, sortführt. sB. 1.) Georg L Co, Basel. Henri Georg u. Wiiwe Addle Georg Wacker haben unter obiger Firma eine Kommandligesellschaft errichtet, die 1./I. 181L begonnen ll. Akt. u. Paff, der erloschenen Kol- lektivgesellschaft Georg L Co. Übernommen hat. Henri Georg ist unbeschränkt hastender Gesellschafter, Frau Witwe Georg-Wacker ist Kommanditärin. sH. 4./I. 1816.) "Hachseld, N., Versandbuchhandlung, Inhaber August Bonneß und Robert Hachseld, Potsdam. Leipziger Komm.: Volckmar. IH. 4./I. 1816.) Hartman s Buchh., Leop., Agram. Der Inh. Stesan Kugll ist verstorben. sB. 2.) 'Hasselbalchs Forlag, Steen, Kopenhagen, Köbmagergabc 26. Seit 1./I. 1816. Gegr. 1./IV. 1808. Leipziger Komm: Mittler. sB. I.s Hauten, Eduard van, Straßburg <Elst>, ging auf Wilhelm Hurter über, der das Geschäft unter der Firma Eduard van Hauten, Verlagsbuchhandlung welterfiihrt. sH. 4./I. 1816.s Herings Buch- u. Musikh, Georg, Leipzig-Möckern, ist erloschen. sDlr.) Hornung, Hans, Hagen (Wests.), hat Fernsprecher unter 1046. sDir.s Hugendubcl, H., München. Offene Handelsgesellschast aufgelöst. Nunmehriger Inh. Karl Hugendubel. sH. 4./I. 1316 s "Kronbcrg, Otto, Ermsleben, Konradsburgerstr. 138. Buch» u. Musikh. Gegr. 1810. Leipziger Komm.: Breilkopf L Härtel. sDir.s Krliger, Oüo, Hofbuchhändler, Gondershausen. Der Mlt- inh. Raimund Krüger ist verstorben. sB 2.) Levy L Müller, Stuttgart, hat Postscheckkonto unter 6403. sDlr. u. B. 3.s Löwit, R., Wien. Die gesamte Buchauslleferung für Berlin erfolgt durch die Firma Jüdischer Verlag G. m. b. H, daselbst. sB. 5.) Müller, H., Bremervörde, wurde im Adreßbuch gestrichen. (Dir) 'Ostlanbverlag G. UI. b. H., Charlottenburg, Grolmannstr. 38. Gegr. 18./VIII. 1815. Fernsprecher: Steinplatz 8270. Geschästsst: Carl Aibrecht Patzig u. Buchdrnckereibcsitzer Nicolaus Boutin. Leipziger Komm.: H. Schnitze. sB. 3.s 3S
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