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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.09.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-09-28
- Erscheinungsdatum
- 28.09.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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^ 226, 28. September 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dl,'ihn. Buchhandel. 10439 Beichtbuch des schon genannten Alfonso de Molina (1578) bezahlt, das vor etwa vierzig Jahren noch um 24 Pfund abgegeben wurde; es ist ein in vieler Hinsicht merkwürdiges, gleichzeitig in mexikanischer und kastilianischer Sprache gedrucktes Buch, das nur noch außerordentlich selten auf den Markt gelangt. Molina war im Jahre der Entdeckung Amerikas geboren, und sein bereits er wähntes Wörterbuch, das noch heute als eine der besten Quellen zum Studium der Nahuatl-Sprache gilt, war das erste, das über haupt in der Neuen Welt hergestellt wurde; lange Zeit galt es sogar für das erste in Amerika entstandene Buch. Ebenso ein noch heute geschätztes Werk ist die Historia, natural ^ nioral äs las Iväias von Joss de Acosta (Madrid 1608), die mit 8 bis 10 Pfund bezahlt zu werden pflegt. Wertvoller aber noch als alle diese Bücher ist für die Er forschung der ältesten Geschichte und Mythologie der Ureinwohner Mittelamerikas das -koxol Vub-, das heilige Buch der Indianer von Guatemala, das ein zum Christentum bekehrter Einge borener bald nach der Eroberung des Landes durch die Spanier niederschrieb. Das Buch galt lange für untergegangen; indessen gelang es im Jahre 1854 dem Österreicher Or. C. Scherzer, den ganzen Text dieses Buches auf der San Carlos-Bibliothek in Guatemala sowohl in der Eingeborenensprache wie in kastilischer Übersetzung, die Pater Francisco Timenes im Jahre 1725 an fertigte und mit trefflichen Scholien versah, aufzufinden; es wurde sowohl von Or. Scherzer (in Wien) wie auch von dem Mexiko-Forscher Abbs Brasseur de Bourbourg (in Paris) heraus gegeben. Heute sind diese Bücher wenn auch nicht übermäßig teuer, so doch nur sehr schwer zu erlangen, was auch von dem letzten, von SeSor Barberena von San Salvador veranstalteten Neudruck des Werkes gilt. (Nach -Tüs Loolc Lovsrs' Llagamns-.) * Ausstellung«« im Deutschen Buchgewerbehause tu Leipzig. — Die Jahres - Ausstellung und die Ausstellung von Entwürfen zu künstlerischen Besuchskarten sind geschlossen worden, da die Bücher und Kunstblätter an die Verleger zurückgehen müssen, die künstlerischen Besuchskarten aber vom 4. Oktober ab in der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden ausgestellt werden. In etwa 14 Tagen wird im Deutschen Buchgewerbehaus eine neue Ausstellung eröffnet, die neuzeitliche Akzidenzdrücke bringen wird. Dänischer Provinz««alenberverlag. — Die Aktiengesell schaft »Lrovinsbogbs.oäl6roe8 Liwavalrkorlax», der Kalenderverlag, den etwa 83 dänische Provinzbuchhändler gemeinsam besitzen, hielt am 8. September in Kopenhagen unter Leitung des Vorsitzenden, Vilh. Brandt, Svendborg, seine Hauptversammlung. Die Dividende für 1907 wurde auf 4*/, Prozent festgesetzt, ein Gewinn rest, 385 Lr., zum Reservefonds zurückgelegt. Die Geschäftsführung und Auslieferung hat wie bisher Buchhändler Jens Möller, Hslsingör. (Nach »hloräisk Logbavälsr-I'iäsnäo-.) Ein spanischer Pfarrer Trinius. — Von einem spanischen Geistlichen, dessen Leben — freilich bis auf den Schluß — in vieler Hinsicht mit dem des bekannten, aus Leidenschaft für Bücher zum Mörder gewordenen Pfarrers Trinius merkwürdige Ähnlichkeit ausweist, hat unlängst die Turiner-Oar^stta äsl xopoio- erzählt. Es war dies der Padre Vincente vom Kloster in Pöblet bei Tarragona, der sich in seiner Eigenschaft als Bibliothekar dieses Klosters eine große Vorliebe für Bücher und ebenso auch, freilich zumeist auf Kosten dieses Klosters, eine sehr wertvolle eigene Sammlung von Büchern und alten Drucken erwarb, um schließlich trotz seinem geistlichen Stande ganz zum Buchhändler zu werden. Freilich unterschied sich der Padre Vincente vom richtigen Buchhändler dadurch, daß er seine Schätze nur sehr un gern und nur in äußerster Bedrängnis in andre Hände übergab, in welchem Falle er sich allerdings die gewünschten Stücke mit den höchsten Preisen bezahlen ließ. Um seine eigens Sammlung zu bereichern, scheute der Padre vor keinem Hindernis zurück; zuletzt wurde er sogar zum Verbrecher, indem er, um eine sehr wertvolle Inkunabel und zwar genau gesprochen eine Ausgabe des Lamberto Palmart aus dem Jahre 1482 zu erhalten, den Laden des Buchhändlers Patxot in Brand steckte, wobei dieser selbst das Leben verlor. Als das Verbrechen entdeckt war und Vincente sich als den Mörder Patxots bekennen mußte, gestand er zugleich mehrere andere Morde ein, die er aus dem gleichen Motiv be gangen hatte; die Opfer waren zumeist seine eigenen Kunden, denen er um teures Geld seine Inkunabeln verkauft hatte. Wäh rend der Prozeß gegen Vincente verhandelt wurde und gerade die vermeintliche Einzigkeit des Exemplars der Palmart-Ausgabe zur Erörterung gelangte, konnte einer der Zeugen Nachweisen, daß von diesem Buche den Bibliographen noch ein zweites, auf der Pariser Bibliothek befindliches Exemplar bekannt war. Diese Fest stellung suchte der Verteidiger des Mörders natürlich zu gunsten seines Klienten zu wenden; aber der Padre durchkreuzte selbst diese Absicht, indem er in lautes Weinen ausbrach und rief: -O ich Unglücklicher! Und ich hatte geglaubt, es sei das einzige Exem plar des seltenen Werkes!» Der Ausgang war, daß Vincente im Jahre 1836 mittels des Galgens hingerichtet wurde — un ähnlich darin seinem -Kollegen- Trinius, der bekanntlich noch viele Jahre als ein gemiedener Mensch sein düsteres Dasein weiter schleppen konnte. K. Schneider. Bersteiaerungen im Hotel Drouot in Paris. (März bis Juni 1908, Fortsetzung zu Nr. 221, 222, 225 d. Bl.) — Am 7., 8. und 9. Mai brachten Lair - Dubreuil, Baudouin und Bloche im Hotel Drouot die Sammlung des in Paris lebenden russischen Antiquars Zelikin, der sich als großer Kunst liebhaber und leidenschaftlicher Käufer einen Namen gemacht hatte, unter den Hammer. Ein erster Verkauf dieser inter essanten Sammlung erreichte 415 029 Frcs. Die Hauptpreise waren: 20 000 Frcs. für die im vorletzten Jahr für 42 000 Frcs. versteigerte Porzellanbüste Ludwigs XV. (Zelikin mußte übrigens auch mit anderen Nummern sein Kauffieber der letzten Jahre büßen.) Eine Emailplatte aus Limoges, Ende des 15. Jahr hunderts, die die -Anbetung durch die Weisen vom Morgenlande» darstellte, erreichte 37 000 Frcs. <1907: 41 000 Frcs.). — Eine andere Nummer: »Maria, auf einem Thron sitzend, mit Christus kind-, Email- und Kupferarbeit aus Limoges, Ende des 13. Jahr hunderts, die Zelikin 1906 für 51 000 Frcs. gesteigert hatte, er zielte nur 17 000 Frcs. — Auch bei Kunstgegenständen von ge ringerem Werte machte sich diese Preisherabsetzung geltend. Bei einem Bilderverkaufe (Sammlung des Herrn P. M.), den Feral und Baudouin am 8. Mai im Hotel Drouot leiteten und der 416 836 Frcs. brachte, kamen folgende alte Meister unter den Hammer: -Mars und Venus- von I. Mabuse, 20 000 Frcs., — -Porträt einer jungen Frau- von Ravenstein, 17 600 Frcs., — .Frauenporträt- von Van Loo, 16 700 Frcs., — -Die Jungfrau mit dem Jesuskind- von Van der Gös, 14 000 Frcs.,— .Karneval szene- von Goya-, 12 000 Frcs , — »Die Wahrsagerin- von Pater, 7000 Frcs., -Tobias und der Engel«, wahrscheinlich von Pollaiolo, 10 000 Frcs. Ebenfalls in der ersten Maiwoche kamen im Kunstsalon G. Petit (Lair-Dubreuil und G. Petit) 31 Skizzen von Cazin zum Verkaufe, die 78 810 Frcs. eintrugen. -Dordrecht-, recht hübsche Ansicht, brachte 9000 Frcs., — -Holländischer Kanal-, 4000 Frcs., — -Sortis äs oadaret-, Vollmondlandschaft, 7500 Frcs-, — die andern Skizzen brachten 1000—3000 Frcs., d. h. recht gute Preise, wenn man bedenkt, daß es sich nur um Skizzen, meistens Bister malereien, handelte. Am 11. Mai verkauften Desvouges, Delteil und Fournicr verschiedene alte Stiche. Eine Sammlung von 26 Stichen des jüngeren Moreau, die als Illustrationen des Werkes -Ls Llonu- wsvt äu 6ostuws- verwendet worden waren, erreichte 2340 Frcs. — In einem andern Saale wurden verschiedene Bücher, Briefe usw. verkauft, darunter eine Sammlung von 1090 alten -Lx-Iihris-, die für 4050 Frcs. versteigert wurden. Die Sammlung Homberg, die am 15. und 16. Mai bei G. Petit verkauft wurde, bestand aus vielen Nummern, ohne aber bedeutende Preise aufzuweisen. Nennenswert ist eine sitzende Bacchantin von Clodion, Terrakottaftgur, die 30000 Frcs. erreichte. Das Gesamtergebnis betrug 820512 Frcs. Der bedeutendste Stichverkauf dieser Saison, der später aus führlich erwähnt werden soll, spielte sich unter der Leitung von Baudouin, Bizouard und Danlos vom 12.-27. Mai im Hotel Drouot ab und betraf die Stichsammlung Gerbeau. Die alten Stiche dieser Sammlung kamen vom 12.—15. Mai unter den Hammer und brachten 320 413 Frcs., während die modernen Stiche am 25., 26. und 27. Mai versteigert wurden und 138 875 Frcs. 1362*
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