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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.08.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-08-28
- Erscheinungsdatum
- 28.08.1908
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- Deutsch
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200, 28. August 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 9083 k'. Iluviu in Donckov. ^Villiamson, IV. 3., tbs prines's marris.AS. 8". 6 sü. ^Varck, Doolr L 6c>. in I-ouäou. üilodrist, 3. Nurrs.^. lüüs L.bbsz' wz^stsr^. 8". 6 sü. Französische Literatur. Ltispolot L Oio. in kuris. Lornscga«, l'artillsris äs eampLAus ä dir rs.piäs. 8". 3 kr. löourguet, 1's.rtilleris äavs Is combat. 8". 2 kr. 50 o. vuruzr L Ois. in 3»ris. Lar, N., 1'orAs.viss.tion et 1's.ction s^näioalss ckavs Is. t^PvArapdis krs.oys.iss. 8". 10 kr. 2. I-aursun in karla. 3es villss eslsbrss: 3sau, I,., Ovlo^ns. 4". 5 kr. Llassou L vis. in karis. Obaroot, 9., Lrpääition aotarotigus krs.nyg.iss 1903—5. 8". Leiencss vatursllss, Oocumsots svisotlüguss: äonros.1 äs I'sxpsäition, pur 9.-8. Lbareot. 7 kr. Oso^rapdis pb^sigus, 61aoiologis, kstro^rapüis, pur 3. Konräon. 25 kr. 3Iors miorobisnns, pur Nils. ll'silrlioslr^. 4 kr. Lotanigas: Uisbsns, pur Lus. Uiatomsss, par N. ?stit. 3 kr. Vsrs et Lraokiopoäs-i Lsnisrtisns, pur 8. äouöin 6spb^risns, par N.-H. 3srubsl. öeaebiopoäss, pur Osblsrt. 3 kr. 8povßiairss st Los^sntsrss, ^.Ic^oaairss, pur 8. kouls. ^.niinul pslaauxus, pur N. Lsrot. Neäuses, pur Otto-Nuus. Zpon^iairss, pur 3 Toppsot. 15 kr Lrustucss, Isopoclgs pur 3arrist-3iobarckson. Ostrueoäss inurins, pur 3. äs Ouäu^. 2 kr. ^ ksckons in 3aris. Noulin. 3 Is äootrivs äs Ura^o. 8". 7 kr. kerrst-Nuisonneuvs, 8o1utioos uu xrineipulss äikLoultss äs I'ötat civil. 8". 2 kr. 50 c. krotopssco, 9., Loopsrution st sooistss coopsrativss. 8". 5 kr. »Gutenbergs Erbe und die Pflichten der Gegenwart ihm gegenüber.« Ein Festvortrag. Gegen die Gutenbcrg-Gesellichaft in Mainz werden eben ver steckt und heimlich unzufriedene Stimmen laut. Die Tätigkeit der Gesellschaft sei zu wissenschaftlich, zu gediegen. Man habe genug von dem -historischen und ästhetischen Kram-. Es sind immer wieder — in Mainz, in Berlin wie in Leipzig — dieselben Leute, die in den großen gemeinnützigen Vereinigungen nicht genug Praxis, nicht genug Lob ihres eigenen Klees hören können. Cs mag dahingestellt bleiben, ob und inwieweit die Mainzer Gutenberg- Gesellschaft gefehlt hat, wieweit sie ihr Publikum überschätzte; jedenfalls war der Vortrag von Alfred Hagelstange: »Gutenbergs Erbe und die Pflichten der Gegenwart ihm gegenüber» (erschienen als Sonderdruck aus dem Jahresbericht der Gutenberg-Gesellschaft, Georg Aug. Walters Druckerei G. m. b. H., Mainz) eine starke Anregung, wie sie leider in den meisten typographischen Fach vereinigungen zu den Seltenheiten gehört. Ein Festvortrag ohne Pathos, ohne das satte Wohlbehagen der Befriedigung) Ein Festvortrag mit ernsten Wünschen, dringenden Mahnungen und Forderungen .... Hagelstanges Ideal ist Gutenbcrg, der nicht nur ein geschickter Techniker, sondern vor allen Dingen ein sehr fein empfindender Künstler gewesen ist. Die Druckerkunst im Augenblick der Erfin dung ist ihm einem frisch erschlossenen Quell vergleichbar, der brausend in die Höhe sprudelte. Zu einer solchen Höhe, wie sic sie später kaum jemals wieder erreicht hat. Man betrachte einmal eine gut gesetzte alte Inkunabel: was ist das für ein markiges, mannhaftes Geschlecht von Buchstaben, das da einherschreitet: kernig, fest, sehnig, mit beiden Beinen auf der Erde stehend. Und dann die einzelnen Zeilen: sie kommen daher wie eine eng ge schlossene Phalanx sturmbewährter Krieger, und rote Initialen stehen dazwischen wie schmucke Offiziere in der Kolonne. Und wenn man daneben eine Durchschnittsseite unseres heutigen Nuchdrucks hält: was für ein säst- und kraftloses Geschlecht! Wie blutleer, dürr und ausgehungert sehen diese Buchstaben aus. Man möchte ihnen gar nicht zutrauen, daß sie sich allein auf den Beinen halten, noch viel weniger aber zu engen, festgefügten Gruppen aneinanderschließen könnten. Die Hauptschwächen unserer heutigen Druckkunst sind nämlich: der Mangel an Kraft und der Mangel an Geschlossenheit. Hagelstanges Vorschläge und Forderungen erscheinen oft un- durchführbar oder aussichtslos. Er fragt nicht nach den Möglich keiten. Er ist weniger Wegweiser als Zielsucher. Und wenn auch im ersten Augenblick der Pfad nicht gangbar erscheint, so ist doch die Festlegung der Richtung ein Verdienst. Mitunter läßt er sich von seinem Temperament sortreißen, schießt über das Ziel hinaus. Man kann ihm dann nicht folgen; solcher Anreiz zum Widerspruch birgt aber stets fruchtbare Keime, selbst wenn er nur zum ernsten Durchdenken einer aufgeworfenen Frage zwingt. Mit der Betrachtung des Jnnentitels beginnt er. Die Schwierigkeit der Flächcnaufteilung und geschickten Gliederung weniger Worte wird in den meisten Fällen mit Ornamentik oder straffen Liniaturen umgangen. Man käme wohl eher zum Ziele, wenn man, anstatt den Text zu zersplittern, einen festen geschlossenen Block in einer bestimmten ornamentalen Form ab setzte und dieses straffe Satzgefüge dann in die obere Hälfte der Seite einstellte. Von einer derartigen Überwindung der Fläche, die keineswegs eine Gliederung ist, kann ich mir allerdings nur recht wenig versprechen; meiner Ansicht nach sollte man hierbei ausgehen von der rechteckigen Form des Titelblattes und in dem gegebenen Viereck die Wortoerteilung vornehmen. Der Textdruck unserer gewöhnlichen Bücher — da stimme ich ihm vollständig zu — steht in den meisten Fällen aus wie ein verhageltes Rübenfeld; hier eine Lücke, dort ein weißes Feld, als ob der Regen hineingefegt hätte. Sobald wir zum Gedichtsatz kommen, stoßen wir auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten. Der Gedichtsatz verlangt eine geschlossene Achse auf der linken Seite. Man hat ja nun allerdings auch schon den Versuch gemacht, die Achse in die Mitte der Seite zu legen, doch waren die Resultate nicht sehr befriedigend. Immerhin haben wir selbst dann, wenn wir die feste Achse links nehmen, mit der ästhetisch unangenehmen Tatsache zu rechnen, daß die Zeilen wie ungleich zugeschnittene Bänder über die Seite hinflattcrn. Doch das wird sich wohl kaum ändern lassen, und es bliebe als -Usus sr maoüiva« höchstens die ornamentale Um rahmung übrig. Weiter weiß er gar keinen Rat; cs wäre denn der: daß jeder Mensch, der es gut mit unserer Druckerkunst meint, gänzlich aushören sollte, Gedichte zu machen. Allerdings kann ich da nicht ganz mit; obgleich es tatsächlich zuweilen besser wäre, wenn der Drucker nicht bemüht würde Für den Dramensatz erscheint ihm als einigermaßen be friedigende Lösung, die Personennamen farbig zu drucken, den Text ohne jedes Intervall anzuschließen, das ganze Seitensatzbild dann mit einer festen, rechteckigen linearen Umrahmung zu ver sehen und an diese nach der Außenseite zu noch ein gleich hohes, aber schmales Linienrechteck anzugliedern, in das hinein in kleinerem Typensatz die szenischen Anweisungen kämen. Als vorzügliches und vorbildliches Beispiel für den so arg vernachlässigten Katalogsatz möchte ich auf das von I. V. Ciffarz gestaltete Preisbuch der Dresdener Werkstätten aufmerksam machen, das dem Redner wohl entgangen ist. Für die Möglichkeit solcher Arbeiten brauchen wir Typo graphen, die ein feines Empfinden für die Harmonie eines Satz bildes, überhaupt ein gebildetes Auge haben. Allein ob die -Maler- so ganz überflüssig sind, erscheint mir sehr fraglich. Wie viel prächtige und gesunde Anregungen wurden uns von manchem Künstler für die Typographie gegebenl Wo wären wir ohne Ciffarz, Weiß, Behrens? Ich hatte ja gerade im -Börsenblatt- Gelegenheit, auf die wirklichen Qualitäten dieser Leistungen auf merksam zu machen. Und ich kann nur bedauern, daß auch Hagel stange keinen Unterschied macht zwischen diesem ernsten Schaffen > und den -Tausenden von beschäftigungslosen Malern, die ihren 1185»
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