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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.12.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-12-06
- Erscheinungsdatum
- 06.12.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ,1/ 283, 6, Dezember ISIS, die in Spanien mit den bekannten Schlagworten, »Militarismus« und »Imperialismus« auf keinen unfruchtbaren Boden fällt, da ein großer Teil der Bevölkerung infolge des kläglichen Zusammen bruchs der spanischen Weltmacht und seiner Kolonialpolitik allem Imperialismus feindselig gegenübersteht, und der Spanier, der sich bis vor wenigen Jahren durch eine verhältnismäßig geringe Summe vom Militärdienste lvskaufen konnte, fast durchwegs eine ausgesprochene Antipathie gegen das Militär und den Militaris mus hegt. Das zeigt sich auch darin, daß der Offiziersstaud so wohl gesellschaftlich als politisch «ine sehr geringe Rolle spielt. Demgegenüber ist die Propaganda der Zentralmächte allzu spärlich und beschränkt sich in der Hauptsache auf die Kriegs ereignisse, während die Franzosen, die den großen Vorteil haben, daß ihre Schriften im Original gelesen werden können, sich viele Mühe geben, günstige Urteile berühmter Persönlichkeiten neutraler Länder, Auszüge der pangermanistischeu Literatur, Aussprüche bekannter Militärschriftsteller usw, in Dutzenden von Büchern und Broschüren zu verbreiten. So erscheint z, B, bei Louis Couard, Paris: »Oollection äe äoeumeuts sur lo paugormanismo, traüuits clo i'Llloinuuü«, bei Berger-Levrault L Cie, in Paris: »Uages li'kistoire 1914—IS — los noutrss — voix amörieaines — voix esMAnoles — lu Zuisse et iu guorrs« usw, usw. Sehr oft wurde bei uns von Bibliothekaren, die von Frankreich aus mit Propagandaschriften überschüttet wurden, deutschfreundliche Lite ratur verlangt, natürlich in französischer oder spanischer Sprache, doch konnte der Nachfrage nur in den wenigsten Fällen entsprochen werden, da Erscheinungen dieser Art ungewöhnlich spärlich sind. Das Publikum ist daher, abgesehen von den Kriegsereignissen, nur einseitig über den Krieg, seine Ursachen und seine Ziele unterrichtet. Dieselbe Klage hört man aus Südamerika, und ein deutscher Buchhändler in Barcelona, Herr Carl Seither: der neben einigen schon früher erwähnten Werken auch Höckers, »An der Spitze meiner Kompagnie« in spanischer Übersetzung brachte, schrieb mir kürzlich: » , , , Wiederholt wurde mir aus Amerika mitgeteilt: .Endlich einmal ein deutschfreundliches spa nisches Buch, gegenüber der Unmasse von Hetz-Literatur, die uns von unfern französischen, spanischen und nordamerikanischen Geschäftsfreunden regelmäßig zugeht?« So ist es auch nicht zu verwundern, daß man in Argentinien angefangen hat, deutsche Kriegsliteratur, die zeitraubende Autorisationsnachsuchung um gehend, in spanischer Übersetzung herauszugeben. Auch Sven Hedin, »Ein Volk in Waffen«, dessen Übersetzungsrecht ins Spanische die hiesige Uidieria nueiouai z- extransers, erworben hat und das demnächst zur Ausgabe gelangen soll, ist bereits in Rio de la Plata spanisch erschienen. Vom Standpunkt der deutschen Propaganda aus kann ja schließlich diese literarische Weitherzigkeit begrüßt werden! Nun habe ich vielleicht zu viel von Politik gesprochen, aber Krieg und Politik stehen jetzt im Vordergründe, Hoffen wir, daß das nächste Mal wieder mehr der Buchhändler als der Politiker zu Worte kommt! Madrid, Allerheiligen 1915, Wm, Keßler, Billigen Lesestoff sür Lazarette und Feld- trvVpen. (130. Flugschrift des Dürerbundes,) 2, Ausl, Lex.-8°. 34 S. München, Verlag von Georg D. W. Callwey. Brosch. 50 ord. Wie notwendig es ist, den an der geistigen Versorgnng unserer Truppen im Felde und in den Lazaretten beteiligten Personen eine praktische Handreichung für die Auswahl geeigneter Schriften zu bie ten, beweist das Erscheinen der 2. Auflage obiger Broschüre. Die zwischen beiden Auflagen liegende Zeit ist vom Verfasser, Bibliothekar k)r. Erwin Ackcrknecht in Stettin, zur Ausgestaltung genutzt worden. Eine Anzahl billiger Sammlungen, die in der ersten Auflage fehlten, wurden einbezogcn, und der Kreis wohlfeiler Einzelschriftcn erweitert. Das; sich der Verfasser eine gewisse Beschränkung im Umfange seiner Vorschläge anferlegt hat, nimmt nicht wunder. Heisst es doch vor allem, diejenigen Soldaten, die der Literatur bisher meist fremd gegenüberstanden, zur Beschäftigung mit guten Büchern heranzuziehen 1596 i im Gegensätze zu den geistig interessierten Kriegern, die den Weg zum Buchhändler und zu der ihrer Geschmacksrichtung entsprechenden Lektüre auch im Kriege allein zu finden wissen. Dazu bedarf es keines allzugroßen geistigen Munitionsaufwandes: es genügt ein engerer Kreis geeigneter Bücher. Wir schätzen das Bekenntnis des Verfassers, das; es mit dem (meist wahllosen) Schenken von Büchern nicht getan und es an der Zeit sei, die vorhandenen Bestände durch An kauf einer sorgfältigen Auswahl neuer Schriften zu ergänzen. Es wird dem Buchhändler leicht möglich sein, von sich aus die in der Schrift enthaltenen Anregungen durch eigene Vorschläge auf Grund seiner Erfahrung zu ergänzen und den braven Kämpfern für Heim und Herd eine Freude durch anregende und gehaltvolle Lektüre zu bereiten. Kieme Mitteilungen. Die Weihnachts-Ausstellung des Deutschen Buchgewerbevereins im Deutschen Buchgewerbehaus in Leipzig, Dolzstraße 1, ist am Sonn tag, 5. Dezember, eröffnet worden. Sie befindet sich im zweiten Stock. Kunstblätter, gerahmte Bilder, schöne Literatur, besonders zu Geschenkzwecken für das nahe Weihnachtsfest geeignet, Mnsitalien, eben falls für das Weihnachtsfest passend, Kinderbücher, Märchenbücher, Briefmarken- und Kriegsalben, Kricgsliteratur ernsten und heiteren Inhalts sowie Kriegskarten sind reichhaltig vertreten. Geöffnet ist die Ausstellung täglich von morgens 9 Uhr an bis zum Eintritt der Dunkelheit. Der Eintritt ist vollständig frei. Die Kricgssammluug der Wiener Hofbibliothek. Auch die Wiener Hofbibliothek hat nach dem Beispiele mehrerer großen Biblio theken, es sei hier nur die Deutsche Bücherei erwähnt, eine umfassende Sammlung von Kriegsliteratur ms Leben gerufen. Was ihre An lage betrifft, so geht aus einem Berichte der »Österreichischen Zeit schrift für Bibliothekswesen« hervor, das; man in Wien ziemlich weit in die Vorgeschichte des Weltkrieges zurückgreifen will. Ungefähr den zeitlichen Anfang jener Sammlung werden die literarischen Erzeugnisse bilden, in denen schon vor einer Reihe von Jahren, wie z. B. in dem bekannten »Seestern«, der kommende Weltkrieg in romanhafter Form geschildert worden ist. Die politische und internationale Lage vor und beim Kriegsausbrüche bildet eine weitere Abteilung der Samm lung, die dann natürlich das gesamte Material über die Kriegsererg- nisse selbst möglichst umfassend enthalten soll. Auch die Folgezustänöe des Krieges sollen, soweit sie literarisch ihren Niederschlag gefunden haben, berücksichtigt werden. Bücher und Zeitschriften ans dem Aus lande, die für die Sammlung von Wert sind, werden für sie mit ausdrücklicher behördlicher Genehmigung durch Vermittlung des neu tralen Auslands erworben. Ergänzend tritt der Buchliteratur eine umfassende Karten- und Tabellensammlung zur Seite, und auf viele Nummern beläuft sich jetzt bereits die Sammlung der auf den Krieg bezüglichen Kunstblätter, Bilder, Bilderbogen, Wandkalender, An sichtskarten, Karikaturen, Vivatbänder, Kriegsmarken, sowie die des gedruckten Notgeldes. Auf Veröffentlichungen, die voraussichtlich bald zu den Seltenheiten zählen werden, wie Soldaten- und FestungSzei- tungen, Extrablätter und Extraausgaben, wird besonderer Wert gelegt, und schließlich ist noch eine Sammlung von Feldpostbriefen und Feld zugsaufzeichnungen in Originalen oder Abschriften angelegt worden, die rüstig vorwärts schreitet. PersoimlnachrWe«. Friß Regel s. — In Würzburg ist der Ordinarius für Geographie und Vorstand des geographischen Instituts der Universität Würzburg, Professor vr. Fritz Regel, nach längerem Leiden im Alter von 63 Jah ren gestorben. Professor vr. Regel war 1852 auf Schloß Tenneberg geboren. Außer zahlreichen Arbeiten zur Landes- und Wirtschafts kunde Thüringens hat er eine Reihe von Schriften über Columbien (das er, ebenso wie andere Gebiete Südamerikas, in den Jahren 1896—97 bereiste), über Nord- und Südpolarforschung, über die Iberische Halbinsel (1995) verfaßt: auch gab er ein viel benutztes Lehrbuch der Geographie fiir Handels- und Realschulen heraus. Zahl reiche geographische Gesellschaften und sonstige gelehrte Vereinigungen zählten den Verstorbenen zu ihren Mitgliedern. Luigi Eapuana s. — Im Alter von 76 Jahren starb in Catania, wo er während langer Jahre an der Universität den Lehrstuhl für italienische Literatur innehattc, Luigi Capuaua. Der Vorstorbcne galt in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts neben Verga als Haupt der naturalistisch-realistischen Romanschriftsteller Italiens. Eapuana schrieb eine große Anzahl Romane, Novellen, Dramen und Märchen.
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