281, 3. Dezember 1915. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 7569 ,E) erscheint dieser Tage in zweiter Auflage als <I rechtes Kriegöweihnachtsbuch Ostpreußen Bilder a»S der heimgesuchten Provinz Ostpreußen von Paul Burg Mit zahlreichen Abbildungen und einer Einführung Seiner Exzellenz des Oberprästdentcn von Ostpreußen Herrn von Batocki M I.- D er Weltkrieg hat seine blutig- Schrift tief in das Land und di- Leiber der treuen, braven Ostpreußen hin-in- gcgraben. Davon ist viel in den Zeitungen zu lesen gewesen, aber mit dem schnellen Vorrücken der deutschen Fronten im Osten ist auch da» Tag-rinter-ff- leider allzuschnell über Ostpreußen hinw-ggegang-n, und immer seltener lesen wir von der getreuen Provinz, welche di- Sturmflut der Russ-nhe-r- von UN» f-rnhi-lt, selber Schlachtfeld ward und nun au» den Trümmern Wiedererstehen soll. Hier schildert ein Dichter Land und Leute, wie er sie fand, un verzagt, werktätig. Cr läßt UN» die Seele, da« Tagwerk der schwerblütigen Masuren und Litauer belauschen, schildert Ostpreußen in den Tagen der Flucht und der Schlachten, der Heimkehr und de« Wiederaufbau«. Und über dem Ganzen schwebt der hehre Schatten der schmerzensreichen Preußenkönigin Luise, die -inst bis Memel floh und um Volk und Vaterland sich vor dem Korsen demütigte. Eine Reihe tiefempfundener, mit inniger Liebe zum Lande und echter Dichterkraft geschilderter Erlebnisse und Bilder ziehen an unfern, Geiste vorüber, und wir schreiten mit Paul Burg, dem auf seinen Studicnfahrten all- Behörden mit Rat und Auskunft zur Seite standen, durch das schone Masurenland, da« schwermütige Litauen, gewinne» unsere deutschen Brüder und Schwestern im feinen Osten herzlich und dankbarlich lieb, geloben UN«, ihnen Liebe uud Hilfe zu spenden, deren sie so sehr bedürfen. Das ist der ausschließliche Zweck de« selbstlosen, mit guten Abbildungen »ersehenen Buche«, Lieb- und Segen für Ostpreußen bei allen Deutschen zu werben und wachzuhalten. Und da» betonen auch die Geleitworte, welche Seine Crzellcnz der Obcrpräsident der Provinz Ostpreußen Herr von Batocki dem Buche von Paul Burg auf den Weg gegeben hat. Zum Feste der Liebe, zu Weihnachten, erschien kein Buch, das mehr geeignet und würdiger wäre, als Geschenk ge geben und genommen zu werden, denn Paul Burg« Ostprcußenbuch! Ferner liegt in siebenter Auflage zur Versendung bereit: Der Ostdeutsche Kriegsalmanach für das Jahr 1916 hcrausgegeben von Rudolf Herbert Kaemmerer Mit vielen Bildbeigaben M. I.— In Leinen M. 2.- Hlrof. Or. Buchholz im Berliner Tageblatt! . . . Rudolf Herbert Kaemmerer hat jetzt diese ^ Klippe vermieden. Sein „Ostdeutscher Kriegsalmanach 1916" greift höher. Eine feine und kritische, dabei liebenswürdige Hand, eine Künstlerhand hat diesen Strauß gewunden. Nichts Banales und Gleichgültiges, nichts Lautes und Schreiendes, keine Pose und kein Pathos, aber auch kein leeres ästhetisches Spiel. Eine Har monie gedämpfter Klänge voll Tiefe und Wärme, die glücklich zusammenstimmen. Ein Kriegsunterhaltungsbuch im besten Sinn. Ein Buch, das zugleich für unseren Osten zeugt, für das wenig gekannte und oft mit Unrecht über die Achsel angesehene »Ostelbien", als wenn es literarisch und künstlerisch nur ein minderwertiges Anhängsel unseres Vaterlandes sei. Ein Buch, das in die ernste und feste Kriegsstimmung hineinpaßt, aus der es hervor gewachsen ist — „gefaßte Mannheit, schlichtes Heldentum" kündend, wie es in Max Halbes hier veröffentlichtem Vorwort zum Schauspiel „Freiheit" heißt, »das jetzt während des Krieges in München zur Aufführung kam.