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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.11.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-11-08
- Erscheinungsdatum
- 08.11.1915
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- Deutsch
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260, 8. November 1015. Redakkloncller Teil. XVII. Nähe Metz. 1. Es besteht Bedürfnis nach Büchern, das sich in reger Nachfrage äußert. Im ersten Halbjahr des Krieges wurden fast nur Zeitungen gelesen; nachdem aber fast jede Kompagnie eine Bibliothek eingerichtet hat, greifen viele zu Büchern. 2. Schenkungen durch Vereine, Schulen usw. sind in ziem lichem Umfange erfolgt, ob aber weitere gemacht werden, möchte ich sehr bezweifeln. 3. Welche Bücher gelesen werden? Vor allen Dingen solche von wenigen Bogen Umfang. Bei uns sind meistens Hefte aus Rcclams Universal-Bibliothck und den Wiesbadener Volks büchern vertreten. 4. Meiner Ansicht nach wäre cs am besten, den einzelnen Kompagnie-Bibliotheken eine Anzahl passender Bücher zu empfehlen. Wehrmann Mägdefrau. XVIII. Posen, 25. Oktober 1915. 1. Bedürfnis nach Büchern besteht überall; die Heeresange hörigen lesen alles, was sie in die Hände bekommen. Am ge suchtesten sind kleine, leicht faßliche Lehrbücher der fremden Spra chen, Berichte über den bisherigen Verlauf des Krieges und von den übrigen Fronten, aber auch Lehrbücher über Berufe zum weiteren Studium und zur Ausbildung, sowie über Verdienstmöglichkeiten nach dem Kriege. Ganz gleich welchen Berufes, ob Elektrotechniker, Landwirt, Kaufmann oder dergleichen. 2. Kleine Bibliotheken und Schenkungen von Büchern hat man an sehr vielen Orten; hauptsächlich auf den Wachen liegen solche aus; es handelt sich aber leider meist um Schundromane und minderwertige Erzählungen, die man nur in Ermangelung besserer Schriften liest, zudem sind es fast durchgängig ältere Bücher. 3. Wie bereits unter 1 erwähnt, wird jedes Buch, jede Zeit schrift gelesen, die dem Feldgrauen unter die Hände kommt, jedoch halte ich die dort bereits erwähnten Bücher für die zweckmäßig sten und gesuchtesten. Natürlich sind die Charaktere sehr verschie den, ebenso wie die Lebensanschauungen und geistigen Bedürf nisse stark voneinander abweichen; durch persönliche Entbehrungen und Gefahren, Sorgen um die Angehörigen usw. ist der Geist des einen abgestunrpft, der des anderen gefestigt. 4. Infolge Reklame und Empfehlungen durch die einzelnen Kompagnicführer. Hier möchte ich jedoch einflechten, daß in folge der Teuerung und schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse viele Heeresangehörige etwaige kleine Überschüsse für Nahrungs mittel verwenden und nicht ans Bücherkaufen denken werden. 5. Adressen von Feldbuchhandlungen kann ich Ihnen leider nicht angeben; am einfachsten ist es, sich deswegen an die Kom mandostellen der verschiedenen Armeekorps zu wenden. Diese Buchhandlungen stehen unter militärischer Zensur: sie dürfen nichts führen, was unter Umständen den deutschen Interessen nachteilig sein könnte, wenn es in Feindeshand fiele, also Karten, Pläne usw. Um diese Institute zu einer zweckmäßigen Befriedi gung literarischer Bedürfnisse heranzuziehcn, werden die Kom mandostellen sicher gern behilflich sein. Grenadier Rudolf Geile l. XIX. Achel, 26. Oktober 1915. Es wird höchste Zeit, daß sich der Buchhändler selbst des drin genden Bedürfnisses der Truppen nach Lesestoff annimmt.'Denn vieles, vieles ist in dieser Sache schon gesündigt worden! Ein großer Teil, ja vielleicht der größte des Bücherbestandes setzt sich aus freiwilligen Liebesgaben zusammen, und da ist immer das geschenkt worden, was man gern los sein wollte. Fürs Feld war's ja gut genug. Nachstehend nur eine Auslese aus einer Büchersendung an die Kompagnie: Der VII. Deutsche Abstinententag zu Augsburg. Gesamtübersicht und Vorträge. Neue Christoterpe. Ein Jahrbuch. Hrsg, von Frommcl, B. u. K. 1895. Bilder aus dem Natur- und Menschenleben. Ein Lesebuch von Th. Rümpler. 1849. Grundig, Religionsbuch. 1884. Einige Bände Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1884 und 1885. Das Gehen und der Gehsport, von W. Kaiser, und daneben viel minderwertiges Zeug, kleine Broschüren, Groschen-Romane, die viel Ähnlichkeit mit Schund haben. Und das bietet man Männern, die teils durch geistigen Hunger, teils durch Langeweile getrieben zum Buche greifen, manche vielleicht zum ersten Male! Hier bietet sich dem Buchhändler ein gewal tiges Betätigungsfeld. Der Soldat im Schützengraben, der Kranke und Verwundete, der Landsturmmann, jeder braucht an dere Bücher. »Vorn« und in den Lazaretten brauchen sie vor allem Ablenkung. Da kommen nur leichte Bücher (Erzäh lungen, Reiseerlebnisse, humoristische Werke) in Betracht, wäh rend in den Etappen wissenschaftliche und philosophische Werke eher Anklang finden werden. Vor allem aber muß es der Buch handel denen daheim mundgerecht machen, geeignete Kataloge herausgeben, in den Zeitungen durch Artikel das Interesse »draußen« und »daheim« zu wecken suchen und den Versand in die Hand nehmen. Karl Ehmann, Einj.-Freiw., zur Zeit bei der Bahn- und Grenzschutzkompagnie Achel (Belgien). (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Errichtung eines WeltkriegsmuseumS in Breslau. — Die Errich tung eines Museums des jetzigen Weltkrieges ist nunmehr von der Stadt Breslau, die damit auf eine Anregung Professor vr. Masners, des Direktors des Schlesischen Museums für Kunstgewcrbe und Alter tümer, zurückgeht, beschlossen worden. Uber das Gebäude, in dem das neue Museum untergebracht werden soll, sind noch keine bindenden Ent schlüsse gefaßt worden. Mit den Ankäufen wird aber schon jetzt be gonnen. Dabei soll nicht nur auf die historischen und kulturhistorischen Dokumente Wert gelegt werden, oder auf die militärischen Samm lungsgruppen; es sollen auch vor allen Dingen Werke der Kunst er worben werden, in denen sich die kriegerischen Ereignisse dieser Zeit spiegeln. Im Januar des kommenden Jahres soll dann im Lichthofe des Kunstgewerbemuseums eine Ausstellung aller bis dahin gemachten Erwerbungen stattfinden. — Übrigens wird auch die Abhaltung einer österreichisch-ungarischen Kriegsausstellung geplant, und zwar soll sie vom 1. Mai bis zum 1. September des kommenden Jahres in Wien stattfinöen. Kricgöbcschädigtcu-Fiirsorgc der Angcstellteu-Vcrsichcrung. Ein Beschluß von sozialer Bedeutung ist kürzlich vom Direktorium der Neichsversicherungsanstalt für Angestellte gefaßt worden. Bekanntlich wird in zahlreichen Fällen für die Kriegsbeschädigten wichtiger als eine Geldunterstützung die Möglichkeit sein, ihnen einen neuen Beruf zu eröffnen. Die Neichsversicherungsanstalt fiir Angestellte will daher die ihr gesetzlich gegebene Möglichkeit, Heilverfahren zu bewilligen, dahin auslegen, daß Berufsberatung und Berufs-Umlernung kriegs- beschädigter Versicherten als Heilverfahren angesehen wird und daß die Kosten hierfür übernommen werden, soweit sie nicht von dritter Seite getragen werden. Bemerkenswert ist insbesondere, daß derartige Kosten auch dann übernommen werden sollen, wenn der bisher Ver sicherte in dem neu zu erlernenden Beruf nicht mehr versicherungs pflichtig sein wird. Die Berufsberatung und Berufsumlcrnung sollen durch die für die Kriegsbeschädigten-Fürsorge gegründeten öffentlich- rechtlichen Organisationen erfolgen. Voraussetzung für die Kosten erstattung ist, daß der Neichsversicherungsanstalt Gelegenheit zur Ent schließung über dieses besondere Heilverfahren vor dessen Einleitung in jedem Einzelfalle gegeben wird. In Dringlichkeitsfällcn wird von diesem Erfordernis jedoch stillschweigend abgesehen werden. Innerhalb dieses Rahmens übernimmt die Neichsversicherungs anstalt mithin: 1. die Kosten der Hin- und Rückreise nach dem Aus bildungsort in der dritten Wagenklasse; 2. die Kosten des Unterrichts und der notwendigen Unterrichtsmittel: 3. die Kosten für Wohnung und Verpflegung am auswärtigen Aufenthaltsorte gegen besonderen Nachweis bis zu einem täglichen Verpflegungssätze von höchstens 6.-. 1471
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