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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.10.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-10-21
- Erscheinungsdatum
- 21.10.1915
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- Deutsch
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Nr. 248. oder deren lRaum koktet 30 -Pf. Dei eigenen Anzeigen zahlen « r Mitglieder ttlr die Seile l0 -pk.. für '/. 6. 32 M. statt 3S M.. t ^ silr6.17 M. statt IS M. Stellengesuche werden 101>f. pro Z ^ Raumi?A^'^.^^M^^.262^?.^sÄM.OsarNichO ; Leipzig, Donnerstag den 21. Oktober 1915. 82. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Bekanntmachung. Die im Jahre 1887 verstorbene Frau vr. Fanny Fried» laender in Berlin hat dem Unterstützungs-Verein zur bleiben- den Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten testamentarisch ein Kapital von 10 090 ^ behufs Errichtung einer Julius Friedlaender-Stiftung vermacht. Nach der letztwilligen Bestimmung der Erblasserin sind die Zinsen des Stiftungs-Kapitals alljährlich im November zu einer Hälfte an die Witwe eines Buchhändlers oder Buchhandlungs- gehtlsen, zur andern Hälfte an einen kranken oder sonst bedürf tigen Buchhändler oder Buchhandlungsgehilfen zur Verteilung zu bringen. Vorher sollen Reflektanten durch eine vom Vor stand im Börsenblatt zu veröffentlichende Bekanntmachung zur Meldung aufgefordert werden, was hiermit geschieht. Berlin, im Oktober 1915. Der Vorstand des Unterstützungs-Vereins Deutscher Ouchhändter und Sucht,andtungs-Gehülfen. vr. Georg Paetel. Edmund Mangelsdorf. Max Schotte. Max Paschke. Reinhold Borstell. Vom Antiquariatshandel. v. - (IV stehe Nr. 191.» Versteigerung der Bibliothek Sello. — Antiquar katalog c. Wenn auch im Laufe des begonnenen Herbstes schon einige Auktionen stattgefunden haben, so waren sie Wohl mehr zu dem Zwecke veranstaltet worden, um den Zusammenhang der be treffenden Handlungen mit ihrem Kundenkreis in dieser Hinsicht aufrecht zu erhalten, alte Beziehungen nicht ganz einschlasen zu lassen, vielleicht auch, um toten Lagervorräten (diese brauchen dabei gar nicht einmal nur ein und demselben Antiquariat zu entstammen) ein wenig Bewegung zu verschaffen. Den Eindruck machen die ausgegebenen Kataloge. Manches der Bücher wird den Weg zu seinem ursprünglichen Platze wieder zurückgefunden haben, die Mehrzahl hat aber doch möglicherweise den Besitzer gewechselt. Es ist schwer, das mit Sicherheit zu sagen. Es sind mehr Vermutungen, wenn auch, sie auszusprechen, wohl Gründe vorliegen. Jetzt aber werden wir durch die einander folgenden Verstei gerungen zweier bedeutender Bibliotheken überrascht. Am 26. Ok tober und den folgenden Tagen kommt bei Rudolph Lepke in Berlin eine »Bücherei aus dem Nachlaß des Herrn Justizrats Erich Sello« unter den Hammer, und am 2. November und den darauf folgenden Tagen eine gleiche »aus dem Nachlaß, des Herrn Siegfried Joachimson in Hamburg«. Die erste ist die bedeutendere. Sie hatte schon einen gewissen Ruf. Liest man jetzt ihren, diesmal übrigens von Lepke aus- ! nahmsweise recht gut bearbeiteten Katalog durch, so steigert sich ^ allmählich das Behagen. Es ist eine durchaus anheimelnde Sammlung. Man fühlt sich versucht, sie mit der Bibliothek von Eduard Grisebach in Vergleich zu ziehen. Das will für den Kundigen viel sagen. Freilich, Grisebach war von vornherein auch Literat und Forscher von Berus, und das gibt seiner Bü cherei das Übergewicht; der geistvolle Jurist und berühmte Ver teidiger Sello war Bllcherliebhaber nur im Nebenamte. Aber ein Gemeinsames lebt in beiden Sammlungen: das ungemein weitreichende Interesse, die feine persönliche Note, der Sinn für den wirklichen und bleibenden Wert, das gänzliche Freisein von »bibliophilem Snobbismus«. Mag auch das klassische Altertum, namentlich auf dem Ge biete der »schönen Literatur«, mag die ganze Weltliteratur der Franzosen, Italiener und Engländer, der Spanier und Portu giesen, der Russen, der Inder, Perser, Türken, der Litauer, Fin nen, der Japaner usw. eine keineswegs unbedeutende Rolle in der Sammlung spielen, in ihrer Hauptsache ist sie doch deutsch, ur- deutfch, und darin von einer erstaunlichen Vielseitigkeit. Man zählt die Häupter seiner Lieben, und sieh, es fehlt kein teures Haupt. So versteht man erst die Bemerkung in dem liebenswür digen Vorwort von Bruno Marwitz recht, wo er sagt, daß sich Sello mit dem Gedanken getragen habe, »einst, wenn er sich zur Ruhe gesetzt habe, eine Sammlung herauszugeben, die er etwa: ,Verlorene Perlen deutscher Literatur" benennen wollte«. Das Material dazu ist hier vereinigt. Schade darum, daß es nun wieder verstreut werden soll. Der Gedanke, daß sich vielleicht doch ein Mann noch finden könnte, der die Bibliothek im ganzen kauft, ist zu schön, als daß er sich Wohl verwirklichen wird. Also vor allen Dingen deutsche Literatur, und zwar, soweit das einem privaten Sammler überhaupt noch erreichbar ist, in den ersten, sonst in diesen gleichwertigen Ausgaben und Drucken, deutsche Literatur von ihrem Beginn an bis auf die neueste Zeit. Es läßt sich nicht vermeiden, eine Reihe von Namen, von guten und schönen Ausgaben, von Seltenheiten zu nennen. Da sind Originaldrucke von Schriften des Erasmus, Reuchliu und Hutten, von Luther, Zwingli und Bugenhagen, von Fi schart, von Sebastian Franck, von Frisch! in (Phasma 1592), von Wickram und Rollenhagen; das Helden buch (Frankfurt a. M.: Feyerabendt 1590), die Hai- monskinder (Cöln 1595), der Grobianus (1575), und andere Volksbücher, der Thewerdanck in einer Frankfurter Ausgabe von 1563; Zincgress Apophthegmata (Strahlung 1628), vieles von MartinOpttz, von SimonDachdie Poe tischen Werke (Königsberg 1696) u. a., von Fleming Letti sche Poemata (Jena 1660), von Log au die Sinngedichte in der Breslauer Ausgabe von 1654 und in der von Ramler und Lessing herausgegebenen (Leipz. 1759), von Mosch erosch die Wun derlichen und warhafftigen Gesichte Phtlanders von Sittewald (Stratzb. 1650), von Grimmelshausen das wunderbarkche Vogel-Nest (1672), der Simplicissimus in der Ausgabe des Stutt garter Literar. Vereins, von Hofmann von Hofmanns waldau die Deutschen Übersetzungen und Gedichte (Breslau 1679—80), von Ehr. Weise Der grünen Jugend nothweudige Gedancken (LPz. 1675) und Die dreh klügsten Leute in der gantzen Welt (LPz. 1684), von CH r. G ü n t h e r die Sammlung von Gc- 1409
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