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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.08.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-08-30
- Erscheinungsdatum
- 30.08.1915
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. 200, 30. August 1915. wobei er den Vorstandsbeschlutz bekanntgab, datz die geplante Herbstversammlung bei der Wichtigkeit des Verhandlungspunktes, besonders für das Sortiment, durch zwei Vorstandsmitglieder unseres Verbandes beschickt werden würde. Herr Kommerzien rat Förster erbat sich noch einige Aufklärungen, die Herr Nitsch- manu ausführlich gab. In klaren und kurzen Worten fatzte Herr Diederich nochmals die Bestrebungen der Gründung bzw. Um gestaltung zusammen, wonach sich Herr Schreiber-Marienberg energisch für den Plan aussprach, da er sich große Vorteile für das Sortiment durch Erreichung erstrebenswerter Ziele versprach. Die Aussprache über diesen Punkt wurde darauf geschlossen. Man wird nunmehr abwarten müssen, was die Herbstversammlung an Anregungen und Beschlüssen bringt. Herr Focken-Dresden ergriff nunmehr das Wort zu einer Anregung, die im Felde stehenden Mitglieder seitens des Ver bandes durch eine Liebesgabe zu erfreuen. Man griff den Ge danken nach den Erfahrungen, die der Dresdner Verein mit seinen Liebesgaben an seine Mitglieder gemacht hatte (s. die Dank briefe in Nr. 161 des Börsenblattes), freudig auf und beschloß, die Mitglieder zur Zeichnung von freiwilligen Beiträgen für ge nannten Zweck aufzusorderu. Herr Bräuninger dankte noch in bewegten Worten für die ihm verliehene Ehrenmitgliedschaft, worauf der Vorsitzende die Versammlung schloß und die Verlesung der Verhandlungsnieder schrift anordnete. Nachdem am Abend vorher, im Anschluß an eine Vorstands sitzung, sich die bereits anwesenden Mitglieder zu einem recht ge mütlich verlaufenen Begrllßungsschoppen im Ratskeller zusam mengefunden hatten, vereinigte man sich nun zu einem gemein samen Mahl, ebenfalls in dem reizvoll an der Elbe gelegenen »Italienischen Dörfchen«, das in seiner Neuerstehung entschieden eine Sehenswürdigkeit bildet. Man sah aber von den üblichen festlichen Veranstaltungen und längeren Reden, der Zeitlage Rech nung tragend, ab. Indessen möchte ich den Bericht nicht schließen, ohtie die poetischen Worte des Herrn Wenck-Chcmnitz anzufllgen, mit welchen er die Anwesenden erfreutet Der Schreck, der Ulis vorm Jahr erfaßte, Als von Verrat und List umstellt Wir als das Volk, das best-gehaßte, Urplötzlich standen in der Welt — Er ist wie Butter an der Sonnen Vor deutscher Kraft und Einigkeit, Vor Gottes Macht in Nichts zerronnen Und tot für jetzt und alle Zettl Hei, wie sich heut' die Glieder straffen, Durchleben nochmals wir beglückt Die Zeit, da wir ein Volk in Waffe», Dem Feind sind auf den Petz gerückt, Daß sie, die uns mit Tod bedrohten, Statt uns die Gurgel umzudrehw, Aus ihrem eig'nen Grund und Boden Nun deutsche Fahnen flattern sehn. Was kümmern uns da kleine Sorgen! Ein Jahresdesizit, was tut's? — Ist Deutschlands Zukunftsglück geborgen, So sind wir stolz und frohen Muts! Und gar wir wack ren Buchverkäufer, In denen stets Begcistrung steckt, Wir sind nicht Schlemmer und nicht Säufer, Die schmale Kost zu Boden streckt! Wir tragen lachend Not und Dalles, Bis Frieden wieder uns umsonnt — Heil Deutschland, Deutschland über alles! Heil unfern Freunden an der Front! B. Gensel-Grimma. Kleine Mitteilungen. Reisende Bibliotheken. — Seit mehreren Jahren hat sich in Holland der Brauch eingebürgert, einsam gelegenen Gemeinden da durch über die langen »nd einförmigen Wintertagc htnwegzuhelfcn, daß ihnen auf Wunsch eine kleine Bibliothek leihweise überlassen wirb. Eine solche Bibliothek besteht aus IM Bänden wissenschaftlichen und erzählenden Inhalts, und sie wird jeder Gemeinde zugesandt, die sich bei der Vertciluugsstelte in Amsterdam darum bewirbt. Den Gemeinden erwachsen aus der Zusendung keinerlei Kosten, nur die Benutzer haben für jedes Buch, das sic zu lese» wünschen, t Cent Leihgebühr zu bezahlen. Aus diese Weise wird nicht nur dem Volke eine billige und gesunde geistige Nahrung zur Unterhaltung geboten, sondern es werden auch in den entferntesten Dörfern die wissen schaftlichen Ergebnisse unserer Tage in leicht faßlicher Form ver breitet. Die Bibliotheken, die im Oktober ihre Reise antreten und im Mai nach Amsterdam zurückkchren, erfreuen sich einer stets wach senden Beliebtheit. Ais das Untcrnehmeu vor sieben Jahren ins Leben trat, versandte cs 25 solcher Bücherkisten mit je hundert Bänden, im letzten Jahre dagegen schon 115, und in diesem Jahre wird die Zahl noch größer werben. Studium der Handelswissenschasten. — An der Universität Gens ist der Fakultät ckss Sciences öconomiques et sociales eine Handels abteilung (Institut ckes trautes ötuckes eorninercrales) ungegliedert wor den, die am 15. Oktober eröffnet werden soll. Verkauf beschlagnahmter Metalle an Händler. — Durch die Zei tungen ging die Mitteilung, daß Metall und Alt-Metall gemäß 8 5 und ß 6 der Beschlagnahmeversügung vom 1. Mai 1915 <L. 1./4. 15. LRL) entweder gegen Belegschein ober gegen schriftliche Er klärung, datz die Ware sllr Kriegslieferungen Verwendung finden soll, an Händler verkauft werden könnte. Diese Auffassung trifft nicht zu. Nach 8 Skr 2 der genannten Verfügung ist von den Abnehmern die Verwendung zu Kriegslieserungen durch vorschriftsmäßig ausgesüllte Belegfchcine nachzuweisen: s> auf Anfordern des Lieferers, V) bei allen Lieferungen an Personen, Firmen usw., deren Bestände nicht be schlagnahmt sind, o) bei Lieferungen an Händler, sofern es sich nicht um Abfälle oder Rückstände handelt. SfirechsM. Gegen de« Mißbrauch der Bezeichnung „Buchhandlung". <Vgl. Nr. 173, 176 u. 179.) Der Börfenverein der Deutschen Buchhändler stellt eine Macht dar, mit der seine Mitglieder viel zu wenig rechnen. Während jeder Krämer sich leider ungehindert als »Buchhändler« bezeichnen darf, ist cs z. B. den Drogisten, selbst wenn sie gelernte Apotheker sind, nicht gestattet, sich »Apotheker« zu nennen. Die Be zeichnung »Buchhändler« dagegen ist vogelfrei. Es erscheint demnach angezetgt, baß die Buchhändler als Mit glieder des Börsenvereins ihre berufliche Zusammengehörigkeit tm Gegensatz zu den Auchbuchhänblern auch äußerlich dem Publikum und den Behörden gegenüber kundtun. Zu diesem Zwecke wäre der Börsenverein zu veranlaßen, für feine Mitglieder ein in die Augen fallendes, gesetzlich zu schützendes Plakat Herstellen zu lasten, etwa so: Wappen B.-V. Mitglied des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Dieses Vereinsabzeichen hätten die Mitglieder des Börsenveretns so viel als möglich auch aus allen für das Publikum bestimmten Ge- fchäftssormularen zu verwenden, damit weitere Kreise zu der Er- kenutnis gelangen, daß nur diejenigen als wirkliche »Buchhändler« gelten, dle sich als Mitglieder des Börsenvercins ausweisen. Die Verleger von Zeitschriften werden sicherlich das reguläre Sortiment zu unterstützen bereit sein, indem sie durch kostenlose Aus nahme einer Anzeige in ihren Organen darauf Hinweisen, daß die als Mitglieder des Börsenvercins gekennzeichneten Buchhandlungen in erster Linie sür die Besorgung des literarischen Bedarfs in Frage kommen. Auf diese Weise muß es mit der Zett gelingen, den wirklichen Buchhändlern das zu sichern, was ihnen von Rechts wegen zukommt. IA. 8. Verantwortlicher N-dalt-ur: T m s I T ö ° m a S. - Verlag: Der B I! r I - n v c r e t n der Deutschen Buchhändler ,,t Leipzig, Deutsches BnchhLndlerhau». Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich ln Leipzig. - Adresse der Redaktion und Exp-ditton: Leipzig, BertchtSweg LS s«„chhs,ndt<»hauSs. 1204
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