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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.08.1915
- Strukturtyp
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- 1915-08-11
- Erscheinungsdatum
- 11.08.1915
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- Deutsch
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Nörsinblatl f. d. Dtschn. Buchhandc.. Redaktioneller Teil. 184, 11. August 1915. irgendeiner Weife zu beleidigen oder verächtlich zu machen ge eignet wäre oder aufhetzend wirken könnte. Der schweizerische Verlag und das Sortiment haben in die ser Beziehung bis jetzt im allgemeinen nicht enttäuscht, wir wollen aber auch in Zukunft alles von uns fernhalten, was uns berech tigte Vorwürfe eintragen könnte. Damit ist aber nicht gesagt, daß ein rechtes und kräftiges Schweizerwort, das ruhig und offen seine Meinung sagt, auch wenn es da oder dort bei überempfindlichen Leuten anstoßen sollte, nicht seine Berechtigung hätte. Wer unserem Volke etwas zu sägen hat, das zum Frieden im Land und zum gegenseitigen Sichverstehen beitragen kann, der soll beim schweizerischen Buch handel aller Landesteile, gute Aufnahme und wirksame Unter stützung finden können! Der Kräftigung unseres nationalen schweizerischen Denkens wollen wir in erhöhtem Maße Rechnung tragen durch Verlegen und Vertrieb guter schweizerischer Literatur. Verlag und Sorti ment haben da noch ein weites, dankbares Wirkungsfeld zu be arbeiten. Wenden wir uns nun zu den erfreulichen Begebenheiten des abgelaufenen Vereinsjahres, so dürfen wir eine Reihe von Firmen aufzählen, die in der Lage waren, Jubiläen zu feiern. Auf ein IVOjähriges Bestehen kann im Laufe des Jahres 1915 zurückblicken die Firma F. SemmingerinBern, während den 50jährigen Gedenktag ihres Geschäftes begehen konnten die Firmen A. Funk, Zürich, die Zweigniederlassungen Basel und St. Gallen der Firma Hug L Co. in Zürich, C. Schoch, Schaffhausen, Speidel L Wurzel, Zürich, C. Strübin-Blattmer, Zug. Den jetzigen Inhabern dieser Firmen seien die herzlichsten Wün sche für ein ferneres kräftiges Blühen und Gedeihen ihrer Ge schäfte dargebracht. Am 22. Oktober feierte unser verehrter Herr Ebell seinen 70. Geburtstag. Gern denken wir an die langjährigen treuen und unverdrossenen Dienste, die unser stets jugendliches Vorstandsmit glied unserem Vereine und dem schweizerischen Gesamtbuch handel geleistet hat. Möge er noch manches Jahr mit gleicher Rüstigkeit und unerschütterter Arbeitskraft unter uns weilen! Aber noch einem anderen Jubilar dürfen wir heute von Her zen Glück und kräftiges Weitcrgcdeihen wünschen: dem Züricher Buchhändlerverein, der die Feier seines fünfzigjäh« rigenBestehens begehen durfte. Es ist ja jetzt nicht die Zeit zu großen Festen, und darum haben unsere Züricher Kollegen davon abgesehen, eine eigentliche Feier zu veranstalten. Wir wollen aber dankbar all dessen geden ken, was wir schweizerischen Buchhändler diesem Verein an vor bildlicher Kollegialität und treuer Gastfreundschaft zu verdanken haben. Von unserem Kollegen Ebell werden mir die nachstehenden kurzen Mitteilungen zur Verfügung gestellt: »Der Buchhändlcrverein in Zürich, gegründet im Jahre 1865, darf mit Befriedigung auf sein üOjähriges Bestehen zurück blicken. Bis in die Mitte der sechziger Jahre führten die alten, hoch angesehenen Firmen Orell Fllßli L Cie., Friedrich Schultheß, Salomon Höhr und Meyer L Zeller ihre Geschäfte in vornehmer Ruhe, nur hier und da einmal ein wenig gestört durch Übergriffe der Firma Franz Hanke, die ein gemischtes Antiquariats- und Sortimentsgeschäft betrieb. Diese angenehmen Verhältnisse än derten sich, als im Jahre 1884 Cäsar Schmidt die Schabelitz'sche Buchhandlung zur Münsterburg käuflich erwarb und als vor wärtsstrebender junger Mann danach trachtete, das junge Ge schäft durch alle erdenklichen Mittel, erlaubte — wenn auch bis dahin in Zürich nicht übliche —, zuweilen aber auch durch un erlaubte, zu fördern. Dies gab für die anderen Firmen den Anstoß zu engerem Zusammenschluß und führte 1865 zur Gründung des Buchhänd lervereins in Zürich. In der Hauptsache befaßte sich unter dem 1184 Präsidium von August Reimmann und Friedrich Schultheß der Verein mit der Bekämpfung von Ausschreitungen, Rabattange boten u. dergl. Zum geselligen Verkehr kam es nur bei der Zü richer Messe, die damals erst in der dritten Juliwoche stattfand. Die allgemeine Not des Buchhandels in den siebziger Jahren, hervorgerufen durch zügellose Schleuderei, wurde auch für den Buchhändlerverein in Zürich zum festen Kitt, und unter der feu rigen und anfeuernden Leitung Heinrich Wilds, der auch kräftig in die große Bewegung des Gesamtbuchhandels eingriff, nahm der kollegiale Verkehr in Zürich einen merklichen Aufschwung. Anfang der achtziger Jahre traten die Berner Kollegen mit dem Plan, ein schweizerisches Vereins-Sortiment zu gründen, hervor; das beschäftigte die Züricher auf das lebhafteste. Zürich als Kommissionsplatz befürchtete nicht mit Unrecht den Nieder gang des Kommissionsgeschäftes, wenn die Gründung eines Ver eins-Sortiments an einem neutralen Orte zustande käme. Unter der vorsichtigen Leitung von Friedrich Schultheß verhielt sich die Mehrheit der Züricher Kollegen zurückhaltend dem Plane der Ber ner gegenüber, die mit der ihnen eigenen Zähigkeit das wohl durchdachte Unternehmen ins Leben riefen zum Wohl des ganzen schweizerischen Buchhandels. In den neunziger Jahren traten die Wirkungen der Schleu derei von außen immer deutlicher zutage, besonders in den aka demischen und Lehrerkreisen. Es kam zur Gründung von Stu dentenbuchhandlungen in den Universitätsstädten der Schweiz; die dadurch hervorgerusenen Schädigungen machten sich in Zü rich aufs empfindlichste fühlbar. Es bedurfte mehrjähriger Kämpfe und langwieriger Verhandlungen, um die Bewegung zum Stillstand zu bringen und wieder gesunde Verhältnisse herbeizu führen. Die Aufrechterhaltung unseres Tarifs, des Grundpfei lers für die Solidität des schweizerischen Sortimentsbuchhan dels, war ernstlich bedroht. Die ruhige und bedächtige Leitung des Züricher Vereins unter Hermann Faesi, der von mehreren Züricher Kollegen kräftig unterstützt wurde, hat wesentlich zur Abwendung der drohenden Gefahr beigetragen. Ihren endgülti gen Abschluß fand die bewegte Zeit durch das Inkrafttreten der Satzungen des schweizerischen Buchhändlervereins im Jahre 1901. Vorher noch, im Jahre 1899, hatte der Buchhändlerverein in Zürich die große Freude, die allen Teilnehmern unvergeßliche dreitägige Feier des 50jährigen Bestehens des schweizerischen Buchhändler vereins ins Werk zu setzen. Während der letzten 14 Jahre hat sich das Vereinsleben in ruhigen Bahnen bewegt, so daß man friedlichen Einrichtungen seine Aufmerksamkeit zuwenden konnte; so wurde z. B. der ge meinsame Bezug der Schulbücher für die Handels- und Industrie schule ins Leben gerufen. Durch die persönliche Annäherung hat sich ein angenehmer kollegialer Verkehr eingebürgert, der jede Mißhelligkeit im Keime erstickt. Nach dem Rücktritt Hermann Faesis von seinem Amt, 7. No vember 1908, wurde C. M. Ebell als Nachfolger gewählt, und er bekleidet das Amt des Vorsitzenden auch jetzt noch. Wirft man einen Blick auf die zurückgelegten 50 Jahre, so gewinnt man die Überzeugung, daß die Gründung des Ortsver- eins für die Züricher Kollegen von großem Segen war, noch ist und hoffentlich auch für ferne Zeiten sein wird.« Ilm an den vorjährigen Jahresbericht anzuknüpfen, gedenken wir mit Freude, aber auch mit etwas Wehmut unserer Prächtigen Landesausstellung, unter deren gewaltigem Banne unsere letzte Zusammenkunft stattgefunden hat. Wie war sie berufen, Tausenden von Besuchern aus nah und fern vor Augen zu führen, was ein tüchtiges, arbeitsames Volk auf den verschiedensten Gebieten in fleißiger Arbeit zu lei sten vermag! Wie vielversprechend war der Beginn, und mit voller Berechtigung glaubten Aussteller und Komitees auf einen durchschlagenden Erfolg rechnen zu dürfen. Doch es hat nicht sollen sein. Von Anfang August an standen die mächtigen Hallen leer, und die Säle, die den enormen Strom der Besucher kaum zu fassen vermocht hatten, hallten Wider vom Schritt der einsamen militärischen Wachtposten. Allerdings hob sich im Laufe des Herbstes der Verkehr wieder einigermaßen, und an der einfachen Schlußfeier konnte mit Recht betont werden, daß all die riesige Arbeit doch nicht umsonst gewesen sei.
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