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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.08.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-08-09
- Erscheinungsdatum
- 09.08.1915
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- Deutsch
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- Saxonica
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^ 182, 9. August 1915. Redaktioneller Teil. sprechung der Bücher in den Zeitungen gefordert. Eine Zu schrift lautet: »Durch häufigere und sachlichere Bücherbesprechungen — nicht nur Abdruck von Waschzetteln — in angesehenen Zeitungen ließe sich vielleicht im nächsten Jahre das Publikum in stärkerem Maße zur Literatur hinfiihren.« Eine ausführliche Äußerung zu dieser Frage liegt von Herrn Hermann Seippel, Hamburg, vor. Es heißt dort: »Abgesehen nun von den Katalogen für Weihnachten, würde m. E. für den Börsenverein eine große und wertvolle Aufgabe darin be stehen, die gute Tagespresse für die Besprechung von Neuig keiten zu gewinnen. Was in dieser Beziehung bis jetzt geschieht, bzw. geschehen ist, nützt weder dem Verlag noch dem Sortiment, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil die Redaktionen nur Bücher berück sichtigen, die ihnen umsonst zugesandt werden. Aber auch bei diese» wird nach keiner Richtung hin etwas Gutes geboten. Die Re daktionen müßten dahin gebracht werden, einzuschen, daß sie das Publikum zu erziehen und dafür auch Opfer zu bringen haben. Statt dessen enthalten die Tagesblätter in völlig unsyste matischem Durcheinander Besprechungen von Büchern, die für das große Publikum ohne Bedeutung und Interesse sind. Wenn z. B. eine besondere ,L i t e r a t u r b e i l a g e' Lehrbücher oder Fachwerke behandelt, so ist das einfach töricht. Angesichts der Tatsache, daß jetzt ungezählte Tausende von Lesern nur aus den Tagesblättern ihre geistige Nahrung ziehen, sollte es Aufgabe des Buchhandels sein, die Zeitungen in dem von mir angedeuteten Sinne zu beeinflussen. Wenn hier ein Erfolg erzielt würde, dürfte auch eine heilsame Ein wirkung aufs Publikum nicht ausbleiben. Zum Schluß möchte ich noch eintreten für eine Bekanntmachung des Börsenvcreins-Vorstandes bzw. Aufforderung an den Verlagsbuchhandel: Die Versendung der Rezensionsexemplare nicht vor Ausgabe der betr. Bücher im Buchhandel vorzunehmen. Das geschieht aber trotz wiederholter einzelner Vorstellungen immer wieder. Der Verlag müßte doch endlich begreifen, daß er sich durch seinen Übereifer selbst, daneben aber auch das Sortiment, schädigt.« (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Studicngcscllschast für die soziale» Folgen der Krieges. — Der Weltkrieg, der die Schlachtfelder mit Blut düngt, der die Großstädte entvölkert und sie in Krankenlager verwandelt hat, bedeutet zugleich eine ungeheure Vernichtung und Verwüstung der Produktionskräfte und der Produktionsmittel, des in der zivilisierten Welt angefammelten Reichtums und der Quellen selbst, der persönlichen sowohl wie der sachlichen, der gesellschaftlichen Produktion und der mit ihr zusammen hängenden Kultur; er bedeutet eine wirtschaftliche Katastrophe, der ge genüber die bekannten kapitalistischen Handelskrisen, alle zusammen- genommeu, wie ein blasser Schatten, wie ein Nichts in den Hinter grund treten. Aus dieser ungeheuren Verwüstung, aus dem wirt schaftlichen Chaos, das der Krieg erzeugt hat und das täglich mit stei gender Gewalt, in immer größeren Dimensionen um sich greift, wird sich Europa und mit ihm die ganze Welt zu einer neuen wirtschaftlichen Gestaltung burchzuarbeite» haben. Inmitten der allgemeinen Zer störung stellt sich deshalb die Studiengesellschast für die sozialen Folgen des Krieges zum Zweck, jetzt schon der kommenden sozialen Neugestal tung durch Klarlegung der wirtschaftlichen, finanziellen und sozial politischen Ergebnisse des Krieges wissenschaftlich vorzuarbeiten. Zur Erreichung dieses Zweckes stellt sie sich folgende Aufgaben: 1. Die Sammlung der gesamten einschlägigen Literatur in allen euro päischen Sprachen. L. Die Klassifizierung des Materials, um dessen wissenschaftliche Verarbeitung zu erleichtern, g. Die Verarbeitung des Materials. Die Gesellschaft besitzt eine spezielle Bibliothek für soziale Kricgsliteratur in Kopenhagen, Osterbrogade 86 6. Ein besonderer Raum steht jedermann zur Verfügung, der wissenschaftlich arbeiten will. Es ist in Aussicht genommen, über die Sammlungen und den Fortlauf der Arbeiten der Gesellschaft Bulletins herauszugeben. Deutsche Offiziere i» den Kunstsammlungen Antwerpens. — In einem längeren Artikel über das Leben in Antwerpen nach der Be setzung durch die Deutschen spricht das Amsterdamer »Handelsblad« mit großer Bewunderung von den deutschen Offizieren, die trotz ihres angestrengten Dienstes doch immer noch Zeit fänden, die Kunstsamm lungen der Stadt, besonders das Plantinmufeum, zu besuchen. Um den Geist zu kennzeichnen, der in den als so barbarisch verschrienen Deut schen herrscht, erinnert das niederländische Blatt daran, daß einer der ersten Besuche, die der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg und der Staatsminister Delbrück nach der Eroberung Antwerpens durch die Deutschen in der Stadt machten, dem Plantinhaus galt, und daß der Kanzler die Bemerkung, daß das Haus unter der Beschießung nicht gelitten habe, mit einem zufriedene» »Gott sei Dank« erwiderte. Mit einem gewissen Humor erzählt der Berichterstatter des »Handels blad« in seinen »Tagebuchblättcrn« wie er den Artikel betitelt hat, daß er jetzt nicht mehr die Ruhe zu seinen Studien finde, die er vor dem Kriege im Plantinhaus gesunden habe, denn jede Stunde klirrten auf der Treppe Sporen und Säbel von wißbegierigen deutschen Offi zieren, die die alten Räume besichtigen wollten. In Österreich verboten: Hans Eggimann, Satiren und Ein- iälle. Zürich, Art. Institut Orell Füßli. — Gustav Macasy, Die Chronik von Dirnau. sGeschtchte eines Dorfes.) Wien 1610, C. W. Stern. — lkarln Harle, tbe vogs cko baiü. sHorchl horch, die Hunde bellen.) Hamburg, Lucas Gräfe. — Ruropsou Revue: „Rill timt Rsgls". sEuropäische Revue: „Töte den Adler".) Hamburg, Lucas Gräfe. — H. A. L. Fisher, Der Wert kleiner Staaten. Lausanne, Payot L Comp. — James Bryce sViscount Bryce), Neutrale Völker und der Krieg. Lausanne, Payot L Comp. — Gilbert Murray, Ist Krieg berechtigt? Lausanne, Payot L Comp. — I. B. Bury, Deutschland und Slawenkultur. Lausanne, Payot L Comp. — K. W. Whitridge, Das Urteil eines Amerikaners über den europäischen Krieg. Lausanne, Payot L Comp. — Der Krieg, seine Ursachen und seine Mahnung. 6 Reden des britischen Ministerpräsidenten H. Asguith. Lausanne, Payot L Comp. — Edward Cook, Groß britanniens Bemühungen um die Erhaltung des Friedens. Lausanne, Payot L Comp. — Der europäische Krieg. Bericht einer Rede des Finanzministers David Lloyd George. Lausanne, Payot L Comp. — Der Krieg. Ein Vor- und Rückblick. Bericht dreier Reben, ge halten von Wtnston Churchill, Earl Kitchener und David Lloyd George. Lausanne, Payot L Comp. — James M. Beck, Die Doppelallianz gegen die Triple-Entente. Lausanne, Payot L Comp. — Bulgarische Sammlung. Heft 7. Sofia. Chopins Gcburtsstätte zerstört. — Chopin ist unweit der polnischen Stadt Sochaczew auf dem Gute Zalazowa Wola (Zelazowa Wola) ge boren. In dem Park befindet sich ein Denkmal des bekannten polnischen Komponisten. Das Geburtshaus wie das Denkmal sind während der Kämpfe um Sochaczew zerstört worden. Von dem Hause ist nichts mehr zu finden, das Denkmal bildet einen Trüm merhaufen. Es ist anzunehmen, daß die Zerstörungen auf Russen zuriickzuftihren sind. Aushebung des französischen Moratoriums. — Wie die franzö- schen Blätter melden, hat die französische Regierung jetzt nach Ablauf des erste» Kriegsjahres beschlossen, das bisherige Moratorium auf zuheben. Die durch das Moratorium bisher aufgehobenen Schulden zahlungen müssen jetzt erledigt werden, und zwar 28 Prozent bis Oktober, weitere 25 Prozent im März 1816 und der Rest Oktober 1818. Krieg und Kunst. - Unter der Leitung des Leutnants Schultze- Dornburg, der im bürgerlichen Leben Kapellmeister am Hosiheater zu Mannheim ist, veranstalteten einige feldgraue Bühnenkünstler in der Kathedrale zuRethelin Belgien eine Aufführung des » Liedes von der Glocke« mit der Begleitmusik von Romberg. Eine tan- sendköpfige Schar, vorwiegend Soldaten, füllte den Raum und folgte dankbar nnd ergriffen dem Vortrage. Das Gesamterträgnis wurde dem »Roten Kreuz« zugewenbet, das davon auf Antrag der Veranstalter dem Hilssfonds der Bllhneugenosfenschaft 188 überwies. Personalnachnchten. Gestorben: am 27. Juli in einem Neservelazarett in Frankfurt a. M. Herr Karl Feist, Prokurist der Firma Kauffmann L Co. in Frank furt a. M., bei der er fast zehn Jahre tätig war. Der Ver storbene erkrankte bei der Ankunft auf dem östlichen Kriegs schauplätze und erlag nach drei Wochen einer tückischen Infektions krankheit; ferner am 7. August nach kurzer, schwerer Krankheit im 79. Le bensjahre Herr Franz Fischer, privatisierender Verlags buchhändler in Leipzig. Der Verstorbene wurde im Jahre 1882 nach dem Tode Moritz Geißlers von dessen Witwe als Teilhaber in die 1860 gegründete Firma Alfred Oehmigke's Verlag (Moritz Geißler Nachf.) in Leipzig ausgenommen, deren Geschäftsführung ihm übertragen wurde. Am 15. April 1884 schied Frau Geißler aus und Fischer führte das Ge schäft bis znm Jahre 1905 allein weiter, in dem er es au Johannes Schroedter verkaufte. Die letzten 10 Jahre lebte Fischer im Ruhe stände in Leipzig; 1127
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