Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.08.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-08-07
- Erscheinungsdatum
- 07.08.1915
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19150807
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191508072
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19150807
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
- Monat1915-08
- Tag1915-08-07
- Monat1915-08
- Jahr1915
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
181, 7. August ISIS. Redaktioneller Teil. scheu WcihnachStkatalogen wird eine solche Fülle guter Literatur ge boten, daß auch der verwöhnteste Bücherkäuser jederzeit findet, was er braucht. Diese Kataloge in die richtigen Hände zu leiten, ist Sache des Sortimenters. Organisationen und Verleger selbst können hier wenig Helsen. Selbst ist der Mann. Der Sortimenter mutz sein Publi kum und seinen Kundenkreis kennen und, soweit möglich, persönlich auf diese einwirken«, so möchte man sagen, daß die Selbsthilfe zwar immer an erster Stelle stehen wird, die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen deswegen aber nicht geringer anzuschlagen ist. Das Urteil über die Weihnachtskataloge entspricht auch nicht ganz den Tatsachen. Denn wer möchte bezweifeln, daß diese Vertriebs mittel nicht verbesserungsbedürftig, zum mindesten verbesserungs- fähig seien? Daß das Interesse des Publikums für Lesestoff ge steigert werden kann, ja gesteigert werden mutz, geht auch aus fol gender Äußerung Herbor: »Zunächst stehen wir noch im Zeichen des Krieges, und wenn wir auch hoffen, daß das nächste Weihnachisfest wieder im Frieden ge feiert werden kann, so ist es doch unmöglich, sich augenblicklich in diese Lage zu versetzen und von diesem Gesichtspunkt aus Vorschläge zu einer Belebung des nächstjährigen Weihnachisgeschäis zu machen. Für den Buchhandel werden dann schon von selbst wieder bessere Zei ten kommen, vorausgesetzt, daß die jetzt losgelassene Meute der Hau sierer dank ihren Helfershelfern nicht alles abgrast und das große Publikum mit den .Schlagern' versieht, während dem Sortimenter eine kümmerliche Nachlese bleibt. Es scheint mir aber nötig, nicht erst b i s nächste Weihnachten zu warten, um das Interesse des großen Publikums für Lesestoff zu steigern, sonder» gerade während der jetzi gen, sehr schlechten Zeit damit einzusetzen. Der Buchhandel hat eine große Opserwilllgkeit gezeigt, obwohl er wie kaum ein anderer Beruf betroffen wird. Um so mehr darf er vielleicht einige Beachtung er warten.« Daß sich die Arbeit auch auf die Art der Vertriebsmittel ausdehnen mutz, wird wiederholt bestätigt. »Immer und immer wieder Reklame machen!« heißt es in einer Zuschrift und dann weiter: »Kataloge mit nur Titelangaben sind zwecklos. Besser ist das Kochlerschc Verzeichnis Mas lese ich, was schenke ich', das vielfach beachtet wurde. Es müßte aber in Oktavformat mit kräftiger Titel zeichnung herausgegeben werden«. In einer anderen Äußerung wird die Herausgabe von klei neren Katalogen befürwortet. Beachtenswert ist dabei die von anderer Seite aufgestellte Forderung: »Keine nackten Titel an- zeigen, sondern stets mit kurzer Angabe des Inhalts und der Ausstattung«. Über die Katalogfrage äußert sich Herr Hermann Seippel in Hamburg in sehr beachtenswerter Weise. Indem er die Frage der Stellungnahme der Kreis- und Ortsvereine offen läßt, fährt er fort: »Die literarische Beratung des Publikums ist m. E. eine sehr große und ernste Frage, deren Lösung aber vor dereInen großen Schwierig keit steht, daß es nämlich kaum möglich sein dürfte, den inhaltlich wertvollen Teil in den Anzeigen und Katalogen von dem grauen vollen Wüste der verlegerischen Überproduktion zu trennen. Mit ihr wird man ja leider immer rechnen müssen, denn wo wäre wohl der Verleger, der seine Unternehmungen für überflüssig erklären wollte! I Ich meine übrigens nicht nur das Zuviel an Büchern und Schriften aller Art, sondern vornehmlich auch Erscheinungen, die bereits in Über zahl von anderer Seite vorliegen. So mußte z. B. das Sorti ment einen wahren Regen von ,Kricgschroniken' auf sich hcrabkom- men lassen. Eine Verwendung für jede einzelne Chronik war natürlich keinem Sortimenter möglich, wodurch er bei den übergangenen Ver legern Anstoß erregte. Es ist nur gut, daß der Verlag noch nicht im Besitz einer .dicken Berta' ist — er würbe sie sonst wohl auf das .versagende' Sortiment loslassen. Die großen Kataloge der Barsorii- mentcr entsprechen den Bedürfnissen des Publikums nicht. Einmal weil sic viel zu viel an Titeln enthalten, mit denen das Publikum nichts ansangen kann, ferner aber auch durch die kritiklose Aufnahme von Büchern, die keiner Empfehlung wert sind. Diese Tatsache hat der aus den Umschlag des Katalogs gedruckten Firma einer Sortiments buchhandlung schon mehrfach Ärgernis bereitet — da das findige Publi kum die Empfehlung minderwertiger Bücher nicht etwa dem Verleger, sondern dem den Katalog verbreitenden Sortimenter zur Last legt. Das einzige Ideale ist die Herausgabe eines eigenen Katalogs — aber nur eine ganz kleine Anzahl von großen Sortimenten kann sich solchen Luxus erlauben.« Sehr viel wird auch über die verspätete Herausgabe der Kala« löge sowohl, als auch der Weihnachts-Neuigkeiten geklagt. »Gut wäre es, schon im Herbst ein Verzeichnis im voraus heraus zubringen und darin bereits aus Weihnachten hinzuweiscn.« Im gleichen Sinne heißt es in einer anderen Zuschrift: »Ein Verzeichnis der .Bücher, die eine Zukunft haben', müßte im Oktober, November und Dezember mit verschiedenen Anpreisungen erscheinen und könnte manchen teuren Weihuachtskatalog entbehrlich machen«. Von ähnlichen Äußerungen sind noch zu verzeichnen: »Vor allem erscheint es jedoch notwendig, daß die Verleger ihre Weihnachts-Novitäten früher als Heuer auf den Markt bringen«. »Könnten die Weihnachtskataloge früher erscheinen und praktischer, übersichtlicher ausgestaltet werden, so würde bas nur geeignet sein, den Umsatz zu heben. Der beste Weihuachtskatalog war bisher der .Buch wart' sEugen Salzer, Heilbronn), der leider diesmal ausblieb.« »Die Verleger sollten die Weihnachts-Neuigkeiten Mitte November auf den Markt bringen und für rechtzeitige Reklame sorgen, die meisten Kataloge kommen viel zu spät. Die Kunden müssen in der ersten De zemberwoche im Besitze der Kataloge fein, falls diese überhaupt noch zeitgemäß sind.« »Vor allem möglichste Einschränkung der Erscheinungen von belle tristischer Literatur und deren Herausgabe nicht so kurz vor dem Feste.« Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß der Erfolg vieler schön- wissenschaftlichen Erscheinungen aus persönlicher Empfehlung des Sortimenters beruht. Sie wird sich umso stärker geltend machen können, je mehr ihm Gelegenheit und Zeit gegeben wird, den Inhalt entweder durch eigene Lektüre oder durch eine sach liche, geeignete Inhaltsangabe oder Empfehlung eines anerkann ten Beurteilers kennen zu lernen. »Kurze Inhaltsangaben auf Zetteln in den Büchern« wird empfohlen. Das gilt in beson derem Maße auch von den Jugendschriften. In dieser Beziehung scheint uns die nachstehende Anregung recht beherzigenswert: »Einige Jngendschrisien-Verleger pflegen ihren Verlags-Erzeug nissen Zettel beizulegen, die über den Inhalt der Erzählung und über die Aliersstufe, für die das Buch bestimmt ist, kurzen Aufschluß geben. Es wäre sehr wünschenswert, wenn man von dieser Einrichtung mög lichst weitgehenden Gebrauch machen würde, und zwar nicht nur für die Jugendschrifien allein, sondern noch viel mehr für die Noman-Lite- raiur. Welcher Buchhändler hat wohl vor Weihnachten Zeit, sich den Inhalt auch nur der wichtigsten Erscheinungen der schönen Literatur anzueignen? Und wie oft wird er während des Weihnachtsgeschäfts auf Herz und Nieren geprüft, ob er das Buch auch selbst gelesen habe und wirklich empfehlen könne. Zeitungsbesprechungen könnten für diese neue Art von Waschzetteln gute Dienste leisten.«! In einem Falle wird die Sache vom rein kaufmännischen Standpunkte — dessen Richtigkeit nicht bezweifelt werden kann — angesehen. Es werden Muster verlangt. Die Zuschrift eines bekannten großen Berliner Sortimenters lautet: »Es ist auch fernerhin als Unfug zu bezeichnen, wenn so viele Verleger vor Erscheinen des Buches den Sortimentern einen Vorzugs rabatt einräumen. Der Buchhändler kann nur in den seltensten Fällen aus diesem Vorzugspreis einen Nutzen ziehen, da er ohne das Muster nicht einkaufen kann, wenn er sich nicht der Gefahr schwerer Verluste aussetzen will. Auch das Publikum will vorher Muster sehen, ehe es kaust und bestellt, oder es behält sich fast immer das Nllcksenderecht vor.« Sehr gute Erfahrungen scheint man im vorigen Jahre mit Plakaten gemacht zu haben, sodatz es angebracht erscheint, diese Art Reklame zu wiederholen. Aus Düsseldorf liegt folgende Mitteilung vor: »Die hier an den Säulen angeschlagenen Plakate des Kreisvercins der Rheinisch-Westsälischen Buchhändler waren sehr wirkungsvoll.« In einer anderen Zuschrift heißt es: »Der ständige Aushang von künstlerischen Bllcherplakaten bürste m. E. den Kauf von Büchern weiter fördern.« über die Art der Plakate äußert sich ein anderer Kollege folgendermaßen: »Nur allgemeine Plakate, die überall ausgehängi werden, können nützen, nicht nur zu Weihnachten, sondern zu jeder Zeit.« Daß die Verwirklichung dieses Gedankens nicht Sache des Einzelnen, sondern der buchhändlerischen Organisationen ist, geht aus verschiedenen Auslassungen hervor. Auf den Weg des Zusammenschlusses verweist nachstehende Mitteilung: »Es sollten sich Sortimenter und Verleger zu gemeinsamer Propa ganda immer mehr zusammcnschließcn. Dadurch können, wie cs be reits durch die Vereine geschieht, allgemein auf das Buch hinweisende 1123
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder