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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.02.1878
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1878-02-25
- Erscheinungsdatum
- 25.02.1878
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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N 47, 25. Februar. Nichtamtlicher Th eil. 769 Herr I. Bacmeistcr machte kürzlich in diesem Blatte den Vorschlag, eine Sammlung der im deutschen Buchhandel vorkom menden Grobheiten zu veranstalten. Ich schließe mich diesem Vor schläge an und freue mich, daß dieselbe zum Besten des Buchhändler- Unterstützungsvereins herausgegeben werden soll, wodurch aus der bösen Saat möglicherweise wenigstens eine gute Frucht erwächst. Jndeß wird diese Veröffentlichung kaum die Grobheiten sür künftig verschwinden lassen. Es gibt Fälle, wo selbst die sanstmüthigstc Lammesnatur sich der Grobheit nicht entschlagen kann. Ich ge statte mir, einen solchen Fall hier zur Kenntniß des Buchhandels zu bringen, und überlasse es jedem einzelnen meiner Kollegen, zu ver suchen, ob er, ohne grob zu werden, seine Ansicht darüber zu Papier zu bringen vermag. Ich meinestheils verzichte auf diese» Versuch und beschränke mich auf Mittheilung des Thatsächlichen. — Hr. Carl Paez, Musikalien-Verlag in Berlin, der an Sortimenter laut zwei mir vorliegenden Facturen gegen baar mit dem üblichen Musikalien-Rabatt von 50 A, liefert, richtete kürzlich an einen mir befreundeten Elementarlehrer das unten abgedruckte Circular. Infolge dessen habe ich an verschiedene Schuldirectoren und Lehrer meiner Kundschaft die Bitte gerichtet, mir alle derartige künftig bei ihnen einlaufende Schriftstücke zur Veröffentlichung im Börsenblatt zu übergeben. Mit anerkennenswerther Bereitwilligkeit ist mir dies fast allseitig zugesagt worden. Wenn meine Herren College» an geeignete Persönlichkeiten ihrer Kundschaft ein ähn liches Gesuch stellen wollten, so würde der Sortimentsbuchhandel bald darüber im Klaren sein, welche Verlagsfirmen etwa noch in Paez'scher Manier sein Interesse zu schädigen versuchen. Das Cir cular, welches Hr. Paez an den Elemcntarlehrer richtete, lautet wörtlich: Ew. Hochwohlacborcn erlaube ich mir beigedrucktes Verzeichniß, enthaltend die neuesten und gangbarsten Clavier-Compositionen meines Verlages zu übersenden ...... Sollten Sie geneigt sein, auf meine Bitte und Offerte einzngehe», so stelle ich Ihnen die günstigsten Bezugs Bedingungen, welche jemals dagemescn find: ich gebe Ihnen säminl sahü Rabatt vom Ladcnprttje, also z.^B. I A4 Ladenpreis"--' «0 Ps. Nettopreis. — Die beiden zuletzt genannten Werke sind Netto Artikel und haben Sie daran ssj/zgz Rabatt, z. B. die Schmidt'sche Clavier- schnle kostet sür Sie statt » M. nur S M. Außer diesen sehr günstigen Rabattsätzen würden Sic noch den Vortheil genießen, von jedem (5la vierstnck, was in meinem Verlag von jetzt ab erscheint, ein Exemplar gratis zu bekommen. Damit Sie die Werke kennen lernen, bin ich auch gern bereit, Ihnen dieselben zur Ansicht, cvent. Auswahl zu senden. Sollten Sie keine Verwendung sür meine Offerte habe», so möchte ich ergebenst ersuchen, mir, wenn auch unsrankirt, mitzutheilen, au wen ich mich dort wenden könnte: betreffs der günstigen Rabattbedingungen möchte ich Sie meinen College» und dem Publicum gegenüber um strengste Discretion (!) bitten, weil diese Bedingungen nur für diejenigen Herren Lehrer bestimmt sind, welche sich speciell sür meinen Verlag verwenden. (Folgt ein langes Register der „gangbarsten und hübschesten Klavierstücke"; den einzelnen Titeln ist außer dem Preise auch die Ziffer des bisherigen Absatzes beigedruckt, der sich bis zu 10, 20 und 30,000 Expl. belaufen hat!) — Hr. Paez hat Recht: so etwas ist Wohl kaum jemals dagewesen! Was sagt aber der Sortimentshandel dazu? Rheydt. W. Rob. Langewiesche. Die Historische Gesellschaft in Berlin, crmuthigt durch den Beifall, den die in ihrem Aufträge herausgegebenen „Mitthei- lungen aus der historischen Literatur" gesunden haben, hat jetzt den Gedanken gefaßt, förmliche „Jahresberichte" ins Leben zu rufen, welche einen Ueberblick über die gesammte Literatur der Ge schichtswissenschaft gewähren sollen. Deren Aufgabe soll es nicht sein, die einzelnen Werke und Schriften als solche zu besprechen, vielmehr, dasjenige aus ihnen herauszuheben und nach allgemeinen Gesichtspunkten zusammenfassend darzulegen, was sich der bisherigen Forschung gegenüber als neu darstellt, mag es nun Thatsachen, Auffassung oder Methode betreffen. Den Berichten des ersten Jahr ganges sollen kurze Einleitungen vorausgeschickt werden, die den Gesammtstand der Forschung mit Rücksicht auf die geschichtliche Literatur skizziren. Mit der Literatur des Jahres 1878 wird das Unternehmen beginnen. Man hofft den ersten Jahrgang Ostern 187S liesern zu können. Zum Verlag des Unternehmens hat die königliche Hosbuchhandlung von E. S. Mittler L Sohn (vr. Th. Toechc) in Berlin sich erboten. (Dtsch. Allg. Ztg.) Oesfentliche Bibliotheken in den Vereinigten Staa ten von Nordamerika. — Nach den neuesten amtlichen Erhe bungen bestehen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika gegenwärtig 3682 öffentliche Bibliotheken mit einer Gesammtzahl von 13 Millionen Bänden — gewiß ein Beleg davon, daß man in Nordamerika nicht nur materiellen Bedürfnissen Rechnung zu tragen bemüht ist. Bei Beginn dieses Jahrhunderts besaß die Re publik nur 4g Bibliotheken mit ca. 80,000 Bänden, cs ist demnach auch i» dieserHinsicht jenseits desOceans eine rapide Entwickelung, wie sie die alte Welt nicht kennen gelernt hat, zu verzeichnen. Bekanntlich sind einige der größten Bibliotheken Nordamerikas durch einfache Privatleute begründet worden, so u. a. die Astor- Bibliothek zu New-Uork mit einem Answande von 1 Mill. Doll., die Newbury-Bibliothek in Chicago, die Pcabody-Bibliothek in Baltimore, welche nahezu 2 Mill. Doll, gekostet hat, u. a. Neuer dings ist in New-Aork wieder eine großartige Bibliothek, vielleicht die schönste der neuen Welt, fertiggestellt worden, nach ihrem Gründer, einem 1870 verstorbenen Kaufmann, die Lennox-Biblio thek genannt; sie ist aus das glänzendste und reichste ausgestattct und hat einen Kostenaufwand von 4—5 Mill. Doll verursacht. Die werthvollsten Gaben zu dieser Bibliothek spendete James Len nox selbst, welcher seit Jahrzehenden Manuscripte, Bücher, Stiche, Karten, Sculpturen, Gemälde und sonstige Kunstwerke gesammelt und mit Sach- und Fachkenntniß ausgestellt hatte, beiläufig mit besonderer Berücksichtigung amerikanischer Geschichtswerke, seltener Bibelausgaben und der Shakespeare-Literatur. So besitzt die Lennox-Bibliothek mehrere Exemplare der ersten Shakespeare- Ausgabe in Folio, der Mazarin-Bibel, der ersten in Amerika gedruckten Bibel, des ersten in Amerika gedruckten Buches u. s. w.; die Bibliothek ist unlängst dem Publicum zur Benutzung geöffnet worden. Aus Philadelphia schreibt man dem Schwäbischen Mer kur: „In der Buchdruckerei der Zeitung .Republik»»" in der Stadt Saint-Louis ist eine Hoe-Presse aufgestellt, die als ein wahres Wunder bezeichnet werden muß. Dieselbe druckt 24,000 Bogen aus beiden Seiten in einer Stunde, d. h. 400 in einer Minute, zugleich werden die Bogen gesalzt, beschnitten und deren Rücken zusammengeklebt, sodaß die Zeitungen mit ihre» Beilagen wie ein Buch gelesen werden können. Die Vollkommenheit, zu welcher man es im Bau von Druckerpressen gebracht hat, ist ganz erstaunlich. Vor ungefähr fünf Jahren wurde die erste dieser Art Pressen in der Osfice der .Philadelphia Times" cingesührt, druckte aber bloß 10,000 Exemplare Per Stunde. Pcrsonalnachrichtcn. Herrn Eduard Döring, Inhaber der Horvath'schcn Buch handlung zu Potsdam, ist vom König von Preußen das Prädicat eines König l. Hofbuchhändlers verliehen worden.
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