Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.09.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-09-04
- Erscheinungsdatum
- 04.09.1906
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19060904
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190609041
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19060904
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1906
- Monat1906-09
- Tag1906-09-04
- Monat1906-09
- Jahr1906
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
206, 4 September 1906. Nichtamtlicher LeiL. 8351 schätzenswerter Beitrag zur Zeitgeschichte und speziell zur Ge schichte des Preßwesens. Nebenbei wird auch die Gründung und Entwicklung der im Verlag der .Frankfurter Zeitung- erscheinenden .Kleinen Presse behandelt, die 1885 aus dem Stadtanzeiger jener Zeitung hervor ging und dann ein selbständiges illustriertes Volksblatt mit vor- Die technische Seite des Zeitungsbetriebs, ihre Redaktion und Verwaltung sind natürlich ebenfalls berücksichtigt, und von jedem Redaktionsmitglied sind die nötigen biographischen Angaben beigefügt. Das umfangreiche Werk stammt natürlich nicht aus einer Feder. Unter der Leitung des Direktors Theodor Curti hat eine stattliche Anzahl von Mitarbeitern Beiträge beigesteuert, die zu einem großen Ganzen zusammengestellt wurden. Jedoch be steht das Werk nicht aus einer Reihe von Monographien, sondern es enthält eine fortlaufende Geschichtserzählung, in der die Zu sammenhänge zwischen den politischen, wirtschaftlichen und all gemein kulturellen Zeiterscheinungen, wie eine solche Zeitung sie in sich widerspiegelt, deutlich sichtbar werden. Die Darstellung ist nicht durch Quellenangaben belastet; nur in besondern Fällen sind im Text oder in Fußnoten die Belege geboten. Ein aus führliches Namen- und Sachregister erleichtert die Benutzung des Werks zu Nachschlagezwecken. Der Verlag der .Frankfurter Zeitung, hat einen kleinen Teil der Auflage dieses Werks für den Handel bestimmt, und zwar gibt er das broschierte Exemplar für 8 das in Leinen gebundene für 10 ab, erheblich unter dem Herstellungspreis. Kleine Mitteilungen. Neue amerikanische Rechtschreibung. — Aus London wird der .Neuen Freien Presse« (Wien) folgendes mitgeteilt: Vor einiger Zeit stellte Carnegie seine Millionen in den Dienst der Propaganda für Vereinfachung der englischen Ortho graphie. Er wurde nicht übel verlacht, und Bernhard Shaw schrieb: .Es bedurfte der vereinigten Anstrengungen von Julius Cäsar, Peter dem Großen und Papst Gregor, um den Kalender zu revidieren; wie will also Mr. Carnegie mit all seinen Millionen, selbst wenn ihm vielleicht Sir Henry Campbell- Bannerman hilft, hoffen, die englische Sprache zu revidieren?- Carnegie hat nun eine unerwartete mächtige Stütze in Roosevelt gesunden, der für alle amtlichen Verfügungen und Botschaften der amerikanischen Präsidentenkanzlei dreihundert neue Schreibungen für gemeingebräuchliche Worte verfügt hat. Die bewußten Reform der englischen Orthographie bedeutet. Rooseoelts Verfügung betrifft zunächst nur seine eigne Kanzlei. Aber die Bedeutung seines Beispiels wird als ebenso wichtig angesehen, als hätte er für All-Amerika eine neue ameri kanische Orthographie verfügt. Die Worte in der neuen Schreib art sehen zum Teil recht fremdartig aus, namentlich wo Roosevelt die Endung t für das gewohnte sä einführt. Fortan schreibt Roosevelt s-courst statt aoeur86ä, aäärggt statt 3.ääl6836<1, atüxt statt äi8eu88eä und äowioils. Man braucht kein orthodoxer englischer Schriftgelehrter zu sein, um die Nevolutionierung des Aussehens eines englischen Buchs mit Änderungen nach obigem Muster zu begreifen, und da die ganze Staatsdruckerei durch die Verfügung betroffen ist, so nützt der etwaige passive Widerstand von Kabinettsministern nichts. Jeder Konsularbericht und die Parlamentsverhandlungen sind fortab in dieser neuen Rechtschreibung zu lesen. Roosevelt erklärte, jetzt endlich werde die englische Sprache ausgeglichen werden, und da Ausländer in seiner Orthographie ein Entgegenkommen finden würden, so müsse die Sprache eine wesentliche Verbreitung finden. Er hoffe, daß nach Einführung kleinerer sprachlicher Vereinfachungen die englische allmählich die französische Sprache als diplomatisches Verkehrsmittel ersetzen werde. Ich bin — erklärte er — ein enthusiastischer Bewunderer der anglosächsischen Sprache und sehe nicht ein, weshalb nicht die Sprache der herrschenden Rasse als die herrschende Sprache des Erdballs anerkannt werden sollte. Soweit Roosevelt. Carnegie versprach seinerzeit einen jähr lichen Beitrag von 15000 Dollars zur Liga für vereinfachte Recht schreibung, vorausgesetzt, daß zwanzig wohlbekannte Autoren sich verpflichten würden, Werke in der neuen Orthographie zu ver öffentlichen. Es heißt jetzt, daß 800 Autoren die Einladung an genommen hätten. Jedenfalls hatte er anerkannte Autoren, wie Professor Brander, Matthews und Mark Twain, für sich. Ob Mark Twain nicht zum Scherz mitmachte, ist nicht bekannt. In England rief der Vorschlag die einstimmige Entrüstung der führenden Literaten wach. Swinburne, der größte lebende Dichter der englischen Zunge, erklärte die von Carnegie protegierte Neuerung für eine ungeheuerliche, barbarische Absurdität. Der Romancier Haggard meinte, die Orthographie Shakespeares und der Bibelübersetzer sei ihm vorläufig gut genug. Conan Doyle erklärte, die sogenannte verbesserte Version des Englischen werde überhaupt kein Englisch mehr sein. Die Nationalzeitung berichtet darüber folgendes: Die neue amerikanische Rechtschreibung, deren Einführung Präsident Roosevelt für die offiziellen Schriftstücke angeordnet hat, erfährt, wie aus New Dort berichtet wird, fast überall eine sehr absprechende Kritik. In den Kommentaren der Presse wird Roosevelt persönlich scharf hergenommen und seine Idee als ein großartiger Sommerscherz behandelt. Andre wieder meinen, der ehemalige »rouxbriäsr- könnte ein würdigeres Gebiet finden, seinen Tatendrang zu befriedigen, als die harmlose Rechtschreibung. Der Amerikaner, der als freier Bürger eines freien Landes sich ange wöhnt hat, die Orthographie nach eignem Geschmack zu behan deln, sieht den Erlaß des Präsidenten säst als einen Eingriff in seine heiligsten Rechte an. Auch Männer der Wissenschaft, wie Professor Eliot von der Harvard-Universität, protestieren energisch gegen diesen Angriff auf die geheiligte Tradition, und Politiker der eignen Partei geben ihrem Führer zu verstehen, daß er die Grenzen seiner Stellung überschreite, wenn er seine persönlichen Ansichten der Nation aufdrängen wolle. Man hat auch geglaubt, daß Präsident Rooseoelts Verfügung in Sachen der Reform der englischen Rechtschreibung die Bedeutung hat, daß die neue Rechtschreibung die offizielle amerikanische wird. Dem ist nicht so. Die große Zahl von Schrift stücken, die von den beiden Häusern des Kongresses ausgehen, der einzelnen Abteilungen der Bundesregierung werden unver ändert bleiben. Außerdem hat keine Rechschreibungsreform Aussicht auf Erfolg, so lange sie nicht von der Presse ausgenommen wird. *Das Hochgebirge und seine künstlerischeDarstellung^ — Die Ausstellung »Das Hochgebirge und seine künstlerische Dar stellung- wird dieser Tage in Leipzig eröffnet. Den Anlaß bietet die vom 7.-9. September in Leipzig tagende General versammlung deS Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Erfreulicherweise war die Beteiligung der Künstler eine überaus rege, so daß aus der großen Menge der eingesandten Kunstwerke eine Auswahl getroffen werden konnte, die eine gute Charakteristik der alpinen Malerei unsrer Zeit in ihren verschiedenen Richtungen gibt. Unter den eingesandten etwa 1000 Werken mußte schon mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Raum ziemlich stark gesichtet werden. Der Katalog weist etwa 500 Nummern auf. räumen des Leipziger Kunstvereins im Städtischen Museum der bildenden Künste (Augustusplatz), die nicht weniger interessante Abteilung Aquarelle, Zeichnungen und graphische Werke in der Kunsthalle P. H. Beyer L Sohn, Schulstraße 8. 1098*
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder