Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.06.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-06-01
- Erscheinungsdatum
- 01.06.1915
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19150601
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191506014
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19150601
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
- Monat1915-06
- Tag1915-06-01
- Monat1915-06
- Jahr1915
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Redaktioneller Teil. ^ 123, 1. Juni ISIS. in Berlin, unterstützt von Jean Loubicr, oder die wie Rudolf Kautzsch und Erich Willrich auf dem schwierigen Boden des Leip- ziger Buchgewerbevereins in unparteiischer Stellungnahme der Idee mit zum Siege verhalfen. Die fünfundzwanzig sie Vitrine: Die Bugra. Die Ausstellung, die im Augenblick in Leipzig der Welt ihre Tore öffnet und ein Bild unserer Arbeit vermittelt, enthält so ungefähr das alles, was in den vorigen Kapiteln aufgezeigt ist. Sie faßt zusammen und schließt fürs erste die Entwicklung ab, die unsere Buchkunst in den letzten Jahren genommen hat, und so habe ich denn über den Endabschnitt meiner Abhandlung, der noch einmal kurz einen Rückblick enthalten soll, den Namen gesetzt, in dem der Begriff deutschen Buchgewerbes seine knappste, wenn auch nicht schönste Formel gefunden hat. Ohne Zwang geht's nicht ab, wenn man ein so vielgestaltiges Thema, wie das erörterte, nach gewissen Strömungen ordnen will. Bald wird hier etwas gestutzt, bald dort etwas nicht ganz organisch eingezwängt werden müssen, doch hoffe ich, daß es mir einiger maßen gelungen ist, in dem bunten Durcheinander der sich kreuzen den Richtungen die verbindenden Fäden zu knüpfen und die Hauptfiguren des erregenden und unterhaltenden Spiels klar herauszustellen. Ein Einblick in diese bewegte Welt gibt die Gewißheit, daß da noch alles im Werden ist und die Flut, die so machtvoll einfetzte, dann ihre Gegenwclle erzeugte und jetzt geruhiger wciterfließt, immer noch nicht zum Ziele gekommen ist. Woher sie kommt, wer vermag's zu sagen? Erstaunlich genug ist die Tatsache, daß sich in dieser kurzen Spanne Zeit eine solche Fülle von Leben zusammendrängt, wovon die vorige Generation kaum eine Ahnung haben konnte. Die neuen Möglichkeiten berbollkommneter Technik allein machen es nicht, sie sind es ja gerade, die, wie wir gesehen haben, jeder Nachahmung Vorschub leisten, und die Grenzen, die sonst allem Schaffen durch die Sprödigkeit des Materials gezogen waren, auflockern. Auch finden wir eine so breit wie tief gehende Anteilnahme nicht in andern Ländern, denen ja dieselben äußeren Hilfsmittel, teilweise sogar in erhöhtem Maße, zu Gebote stehen. So darf man die Bewegung als einen Überschuß an Lebens willen betrachten, der aus der Tiefe des Volkstums unaufhaltsam hervorbricht und dem Einzelnen die Verantwortung auferlegt, in sich selber nach dem besten und wahrsten Ausdruck dafür zu suchen. Und eben diese Gewaltsamkeit, mit der allerorts ein Streben nach neuen Formen zum Durchbruch treibt, läßt hoffen, daß damit alles fortgcschwemmt wird, was künstlich rekonstruierte Stilnach äffung, was nicht folgerichtige Überlieferung ewiger Werte ist. Der Einzelne freilich kann es allein nicht leisten, auch nicht einmal die Künstlerschaft, obgleich, wie das Beispiel Wien lehrt, ein kleines Fähnlein Entschlossener schier Unglaubliches zu voll bringen imstande ist. Der Wille aller, seien es Künstler, Drucker, Verleger oder kaufendes Publikum, muß darauf gerichtet sein, haushälterisch das noch dauerhafte überkommene zu pflegen, aber gleichzeitig für das noch Ungelöste die neue wahrere und darum bessere Form zu fordern. Dann mag nach abermals fünfundzwanzig Jahren aus der Vielheit des Lebendigen das Eine sich sichtbar herausheben, in dem alles künstlerische Sehnen und Wollen einer Zeit sich ver körpert — der Stil! Kleine Mitteilungen. Jubiläen. — Anfang Juni können die Firmen Joh. Schroedter L C o. (L. Detlessen) in Schleswig, Max Alberti's Verlag und G. M. Alberti's Hof-Buchhandlung, Bruno Clauß, in Hanau auf ein 50jähriges Bestehen zurück blicken. Die erstgenannte Firma ist aus der Firma A. Spethmann L Comp, hervorgcgangcn, die am 1. Juni 1865 eröffnet wurde. Der Friede von Wien gab den beiden Herzogtümern Schleswig und Holstein, die bis dahin unter dem Druck der politischen Verhältnisse stark gelitten hatten, Aussicht auf eine ruhige Zukunft, in der Handel und Industrie sich wieder heben konnten. Diese Erwägungen veranlagten die Herren Adel- bert Spethmann und Bernhard Mewes, in der Hauptstadt Schleswig eine Buchhandlung zu eröffnen. Ihre gute Entwicklung führte zur Gründung einer Buchhandlung in dem benachbarten Rendsburg durch A. Spethmann, die bald seine ganze Kraft in An spruch nahm, sodaß er das Schleswigs Geschäft am 1. Ok tober 1870 in die Hände seines Teilhabers, Bernh. Mewes, übergehen ließ, der es unter eigenem Namen fortsetzte. Unter der umsichtigen Leitung M.'s hob sich das Geschäft sehr, sodaß in Kap peln und Eckernförde Filialgeschäfte errichtet wurden, die später in an dern Besitz übergingen, aber noch heute bestehen und sich eines guten Rufes erfreuen. Am 21. April 1883 verkaufte Mewes sein Geschäft an Fr. Johannsen und dessen Schwiegervater Joh. Schroedter, die es unter der heute noch bestehenden Firma Schroedter L Co. fortsetzten und weiter ausbauten. Am 15. November 1888 ging die Handlung dann in den Besitz des jetzigen Inhabers, Herrn Ludwig Detlefsen, über, der sie unter der alten Firma mit Hinzusetzung seines Namens jetzt über 26 Jahre mit Erfolg führt, sodaß er mit Befriedigung das Jubiläum seines Hauses begehen kann. Die beiden Firmen Alberti in Hanau haben ihren gemein samen Ursprung in der kleinen Papierhandlung G. Prior in Hanau, die sich auch mit Buchhandel beschäftigte, jedoch erst im Juni 1865 mit dem Buchhandel in Verbindung trat, nachdem der Sohn des bisherigen Inhabers Georg Prior, Gustav Prior, sich eine gediegene buchhändlc- rische Ausbildung in den Firmen N. G. Elwert in Marburg, S. Soldan in Nürnberg und H. Haessel in Leipzig erworben hatte. Dem so vorgebil deten jungen Manne wurde die Leitung des Geschäfts übergeben, das, in ein neu erbautes Geschäftslokal verlegt, schnell zur Blüte gelangte. Nach dem Tode seines Vaters verkaufte er die Handlung am 1. April 1872 an G. M. Alberti, um sich selbst einem größeren Wirkungskreise znznwenden, den ihm die Übernahme der bedeutenden Firma Carl Meyer in Hannover bot. G. M. Alberti führte das erworbene Ge schäft mit gutem Erfolg fort und gliederte ihm einen Verlag an, dessen Emporblühen ihn veranlaßte, im Januar 1900 das Sortiment an die Herren Bruno Clauß und Friedrich Feddersen zu veräußern. Er wid mete sich fortan ganz dem Verlag unter der Firma seines Namens, unter der er noch heute besteht und sich guten Ansehens erfreut. Die Sortimentsfirma ging am 1. April 1912 in den alleinigen Besitz des Herrn Bruno Clauß über, der mit Erfolg bemüht ist, den alten guten Ruf der Albcrtischen Hofbuchhandlung zu erhalten und zu mehren. Personalnachrichten. Kriegsauszeichnung. — Herrn Paul Olpp in Calw (Württem berg) wurde die Rote Kreuz-Medaille dritter Klasse verliehen. Gefallen: auf dem Felde der Ehre in den Kämpfen im Osten Herr Otto Berkes, ein geschätzter Mitarbeiter der Buchhandlung Gustav Fock G. m. b. H. in Leipzig, der dieser Firma mit Unterbrechung 5 Jahre lang in ihrem Antiquariat wertvolle Dienste geleistet hat. Gestorben: am 23. September 1914, wie wir erst jetzt erfahren, nach längerer Krankheit im 34. Lebensjahre Herr Rudolf Plaeschke, Oberleutnant und Adjutant, Inhaber der Firma Moritz Plaeschke in Crefelö. Der Verstorbene, der im Jahre 1900 den China-Feldzug als Frei williger mitgemacht hatte, trat nach seiner Rückkehr aus diesem Kriege in das väterliche Geschäft ein, dessen Inhaber er am 1. April 1904 wurde. Max Schulze s. — In Jena ist der Botaniker Professor Max- Schulze, der sich besonders auf dem Gebiete der Orchideenforschung be kannt gemacht hat, im Alter von 74 Jahren gestorben. Richard Wünsch f. — Auf dem westlichen Kriegsschauplätze ist in diesen Tagen Professor vr. Richard Wünsch, Ordinarius der klas sischen Philologie an der Universität Münster, im 46. Lebensjahre ge fallen. Von seinen fachwissenschaftlichen Arbeiten sind namentlich seine Untersuchungen über den für die antike Chronologie und Astro nomie nicht unwichtigen Johannes d. Lyder hervorzuheben. Außerdem veröffentlichte er: »Oe Baeiti Oermauiae eockieibus Osrmauieis«; »Das , Frühlingsfest der Insel Malta« u. a. 1906 gründete er mit Albrecht Dieterich das »Archiv für Religionswissenschaft«, das er nach dessen Tode allein herausgab. Auch besorgte er Ausgaben von Dieterichs »Mithrasliturgie« und »Kleine Schriften« sowie des 4. Bandes von H. Useners »Kleinen Schriften«. Verantwortlicher Redakteur: Emtl Thomas. — Verlag: Der Börse »verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg SS sBuchhündlerhauSs.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder