Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.05.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-05-28
- Erscheinungsdatum
- 28.05.1915
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19150528
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191505282
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19150528
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
- Monat1915-05
- Tag1915-05-28
- Monat1915-05
- Jahr1915
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
sMMMmHmWVlViMüM t?Dcutjchcn Neichcr zahlen für jedes Exemplar 30 Mark bez. ZZ des Dör^eavereino die viergejpaltene 1)etilzsile oder deren ^ 3536 Mark jährlich. Nach dem Ausland erfolgt Lieferung?; NaUm 15 6.13.50 M^'/ . 6.26 50 M.-. für Nicht-« H? über Leipzig oder dur^ Kreuzband, an Nichtmit^lieder in ?? Mitglieder 40 <pf., 32 M.. 60 M.. 100 M. — Deilagen werden « Nr. 120. Leipzig, Freitag den 28. Mai 1915. 82. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Fünfundzwanzig Jahre Deutsche Buchkunst. ) 1890-1914. Eine Vierteljahrhunderlschau in fünfundzwanzig Vitrinen mög lichst vorteilhaft, wenn auch nicht chronologisch dargestcllt durch F. H. E h m ck e - München. Motto: Freuet Euch des wahren Scheins, Euch des ernsten Spieles Kein Lebendiges ist ein Eins, Immer ist's ein Vieles. Goethe. I. Ansklänge und Anfänge. Die erste Vitrine: Die Prachtausgaben. Im Anfang war das Prachtwerk I Mit ihm wollen wir jetzt nicht rechten, sondern nur daran denken, was es an Schönem barg: sorgfältige Kupfer, zarte Lithographien, pittoreske Holz schnitte. Das im eigentlichen Sinne Buchgewerbliche: Schriftsatz, Druck, Papier, Einband war vernachlässigt. Was uns heute noch ein derartiges Buch wert macht, ist das von Künstlerhand .hinzu gefügte, der illustrative Teil, der Reiz der graphischen Ausdrucks mittel. Einige Werke sollen an dieser Stelle einleitend aufgezählt sein, einmal weil sie ihrer Entstehung nach dicht an die zur Be sprechung kommende Periode heranreichen, zum andern weil ihre Schöpfer lehrend und führend noch in unsere Generation herein- ragen und weil sie, jedes in seiner Art, einen Gipfel ihrer Kunst gattung darstellen: Menzels Illustrationen zu Kleists »Zerbrochenem Krug, und Kuglers »Geschichte Friedrichs des Großen», die den Höhepunkt des Tonholzschnitts bedeuten, Stucks »Siegfriedkalender 1687» und seine »Allegorien und Embleme», zwar keine Prachtwerke, in denen aber die dekorative Manier der Federzeichnung in virtuo sester Weise beherrscht ist — ohne daß sich dabei schon des Künstlers anderwärts erprobter Sinn für Schriftschönheit verrät "> Der vorstehende Artikel ist vor dem Kriege aus Anlaß der Internationale» Buchgewerbe-Ausstellung in Leipzig 1814 geschrieben, um eine Übersicht über die Entwicklung der Buchkunst im letzten Bier- teljahrhundert zu geben und, die Arbeit der Bugra gewissermaßen er läuternd und ergänzend, ein tieseres Verständnis sür die treibenden Kräfte auf diesem Gebiete anzubahnen. Wie der Krieg die Ausstellung in den Hintergrund gedrängt hat, so trägt er auch die Schuld, daß dieser Artikel von Woche zu Woche zurückgcstcllt wurde. Je weiter wir uns jedoch von der Zeit, die er behandelt, entfernen, um so mehr liegt die Möglichkeit vor, daß seine Karben verblassen und unter den Einwirkungen des Krieges neue Anschauungen auch aus dem Gebiete der Buchkunst aufkommen werden. Darum erscheint cs uns zweck mäßig, die Arbeit Professor Ehmckes jetzt zu veröffentlichen, die, ur sprünglich nur einen willkürlichen Zeitabschnitt behandelnd, durch den Krieg eine feste historische Grenze erhalten hat. Wenn sic auch nur zeigt, was vor dem Kriege war, so wird dach das, was nach ihm kommen wird, sich nicht allein aus die Erfahrungen und Beobachtungen der gegenwärtigen Zeit gründen, sondern auch ans die Vergangenheit znrückgrciscn müssen. Und wie die von der Bugra ausgegangencn Wirkungen, wenn auch vielleicht in anderer Form und Gestalt, nach dem Kriege wieder aufleben werden, so wird auch die vorliegende Arbeit ihren Wert sür die Zukunst als ein Mittel zur Orientierung über die Buchkunst vor dem Kriege auch dann behalten, wenn ihre Entwick lung vollständig neue Bahnen einschlagen sollte. Ned. —, und Max Klingers »Amor und Psyche«, in dem der unbestrit tene Meister der Radiernnq seine Kunst in den Dienst des Buches stellt. Die zweite Vitrine: Unserer Väter Werke. . Dann begann plötzlich die Erkenntnis aufzudämmern, daß zum Buch mehr gehöre, als geniale Illustrationen und eine ver- i goldete Attrappe. Bei uns spürte man's zuerst in München, wo . Rudolf Seitz damit anfing, auch die Schrift in den Kreis der künstlerischen Bearbeitung zu ziehen. Sein Schüler Otto Hupp vollendete, was er vorbereitete. Die berühmten Münchner Kalender und andere stilverwandle Werke, die er gemeinsam mit dem Drucker Huttler schuf, bildeten die Schwelle für den Weg zu neudeutscher Buchkultur. Die Übernahme der alten Schwabacher Schrift, die Anleh nung an heimatliche, bäuerlich derbe und heraldische Motive gelten als die hervorstechendsten Merkmale dieser Kunst. Solchen archaisierenden Bestrebungen am nächsten stehen die Arbeiten des Stratzburgers Josef Sattler, seine Mappen werke vom »Modernen Totentanz« und den »Wiedertäufern», die »Geschichte der Rheinischen Städtekultur« und die von der Reichsdruckerei herausgegebenen »Nibelunge«. Gleichzeitige verwandte Erscheinungen in Norddeutschland sind Emil Doepler d. I. auf heraldischem, Georg Barlösius auf illustrativem Gebiet. Der Münchner Julius Diez holt ebenfalls seine Stoffe meist aus dem Mittelalterlichen, gibt ihnen aber durch Auffassung und Ausführung einen modernen, leicht ironisierenden Zug. Sein Hauptarbeitsgebiet fand er als Mitarbeiter der Münchner Ju gend. Arno Holz »Blechschmiede« ist neben dem im Scholzfchcn Verlag erschienenen Bilderbuch vom Dornröschen eines der weni gen von ihm illustrierten Bücher. Auch erwähnenswert, da im merhin buchgcwerblicher Natur, sind seine markigen Spielkarten. Ignatius Taschners mehr urwüchsige Bauernbilder zu Thomas Geschichte vom »Heiligen Hies« dürsten hier angereiht werden. Mit ihnen ist ein Stück Volkskunst im besten Sinne in die Buch illustration herübergenommen. Ihr erwächst in Paul Neus bun tem Bilderwerk für Queris Schnurren vom »Tapferen Colum- bus« noch einmal eine Nachblüte, die, beeinflußt durch die neue Plakatkunst, nicht eines gewissen modernen Zugs ermangelt und die zähe Lebensfähigkeit dieses echt bajuvarischen Slilelements erweist. Die dritte Vitrine: Der englische Präraphaclt- t i s mu s. Ungefähr gleichzeitig mit der Münchner Bewegung der acht ziger Jahre liegen die englischen Bestrebungen des Ruskinkrcises. Nur noch bewußter auf Schrift und Schriftsatz als Grundelemente buchkünstlerischen Schaffens gestellt, vertreten sie ebenso energisch die Forderung der Matcrialechtheit. Das, was bei uns heute in dem vom Werkbund verfochtenen Qualitätsgedanken zum Ausdruck kommt, bestimmte die Anfänge englischer Buchkunst als wesentlichstes Moment. Formal sind die Arbeiten von Morris und dessen Nachfolgern durch die Tradition gebunden, nicht nur in ihrem typographischen, sondern auch im illustrativen Teil. Dem englischen Präraphaeli- tjsmus von Burne Jones' Zeichnungen zu Morris' Büchern wesensverwandt ist bei uns das Werk Melchior Lcchters, dessen 809
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder