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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.05.1915
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- 1915-05-11
- Erscheinungsdatum
- 11.05.1915
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^ 107, 11. Mai 1915. Redaktioneller Teil. einige charakteristische Stellen anfiihren. Der allgemeine, kritische Teil beginnt mit folgenden Sätzen: »Es begreift sich, daß es Klassiker-Ausgaben noch gar nicht so lange gibt. Zunächst mußten einmal die Dichter lange genug gestorben sein, ehe ihre Werke überhaupt für spätere Heraus geber ,frei* wurden, d. h. ehe überhaupt jemand anders als der Dichter oder seine Erben und deren Beauftragte sie herausgeben durfte.« Wo der Verfasser über gewisse starre Formen wissenschaftlicher Be arbeitung spricht, heißt es sehr hübsch: ». . . . so wie sie drucktechnisch und im Einband einförmig ge halten sind — wozu keinerlei innerlich zwingender Grund vorliegt — spricht aus ihrer inneren Gestaltung oft nichts Persönliches, ob wohl dies gerade um so mehr notwendig wäre, je mehr verhältnismäßig weniger bedeutende Ver fasser ausgenommen werden.« Eine besondere Liebhaberei des Verfassers ist die häufige Anwen dung des Ausrufezeichens in Klammern (!), wodurch wahrscheinlich die Ode seiner Schreibweise etwa wie die Wüste durch einzelne aufragende Grashalme, belebt werden soll. Vielleicht wäre es dem Verfasser gelungen, den Eindruck seiner Dar stellung günstiger zu gestalten, wenn er die Beurteilung allgemeiner Fragen, denen er nicht oder doch nur in sehr beschränktem Maße ge wachsen zu sein scheint, unterlassen und sich auf die Darstellung dessen besonnen hätte, auf was es in der Broschüre hauptsächlich ankam: den Leser in die Lage zu versetzen, sich mit denjenigen Klassikerausgaben ver traut zu machen, die seiner Neigung und seinem Geschmacke entsprechen. Denn eines schickt sich nicht für alle, und die Verschiedenheit, die der Klassikermarkt aufwcist, rührt daher, daß die verschiedenen Schichten unseres Volkes unterschiedliche Bedürfnisse haben, die in ein Normal schema geschmacklicher Auffassung eines einzelnen zu pressen, immer ein anfechtbares Unternehmen sein wird. So kann der Broschüre nur der Wert eiuer privaten, durch größere Sachkenntnis nicht getrübten Mei nungsäußerung beigcmessen werden, die noch dazu sprachlich einen be denklichen Mangel an Können und gutem Geschmack verrät. Kurt Loele. Kleine Mitteilungen. Gegen die Auswanderung der Kunstwerke ans England. — Die englische Regierung hatte eine Kommission ernannt, die sich aus Mit gliedern der Leitung der Londoner National Gallery zusammensetzt, um die Mittel zu prüfen, durch die die Auswanderung der Meister werke der Kunst, die sich im Besitze von Bürgern des vereinigten Königreiches befinden, verhindert werden kann. Diese Kommission hat soeben ihren Bericht erstattet, in dem zunächst festgestellt wird, daß im Laufe der letzten Jahre nahezu 400 berühmte Gemälde an das Aus land verkauft worden sind. Die Liste umfaßt 52 Werke von Nem- brandt, 21 von Rubens, 27 von van Dyck, 10 von .Holbein, 21 von Gainsborough und 13 von Turner. Die meisten der Werke, die von britischen Sammlern fortgegeben worden sind, haben ihren Weg in das Berliner Kaiser Friedrich-Museum, das Metropolitan Kunst- Museum iu New Aork und in Privatgalerien der Vereinigten Staaten gefunden. Die Kommission regt verschiedene Maßregeln an, die diese Auswanderung der Kunstwerke aus England zu beschränken geeignet wären, aber sie erklärt sich gegen eine Kunstgesctzgebung, die die Aus fuhr wie in Italien völlig verbietet, und auch gegen die Auferlegung eines Ausfuhrzolles. Die deutsche Schule in Nom geschlossen. — Die deutsche Schule in Nom schließt wegen Lehrermangels. Sie wird den Unterricht so lange ausfallen lassen, bis Ersatz geschafft werden kann. Die Sächsische Hauptbibelgcsellschast hielt am 20. April ihre dies jährige Hauptversammlung ab, die von ihrem Präsidenten, dem Minister des Königl. Hauses Exzellenz v. Metzsch, mit einer bedeutungsvollen Ansprache eröffnet wurde. Tie .Hauptbibelgesellschaft habe, so führte er aus, im vergangenen Jahre auf eine Feier ihres hundertjährigen Jubiläums verzichtet, da die kriegerischen Ereignisse ihr die wichtige Aufgabe gebracht hätten, unseren im Felde stehenden Truppen Gottes Wort zuzuführcn. Dieser schwerwiegenden, gewichtigen Arbeit habe sich die Gesellschaft bereitwillig unterzogen und die schönsten Erfolge erzielt. Zum Beweise dafür trug der Präsident eine Anzahl Äußerungen von Feldgeistlichen und Soldaten vor. Seinen Wunsch, daß das Werk fort gesetzt werden möge, teilte die Versammlung mit Freuden. Sodann er stattete der Sekretär der Gesellschaft, Pastor vr. Zweynert, den Jahres bericht, aus dem die Mitteilungen über die Fertigstellung des mit Bil dern von Rudolf Schäfer geschmückten Schmucktestaments und seine Aufnahme in Deutschland lebhaftes Interesse erweckten. Den Kassen bericht erstattete in Vertretung des im Felde stehenden Schatzmeisters, Verlagsbuchhändlers Köhler, der Sekretär. Die Einnahmen beliefen sich auf 146 275 die Ausgaben auf 143138 Besonders große Anforderungen an die Kasse stellte die reichliche unentgeltliche Abgabe von heiligen Schriften an das Heer. Gründung eines Österreichisch-Deutschen Wirtschaftsverbandcs in Wien. — Nachdem sich bereits im Winter 1913 als Parallel-Organisation des in Berlin bestehenden Deutsch-Osterreichisch-Ungarischen Wirtschafts verbandes eine Delegation aus den größeren wirtschaftlichen Ver bänden Österreichs gebildet hatte, in der die Spitzen aller industriellen nnd kommerziellen Organisationen vertreten waren und als deren Vor sitzender der Präsident der Anglo-Osterreichischcn Bank in Wien, Prof. Or. Julius Landsberger, gewählt wurde, hat sich nuumchr ein beson derer Österreichisch-Deutscher Wirtschafts-Verband in Wien gebildet, der sich die Pflege wirtschaftlicher Beziehungen Österreichs zu Deutsch land zur Aufgabe gemacht hat. Er soll als Parallelorganisation des in Berlin bestehenden Deutsch-Ostcrreichisch-Ungarischen Wirtschafts-Ver bandes fungieren, dem eine große Zahl der am Handelsverkehr mit der Nachbarmonarchie interessierten größeren deutschen Firmen im ganzen Reiche sowie eine Reihe deutscher Handelskammern und wirtschaftlicher Jnteressenvcrbände als Mitglieder angehören. Dem Österreichisch- Deutschen Wirtschaftsverbandc in Wien traten sofort nach seiner Grün dung mehrere hundert größere österreichische Firmen aus allen Zweigen der Industrie sowie die namhaftesten Wirtschaftspolitiker Österreichs bei. Der neue Verband wird sich ebenso wie der in Berlin bestehende Verband unter Ausschaltung aller theoretischen Erörterungen lediglich mit der Bearbeitung praktischer Fragen befassen. Papier-Jndustrie-Verein E. V. in Berlin. — Der Vorstand des Papierindustrie-Vereins hat sich durch schriftliche Abstimmung dafür entschieden, die diesjährige ordentliche Hauptversammlung nicht wie alljährlich im Juni, sondern im September oder Oktober abzuhalten, und zwar laut Beschlusses der letzten Hauptversammlung in Berlin. Eine Hauptversammlung im Juni würde nur die Formalien, wie Erstattung des Geschäftsberichts, Vorlegung des Kassenabschlusses usw., zu erledigen haben, während man sich um diese Zeit bezüglich der Er örterung der künftigen Wirtschaftspolitik und der sich daraus ergebenden Vereinsaufgaben die größte Zurückhaltung auferlegen müßte. Dagegen wird vielleicht im September oder Oktober die militärische und poli tische Lage sich mehr geklärt haben und dann eine Aussprache ermög lichen, die sich auf festerer Grundlage bewegen kann. Ein kurzer Nechen- schafts- und Kassenbericht wird den Mitgliedern mit der nächsten Schutz liste übermittelt werden. Kurse für akademische Lehrer und Lehrerinnen in Berlin. — Die königlich preußische Zentralstelle für den naturwissenschaftlichen Unter richt veranstaltet in diesem Sommer folgende Kurse für akademisch ge bildete Lehrer und Lehrerinnen an den höheren Schulen Groß-Berlins: Übungen in der Anatomie und Physiologie der Tiere (Dir. Professor Dr. Nöseler), Botanische Ausflüge (Professor I)r. Kolkwitz) Schulver suche aus der Linsenoptik (vr. Volkmann), Anleitung zu physikalischen Schülcrversuchen (Professor Hahn), Chemische und elektrochemische Un terrichtsversuche (Professor Di. Böttger), Vorträge und Übungen über Lehr- und Hilfsmittel des erdkundlichen Unterrichts (Professor vr. Lampe), Anleitung zum Unterricht in der Heimatkunde von Berlin (Professor l)r. Lampe), Erdkundliche Ausflüge (Oberlehrer Urbahn) und Praktische Übungen in der mechanischen Werkstatt (Mechaniker und Optiker Hintze). Uber die »Verbreitung des Deutschtums im Osten« sprach Geheim rat Professor vr. 1). Schäfer in der Gesellschaft für Erdkunde, die am 8. Mai im großen Saale des Architektenhauses in Berlin eine allgemeine Sitzung abhielt. Die »Tägl. Rundschau« berichtet darüber: Nach eiuer kurzen Betrachtung unserer Sprachgrenze im Osten und Westen, die beweist, daß wir dort etwas Fertiges, Altüberliefertes vor uns haben, hier dagegen noch eine im Fluß begriffene Ent wicklung, hob der Redner zunächst hervor, daß im Jahre 1910 von den 65 Millionen Einwohnern Deutschlands 26 Millionen, also zwei Fünftel, auf Boden wohnten, der vor 1000 Jahren von Fremden besetzt war. 40 v. H. hatten also kolonisierten Boden inne. Hierauf erörterte er eingehend die historischen Ereignisse, die die Verschiebung des Deutschtums nach Osten zustande gebracht haben. Dieser große Erfolg konnte im wesentlichen durch reiu friedliche Mittel errungen werden, und die gegenteilige Ansicht ist durchaus verkehrt. Es war in der Hauptsache ein Sieg der überlegenen Kultur, sie siegte, weil sie den einheimischen Machthabern Vorteile bot. Fürsten und Grund herren, weltliche und geistliche, riefen deutsche Ansiedler ins Land. 731
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