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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.05.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-05-08
- Erscheinungsdatum
- 08.05.1915
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
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Redaktioneller Teil. ^ 105, 8. Mai 1915. Abonnent im feindlichen Ausland den Betrag für den ganzen Jahrgang der Zeitschrift gezahlt hatte, und dieser Betrag mußte nach den internationalen Abmachungen bei der deutschen Post bereits eingegangen sein. Trotzdem wurde dem Verleger der Betrag nicht ausgezahlt. Wir werden die Angelegenheit nicht aus den Augen verlieren und gegebenensalls eine Klage gegen den Postfiskus anstrengen. Im Interesse der Fachzeitschristen haben wir uns weiter hin an die Postverwaltung gewendet und geboten, dem Ver legerverein die Namen der Abonnenten, die jetzt im Kriege das Abonnement gekündigt haben, zu nennen, damit die Verleger in die Lage versetzt werden, diese Abonnenten nach dem Friedens schluß wiederzugewinnen. Die Post hat aber im Hin blick auf die gesetzlichen Bestimmungen über dis Wahrung des Briefgeheimnisses eine abschlägige Antwort erteilt. Wir haben daraufhin die Postverwaltung aufgesordert, Anweisung zu geben, daß die Abonnentenlisten des letzten Vierteljahres vor Kriegs ausbruch aufbewahrt werden und daß die Postverwaltung nach Friedensschluß nicht nur die laufenden Abonnenten, sondern auch diejenigen, die vor Kriegsausbruch die betreffende Zeitschrift abonniert hatten, wieder zum Abonnement auffordern möchte. Eine Antwort auf diese Eingabe ist noch nicht eingetrofsen. Der Einrichtung einer Art Kriegskreditkasse für den deutschen Buchhandel, die angeregt wurde, konnten wir uns nicht freundlich gegenüberstellen. Dagegen haben wir unseren Mitgliedern empfohlen, in Ansnahmesällen Nachsicht bei der Ostermeßabrech nung zu gewähren. In Verbindung mit dem Börsenverein haben wir eine Prüsungsstelle für die besonders schonungsbedürftigen Sortimenter eingerichtet <Börsenblatt Nr. 54 vom 8. März 1815). Einer Verschiebung der Ostermeßabrechnung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit, wie es von einigen Seiten gewünscht wurde, zuletzt noch vom Vorstande des Verbandes der Kreis- und Orts vereine, konnten wir nicht znstimmen, da auch der Verleger jetzt schwer zu kämpfen hat und selbst durch Verpflichtungen gegen über seinen Lieferanten vielfach an den Ostermeßtermin gebunden ist (Börsenblatt Nr. 85 vom 18. März d. I.). Wir hoffen, daß die von uns getroffenen Maßnahmen den Wünschen und Bedürf nissen beider Seiten Rechnung tragen werden. Wenn sich auch noch nicht übersehen läßt, wann der Welt krieg durch einen Frieden abgeschlossen wird, und wenn man noch weniger weiß, wie der Frieden sich gestalten wird, so haben wir doch schon jetzt dem Auswärtigen Amt unseren Wunsch unter breitet, es möchte, wenn es möglich wäre, veranlaßt werden, daß Rußland und ebenso Österreich-Ungarn der Berner Über einkunft beitreten. An den Unterstützungs-Verein Deutscher Buchhändler und Buchhandlungs-Gehülsen konnten wir einen außerordentlichen Beitrag für Kriegsunterstütznngen in Höhe von -ll 1500 ge währen. Außerdem zahlten wir, da der Deutsche Verlegerverein seinen Sitz in Leipzig hat, an die Kriegshilfskasse für den Leip ziger Buchhandel 500. Im Vergleich zum Kriege und seinen Ausstrahlungen aus alle Gebiete erscheinen alle anderen Dinge klein, wenn nicht gar kleinlich. Aber auch das Kleine und Alltägliche muß in Kriegs zeiten besorgt werden, und wenn wir dies tun, so richten wir uns nach den Forderungen unseres Goethe: »Wenn jeder nur als Einzelner seine Pflicht tut und in dem Kreise seines nächsten Berufes brav und tüchtig ist, so wird cs um das Wohl des Ganzen gut stehen«. Die letzte Hauptversammlung hatte einen Ausschuß eingesetzt, der sich mit der Änderung der Ostermeßabrechnung am Kantatemontag beschäftigen sollte. Der Antragsteller lehnte freilich ab, diesem Ausschuß anzugehören. Es hätte uns dies nicht abgehalten, die Angelegenheit ohne ihn weiter zu beraten, des Krieges wegen haben wir die Sache aber vertagt. Wir werden zu gelegener Zeit darauf zurückkommen. Wir hatten weiterhin in der letzten Hauptversammlung uns dahin ausgesprochen, daß eine Annahme des Antrages Prager, betreffend Änderung von § 5 Absatz 3 der Verkaufs ordnung, nicht mit den Satzungen des Börsenvereins in Ein klang zu bringen wäre, und daher empfohlen, den Antrag abzu lehnen. Trotzdem ist er in der Hauptversammlung des Börsen- 790 Vereins mit geringer Mehrheit angenommen worden, und der Vorstand hatte daher beschlossen, zur Ostermesse 1915 den Antrag zu stellen, diese Änderung wieder aufzuheben. Mit Rücksicht auf den Burgfrieden haben wir aber davon abgesehen, diesen Antrag jetzt einznbringen, werden aber ebenfalls später darauf zurückkommen. Endlich war in der letzten Hauptversammlung angeregt worden, unsere Mitglieder aufzusordern, die Frankolieferun gen, die von manchen Sortimentern, namentlich Bahnhofsbuch händlern, verlangt werden, grundsätzlich abzulehnen, und weiter hin: davon abzusehen, Bücher, namentlich billige Samm lungen, ohne Ladenpreis auf den Markt zu bringen. Wir möchten diese Beschlüsse hierdurch in Erinnerung bringen. Ebenso weisen wir daraus hin, daß nach unserer Anschauung Neben abonnements von Zeitschriften zu einem ermäßigten Preise nicht statthast sind. Auch andere Fragen, die die Allgemeinheit betreffen, sind zurückgestellt worden, wie die Statistik der Gehilfengehälter, da eine solche Zusammenstellung jetzt ihren Wert verloren hat und man noch nicht absehen kann, wie sich die Verhältnisse nach Beendigung des Krieges gestalten werden. Ebenso wurde die Umfrage wegen der Wiedetverkäuser und deren Kunden listen zurückgelegt. Zu gegebener Zeit werden wir die Sachen weiter behandeln und danken unseren Mitgliedern, daß sie unsere Anfragen, zum Teil sehr ausführlich, beantwortet haben. Unsere Bestrebungen, eine Gesundung der Verkäufe der S ortimentsbuchh and lun g>en ohne Übernahme der Schulden herbeizuführen, haben wir fortgesetzt und unsere Be stimmungen darüber geändert (Börsenblatt vom 28. Oktober 1914). Die neue Einrichtung belastet die Geschäftsstelle zwar mit neuen Arbeiten, die gemachten Versuche haben sich aber bewährt, so daß wir an dem neuen Verfahren weiterhin festhalten wollen. Mit dem Börsenverein haben wir dauernd Fühlung gehalten, da wir eine unserer Ausgaben darin sehen, ausgleichcnd zwischen den Interessen des Verlags und Sortiments zu wirken und nicht nur schroff den Standpunkt des Verlegers zu betonen. Wir müssen aber verlangen, daß auch unsere Wünsche und Anträge entsprechend zur Geltung kommen, und bitten daher unsere Mit glieder, die Hauptversammlungen des Börsenvereins alljährlich regelmäßig zu besuchen: man hat leider öfters die Beob achtung machen müffen, daß die Verleger, insbesondere die Leip ziger, auf den Hauptversammlungen des Börsenvereins nicht zahl reich genug vertreten sind, um für den Verlag verhängnisvoll werdenden Abstimmungen entgegentreten zu können. Der neuesten Einrichtung des Börsenvereins, der Deutschen Bücherei, haben wir nach wie vor unser lebhaftes Interesse geschenkt und können auch unsererseits mit Stolz hervorheben, daß trotz des Krieges der Ban des stattlichen Gebäudes ausge zeichnete Fortschritte gemacht hat, so daß unbeschadet aller entgegen stehenden Schwierigkeiten die Einweihung znr vorgesehenen Zeit wird stattsinden können. Von der Direktion der Deutschen Bücherei sind uns drei Wünsche unterbreitet worden, und wir möchten diese an dieser Stelle veröffentlichen, um ihnen möglichst weite Verbreitung in den Kreisen des Verlages zu verschaffen. Wenn auch zugegeben wird, daß viele Firmen von der Draht- zur Fadenheftung übergegangen sind, so ist die Drahtheftung auch bei wertvollen Büchern noch weit verbreitet, obgleich deren Schädlichkeit für die Bücher längst festgestellt ist. Da bei der Deutschen Bücherei der Gesichtspunkt dauernder Erhaltung und unbeschädigter Aufbewahrung von größter Wichtigkeit ist, würde die grundsätzliche Einführung der Fadenheftung in allen Vcr- legerbänden sehr willkommen sein. Viele gute Bücher erscheinen ohne alphabetisches Re gister. Nicht nur bei umfänglichen, sondern auch bei kleineren Büchern ist ein solches Register von großem Nutzen. Das haben die Amerikaner erkannt, die überhaupt kein Buch, außer der schönen Literatur, ohne ausführliches alphabetisches Register ausgeben. Die Verleger sollten daher ihre Verfasser, die manch mal aus Bequemlichkeitsrücksichten aus ein Register verzichten, dazu anhaltsn, ein solches abzufassen.
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