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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.05.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-05-08
- Erscheinungsdatum
- 08.05.1915
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- Deutsch
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105, 8. Mat 1915. Redaktioneller Teil. Jeder Verleger dürfte von derNotwendigkeit einer genauen Ver fasserangabe überzeugt sein und trotzdem werden noch viele Bücher, nicht nur militärischer Autoren, ohne den ausgeschriebenen Vor namen des Verfassers veröffentlicht. Wenn es nicht angezeigt erscheint, ihn auf das Titelblatt zu bringen, so sollte er wenigstens unter dem Vorwort stehen. Erst der Vorname gibt das ent sprechende Kennzeichen eines Buches bei den zahlreichen Ver fassern gleichen Familiennamens. Zahllose Feststellungsversuche in den Büchereien würden erspart werden, wenn der Vorname mit veröffentlicht wird. Sollte der Verfasser das Geheimnis eines nicht wohlklingenden oder von ihm verabscheuten Vornamens nicht preisgeben wollen, so dürfte in jedem Fall ein Hinweis des Verlegers auf die Wichtigkeit der Sache genügen, um den Ver fasser zur Zustimmung zu bewegen. Abgekürzte Vornamen sind oft ebenso schlimm wie nicht angegebene. Unsere Beziehungen zum Ausland haben durch den Krieg selbstverständlich gelitten. Den größten Schaden dürste Wohl die Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik Leip zig 1914 erlitten haben, die so hervorragend eingeleitet worden war und zu den größten Hoffnungen berechtigte. Sie hat ihre Pforten aber bis zum 18. Oktober offen gehalten und dadurch die Kraft eines Kulturwerkes während des Krieges bewiesen, wie es Wohl kaum eine andere Nation uns nachmachen kann. Durch die Ausstellung hatten wir das Vergnügen, unsere holländischen Kollegen vom Niederländischen Verlegerverein im Juni 1914 in Leipzig begrüßen und auf diese Weise einen Teil unserer Dank barkeit für die gastliche Aufnahme des Verlegerkongresses in Amsterdam im Jahre 1910 abtragen zu können. Die für Mitte September geplanten Tagungen der Lsso- des IV. Internationalen Kongresses für Volkserziehnng mußten natürlich unterbleiben. Dem Antrag, die für die Tagung der ^.ssoviation Inttoraire 6t ^.rtistigne Internationale schon gesammelten Gelder (mehr als 10000) dem Roten Kreuz zu überweisen, wurde von den meisten Spendern bereitwilligst zu gestimmt. Außer den schon oben erwähnten Eingaben an die Post behörde und das Auswärtige Amt haben wir uns noch an das Reichsamt des Innern gewendet und in Gemäßheit eines Be schlusses des internationalen Verlegerkongresses dieses im Inter esse des Schutzes der Photographie darum ersucht, zu bestimmen, daß nur solche Photographien sür 10 Jahre geschützt werden, auf deren Abzug das Jahr der ersten Ausgabe sowie das betreffende Land, der Name und die Adresse des Autors verzeichnet sind. Vom Auswärtigen Amt erhielten wir die Antwort aus unsere Anfrage wegen der Zollbehandlung illustrierter Werke in Schweden, während uns vom Reichstag mitgeteilt wurde, daß der Gesetzentwurf gegen die Gefährdung der Jugend, gegen den wir uns gewendet hatten, wegen Schlusses des Reichstags zurück gestellt worden wäre. Die Vermittlung des deutschen Generalkonsulats in Buenos- Aires haben wir wegen eines Streites der dortigen deutschen Jmportbuchhandlungen angerufen; wir können es mit Dank be grüßen, daß sich das Generalkonsulat der Angelegenheit ange nommen und den Fall geschlichtet hat. Nur eine Firma hat sich außerhalb dieser Berkaufsordnnng gestellt. Vielleicht bringt es die Kriegszeit mit sich, daß die deutschen Verleger in das Ausland nicht mehr mit erhöhtem Rabatt und an das Publikum dort ohne Rabatt liesern. Das Einfachste wäre es, wenn die sogenannten Auslandsrabatte überhaupt abgeschafft würden, sowohl sür deutsche Exporteure wie für ausländische Importeure, und die deutschen Exporteure verpflichtet würden, ins Ausland nur ohne Rabatt zu liefern. Die Verleger hätten keinen Schaden davon, würden aber dem deutschen Sortiment und dem deutschen Vaterland einen gewaltigen Dienst erweisen. Zum Ankauf von Palms Grabstätte in Braunau haben .wir einen Beitrag von 300 gewährt. Die Bestrebungen gewisser Kreise, namentlich der »Brücke« in München, Bücher in bestimmte Formate zu Pressen und ein womöglich internationales Einheitsformat zu schaffen, sind ziemlich verstummt, und es ist zu hassen, daß der Krieg sie ganz hinwegfegt. Dagegen kann man beobachten, daß größere Schriftgrade beim Druck der Bücher immer mehr benutzt werden. Bücher, die durchweg in Cicero gedruckt sind, auch kleineren Formms, sind jetzt keine Ausnahme mehr, während noch vor 25 Jahren auch für vornehm ausgestattete Bücher Petitschrift an der Tages ordnung war. Diese Wandlung ist mit Freude zu begrüßen, schon aus ästhetischen Rücksichten, aber auch zur Schonung und Erhaltung der Augen. Freilich wird hierdurch in den meisten Fällen ein erhöhter Papierbedarf notwendig, und das Buch nimmt zum Leidwesen der Bibliothekare mehr Platz aus den Gestellen ein. Die durch unsere Geschäftsstelle zu erledigenden Arbeiten haben nach Ausbruch des Kriegs keineswegs eine Verminderung erfahren, im Gegenteil, durch die verschiedenen Maßnahmen, die infolgedessen getroffen werden mußten, sind unsere Angestellten voll beschäftigt gewesen, so daß sür unseren zum Heeresdienst (unberufenen Gehilfen ein Ersatz durch Einstellen einer Aushilfs kraft geschaffen werden mußte. Das Ein- und Ausgangsbuch der Geschäftsstelle weist säst die gleiche Zahl an eingegangenen und erledigten Schriftstücken nach wie im vorhergehenden Jahre, und zwar 9160 gegen 9171, wobei zu berücksichtigen ist, daß dis Fragelisten, Anmeldungen zum Mahn- und Einzugsverfahren, Rundschreiben u. dgl. darin nicht enthalten sind. Die Rechtsauskunftsstelle ist von den Mitgliedern wieder fleißig in Anspruch genommen worden. Es sind vom Januar bis Dezember 1914 79 Anfragen eingcgangen, die durch Herrn Justizrat vi. R. Anschütz beantwortet wurden. Wir möchten hier bei darauf aufmerksam machen, daß die Pauschgebühr von 5, die von den Mitgliedern sür ein Gutachten zu entrichten ist, keines wegs den tatsächlichen Kosten entspricht, denn der Verein muß, wie aus den Kassenberichten ersichtlich ist, einen ganz ansehnlichen Betrag dazu beisteuern. Wir bitten deshalb, nur solche Fragen der Rechtsauskunftsstelle vorzulegen, die sür die Allgemeinheit von Interesse sind, nicht aber solche, die nur für den einzelnen Fall oder sür das einzelne Geschäft von Wert sind. Nur wenn es sich um Fälle handelt, die allgemeines Interesse haben, glauben wir es verantworten zu können, einen so hohen Zuschuß aus Vereinsmitteln aufzuwenden. Wir haben infolge eines Vorstandsbeschlusses, der von der Hauptversammlung 1914 gutgeheißen worden ist, die in den «Mitteilungen« 1914 abgedruckten Gutachten der Rechtsauskunsts stelle als Hest I im Sonderdruck erscheinen lassen, damit die Mit glieder die Gutachten in handlicher Form besitzen und vorkom menden Falles leicht nachschlagen können. Es besteht die Absicht, die folgenden Jahrgänge ebenfalls in Heftform am Jahresschluß herauszugeben. Die Jntercssentengruppen haben jede an ihrem Teile zur Förderung unseres Berufes gearbeitet. Die Vereinigung der medizinischen Verleger hat ihre zweite Hauptversammlung am 8. Mai 1914 abgehalten, wobei außer den gewöhnlichen Besprechungen eine reiche Tages ordnung von neun Punkten behandelt wurde. Unter diesen seien folgende hervorgehoben: 1. Medizinische Vereinigung für Sonderdruckaustausch. 2. Unter welchen Bedingungen sollen Bücher und Zeit schriften an englische und französische Verleger geliefert werden? 3. Die Lieferung einer Arbeit über ein medizinisches Prä parat zum Abdruck in einer medizinischen Fachzeitschrift darf nicht von der vorherigen Erteilung des Nachdrucks rechts dieser Arbeit abhängig gemacht werden. 4. Wie soll sich der medizinische Verleger gegenüber den Gesuchen um Überlassung von Rezensions- oder Tausch exemplaren seiner Zeitschriften verhalten? 5. Berechnung von Dissertationen, die gleichzeitig in Zeit schriften veröffentlicht werden. Im Laufe des Jahres hat der Vorstand 5 Mitteilungen an seine Mitglieder gelangen lassen, die sich in der Hauptsache mit Kriegsmaßnahmen beschäftigten. Die Vereinigung zählt 33 Mitglieder. Die Vereinigung rechts- und staatswissenschaft licher Verleger hielt am 8. Mai 1914 ihre fünfte Hauptver sammlung unter dem Vorsitz des Herrn O. Schuchardt ab. 721
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