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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.08.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-08-12
- Erscheinungsdatum
- 12.08.1908
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- Deutsch
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- Saxonica
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186, 12. August 1908. Sprechsaal. Börsenblatt >. d. Dtschn. Buchhandel. 8557 Sprechsaal. (Ohne Verantwortung der Redaktion; jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung deS Börsenblatts.) Christliche Vereinssortimente. (Vgl. Nr. 178, auch 157 d. Bl.) Antwort. Daß es den Vereinsbuchhandlungen gar nicht mehr darum zu tun sei, auch christliche volkstümliche Schriften zu verbreiten, das habe ich niemals gejagt. Niemand würde gegen bloße Niederlagen solcher Bücher etwas gehabt haben! Es ist eben der -Inneren Mission- nicht mehr allein, so be hauptete ich ferner, darum zu tun, solche christlichen Schriften zu ver breiten. Die Vereinsbuchhandlungen ivollen nicht ausnahmsweise, wie Herr Fischer zugibt, sondern in der Regel, überhaupt die buchhändlerischen Lieferanten der christlichen Kreise werden. Damit hat die »Innere Mission- ihr Gebiet verlassen, sie macht dem Stande der Sortimentsbuchhändler die schwerste Konkurrenz. Dazu ist sie jedoch nicht berufen. Nicht gegen die bestehenden Sortimenter, sondern mit ihnen zusammen sollte die -Innere Mission- arbeiten. Daß die Leute aus den schlichten christlichen Volkskreisen niemals Kunden des allgemeinen Sortiments gewesen sind, das ist sicher ein Irrtum. Woher sollten sic sonst wohl die nötigen Bücher für die Schule und das Haus bezogen haben? Auch der Pastor verschrieb diese durch ihn be stellten Werke bei seinem Sortimenter. Jetzt kaufen die Herren Pastoren und die christlichen Kreise hauptsächlich bei der Vereinsbuchhandlung. Es gibt ferner doch recht viele elegant eingerichtete Vereinsbuch handlungen, während wissenschaftliche Sortimente recht oft staubiger aus- sehen, als es nötig zu sein scheint. Nun sollte nach Herrn Fischers An sicht die Gründung von Vcreinshandlungen manchmal notwendig gewesen sein, weil sich die schlichten Leute nicht getrauten, in einen eleganten Buchladen zu treten. Das ist sicher ein Irrtum. Es gab doch auch wahrlich christliche Buchhandlungen in genügender Anzahl, wie ich bereits ausführte. Gewiß, öfter sind aus kleinen Anfängen große Vereinsbuchhandlungen entstanden. So zeigte ich vor zwei Jahren in einem Artikel, wie eine große Wohlttttigkeitsanstalt sich zuerst eine Brockensammlung einrichteie. Unter dem alten Papier fanden sich dort auch alte Bücher vor, die ver knust wurden. Das Feld war so günstig, daß in kurzer Zeit aus diesen Anfängen eine große Buchhandlung entstand, die jetzt jährlich zur Weihnachtszeit einen großen Ramschkatalog in 50000 Exemplaren an die Herren Pastoren und die christlichen Kreise versendet. Sicher fingen oft die Geschäfte klein an; doch schon die Pflicht er forderte es, daß die betreffenden buchhändlerischen Leiter dann stets alle Kräfte anstrengten, um ihren Firmen eine möglichst große Ausdehnung zu geben. Von vornherein hätte das zu bebauende Feld genau bezeichnet werden müssen; das ist jedoch nicht geschehen. Die Schulen, die Biblio theken, immer neue Gebiete wurden bearbeitet, zum Schaden der be stehenden Buchhandlungen, die Freude am Erfolg veranlaßt zu immer neuen Versuchen. Wäre es der -Inneren Mission- allein um die Verbreitung guter Schriften zu tun, so brauchte sie keine Vereinsbuchhandlung, in der alle guten Bücher für Schule, Bibliothek und Familie des Gelderwerbs wegen verkauft werden. Wie es auch manchen Führern der -Inneren Mission- darum zu tun ist, den regulären Buchhandel zu verdrängen, das geht aus der nachfolgenden Stelle eines Schreibens, das Herr Pastor Stuhr mann an die Mitglieder der westdeutschen Jüngltngsvereine im ver gangenen Jahre richtete, hervor. Jeder der zahlreichen Jünglingsvereine sollte eine Filiale der Buch handlung des Westdeutschen Jünglingsbundes werden. Die einzelnen Mitglieder wurden ersucht, Bestellungen aus ihren Kreisen derselben zu- zusühren. Jedem Zweigverein waren 10—20 Prozent Provision versprochen worden. Herr Pastor Stuhrmann schrieb: »Wir appellieren an das Gewissen unserer Vereine, ihrer Vor stände und ihrer Mitglieder, und rechnen aus die tatkräftige Unter stützung von ihrer Seite. Jedes Mitglied soll jedes gute Buch, jede gute Schrift in der Buchhandlungsfiliale seines Vereins finden oder durch sie besorgt erhalten. Wie unsere Bundesbuchhandlung als cinztgcft) literarische Bezugsquelle für die Bedürfnisse unserer Ver eine und aller ihrer Mitglieder keine Opfer scheuen will, uni ihrer neuen Aufgabe gerecht zu werden, so erwarten wir es aber auch als Börsenblatt s!>r den Deutschen Buchhandel. 7b. Jahrgang. selbstverständlich, daß unsere Buchhandlung als solche einziges!!) Be zugsquelle von seiten unserer Vereine fortan angesehen wird und daß unsere Bundesmitglieder alle ihre literarischen Bedürfnisse durch die Buchhandlungsfiliale ihres Vereins decken werden, usw. (gez^) Stuhrmann. Wie zahlreich die Jünglingsvereine vorhanden sind, daS ist ja be kannt. Jeder Pastor steht einem solchen vor oder hat, so glaube ich, die Absicht, einen solchen zu gründen. Die Lehrer, die einem Jünglings- vereiu angehören, sollen alle ihre Lehrmittel, die Handwerker und Techniker ihre fachwisscnschaftlichen Werke, die Landleute die landwirtschaftlichen Schriften, die Familien die nötigen Geschenkwerke usw. allein von der Vereinsbuchhaudlung beziehen. Den alten Lieferanten treu zu bleiben, das hieße gegen sein Gewissen handeln! Wo bleiben da die Sortimenter? Außerdem mache ich aus nachfolgende Schriftstücke, die ich mit dem Rechte der Veröffentlichung erhielt, aufmerksam: -Posen, den 16. Juli 1908. -Sehr geehrter Herr Kollege! »Ihren Artikel in Nr. 157 B.-Bl. habe ich mit Interesse gelesen. Zum April oder Juli nächsten JahreS wird der Provinzialverein für Innere Mission nun auch in Posen eine-Evangelische Vereinsbuchhand- lung- ins Leben treten lassen. Das nennt man: -Stärkung des Deutsch tums in den Ostmarken!!!- Hier bestehen 3 bedeutendere evangelische Buchhandlungen . . . ., die den Bedarf bisher völlig gedeckt haben, wir haben alle harten Stand gegenüber dem Polentnm und gegenüber den hier noch bestehenden 4 bedeutenden jüdischen Buchhandlungen. Nun baut der Provinzial-Verein für Innere Mission hier ein großes Evange lisches Vereinshaus, und schon muß auch eine Vereinsbuchhandlung hinein. An einen hiesigen Kollegen wendet sich der Vorsitzende, droht ihm mit Wegnahme der Lieferungen an Konsistorium und Ansiedelungs- Kommission und schüchtert ihn, der vorher gleich mir auf dem Stand punkt stand, daß die drei größeren evangelischen Buchhandlungen (es gibt auch noch zwei kleinere) den Bedarf völlig decken, dadurch so ein, daß er sich bereit erklärt, die Evangelische Vereinsbuchhandlnng zu über nehmen. Er bekommt dafür 4000 für die Einrichtung aus der Kasse des Vereins für Innere Mission, und dieser Verein verpflichtet sich kon traktlich, ihn in jeder Weise zu unterstützen und seine Mitglieder auf die neugegründete Evangelische Vereinsbuchhandlung aufmerksam zu machen. Mir gegenüber erklärte der Herr (Vorsitzende des Prov.-Ver. f. -Inn. Mission«) persönlich, als ich ihn nach den Gründen fragte, aus denen die neue uns schädigende Firma ins Leben gerufen werden solle: 1. wollen wir Kolportage treiben; 2. wollen wir unsere Frauen und Töchter in eine Buchhandlung führen können, wo ihr Auge nicht beleidigt wird durch unchristliche Bücher, durch den Simplizissimus und ähnliches. Gegen den 1. Punkt ließ sich wenig sagen, gegen 2. habe ich dem Herrn gesagt, daß mir von einer großen evangelischen Kundschaft noch nie ein Wort der Klage gesagt worden sei darüber, daß unsittliche Bücher bei mir ausliegen. Den Simplizissimus will ich keinesfalls in jeder Weise in Schutz nehmen, aber wenn ein reifer Mann zu mir kommt und den Simplizissimus haben will, und ich sage ihm dann: ich führe ihn nicht, weil er meinem evangelischen Bekenntnis widerstrebt, jo wird der Kunde den Kopf schütteln und geht ä tompo zum . . . Kollegen, da bekommt er ihn, es ist so, — ich bin den Kunden los. Das beste aber ist, daß Kollege , der nun die Leitung der neuen Vereinsbuchhandlung überkommt, die größte Kontinuation aus den Simplizissimus von allen hiesigen Kollegen hat. — So sieht's auch hier aus, besire es Gott! Können Sie obiges verwerten, tun Sie's gern! -Mit kollegialem Gruße Ihr ergebener N. N.- Abschrist des Vertrages des Prov.-Vereins sür Innere Mission zu Posen mit dem betreffenden Buchhändler. 8 1. Aus Veranlassung deS Prov.-Vereins für Innere Mission gründet Herr demnächst neben seinem unter der Firma bereits bestehenden Geschäft in dem Evangel. Vereinshaus am Berliner Tor in Posen eine 2. Buchhandlung mit der Firmen bezeichnung und dem ausgesprochenen Charakter einer evangel. Buchhandlung. 8 2. Herr verpflichtet sich, diese Buchhandlung in der Weise zu betreiben, daß sie sich vorwiegend der Verbreitung der unter die Bezeichnung christliche Literatur fallenden Bücher, Schriften, Bilder :c> zuwendet. Dieser Betrieb soll in energischer, zielbewußter und 1117
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