Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.05.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-05-03
- Erscheinungsdatum
- 03.05.1915
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19150503
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191505039
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19150503
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
- Monat1915-05
- Tag1915-05-03
- Monat1915-05
- Jahr1915
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Redalttoneller Teil. WO, 3. Mai 19l5. Feld Buch-Tasche »Deutschland« Ki. 8° in Feld posikuvert. Leipzig, Leipziger Buchbinderei- ÄktieN'Gesellschaft vorm. Gustav Fritzsche. Auch a» den üblichen Kantatefestgaben scheint der Krieg nicht spur los voriiberzugchen. Der bekannte praktische und vorzüglich ausge stattete Kantatekalender der Firma Leipziger Buchbinderei-Aktien- Gcfellschast vorm. Gustav Fritzsche, der den Teilnehmern des Kantate festmahles sonst als stets willkommene Gabe überreicht wurde, hat sich nicht allein in das modcfarbene Feldgrau gehüllt, sondern auch in dieser neuen, zeitgemäßen Gestalt den Weg zu den Kollegen im Felde gefunden. Die Daheimgebliebenen müssen infolgedessen auf die gewohnte Festgabe verzichten, werden es aber freudig tun, weil sie wissen, daß sie denen zugute kommt, denen wir nicht genug Gutes tun könne». Die Gedanken der Feldgrauen aber werden, wenn die Tasche in ihre Hände gelangt, heimwärts schweifen und der einstmals froh verlebten Kantatetage ge denken, die in diesem Jahre dem Ernste der Zeit entsprechend nur in bescheidener Weise begangen werden. Die Feldbriestasche ist ebenso zweckmäßig wie geschmackvoll aus- gestattet. Der äußere Umschlag besteht aus festem, grauem Segellcinen mit vier Taschen auf den Innenseiten zur Aufnahme von Briefschaften und Postkarten. Der Schmuck der Außenseite besteht lediglich aus einem auf dem unteren Teile der Vorderseite links angebrachten, eingeprägtcn Eisernen Kreuz. Eingelegt ist ein Notizbuch in besonderem Umschlag, dessen textlicher Inhalt lediglich aus einem Kalendarium auf der zweiten ümschlagseite besteht. Die erste trägt den Titel Feld-Buch- Tasche »Deutschland«. Aus der Rückseite des Umschlages ist noch das Signet und in ganz bescheidener Weise der Wortlaut der Hersteller firma angebracht, sodaß sich das Ganze als reine Liebesgabe, der man einen Ncklamezweck nirgends anmerkt, darstellt. Wir sind überzeugt, daß diese schöne und praktische Brieftasche den erwarteten Beifall unserer Feldgrauen finden wird. Kleine Mitteilungen. Ein Protest der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer. — Am 16. März d. I. sandte die Deutsch-Amerikanische Handelskammer in New Dort folgendes Telegramm an Präsident Wilson: »Die britische Order of Council ist nach unserer Ansicht die größte Kalamität, die unser Land seit Ansbruch des Krieges betroffen hat. Sie ist ein vernichtender Schlag gegen die Baumwoll-Jndustrie des Südens, die gerade anfing, sich wieder etwas zu erholen. Sie bedeutet den Ruin für alle Amerikaner, die Handelsbeziehungen zu Deutschland und Österreich haben, und macht Tausende von Ange stellten dieser Exporthäuser stellungslos. Sie schließt Hunderte von Fabriken, die auf die aus Deutschland kommenden Rohmaterialien, halbfertigcn Produkte, Chemikalien und Farbstoffe angewiesen sind. Sie gefährdet die Ernte, da sie den Import der für die Fabrikation von Düngemitteln nötigen Artikel verhindert. Die Vereinigten Staaten haben unter der Order of Council mehr zu leiden als irgendein anderes neutrales Land. Sie beschränkt den transatlantischen Verkehr, während Holland, Schweden, Nor wegen, Dänemark, die Schweiz, Italien ihre Produkte ungehindert nach Deutschland verschiffen und für ihren eigenen Bedarf alle deut schen Erzeugnisse importieren, die sie gebrauchen. Englands Macht hört ans dem Kontinent und in der Ostsee auf, aber infolge will kürlicher Ausübung seiner Macht auf dem Atlantischen Ozean sperrt es den amerikanischen Handel. Es maßt sich das Recht an, ameri kanisches Eigentum deutschen Ursprungs mit Beschlag zu belegen und für seine Zwecke zu verwenden, da es für seine Industrie genau so wie Amerika deutsche Chemikalien und Farbstoffe gebraucht. Es beabsichtigt zwar, nach dem Kriege den Amerikanern eine Kompen sation in Höhe des Wertes der beschlagnahmten Waren zu zahlen. In der Zwischenzeit aber läßt es die amerikanischen Industrien leiden, um die seinigeu blühen und gedeihen zu lassen, und macht sich augenscheinlich keine Gedanken darüber, daß dadurch so viele amerikanische Fabriken geschlossen werden. — Wir bitten ergebenst, unscrm energischen Protest gegen diese Order of Council die nötige Beachtung zu schenken, und sind überzeugt, daß die erforderlichen Schritte eingeleitet werden, um den Ruin der amerikanischen In dustrien zugunsten der englischen zu verhindern.« Die Deutsch-Amerikanische Handelskammer erhielt folgende Antwort: »Der Präsident hat mich angewiesen, den Empfang Ihres Tele gramms vom 16. März zu bestätigen. Er hat dasselbe mit der größten Aufmerksamkeit gelesen und erkennt die Wichtigkeit der Sach lage an.« 8k. Betrügerische Jnserateuakquisitiou für »Ncklaine-Stadtplänc«. Urteil des Reichsgerichts vom 19. April 1915. (Nachdruck verboten.) — Den angeblichen »Verlagöbuchhändler und Kaufmann«, in Wahr heit aber mehrfach vorbestraften gemeingefährlichen Schwindler Artur Broch, gegenwärtig in Königsberg i. Pr. in Haft, hat das Land gericht Königsberg ani 23. Februar 1914 wegen Rücksall- bctrugs zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis und drei jährigem Ehrenrechtsverlust verurteilt. B.'s hartnäckig betriebene Spezialität ist die Jnseratcnakquisition für »Neklame-Stadtpläne«. Vor Jahren hatte er in Bromberg die »Bromberger Bücherpost«, ein Reklame- und Kolportagebureau, gegründet und war dann im No vember 1911 nach Königsberg verzogen. Hier suchte er im Winter 1911/12 in eleganter Kleidung als »Vertreter der Bromberger Bü cherpost«, zahlreiche Geschäftsleute auf und erzählte ihnen, er komme im Auftrag eines neuen großzügigen Reklame-Unternehmens, das einen Königsbergs Sradtplan mit Adressentafeln Herstellen und dem nächst in allen Schankwirtschaften und Geschäften aufhängen lassen werde; die Adressentafel sei eine vorzügliche Jnsertionsgelegcnheit: die erste Hälfte des Jnsertionspreises sei mit 5°/„ Skonto bei der Aufgabe der Anzeige, die zweite bei der Vorlegung des Bürstenabzugs zu zahlen. Die Leute ließen sich überreden und gaben Inserate zum Preise von 10—100 Mark auf. Damit war die Sache für Broch er ledigt. Zur Drucklegung des Planes tat er gar nichts. Nur um der Polizei gegenüber eine Ausrede zu haben, fragte er beim städtischen Vermessungsamt an, ob er den Stabtplan desselben Nachdrucken dürfte, was aber abgclehnt wurde: ferner erkundigte er sich bei einer Druckerei nach den Druckkosten eines Plaues. Hierbei ließ er es bewenden: er hatte ja sein Schäfchen schon ins Trockene gebracht, nämlich die erste Rate der Jnseratengebühren cinkassiert. Im Herbst 1912 begann für ihn eine neue Saison. Bis zum Juli 1913 hatte er 21 lohnende, gleich zur Hälfte bar bezahlte Aufträge ciugesammelt. Dann wurde ihm in Königsberg der Boden zu heiß: deshalb zog er nun nach Danzig und bearbeitete von hier aus als »Vertreter der Verlagsanstalt A. Broch in Danzig« zunächst die Stadt Danzig selbst, ferner Tilsit, weiter zahlreiche westpreußische, pommersche und brandenburgische Städte. Für jede Stadt hatte er angeblich einen besonderen »Neklame- Stadtplan« in Aussicht genommen und fand hiermit so viel Anklang, daß er 1914 beim unfreiwilligen Ende seiner Geschäftsreisen eine Ein nahme von 1000 verzeichnen konnte. Von vornherein war sein Be streben nur auf die Erlangung der ersten Ratenzahlung seitens leicht gläubiger Geschäftsleute gerichtet: die Herstellung und Herausgabe der Pläne hat er niemals beabsichtigt. Wenn er gelegentlich von den Inseraten Bürstenabzüge Herstellen ließ, so geschah dies nur, um den Kunden auch noch die zweite Ratenzahlung aus der Tasche zu locken. Nach Feststellung der Strafkammer lassen sich die Betrügereien in drei Einzclgruppcu des fortgesetzten Betrugs zusammenfassen: der erste Königsbcrger Winter (1911/13), die zweite Königsberger Unternehmung (1912/13) und der Fischzug in Danzig und in den Provinzen (1913/14). Gegen seine Verurteilung legte Broch Revision ein, in der er die Betrugsabsicht bestritt und behauptete, tatsächlich mit dem Gedanken an die Herausgabe der »Neklame-Stadtpläne« ernsthaft umgegangen zu sein. Das Reichsgericht verwarf jedoch auf Antrag des Neichs- anwalts die Revision als unbegründet, da der Jnseratenschwindcl mit aller Deutlichkeit erwiesen ist. (Aktenzeichen 3 V. 235/15.) Personalnaihriihten. Gestorben: am 22. April unerwartet nach kurzem Kranksein Herr Oskar Kartschocke, seit 1898 Besitzer von N. Baumann's Buch handlung in Breslau, in die er 10 Jahre vorher als Gehilfe ein getreten war. Sein offenes, heiteres, stets gefälliges Wesen, so wie seine langjährige, ununterbrochen rastlose Tätigkeit hatten ihm einen großen Kunden- und Freundeskreis geschaffen, der den früh Verblichenen schmerzlich vermissen wird. Max Gebauer -f — Der Ordinarius für Nationalökonomie an der Universität Greifswald Professor I)r. Max Gebauer ist im Alter von 46 Jahren auf dem östlichen Kriegsschauplatz gefallen. 1869 zu Neiße i» Schlesien geboren, studierte Max Gebauer in Breslau vor allem Nationalökonomie und promovierte dann 1893 mit einer Arbeit über Lebensversicherung. In den folgenden Jahren beschäftigten ihn vielseitige Forschungen, besonders auf wirtschaftlich-theoretischem und wirtschaftshistorischem Gebiete, als deren Früchte eine sorgfältige Unter suchung über »Das Wesen des Kapitalzinses und die Böhm-Bawerksche Zinstheorie« und eine Studie über Breslaus Kommunalwirtschaft um die Weude des 18. Jahrhunderts erschienen.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder