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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.03.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-03-15
- Erscheinungsdatum
- 15.03.1915
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- Deutsch
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Nr. 60. ^ ZDeutjchen Neich^ zahlen fklr jedes Lxamp^ir ZS^Mark bez.3 des DSrje^>ereins die viergejpaltene Petitzeile odei^deren Mark jährlich. Nach dem Nusland erfolgt Lieferung Zr NaNm 156.13.50 6.26 M..'/, 6.50 M.. für Nicht- >uch^ostsn 30 Mark Mitc, ^ ^ ^ i . * rss Z ilber ' UMMWMörst'iiMM'ö'erNeÄWenD'üiH'G Leipzig, Montag den 15, März 1915. Redaktioneller Teil Zur Ostermeßabrechnung. <Vj». Nr. 54.» Von vielen Seiten ist an den Unterzeichneten Vorstand das Ersuchen gerichtet worden, in Anbetracht der außergewöhnlichen, durch den Krieg verursachten Verhältnisse den Vorstand des Bör senvereins und den Verlag zu veranlassen, die diesjährige Oster- meß-Abrechnung um einige Wochen hinauszuschieben. Inzwischen hat der Vorstand des Börscnvereins eine Be kanntmachung erlassen, in der er es ablehnt, in die Rechtsbe ziehungen zwischen Verlag und Sortiment einzugreifen. Der Deutsche Verlegcrverein hat dieser Bekanntmachung eine Er klärung folgen lassen, in der er gewisse Erleichterungen für das Sortiment vorschlägt für den Fall, daß eine nachzuweisende Un möglichkeit besteht, die Abrechnungsarbciten satzungsgcmäß zu er ledigen. Wir sind mit dem Vorstand des Börsenvereins einverstanden, daß eine allgemeine Verschiebung des Abrechnungstermins nicht angängig ist, auch nicht auf Grund des 8 21, Abs. 12 der Satzun gen. Wir sind aber der Ansicht, daß das an sich dankenswerte Ent gegenkommen des Deutschen Verlegervereins nicht weit genug geht. Es sind nicht nur die Firmen in den Grenzlanden und dem Ausland und ein Teil der Firmen, deren Inhaber unter den Fah- nen stehen, wie der Verlegerberein ausführt, außerstande, die Ab rechnungsarbeiten rechtzeitig zu erledigen, vielmehr leidet auch ein großer Teil des gesamten Sortiments unter einem augenblick lich gar nicht zu ersetzenden Abgang von geschulten Gehilfen, zur Packarbeit notwendigen Markthelfern usw. Die Veröffentlichung einer der größten deutschen Sortimentsfirmen im Börsenblatt Nr. 55 zeigt das mit genügender Deutlichkeit. Es kommt das anfangs April einsetzende Schulbüchergeschäft hinzu, das schon in normalen Zeiten etwa 14 Tage lang jede Hilfs arbeit voll in Anspruch nimmt. Ferner ist hindernd das infolge Per sonalmangels beim Verlag verspätete Eingehen der Abschlußzettel. Wir richten aus diesen Gründen an den Verlag das Ersuchen, überall da, wo ihm bis zum 15. April die mit Personalmangel ausreichend begründete schriftliche Mitteilung zugeht, daß die Ab- rechnungsarbeiten nicht pünktlich erledigt werden können, einen Aufschub der Abrechnung bis spätestens 1. Juni zu gewähren, ohne die satzungsgemäßen Folgen eintreten zu lassen oder das Metzagio zu ver weigern. Voraussetzung ist, daß die Bezahlung der festen Bezüge pünktlich bis zum 8. Mai erfolgt. Wir bitten die Verlagsfirmen, die dem Sortiment in dieser so schweren Zeit in der oben gedachten Weise entgegenkommen wollen, um umgehende Mitteilung. Die Sortimenter, die dieses Entgegenkommen in Anspruch nehmen, wollen uns davon unter Hinzufügung einer ausreichenden Begründung so schnell als mög lich Nachricht zukommen lassen, um in ihrem Interesse bei dem Vorstande des Deutschen Verlegerbereins vorstellig werden zu können. Berlin, 12. März 1915. Der Vorstand des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine im Deutschen Buchhandel. R. L. Präge r. PaulNitschmann. OscarSchuchardt. Reklame in Kriegszeiten Von Fritz Würtz, Berlin-Steglitz. (Fortsetzung zu Nr. ss.s Sechs Kriegsmonate liegen hinter uns, Zeit genug, um Be obachtungen und Studien über die wirtschaftliche Lage des deut schen Volkes in dieser schweren Zeit zu machen, um Erfahrungen auszutauschen und Anregungen zu geben. Es hat sich gezeigt, daß das Buch kein Luxusartikel ist, daß vielmehr reichlich pa- pierne Erzeugnisse verlangt und verkauft werden. Natürlich stehen die kriegerischen Ereignisse im Vordergründe. Wenn man die Berliner Verhältnisse als Maßstab nimmt, dann geht es dem Buch-, Papier-, Zeitungs- und Zeitschriftenhandel, dem Verkauf einschlägiger Erzeugnisse nach zu schließen, verhältnismäßig gut. Das trifft auch auf andere Branchen zu. So führte der Inhaber des Kaufhauses Maassen in einer Detaillisten-Versamm- lung aus, daß das Geschäft bis Weihnachten v. I. — vom August abgesehen — trotz gewisser Einschränkungen doch recht befriedi gend gewesen sei. Man kann beobachten, daß viele Menschen viele Groschen mehr für geistige Nahrung ausgeben, als sie in Friedenszeiten taten. In der Natur der Sache liegt es, daß eine gewisse Verschiebung eingetreten ist, und es wird viele Ver leger und Sortimenter geben, die sehr unzufrieden sind. Sie werden aber größtenteils selbst schuld daran sein, daß sie den Anschluß verpatzten, denn bewegte Zeiten erfordern unbedingt be wegliche Menschen. Ob, wie und was verlegt werden muh, kann nur der entscheiden, den es allein angeht, nämlich der Verleger. Will man ein Übriges tun, so kann man ihm höchstens den Leit satz Robert Voigtländers in Erinnerung bringen: »Denke daran, wenn du eine .Lücke' in der Literatur ausfüllen willst, daß jene vielleicht nur eine Lücke in deiner Literaturkenntnis ist«. Die Mehrzahl der Sortimenter wußte sich schon besser den neuen Verhältnissen anzupassen. Schließlich »Not lehrt beten«, und so gibt es jetzt manches »vornehme« Sortiment, das früher den Handel mit Zeitschriften nicht nötig hatte, ihn vielleicht auch unter seiner Würde <!) hielt, jetzt aber ein flottes Geschäft in Zeitschriften-Nummern macht. Ich kann ja nur über Berliner Sortimente berichten, glaube aber, daß es dem Buchhändler in der Kleinstadt besser ergeht, weil sein Kundenkreis an und für sich schon gefestigter ist, als der großstädtische, und weil er in folgedessen leichter Stöße auffängt und sie leichter verwindet. Während in Berlin manche Spezialbuchhandlung den Fortgang des größten Teils ihrer Kunden erlebte und demgemäß die Abon nenten auf Zeitschriften und die Bücherkäuser verlor, wird es dem Provinzbuchhändler schon eher möglich gewesen sein, einen Ausgleich zu schaffen oder einen teilweisen Verlust zu verschmer zen. Die Buchhandlungen in der Nähe der großen Berliner Ka sernen, Spezialbuchhandlungen für Juristen, Ärzte, Militär u. a. m., wie man sie nur in Großstädten kennt, wurden am schwer sten betroffen. Auch daran soll erinnert werden, daß durchweg, ganz besonders aber in der Provinz, das Abonnement auf Zeit schriften fortgesetzt wurde. Das zeigt einmal den Verlegern, wie gut sie taten, wenn sie sich durch den ausgebrochenen Krieg nicht gleich ins Bockshorn jagen ließen und das Erscheinen nicht unterbrachen, bzw. was es ihnen geschadet hat, daß sie Anderen, Tüchtigeren das Feld überließen. Die weitblickenden, umsich tigen Zeitschriftenverleger machen gute Geschäfte, während an- 345
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