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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.01.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-01-25
- Erscheinungsdatum
- 25.01.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 19, 25. Januar 1915. Drucksachen, Warenproben und Geschüftspapiere in deutscher und fran zösischer Sprache, sowie Telegramme in offener Sprache zngelassen, und zwar Telegramme aus den belgischen Orten in deutscher und französischer, n a ch diesen nur in deutscher Sprache. Mitteilungen über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbewegungen oder andere mili tärische Maßnahmen sind unter allen Umständen verboten. In den Telegrammen müssen bei der Auflieferung Name und Wohnung des Absenders angegeben sein. Auf Verlangen müssen sich Absender und Empfänger über ihre Persönlichkeit ausweisen< Die Taxen und Tarife sind dieselben wie im Verkehr mit Belgien vor dem Kriege. Vor- und Nachbarorte von Brüssel: Anderlecht, Audcrghcm, Boitsfort, Cure- ghem, Ettcrbeck, Euere, Forest, Ganshoven, Haren, Jette, Jxelles, Koekel- berg, Lacken, Mvlenbeek, Saint-Gilles, Saint-Josse-ten-Nvode, Schaer- beek, Tervuercn, Uccle, Vilvorde, Watermacl und Woluwe. Vor- und Nachbarorte von Verviers: Dison, Dolhain (Limburg), Enstval, Heusy, Hodimont, Pepiuster und Stembert. Seit 22. Januar 1915 beträgt das Umrechnungsverhältuis für Postanweisungen: a) nach O st e r r e i ch - U n g a r n mit Bosnien-Herzegowina und Liechtenstein 100 Kronen —. 80 50 und d) nach den Vereinigten Staaten von Amerika und nach Cuba 100 Dollars — 461 Byzantinische Museen in Griechenland. — Aus Athen wird ge meldet: Der König Unterzeichnete ein Dekret, mit dem die Gründung! eines byzantinischen Museums in Athen und Saloniki ungeordnet wird, j Der Sitz des ersteren befindet sich am Zapeion, der des letzteren in der antiken Moschee Aya Paraskevy. Zum Direktor des Athener Instituts j wurde der Professor für byzantinische Kunst Adamtivu ernannt. PersonaliMrichteir. Gefallen: am 16. Januar im Kampfe fürs Vaterland auf dem Kriegsschau- ^ platze in Flandern Herr Paul Dähne, Gefreiter im In fanterie-Regiment Nr. 241, der erst vor kurzem mit der Fried- j rich August-Medaille ausgezeichnet wurde. Der Verstorbene war Mitarbeiter der Firma Veit L Co. in Leipzig und wegen seines bescheidenen, aufrichtigen Wesens von allen, die ihn kannten, aufrichtig geschätzt. ferner auf dem französischen Kriegsschauplätze Herr Richard Grunert, Vize-Feldwebel d. N. im Grenadier-Regiment Nr. 10, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, früher im Hause Evangelische Buchhandlung Gerhard Kauffmann in Breslau, Hugo Nothers Buchhandlung in Berlin, Sachse L Heinzelmann G. m. b. H., Hannover, und Evangelische Ver einsbuchhandlung, Posen. Gestorben: am 22. Januar im 61. Lebensjahre Herr Rudolf Richter, Prokurist der Firma Max Hesse's Verlag in Leipzig. Uber 25 Jahre hat der Verstorbene seine Kräfte der genannten Firma gewidmet und sich durch seine umsichtige Geschäftsführung wie durch gütiges, wohlwollendes Verhalten den Mitarbeitern ge genüber ein bleibendes Andenken in seinem Wirkungskreise ge sichert. Jakob Schipper s. — In Wien ist der einer. Professor der englischen Sprache und Literatur an der Wiener Universität, Hofrat Or. Jakob Schipper, im 73. Lebensjahre an einem Gehirnschlag gestorben. Sein Hauptwerk, die »Englische Metrik« (1881/89), ist eine umfassende Ent wicklungsgeschichte der englischen Verskunst; ein Auszug aus diesem umfänglichen Werk wurde auch ins Englische übertragen. Als feinsin niger Übersetzer bewährte er sich in seiner Übertragung von Shirleys Drama »'I'lls ^lagter« (1911) und anderen englischen Dichtun gen. Bald nach seiner Berufung nach Wien gründete er die »Wiener Bei träge zur englischen Philologie«, eine Sammlung von Monographien und Materialien (meist Arbeiten seiner Schüler), von der bisher mehr als 40 Bände vorliegcn. Den Bedürfnissen des akademischen Unter richts entsprang auch seine Nenausgabe bed bewährten Znpitzaschen Übungsbuches. In seinem Schriftchen »Der Baconbazillus« hat er in geistreicher Weise gegen die Anhänger der Shakespeare-Bacon-Hypothese Stellung genommen. Thomas Ludwig Herbst — Wie aus Hamburg gemeldet wird, ist dort der Tiermaler Thomas Ludwig Herbst im Alter von 66 Jah ren gestorben. Willi Doering -f. — Der Bildnisnialer Willi Doering ist vsr kurzem in der Villenkolonie Gruucwald im Alter von 64 Jahren ge storben. Für den Reichstag malte Doering ein großes Bild des ver storbenen Präsidenten v. Seydewitz, und die Stadt Berlin erwarb vor einem Jahr sein bedeutendes Porträt des Freiherrn vom Stein. Der Verstorbene gehörte eine Zeit lang dem Vorstande der älteren Berliner Sezession an. Sprchsaal. ^ Zur Ostermetz-Abrechnung. Es gehen jetzt täglich O.-M.-Nemittenden-Fakturen der Verleger ein, und für uns Sortimenter beginnt die unangenehme Arbeit des Nemittierens. Diese schon in geregelten Geschäftszeiten mühevolle Arbeit wird in diesem Jahre sicher vielfach erschwert durch die Ver minderung des eingearbeiteteu Personals, denn es wird kaum eine Firma geben, von der nicht einer oder mehrere Herren zur Kahne einberufen worden sind. Nun, wir werden uns auch weiter mit Aushilfe-Personal behelfen können, da das Ladengeschäft zum großen Teil fast stillsteht. Doch jetzt kommt des Pudels Kern! Die Herren Verleger wünschen Abrechnung, und zwar recht genau! Die meisten O.-M.-Fakturen, darunter die der größten Firmen, tragen den Vermerk: »Di spa nenden durchaus nicht gestattet«. Wie stellen sich die Herren Verleger das bei einer Spezialbuchhandlung vor? Wir Sortimenter sind nicht in der glücklichen Lage, unseren Kunden vorzuschreiben, wann und wie sie zahlen sollen, noch viel weniger aber können wir S p e z i a l buchhändler bei den diesjährigen außer gewöhnlichen Verhältnissen unsere Kunden zwingen, die im Laufe des Jahres zur Ansicht übersandten Bücher zum vorgcschricbenen Termine zuriickzugeben. Sollten die Herren Verleger in ihren Betrieben die Wirkungen dieses furchtbaren Krieges so wenig empfinden, daß sie außerstande sind, sich in unsere Lage zu versetzen? Der Spezialbuchhändler ist gezwungen, Neuerscheinungen zur An sicht zu versenden; das verlangt sowohl der Verleger als auch der Käufer. Durfte man nun erwarten, daß bei der Mobilmachung der erste Gedanke der Herren ihrem Buchhändler galt, der Frage, ob dieser vielleicht ein oder das andere Buch zur Ansicht geschickt habe, das ihm wieder zugestcllt werden müsse? — Gewiß nicht, denn die Gedanken mußten sich anderen, wichtigeren Dingen zuwcnden, wie es der Ernst und die Größe der Zeit erforderten. Ich, der ich in der Hauptsache Arzte zu meiner Kundschaft zähle, weiß von dem größten Teile der Herren nicht einmal die augenblickliche Adresse; die Wohnungen sind gewöhnlich leer oder verschlossen. Vollständig unmöglich aber ist cs jetzt, die nach dem Auslande zur Ansicht versandten Bücher zurückzu erhalten. Wie soll ich nun die Abrechnung vornehmen? Nach Wunsch der Herren Verleger müßte ich alles, was noch zur Ansicht aussteht, zur O.-M. bezahlen. Dann haben zwar die Herren ihre Bücher tadellos in Ordnung und können ohne Überträge glatt abschließen, was der Sortimenter aber später mit den Ladenhütern macht, bleibt eine offene Frage. Ich erlaube mir diese Verhältnisse zur allgemeinen Kenntnis zu bringen und wäre den Herren Kollegen für Mitteilung ihrer Ansicht verbunden. Dürfen wir nicht gerade in diesem Jahre etwas mehr Entgegenkommen der Herren Verleger erwarten? I. Hindenburg-Dildnis. Ein Berliner Verlag versendet an die Buchhandlungen eine Post karte mit- dem Bildnis Hindenburgs. Wenn man den Feldmarschall nicht an seinem charakteristischen Bart erkennen würde, so würde man — nach der Uniform zu schließen — glauben, das Bild eines Polizei obersten vor sich zu haben. Von den klugen, energischen und doch so gütigen Augen dieses Volkslicblings keine Spur, auch sind nicht einmal die Nebensächlichkeiten der Uniform richtig. Der Marschall ist im Uberrock mit Generalskragen und den Aufschlägen eines Garderegi- mcnts dargestellt, dazu der Helm mit Spitze, wie ihn unsere Steuer beamten tragen, und die Achselstücke mit zwei Sternen. Es ist also ziem lich alles an der Uniform unrichtig! Der Helm hat ungefähr die Form von anno 48. Diese Äußerlichkeiten würde man vielleicht noch über sehen, wenn das Gesicht, namentlich die Augen, gut getroffen wären, so aber kann man nur wünschen, daß die Postkarte schleunigst zurück gezogen wird. C. A. S. 96
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