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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1879
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1879-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1879
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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226, 30. September. Nichtamtlicher Theil. 3888 nicht einmal die Neigung mit, das neue Statut kräftig durch zuführen; das könnte leicht lähmend wirken. Für neue Ver hältnisse gehören auch neue Persönlichkeiten; es muß jede persönliche Rücksichtnahme auf die Mitglieder des Vorstandes aufhören, deshalb dürfte es richtig sein, das Abtreten als ein Muß aufzunehmen. Der Herr Vorsitzende srägt, ob man zur zweiten Lesung schreiten wolle. Herr vr. Brockhaus hat geglaubt, daß man von einer solchen absehen würde. Ohne eine durchgreifende Re daction des aus der ersten Lesung hervorgegangenen Entwurfes sei eine zweite nutzlos und man würde sofort aus die alten Be denklichkeiten stoßen. Er meint, daß die Arbeit der 34 er Com mission nunmehr zu Ende sei, und daß sie ihre Arbeit einer engeren Commission zu übergeben haben würde. In dem Stadium, in welchem sich die Arbeit jetzt befindet, ginge dies recht wohl. Selbstverständlich muß erst eine namentliche Abstimmung über das ganze Statut stattfinden. Es wird daraus von einer zweiten Lesung des Entwurfes abgesehen, dagegen den Mitgliedern der Commission, welche An träge für eine solche vorbereitet haben, gestattet, diese zur Be sprechung zu bringen. Die wenigen Anträge, die infolge davon gemacht werden, sind von keinem Belang für diesen Bericht; nur sei erwähnt, daß die Höhe des Eintrittgeldes wieder ans 30 Mark festgestellt wird, nachdem es aus 20 Mark ermäßigt worden war. Es wird nun zur namentlichen Abstimmung über den ganzen Entwurf geschritten. Es stimmen IS Stimmen für, 13 Stimmen gegen die Annahme. Mit „Ja" stimmen die Herren: Abend- roth, Aigner, Bergstraeßer, Bielefeld, Boysen, Detloff, Kosmock, Fehr sen., Gaßmann, Harnecker sen., Hirsch, Hoher, Kröncr, Matz, Mayer, Morgenstern, Müller, Reichenecker, Ritter. Dagegen mit „Nein" die Herren: Böhlau, vr. Brockhaus, Enslin, Haessel, Hertz, Hehfelder, Hoefer, Manz, Rohmer, Rost, Spemann, Thiene mann, Werlitz. Herr Kaiser, der Leipzig vor der Abstimmung verlassen mußte, erklärt schriftlich zu Protokoll, daß er gegen die An nahme des Statuts gestimmt haben würde. Die Herren Rohmer und Spemann geben folgende Moti- virung ihrer Abstimmung zu Protokoll: „Mit tiefstem Bedauern müssen 'wir gegen den Entwurf stimmen; denn wir können keinen Erfolg unserer Arbeit darin sehen, wenn dieselbe zu der von Herrn Kröner selbst voraus- gesehenen Verwerfung durch die Hauptversammlung führt. Mit einer solchen Verwerfung wäre die Belebung des corporativen Geistes, welche sich erfreulichst zu rühren begonnen hat, in der Entstehung geknickt. Nach der idealen Seite mit Herrn Kröner durchaus einverstanden, können wir es bezüglich des eingeschlagenen Weges nicht sein. Nachdem wir uns überzeugt haben, daß tz. 3., dem wir in erster Lesung zugestimmt haben, zu Konsequenzen führt, welche das Fundament des gedeihlichen Wirkens der Kreis vereine, nämlich ein freundliches Zusammenwirken des Verlags- und Sortimentshandels, untergraben, daß ferner dieser Paragraph nach vielen Seiten zu innerlicher Unwahrheit führen wird, daß der in Consequenz desselben vorgeschlagene be liebte Hauptausschuß in der Praxis als eine höchst complicirte : und kostspielige Maschine und deshalb als säst unmöglich sich ^ darstellt, und der Zweck desselben auf weit einfachere Weise er- ' reicht werden kann, so fühlen wir uns in unserem Gewissen ge- ! drungen, nach reiflichster Ueberlegung in zweiter Lesung gegen > den ganzen Entwurf zu stimmen. Rohmer. Spemann." > Herr Bergstraeßer motivirt seine Abstimmung mit folgen- ' den Worten: „Da es mir durch die Ablehnung einer zweiten Lesung nicht s möglich war, meine in der Debatte für die zweite Lesung in Aussicht gestellten Anträge auf Abänderung von 1. ä. und 3. zur Berathung zu bringen, habe ich dem Statutenentwurse der ersten Lesung nur unter der Voraussetzung zugestimmt, daß es der zu ernennenden Statutenrevisionscominission zustehe, nicht allein redactionelle Acuderungen vorzunehmen, sondern auch sachliche. Bergstraeßer." Herr vr. Brockhaus schlägt vor, das amtliche Protokoll für die Mitglieder der Commission behnss Mittheilung an ihre Auftraggeber zu vervielfältigen aber von einer allgemeinen Verbreitung desselben abzusehen. Schließlich wird noch folgender Beschluß gefaßt: daß der Vorstand im Verein mit dem Wahlausschüsse im Sinne des H. 70. des alten Statuts einen Ausschußhvähle, welcher statt der bisher in Aussicht genommenen Redactstmscommission zu be stehen habe, daß derselbe aus fünf Mitgliedern gebildet werde, und daß, wenn auch das positive Mandat als Redactions commission damit für dieselbe eigentlich erloschen sei, doch von der Loyalität der Mitglieder erwartet werde, daß die zum Ausdruck gelangten Beschlüsse in ihrer Totalität zum Ausdruck gelangten. Es dürste dieses Verfahren schon aus dem Grunde geboten sein, weil die Zusammenfassung des in dem nunmehr vorliegen den Entwürfe der Commission gehäuften Materials zu einem wohlgegliederten, knappen Statut kaum in den Rahmen der Be fugnisse eines einfachen Redactionscomitös sich fügen läßt. Selbst unter dem loyalsten Ausschluß aller und jeder prinzipiellen Ab änderung wird eine so durchgehende Umwandlung des jetzt vor liegenden, auf drei verschiedenen Grundlagen (altes Statut, Vorstands-Entwurf, Morgenstern's Entwurf) ruhenden, in einer Versammlung von 34 Personen verhandelten Entwurfes erforder lich sein, so daß es nothwendig scheint, im voraus jedem Zweifel in und außerhalb der Commission zu begegnen, ob die neue Revisionscommission auch zu einem selbstständigeren Vorgehen be rechtigt sei, als man von einem Redactionscomits sonst er wartet und beansprucht. Herr vr. Brockhaus spricht im Namen der Versammelten dem Vorsitzenden, Herrn Hertz seinen aufrichtigen Dank aus, der trotz körperlicher Indisposition mit außerordentlicher Uner müdlichkeit und größter Umsicht die höchst schwierigen Verhand lungen durch fünf Tage hindurch geleitet habe. Herr Hertz er widert seinerseits und seitens des Vorstandes diesen Dank an alle Anwesenden, ganz besonders an die Herren Bergstraeßer und Boysen, die es durch ihre große Thätigkeit möglich gemacht hätten, daß der angenommene Statutenentwurf abschnittweise nur wenige Stunden nach der jedesmaligen Beschlußfassung den Ver sammelten gedruckt vorgelegt werden konnte. Hiernach schließt der Herr Vorsitzende die Versammlung. Carl B. Lorck Nachschrift des Berichterstatters. Am Tage vor dem Beginn der Verhandlungen der Statnten- revisionscommission wurde Schreiber vieles von dem verchrlichen Börsenvorstand durch die Aufforderung überrascht, einen Bericht über die Verhandlungen für das Börsenblatt zu liefern. Die Aufforderung geschah in einer Weise, daß er Folge zu leisten für Pflicht halten mußte. Vollständig unvorbereitet, ohne Einsicht in das weitschichtigc Material gehabt und ohne die verschiedenen Vorlagen gekannt zu haben, war cS ihm nicht immer ganz leicht, dem je nenn- oder zehnstündigen Kreuzfeuer der Debatten und der Anträge durch fünf Tage zu folgen. Der Bericht erstatter bittet deshalb um nachsichtige Beurthcilung seitens der Com missionsmitglieder und der Leser des Börsenblattes und ist selbstver ständlich bereit, etwaige Jrrthümer oder Unklarheiten zu berichtigen,
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