Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1879
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- 1879-03-12
- Erscheinungsdatum
- 12.03.1879
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M 5g, 12. März. Nichtamtlicher Theil. 999 dem Titel von Philipp's des Zweiten „Architypographus", den er bereits besaß. Auch der Herzog von Savoyen und Piemont suchte den berühmten Buchdrucker in seine Dienste zu ziehen, wie dies aus einem im Archive vorhandenen anderen Schreiben erhellt. Darin erbot sich der Herzog, Plantin sein gesummtes Etablissement, zu dem von diesem zu stellenden Preise, abzukaufen und ihm über dies eine Extravergütung von tausend Goldkronen zu gewähren, auch eine neue und ausgedehnte Officin in Turin einzurichten, deren Direction Plantin mit völliger onrts dlanobo hinsichtlich der zu leistenden Ausgaben übernehmen sollte. Nichts aber vermochte diesen der Stadt seiner Wahl abwendig zu machen; das noble An erbieten des Herzogs ward daher ebenfalls abgelehnt. Das Innere der Druckerei ist völlig in dem Zustande wieder hergestellt worden, in dem es sich bei Plantin's Lebzeiten zeigte; von den von ihm im Jahre 1576 benützten siebzehn Pressen sind jedoch nur noch fünf übrig geblieben. Mit Ausnahme einer einzigen aber, die gelegentlich zu Zwecken der Museumsverwaltung in Be trieb gesetzt wird, ist keine mehr dienstfähig. Was bergen indeß all jene kunstvoll geschnitzten alten Schränke, welche die Wände des anstoßenden Saales schmücken und von denen jeder für ein Meisterstück der Tischlerei gelten kann? Sie sind von oben bis unten mit geschnitzten Holzplatten gefüllt, die, mehr denn fünftausend an der Zahl, die Leistungen der Xylographie in drei Jahrhunderten illustriren. Alle Gattungen verzierter Initialen, „blühender Capitelbuchstaben", wie sie von den Holländern geheißen werden, eine Unendlichkeit von Kops- und Schlußarabesken, Vignetten, Druckerzeichen und was von den Franzosen unter dem Ausdrucke „cnls cko lampe" verstanden wird. Ein prachtvoller Cyklus großer ornamentirter Initialen, jedenfalls für ein luxuriöses Missale bestimmt, sieht aus, als käme er eben erst aus den Händen des Holzschneiders, da er niemals zur Anwendung gelangt ist, während eine Menge schöner Holzzeichnungen noch der Messer und Stichel der Xylographen warten. Doch nicht Holzschnitte allein hat diese Section des Museums aufzuweisen, sondern auch über acht tausend Knpferplatten, unter denen sich die Stiche zu manchem glänzenden Titelblatte und anderen in früheren Zeiten üblichen Illustrationen befinden. Ein besonders bezeichneter und reich ge schnitzter Schrank umschließt alle jene Patrizen, Matrizen und Formen, die den Weltruf der „Plantin-Presse" so wesentlich.er höhten. Wahrscheinlich hat ganz Europa diesen Sammlungen des Plantin-Museums nichts Aehnliches an die Seite zu stellen, deren größter Theil den graciösen Händen Guillaume le Bö's und Claude Garamonds entsprungen ist. Doch wo sollten wir ein Ende finden, wollten wir nur die Hälste der Glanzstücke dieser in so hohem Grade interessanten kulturgeschichtlichen Schätze aufzählen? Bloß flüchtig erwähnt sei noch der von Quellin in Holz ciselirte große Lesetisch, an welchem die Gelehrten Montanus und Kilianus die Correctur arabischer Druckbogen zu lesen Pflegten und Raphelengius an der unerschöpf lichen Folge seiner Glossarien zu hebräischen und griechischen Autoren arbeitete, und das von Plantin selbst benützte, mit ge schmackvollem Schnitzwerk geschmückte Pult, auf dem seine Papier schere und seine Messingstudirlampe noch heute ihre alten Plätze behaupten, rühmende Zeugen einer aus allen Gebieten culturlichen Fortschrittes so rührigen Vorzeit. Wer aber nur eine Stunde in Antwerpen zu freier Verfügung hat, der versäume nicht, seine Schritte nach dem Plantin-Museum auf dem Marchs de Vendredi zu lenken, mit welchem die Bevölkerung der Stadt ein sür die Ge schichte des Buchdruckes und des mit ihm zusammenhängenden Kunfihandwerks nicht nur, sondern der Entwicklung des menschlichen Geisteslebens im Allgemeinen so hochbedeutsames, eigenartiges und lehrreiches, ja in mehr denn einer Hinficht einziges Denkmal ge stiftet und den Beweis geliefert hat, daß jener patriotische Bürger- finn, der die alten niederländischen Gemeinwesen auszeichnete, auch gegenwärtig noch nicht erstorben ist. H. Sch—e. (Europa.) Misccllcn. Ein Notabene sür direkte Verschreibungen. — Es ist an dieser Stelle bereits von anderer Seite wiederholt daraus hin gewiesen worden, daß es sich im eigenen Interesse der Betheiligten besonders empfehlen dürfte, bei direkten Bestellungen, namentlich aus größeren Städten, auch die nähere Adresse, bei gleichnamigen Post stationen die Angabe des Oberpostdirectionsbezirks beizufügen. — Bei Expeditionsüberhäufung, namentlich in der Schulbücherzeit und zu Weihnachten, ist es überaus störend, bei Postsendungen, wo obige Angabe fehlt, in Schulz' Adreßbuch nachsuchen zu müssen, und doch ist namentlich in dem Mangel einer näheren Adresse sehr häufig der Grund verspäteten Eintreffens oder verloren gegangener Kreuz band-Sendungen zu suchen. Es dürste sich wohl jetzt beim Beginn des Schulbüchergeschäfts zur gegenseitigen Erleichterung und Sicher heit der Expedition empfehlen, Obiges zur gefälligen Beachtung in Erinnerung zu bringen. So liegen dem Schreiber dieses augen blicklich 3 Postkarten von größeren Handlungen Münchens, einer Stadt von über 200,000 Einwohnern, ohne nähere Wohnungs angabe vor. — Ist da die Triftigkeit des vorher Erwähnten nicht einleuchtend? Und schließlich ist das Hinzusügen der Straße und Nummer rc. für den Besteller doch nur eine Kleinigkeit. v. Aus dem Reichs-Postwesen: Einheitliche Farben für die Postfreimarken im Weltpostverkehr. — Bereits auf dem Pariser Postcongreß war der Vorschlag gemacht worden, sür die drei Grundtaxen, welche im Weltpostverein für Briefe, Postkarten und Drucksachen zur Annahme gelangt sind, in allen Vereinsländern je eine Freimarke von übereinstimmender Farbe einzusühren. Es wurde dabei auf die große Erleichterung hingcwiesen, welche sich bei Annahme dieses Vorschlages für die Postanstalten hinsichtlich der Prüfung der richtigen Franki- rung der Sendungen ergeben würde. Ueberdies machte man geltend, daß es auch für das reisende Publicum in hohem Grade angenehm sein würde, wie in der Heimath, so auch in anderen Län dern bereits an der Farbe der Freimarken erkennen zu können) ob dieselben zur Frankirung der Korrespondenz im Weltpostverein be stimmt seien. In der That wurde die Nützlichkeit der Maßnahme von keiner Seite verkannt; man glaubte indeß vorläufig von einer hierauf bezüglichen Bestimmung Abstand nehmen zu sollen, weil die Ausführung einzelnen Verwaltungen Schwierigkeiten bereiten könne. Inzwischen ist die Frage von neuem angeregt worden. Mit Aus nahme von Frankreich und Rußland haben nunmehr sämmtliche, dem Weltpostverein ungehörige Verwaltungen sich bereit erklärt, für diejenigen Postfreimarken, welche die Grundtaxen des Vereins darstellen, einheitliche Farben anzunehmen. Zu diesem Zwecke sind gewählt: sür die Freimarke zu 25 Cent. (20 Pf.) die blaue Farbe, „ „ „ „ 10 „ (10 Ps.) „ rothe „ und ,, ,, ,, „ 5 „ (5 Ps.) „ grüne „ welche drei Farben bei den gegenwärtig von den einzelnen Ver waltungen ausgegebenen bezüglichen Freimarken schon jetzt am häufigsten wiederkehrcn. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Ein führung der übereinstimmenden Farben in den Marken ist nicht vereinbart, vielmehr jeder Bereinsverwaltnng, bei welcher gegen wärtig noch Freimarken mit abweichenden Farben in Gebrauch sind, überlassen worden, die neuen Farben erst dann anzuwenden, wenn bei derselben eine neue Ausgabe von Postwerthzeichen erfolgt. (Archiv f. Post rc.) 136*
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