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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.12.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-12-12
- Erscheinungsdatum
- 12.12.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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4V 288, 12. Dezember 1914. Redaktioneller Teil. «ri-nbiat, s. d. Dtlchn. Buchhaiid«. Handel Vorschub leisten. Wir besitzen doch eine gute religiöse Kunst; ich brauche nur an Namen wie Uhde, Gebhardt, Thoma und den deutschesten der deutschen Meister, an Albrecht Dürer zu erinnern. Jetzt ist die geeignete Zeit, ein gutes Bild in die Fa milie einzuführen, ein Bild, das den Kindern ein Leitstern fürs Leben ist und sie in der Erinnerung mit der Heimat verbindet. Ein einfaches Erlebnis meines Sohnes im Felde, das er mir in den Tagen der Besserung erzählte, sei hier mitgeteilt. Sie hatten wieder einen Tag im Schützengraben gelegen, wie so oft in den letzten Wochen, ihnen gegenüber sibirische Regimenter, die durch unsere Artillerie in Schach gehalten wurden. Ein feindlicher Treffer hatte der Kompagnie II Mann genommen. Trotzdem war mein Sohn in einer Kampspause, übermüdet durch die Anstren gungen, denen der jugendliche Körper nicht gewachsen war, mit der »Knarre« im Arm, halb stehend eingeschlafen. Da sah er sich im Traum bei uns zu Hause. Wie deutlich stand alles vor seinen Sinnen! Da war sein gemütliches Zimmer, da waren die lieben Bilder an den Wänden. Dort das große bunte, zeigte wie Al- brechl Dürer auf seiner Reise nach den Niederlanden bei Sulz- fcld vorbeifährt*), hier war auch der schöne Stich von Wille nach Terborchs sogen. »Väterlicher Ermahnung«, und jetzt — ja, wie denn? — lag er nicht in seinem Bett, einem richtigen Bett, in das er seit so vielen Wochen nicht mehr hineingekommen war? Ei, mit welcher Freude streichelte die Hand das saubere Kissen, da — ein jähes Erwachen, und er griff in die feuchte Erde des Schützen grabens. »Das Erwachen«, so schloß mein Sohn, »war das Schmerzlichste, was ich im Felde erlebt habe, schlimmer als Tod und Verwundung, die ich so oft gesehen hatte.« Wie vielen, die heute die Not des Vaterlandes in den Schützengräben festhält, wird am Weihnachtstage ein ähnliches Erwachen beschieden sein, nachdem sie ein lieblicher Traum in den Kreis ihrer Familie ge führt hat. Da sollten wir Heimgebliebenen den Ernst der Zeit wahrhaft erfassen und dem Geist der Oberflächlichkeit und des rücksichtslosen Eigennutzes, der so schlecht zu deutschem Wesen paßt, für immer entsagen. Soll die religiöse Begeisterung wirklich wie ein Strohfeuer verbrennen? Wir müßten uns ja in tiefster Seele schämen, wenn wir nur im Gefühl der Verzagtheit zu Gott zurückgekehrt wären, aber kaum, daß die Gefahr geschwunden, wie im Cholerajahr in Hamburg, alle guten Vorsätze fallen ließen. Das darf nicht sein! Allzu lange sind wir den Neunmalklugen gefolgt, die uns lehrten, die Schöpfung als ein gelöstes Rätsel, als ein Bonmot von vorgestern zu betrachten. Wie vieles, was sie uns als tiefgründige Weisheit verkündeten, haben wir durch den Krieg als Irrlehre erkannt! Darum lasset uns bei dem bleiben, was seit fast 2ÜV0 Jahren der Menschheit zum höchsten Segen ge reichte. Dann wird auch aus diesem Weihnachtsfest in Sorgen und Herzeleid, wie bei Christi Geburt, das hoffnungssrohe Wort erklingen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Julius Brann. Katalog der historischen und technisch-beleh- renden Ausstellung der Kruppe Flachdruck auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Herausgegeben vom Fachverband Deutscher Steindruckereibesitzer. Gr. 8°. (76 S. m. 1 Abb.) Leipzig 1914, VerlagdesVerbandesDeutscherStein- druckereibesitzer (Deutsches Buchgewerbehaus). Kart, —.50 ord. Mancher Besucher der Bugra mag es bedauert haben, daß er zum genaueren Studium der hochinteressanten historischen und technisch-be lehrenden Ausstellung der Gruppe Flachdruck auf den Gebrauch eines ausführlichen Katalogs verzichten mußte, dessen Erscheinen sich aus mancherlei Gründen hinauszog. Es muß deshalb dankbar begrüßt werden, daß dieser Katalog wenn auch post postum, aber doch trotz der Kriegswirren noch erschienen ist und daß dadurch dem Forscher und Kunstfreund Gelegenheit gegeben wird, ihn als willkommenes Handwerkszeug zum Bestimmen gewisser lithographierter Blätter zu *) Farbige Steinzeichnung von Schiestl lVoigtländers Verlag). benutzen bzw. festzustellen, wo sich die einzelnen für die Geschichte der Lithographie bedeutungsvollen Objekte befinden. Natürlich entspricht die Einteilung des Katalogs der Anordnung der Gegenstände in der Ausstellung. An der Spitze der historischen Abteilung steht die Sammlung von Porträts Alois Senefelders, die in der Aus stellung den verdienten Ehrenplatz einnahm. Daran schließen sich die historisch wichtigen Blätter usw., nach Ländergrnppcn und chrono logisch geordnet. Auf Deutschland entfallen 167 Nummern, auf Öster reich Ungarn 49, auf Großbritannien 89, auf Italien 4, auf Spanien 1, auf die Schweiz 5, auf Holland und Belgien 16, auf Dänemark 4, auf Nußland 7, auf Frankreich 229 Nummern. Auf diese Gruppen folgen die beiden Abteilungen »Napoleon in der Lithographie« mit 25 und »Goethe in der Lithographie« mit 39 Nummern. Den Schluß der historischen Abteilung bildet eine Sammlung von Literatur über Lithographie mit 46 Nummern. Weniger umfangreich, aber sehr in struktiv ist die Technisch belehrende Abteilung mit 14 Nummern, meist sorgfältig zusammengcstelltes Anschauungsmaterial, das wohl in seinen wesentlichen Bestandteilen im Leipziger Buch- gewcrbemuseum dauernde Aufstellung finden wird. Den dritten Teil bildet die Abteilung Lichtdruck mit dem Lebenswerk Joseph Alberts, München, zusammengestelll aus der Heller-Sammlung im Besitz des Deutschen Buchgcwerbevereins zu Leipzig (87 Nummern). Ein vollständiges alphabetisches Künstlervcrzeichnis ist beigefügt. — Eine willkommene Ergänzung dieses Katalogs ist das Schriftchen: Die Geschichte der Lithographie von Carl Wagner. 8". (31 S.) Leipzig 1914, im gleichen Verlag. Brosch. ^ —.30 ord., das den historischen Stofs, ebenfalls nach Ländcrgruppcn «un geteilt iDcutschland, Frankreich, England, Österreich, Belgien, Spa nien, Italien, Schweiz, Dänemark, Rußland, Bereinigte Staaten), in kurzer, aber tressender Darstellung znsammenfaßt. Es ist entstanden ans einer Artikelserie >» der Fachzeitschrift »Deutsches Steindruck- gewcrbe« und durchaus geeignet, dem Laien und dem ans einem Grenz gebiete arbeitenden Buchhändler ohne Anhäufung wissenschaftlichen Ballastes dasjenige Wissen von der Geschichte der Lithographie zuteil werden zu lassen, das siir den gewöhnlichen Bedarf ausreicht. Kleine Mitteilungen. Wie es in Schlettstadi aussicht. — Aus Schlettstadt wird nns unterm 1. Dezember geschrieben: Hier hat sich das Geschäft während der ersten zwei Monate noch ganz gut entwickelt. Das zahlreiche durch ziehende Militär brachte einen flotten Bar-Umsatz; außerdem kam mir der Umstand zugute, daß das Kartenoerbot bei mir erst »ach zehn Wochen cintras. Ein Oberst meinte, ich müsse vergessen worden sein, und lauste schnell noch siir 2V .kl Karte». Der Ausfall an Büchern wurde durch behördliche Druckaufträge reichlich ersetzt. Die für aus wärts bestimmten Pakete ließ ich von der hiesigen Behörde abstempeln, so daß mich das »Pakctvcrbot« lPostspcrre) nicht belästigte. Doch der Rückschlag blieb nicht aus. Der September-Umsatz blieb zurück, hauptsächlich weil die Schulen noch geschlossen blieben; da sie jedoch am 1. Oktober wieder begannen, wurde der Ausfall des September durch den Oktober fast ausgeglichen. Im Rovcmber merkte man, daß ein guter Teil der Kundschaft fehlte, was sich auch in bezug auf das Weihnachtsgeschäft fühlbar machen wird. Post. — Die Schweiz hat den Einzahlungskurs siir Postanweisun gen nach Deutschland vom 1. Dezember ab aus 118 F-rcs. für INN 4k ermäßigt. Die deutschen Professoren in Toronto. — Die »Times« melden ans Toronto: Die Universität ist wegen der Gcfangenhaltung dreier deut scher Professoren in erbitterte Streitigkeiten verwickelt. Die Pro fessoren sind nicht Reservisten, lebten viele Jahre im Auslande und sind bereit, kanadische Untertanen zu werde», sobald das neue Naturaii- sationsgcsctz im nächsten Januar in Kraft tritt. Der Präsident der Universität droht mit dem Rücktritt, wenn die Deutschen nicht in Frei heit gesetzt werden. Vier Professoren stimmten für Entlassung, zehn für Suspendierung vom Amte mit vollen Bezügen. Einer der Teilneh mer trat infolge des Ergebnisses der Abstimmung zurück. Viele Staatsbedienstete sind in derselben Lage wie die Professoren. Pre mierminister Borden riet zur Mäßigung gegenüber Fremden, soweit sie sich offener Sympathiekundgebungen für Deutschland enthalten. Ein »Tcutsch-Osmanischcr Freundichastvbund« ist dieser Tuge Berlin gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde Neg.-Rat a. D. Künstler gewählt, der schon la.nge tätig ist, dem Verständnis des deut- 1755
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