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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.11.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-11-20
- Erscheinungsdatum
- 20.11.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. WS, 20. November 1914. Ich zahlte — tat es sogar mit einem gewissen grimmigen Humor, denn die Überzeugung, baß meine Novellen ebensogut der Drucker schwärze wert seien, wie die der großen Menge glatt hinunter- gehenden breiten Bettelsuppen, hat sich bei mir selten verdunkelt. Eine gute Presse bestärkte mich übrigens in dieser Zuversicht. Ich bin ein wenig ruhmredig geworden, lege auch diese Schwäche noch nicht gleich ab, indem ich behaupte, zu sehr Humorist zu sein, um mein Leid in Groll auswachsen zu lassen. Hätte ich dazu Neigung und Begabung, so würde ich ihn gegen gewisse Sortimenter richten, in deren Läden der deutsche Parnaß von Gehilfen und Lehrlingen verwaltet wird, die, aller höheren Berusspslichten unbewußt, ihr Amt bestens zu versehen glauben, wenn sie sllr und sür jene ephemeren Erscheinungen empfehlen, die die jeweilige gcitmodc als »Saison», Ereignis in die Buchauslagen geworfen hat. Aber ich wiederholet ich habe für Groll gar kein Talent, hier um so weniger, als ich die Gründe meiner Leiden zu erkennen glaube. Ich saß von Anfang an zwischen zwei Stühlen. — Die Anhänger der alten Literatur wollten nichts von mir wissen, weil die Auf machung meiner Dichtungen moderner Art war. Man zählte mich auch eine Zeitlang zur Schule der jüngstdeutfchen Stürmer. Bott diesen unterschied mich aber nach Inhalt und Richtung eigentlich alles: bas Festhalten am Alten, gipfelnd in der Vermeidung jeder Tendenz. So war ich, so bin ich, ja, bin heute noch der Ansicht, daß die wirklich echte Kunst eine Tendenz gar nicht zu tragen vermag. Meine Musenlinder wurden von der argen Welt verstoßen: um so unwandelbarer blieb dafür aber die Liebe ihres Erzeugers. Für und für hielt ich an dem Plan fest, alle zusammen unter die gemeinsame Hut eines Verlags zu bringen. Das war auch der Grund, weshalb ich meine Verbindung mit einem bekannten Berliner Verlag, der meine »Leute eigener Art« mit gutem Erfolg herauSgcbracht hatte, lösen mußte. Die alten Bücher wollte er nicht übernehmen, ein neues durste ich nur alle drei Jahre bringen. Ich war inzwischen llll Jahre alt geworden,- daraus konnte ich mich nicht einlasscn. Erst bei Herrn Aisred Janssen in Hamburg vermochte ich nach 14 Wanbcrjahren meine Wiinsche zu verwirklichen. Bei ihm ist alles beisammen, was ich ge schrieben habe. Soweit wäre alles gut, wenn es nur nicht noch immer mit der Liebe des Publikums zu mir haperte. Ich finde zwar hier und da alle zwölf Bändchen im Schranke eines Liebhabers wie Delikatessen ausgehoben und bin jedesmal froh darüber. Noch mehr freue ich mich, wenn ich sehe, daß jemand aus dem Volke mich versteht. Die großc Masse aber, die doch nur den auch von dem Dichter nicht zu entbehrenden klingenden Lohn und die volle Resonanz seiner An- erkennung bringen kann, geht nach wie vor verständnislos an Timm Kröger vorüber. Mein Verleger und ich hatten Hoffnungen auf meinen 70. Geburtstag oder vielmehr auf die, wie geplant, damit zu verbindende Gesamtausgabe meiner Novellen gesetzt. Die Er wartungen find einstweilen durch das Einschreiten Klios, die auch ei» Buch auslegen will, vernichtet. Es klingt säst lächerlich, von solcher Nebenwirkung aus bas Werk eines Dichtcrleins zu reden. Wir erwarten aber ja Früchte von diesem Kampf, Gewinn und Früchte sllr ein äußerlich und innerlich gewachsenes Deutschland. Da bars denn jeder den Weidcnschößiing seiner Hoffnung Hinpflanzen für das, was er seinem Volk gern sein möchte. Kiel, November 1914. Timm Kröger. Kleine Mitteilungen. Einziehung der Sicherheitszeichnungen für die Bugra in voller Höhe. — In einer gemeinsamen Sitzung des Direktoriums und des Finanzausschusses der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik Leipzig 1914, der der Staatskommissar v. Burgsdorff, Oberbürger meister 1)r. Dittrich und der für die Ausstellung ernannte Kommissar der Stadt Leipzig, Geh. Kommerzienrat Oskar Meyer, beiwohnten, ist der Beschluß gefaßt worden, die gezeichneten Sicherheitsbeträge jetzt voll einzufordcrn mit der Maßgabe, daß es den einzelnen Zeich nern freigestellt werden soll, die zweite .Hälfte ihres gezeichneten Be trages bis zum 15. Januar 1915 etnzuzahlen. Mit der Einziehung der Sicherheitszeichnungen soll in den nächsten Tagen begonnen werden. Post. — Die Gewichtsgrenze für Pakete nach Österreich wird von 10 auf 20 Ic§ erhöht. Postfrachtstückc bis 20 können von jetzt ab nach allen Orten in Bulgarien mit Paketdienst zur Beförderung über Österreich-Ungarn und Rumänien aufgeliefert werden. Pa kete nach Bulgarien dürfen vorübergehend nicht mit Nachnahme belastet sein. Postpakete bis 3 nach derTürket (türkische Postanstalten) sind zur Beförderung über Österreich-Ungarn, Rumänien und Bulgarien, Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Der Bürsev Druck: N a m m. L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der dagegen nicht mehr über Italien, zugelassen. Schriftliche Mitteilungen in den Paketen oder auf den Paketkarten sind verboten. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. PersonalimchriMen. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner die Herren: Hans Herros 6, im Hause N. Herrose's Verlag in Wittenberg, Leutnant der Reserve im Fclüartillerie-Negiment Nr. 74; August Sautcr, im Hause Pfälzische Verlagsanstalt Carl Lie senberg in Neustadt a. d. Haardt, Leutnant im Neserve-Jnfanterie-Regi- ment Nr. 120; Rudolf Sölter,im Hause Quelle L Meyer in Leipzig, Unter offizier der Reserve in der 6. Feld-Luftschifferabteilung; Albert Stegelitz, im Hause Conrad Hirte in Halle a. S., Ersatz-Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 232. Gestorben: am 14. November Herr Eduard van Hauten, Mitbe sitzer der Firma C. F. Schmidt's Universitätsbuchhandlung in Straßburg i. Elf., im 52. Lebensjahre. Der Verstorbene war zuerst als Angestellter, seit 1893 als Mitbesitzer der genannten Firma tätig und hat es verstanden, in Gemeinschaft mit Herrn Wilhelm Hurtcr das angesehene, weit über 100 Jahre bestehende Geschäft auf der Höhe zu erhalten. Gefallen: am 27. Oktober im Kampfe fürs Vaterland bei La Houssoie Herr Gotthard Tau dien, Gefreiter der Reserve im Infanterie- Regiment Nr. 107, 7. Kompagnie, ein treuer Mitarbeiter der Firma Paul List in Leipzig; ferner am 31. Oktober bei Messines Herr Emil Hager, Vize feldwebel im Grenadier-Regiment Nr. 119, 10. Kompagnie. Der Verstorbene war seit einem Jahre in der Deutschen Ver- lagD-Anstalt in Stuttgart tätig und hat sich in dieser Zeit die Liebe und Achtung seiner Vorgesetzten und Kollegen erworben. N. C. Duner f. — Ein schwedischer Veteran der Wissenschaft, der Professor der Astronomie an der Universität in Upsala, Nils Christofer Duner, ist in Stockholm gestorben. Cr war einer der Stifter der 1863 gegründeten Astronomischen Gesellschaft, zu deren Vorstand er dann ge hörte. In den Jahren 1861 und 1864 nahm er an den von Norden- skjöld geleiteten Expeditionen nach Spitzbergen teil, bei denen es sich um grundlegende Arbeiten zur Gradmessung Spitzbergens handelte; bei der späteren Durchführung der Gradmessung war Dunör einer der leitenden Kräfte. In der Astronomie wirkte Dunor namentlich auf dem Gebiete der Astrophysik, worüber er zahlreiche Abhandlungen ver öffentlicht hat. Rudolf Emmerich f. — In München ist der Professor der Hygiene an der Universität München Rudolf Emmerich im Alter von 62 Jahren gestorben. Außer seinen Forschungen über die Cholera, die ihn nach Neapel, Palermo und Konstantinopel führten, hat Emmerich als erster gezeigt, daß man pathogene Keime vernichten und eine töd liche Infektionskrankheit wie den Milzbrand durch Einimpfung weniger schädlicher Bakterien heilen kann. In Untersuchungen über künstliche Immunität und Serumtherapie hat Emmerich gleichzeitig mit, aber unabhängig von Behring für die Diph therie ein Heilserum und gegen den Schweinerotlauf eine Schutz impfung hcrgestcllt. In einer mit Oskar Loew gemeinsam ausgeführ ten Arbeit »Bakteriologische Enzyme als Ursache der erworbenen Im munität und die Heilung der Infektionskrankheiten durch dieselben« hat er die Ursache der künstlichen Immunität gegen bakterielle In fektionskrankheiten auf die Wirkung bakterieller Enzyme zurückgeführt. Zusammen mit Trillich veröffentlichte Emmerich eine »Anleitung zu hygienischen Untersuchungen«, die in mehreren Auflagen erschienen ist. Für das große Handbuch der Hygiene und Gewerbekrankheiten von v. Pettcnkofer und v. Ziemssen bearbeitete er zusammen mit Reck nagel die Wohnungshygiene. SpreWal. Biichcrleihanstalt. Wäre vielleicht einer der Herren Kollegen bereit, während der jetzigen verhältnismäßig stillen Geschäftszeit seine Erfahrungen bei Ein richtung und Verwaltung einer modernen Bücherleihanstalt mitzu teilen? E. S. 1676
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