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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.11.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-11-03
- Erscheinungsdatum
- 03.11.1914
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- Deutsch
- Sammlungen
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pff 255, 3. November 1914. Redaktioneller Teil. Gedanken, den Heinrich Schrörs in der Internationalen Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik (B. G. Teubner, Leipzig) niederschreibt: Für den Augenblick stockt der Buchhandel, dieses Kanalnetz, das nicht bloß für den geistigen Warenverkehr unentbehrlich ist, sondern auch die Kulturgefilde zur Fruchtbarkeit berieselt. Die gesamte Geistes bildung begeht ihren Tag der Trauer und Resignation. Otto Riebicke (Berlin-Wilmersdorf). Kriegsmaßnahmen buchhändlerischer Vereine. XXIII. (XXII stehe Nr. LS2.) Verein der mährisch-schlesischen Buchhändler in Brünn. Nach der in der stillsten Zeit erfolgten Mobilisierung trat eine erhöhte geschäftliche Tätigkeit ein, da sich eine große Nach frage nach Landkarten, Jnstruktions- und Dienstbüchern, sowie Exerzier-Reglements für das Militär einstellte. Die vorhandenen Karten waren bald vergriffen, neue Vorräte aber bald ange schafft, da die Verleger auch schnell mit den verschiedenen Kriegs karten am Platze waren. Inzwischen erfolgten die verschiedenen Kriegserklärungen, wodurch die Nachfrage noch gesteigert wurde. Dadurch kam es, daß der Umsatz im August größer war, als in sonstigen Jahren, wogegen der Absatz im September und Oktober viel zu wünschen übrig ließ. Außer Kriegskarten wurde fast nichts verlangt. Das Schulbüchergeschüft war Heuer schlecht, da wegen der späten Bekanntgabe des Schulbeginns und der infolge der Trup pentransporte sich stark fühlbar machenden langsamen Beförderung die Schulbücher teilweise erst nach Beginn des Unterrichts ein trafen. Die gewerblichen Lehranstalten haben den Unterricht überhaupt nicht ausgenommen, andere Mittelschulen sind nach einer Woche geschlossen und die Gebäude zu Militär- und Spital- zwecken verwendet worden. Die Kreditentziehung einiger Ver leger führte zu unangenehmen Verzögerungen. Nach unserer Ansicht hatten die Verleger — auch Schulbücherverleger — keine Veranlassung, den Sortimentern den Kredit zu entziehen und vorherige Geldeinsendung zu verlangen, da sie die Vorräte noch vor Kriegsausbruch fertiggestellt haben mußten und sie ihnen da her von den Druckereien und Papierfabriken zu den alten Liefe- rungs- und Zahlungsbedingungen zugestellt worden sind. Auch ist die Kreditwürdigkeit der Sortimenter — wenigstens in Mäh ren und Schlesien — durch den Krieg nicht schlechter geworden. Wegen Kreditentziehung mußten wir daher wiederholt Einspruch erheben. Die Schulbücherverzeichnisse wurden wie immer ge meinsam hergestellt und am Kopfe die Notiz »Schulbücher werden nur gegen Barzahlung abgegeben« aufgedruckt. Das Personal wurde in allen Brünner Buchhandlungen bei vollen Bezügen be halten, doch sind bei einigen Firmen durch Einberufungen starke Lücken gerissen worden. Infolge der fortwährenden Kurssteige rung der Reichsmark wurde vom Verein der österr.-ungar. Buch händler die Umrechnung mit X 1.30 festgesetzt. Diese Be rechnung gab aber wiederholt Veranlassung zu Auseinander setzungen mit den Käufern. Deshalb wurde in den Brünner Blät tern Tagesbote und Korrespondent eine Erklärung eingeschaltet, in der die Berechnung der Mark zu X 1.30 verteidigt und da rauf hingewiesen wurde, daß infolge der fehlenden Umlaufmittel die Reichsmark eine wesentliche Verteuerung erfahren habe und der Mark-Kurs tatsächlich jetzt 1 X 31 b betrage. Zahlreiche Zeitschriften, besonders Kunstzeitschristen, wurden abbestellt. Um diesem übclsiand zu begegnen, ließen wir in den oben angeführ ten Blättern die nachstehende Notiz erscheinen: (Der Krieg und der Buchhandel.) Wenn ein Erwerbszweig durch den ausgebrochenen Krieg hervorragend in Mitleidenschaft ge zogen wurde, so ist es besonders der Buchhandel. Leider gilt hierzu lande das Buch „och immer zu sehr als Luxusartikel, und in schwere» Zeiten sucht das Publikum in erster Linie sich diese zu versagen. Zufolge der sich drängenden Ereignisse auf dem Weltkriegsschauplatzc wird auch das Interesse des Publikums fast einzig durch die Tages preise okkupiert und bas graste Publikum findet nicht Zeit und auch nicht die Lust, sich anderer Lektüre zuzuwcnden. Ganz besonders ist dieser Umstand beim Eintritt des Oktoberguartals auffällig ge worben, indem das Abonnement der sonst so beliebte» Untcrhal- tungslitcratur- und Kunstzeitschriften massenhaft gekündigt wird. Hier sollte seitens des Publikums eine gewisse Ausdauer doch wohl beobachtet und auch die Überlegung nicht unterdrückt werben, daß ja dadurch nicht nur der Buchhandel, sondern auch die Verlagsindu strie schwer geschädigt wird. Tie relativ unbedeutenden Kosten, die das Zeitschrtftenabonnement dem einzelnen auserlegt, kommen doch nicht so sehr in Betracht. Deshalb ergeht der Appell an das Publi kum, neben der Zeitungslektüre doch auch die andere ihm bisher immer willkommene Unterhaltungslektiire nicht vollständig auszu- gebcn und auch hier durchzuhaltcn, wie dies sa aus anderem Gebiete ebenso unerläßlich ist. Beide Einschaltungen brachten den gewünschten Erfolg. Die zahlreiche Kriegsliteratur findet guten Absatz, und namentlich die in Lieferungen erscheinenden Kriegschronikcn machen den Ausfall der Zeitschriften-Abbestellungen wieder wett. Werke anderer Literaturzweige werden jetzt fast gar nicht verlangt, und die Kauflust des Publikums hat in letzter Zeit merklich nachge lassen. Um sie anzuregen, ersuchten wir die hiesige Presse um Abdruck des im Börsenblatt Nr. 248 enthaltenen Aufsatzes von Lhotzky »Sparet nicht an Büchern!«. Eine Belebung des Ge schäftes dürfte aber in den nächsten Monaten kaum zu erwarten sein, da im Laufe des Novembers und Dezembers das erste Landsturm-Aufgebot erfolgen dürfte, das alle wehrpflichtigen, nicht gedienten Männer von 24—36 Jahren umfaßt. Unter die sen befinden sich die besten Bücherkäufer, wie Lehrer, Beamte und dergl. Trotzdem vertrauen wir und mit uns der ganze österreichische Buchhandel auf den endgültigen Sieg unserer tapferen Truppen, der wohl nicht lange auf sich warten lassen wird und durch den die jetzigen wirtschaftlichen Verluste des Buchhandels in kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden dürsten. Brünn, den 28. Oktober 1914. Richard Karafiat, Vorsitzender des Vereins der mähr.-schles. Buchhändler. Kleine Mitteilungen. Zu: Stimmen aus Amerika. — Eine größere Versandbuchhand lung in New Eastle, Pa. (V. St. v. A.), richtete nntcrm 7. Oktober das nachstehende Schreiben an eine Berliner Verlagsfirma: Ich bin im Besitze der mir am 8. September zugesandten Zirku lare und habe diese sofort einigen größeren deutschen Zeitungs-Re daktionen zur Veröffentlichung zugesandt. Es freut mich sehr, daß Sie mir das Material übersandt haben, und ich würde Ihnen auch ferner hin sehr dankbar sein, wenn Sie mir noch mehrere solcher Aufklä rungsschriften zugehen ließen. Ferner möchte ich Sie bitten, mir Mitteilen zu wollen, ob nicht schon irgendwelche Schriften oder Bücher von dem gegenwärtigen Kriege herausgegeben worden sind, und woher ich diese beziehen kann, damit ich eine größere Auflage bestellen kann. Weiter möchte ich Ihnen noch mitteilen, daß die Deutschen auch hier so begeistert, so opferwillig für ihr Vaterland eintreten, daß jetzt schon mehrere Millionen Mark dem Hilfsfonds des Deutsch-Amerika nischen Nationalbundes überwiesen werden konnten, und größere Bei träge noch gesammelt werden. Alle deutschen Vereine, alle deutschen Zeitungen geben Sammel listen heraus; in der Stadt San Francisco wurden allein H 125 000, also 502 000 Mark gesammelt; ein Mörtelträger-Verein in Chicago hat seine ganze Habe im Betrage von P 5000, also 20 100 Mark, die schon für eine Vereinshalle bestimmt war, dem Hilfsfonds überwiesen. Sehr dankbar wäre ich Ihnen noch, wenn Sie mir einige neuere Berliner Zeitungen unter Kreuzband übersenden würden, um noch Genaueres zu erfahren, da alle Berichte durch den »Bullen«, der das Prcisliigen gut versteht, kommen, und wir deshalb im Dunkeln tappe». Der Kulturbund deutscher Gelehrter und Künstler (vgl. Nr. 251) teilt mit, daß alle Zuschriften nicht an den Vorsitzenden Geheimrat Prof. Di-. Waldeyer, sondern ohne Beifügung des Namens »Waldeyer« an die Geschäftsstelle des Kulturbundes, Berlin 7, Unter den Linden 38, im Gebäude der Akademie der Wissenschaften, zu richten sind, wenn unnütze Verzögerung in der Beantwortung der Zuschriften vermieden werden soll. 1607
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