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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 240. 15. Oktober 1914. Verbindlichkeiten nicht cingchalten, so steht der Ausstellungsleitung das Recht zu, die Ausstellungsgegenstände ans Kosten und Gefahr des Ausstellers vom Ausstellungsplatze entfernen zu lassen und auf Kosten des Ausstellers in Verwahrung zu geben. Wird nach weite ren vier Wochen über die Ausstellungsgegenstände nicht verfügt, so können diese freihändig verkauft oder öffentlich versteigert werden. Forderungen der Ausstellungsleitung werden von dem Erlös in Ab zug gebracht, und der Rest wird dem Aussteller zugesandt. Die näheren Bestimmungen der Räumung werden den Ausstel lern auf Wunsch von der Geschäftsstelle der Bugra mitgeteilt. PersonalnachriÄten. Jubiläum. Auf ein 50jähriges Bestehen kann am heutigen Tage die Firma G c b r. Friedrich in Coblenz zurückblicken. Das Geschäft wurde vor 50 Jahren von dem Vater der jetzigen In haber als Buchbinderei gegründet, mit der eine kleine Buchhandlung verbunden wurde. Langsam, aber sicher hob sich das Geschäft und nahm besonders seit dem 1886 erfolgten Eintritt der jetzigen Inhaber, der Herren Friedrich Friedrich und Peter Friedrich, einen großen Auf schwung. Durch Angliederung einer Lehrmittelanstalt und eines Anti quariats wurde der Wirkungskreis des Geschäfts erweitert, das sich eines guten Rufes und großen Ansehens erfreut. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner die Herren: Max Dressel, Sohn des Herrn Ludwig Dressel, Inhabers der Buchhandlung Const. Niese in Saalfeld (Saale), Einjahrig-Frei williger - Unteroffizier im 20. bayerischen Infanterie-Regiment (Prinz Franz), Ernst Grieser, Inhaber der Buchdruckerei und Verlagsbuchhand lung E. Grieser in Frankfurt a. M., Rittmeister d. R., Komman deur der 3. Sanitäts-Kompagnie des XIX. Armeekorps, Oscar Hollesen jr.*), Prokurist im Hause Huwald'sche Buchhand lung in Flensburg. Leutnant der Reserve im Infanterie Regiment Hamburg (2. Hanseatisches) Nr. 76, Curt Moser, in Firma Berliner Lithographisches Institut, Julius Moser in Berlin, Leutnant der Reserve, Ordonnanz-Offizier beim Stabe der 17. Reserve-Jnfanterie-Brigade, V. Reserve- Armeekorps, Walter Richters, Mitinhaber von Gebr. Richters Verlagsanstalt in Erfurt, Rittmeister der Landwehr, Ludwig Nöhrscheid jr., Einzelprokurist der Firma Ludwig Röhr- scheid in Bonn, Leutnant der Reserve im 7. Königlich Säch sischen Feld-Artillerie-Negiment Nr. 77, Albrecht Schulze, Mitinhaber der Firma Otto Schulze, Verlag in Eöthen (Anhalt). Gefallen: am 26. September bei Vaudesincourt Herr Oswald Grützner, Barpaketkassierer im Hause Fr. Ludw. Herbig in Leipzig, der den Feldzug im 107. Infanterie-Regiment mitmachte. Durch Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit hat er sich ein gutes Andenken gesichert. Herr Max Mühlner im Hause Verlag der Karl May-Stistung in Nadebeul, Gefreiter im Königlich Sächsischen Reserve-In fanterie-Regiment Nr. 102. Der Verstorbene war erst seit 1. April d. I. in der genannten Stellung, hatte sich aber in der kurzen Zeit so bewährt, daß ihm bei seinem Einrücken zur Fahne eine Dauerstellung in seinem Hause in Aussicht gestellt wurde. am 14. September bei Ehalon Herr FritzTegeler. Buchhalter der Firma Hugo Krötzsch LCo. in Leipzig, der im Landwehr-Regi ment Nr. 104 stand. Er war ein pflichteifriger und begabter Mitarbeiter, der sich bei seinen Vorgesetzten und Kollegen großer Beliebtheit erfreute. Gestorben: am 11. Oktober nach kurzem Krankenlager Herr Karl Rau, Mitarbeiter im Hause Hermann Beyer in Leipzig. Ernst Hansmann -ß. Ein angesehener Berliner Künstler, der Maler Prof. Ernst Hausmann, ist dieser Tage im Alter von 58 Jah ren gestorben. Seine Haupttätigkeit galt dem Kirchenbild, der Historie und dem Bildnis. Am bekanntesten ist sein »Christus auf dem Meere« geworden. *) Herr Hollesen wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatz am 17. September verwundet (Schuß durch die Ferse) und befindet sich zurzeit im elterlichen Hause in Flensburg. Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Der Börsen Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der 1538 SpreWal. Bedingt.« «Vgl. Rr. LLZ,> Der Sturm, der in diesen Tagen durch die deutschen Lande braust und in allen Herzen flammende Kraft weckt, hat auch eine Stärkung deutschen Wesens gebracht, und mächtiger als bisher ertönt der Ruf, alles Fremdländische, das uns noch anhaftct, abzuschütteln und weg zutun für alle Zeiten. Die vielen Fremdwörter! Hinweg damit! - Stürmisch fordert man überall die Tat! Vor mir liegen die Verlangzettel der Leipziger Auslieferung. Der Expedient, der sonst »ü c.« auszeichnele, schreibt jetzt »bed.«. Leider aber ergibt erst der Zusammenhang, daß er »bedingt« geliefert hat: auf mehreren Zetteln liest man seine Auszeichnung, obgleich er im allge meinen durchaus deutlich schreibt, unbedingt als b a r. Dieser Fall veranlaßt mich, zu warnen, die Ersetzung der Fremd wörter durch deutsche zu überstürzen. Ein unglücklich gewähl tes Ersatz wort wird die gänzliche Verdrängung des Fremdwortes verzögern, wenn nicht gar unmöglich m achen! Ich kann mir z. B. wohl denken, daß ein Sortimenter, nach dem er durch undeutliches Schreiben des »bed.« auf Bestellzetteln oder beim Auszeichnen der Bücher Verluste erlitten hat, in seinem Geschäft ein für allemal zu »ü c.« zurückkehrt. Nun möchte ich das fast schon eingeführte Ersatzwort nicht tadeln, ohne ein anderes wenigstens vorzubringen: »zur Ansicht«. Man wird vielleicht einwenden, daß »zur Ansicht« nicht ganz das sagt, was wir unter »ü condition« verstehen. Gewiß nicht; aber »bedingt«?: wird nicht auch »fest« unter vielerlei Bedingungen (Verkehrsordng. 8, 24 ff.) geliefert? Nicht ganz unwichtig scheint es mir ferner zu sein, daß man »zur Ansicht« bei mündlicher Anwendung dem »ä c.« entsprechend so be quem abkürzen kann. Auch die Umwandlungsmöglichkeit in ein Substan- tivum müßte berücksichtigt werden: soll man bei Kommissionsgut künftig von »bedingt gelieferten Büchern« oder etwa »bedingtem Gut« reden? Da halte ich »Ansichtsgut« immerhin noch für annehmbarer. Unerwünscht wäre es allerdings, wenn das Publikum ein mit »z. A.« ausgezeichnetes Buch als nicht fest bezogen erkennt; doch ließe sich da leicht ein Ausweg finden, z. B. indem man in diesem Falle das A klein schreibt. Aber es kommt mir ja nur darauf an, zu zeigen, daß es zweck mäßig ist, langsam vorzugehen und Ersatzwörter recht kritisch zu prüfen. Wünschenswert ist es ferner, daß allgemein die gleichen Bezeichnungen angewandt werden. Aus diesen Gründen würde es sich m. E. empfehlen, vorerst eine Liste aller im Buchhandel gebräuchlichen Fremdwörter aufzustcllen.*) Für viele wird ein einwandfreies Wort sich ohne weiteres ergeben. Möchten diese dann aber auch benutzt werden! Auf wie vielen Fakturen steht noch »Nemittcnda«, obgleich wir ein klares deutsches Wort dafür haben, und obgleich »Nemittcnda« in allen Fällen, in denen die Faktur der Rücksend,-»g bei liegt, un klar ist. Für diejenigen Fremdwörter, in die wir mehr oder etwas anderes hincinlcgen, als sie uns sagen, wie es z. B. bei ü condition der Fall ist, wird man durch Übersetzen der Fremdwörter geeigneten Ersatz nicht finden. Ein neues Wort muß au seine Stelle treten! Und wenn es im Notfall auch nicht alles das ausdrückt, was wir uns bei dem jetzt gebräuchlichen einfach hinzudenken. Wie steht cs denn in dieser Beziehung bei Fremdwörtern? Referat und rekerre! Oder Lokomotive, Dampfer: ist ein Schleppdampfer nicht auch eine irgend etwas »von einem Ort wegbewegcnde« Maschine? Und trotzdem ent stehen keine Verwechslungen! Also, ich meine, es wird hier und da sich nicht vermeiden lassen, daß die Anwendung eines zu wählenden (selbst verständlich natürlichen) Wortes auf einem gewissen Übereinkommen beruht, darunter das und das zu verstehen; die Hauptsache ist, daß das Ersatzwort im allgemeinen die Anforderungen, die die Praxis stellt, möglichst gut erfüllt. Solche Wörter zu finden wird nicht leicht sein. Aber sollte sich nicht auch der eifrigste Freund der Verdeutschung unse rer Fremdwörter zufrieden geben, wenn er die Gewißheit hat: es geht vorwärts, und es wird der Tag kommen, an dem alle seine Wünsche aufs schönste sich erfüllt haben werden? Berlin. F *) Der Vorstand des Börsenvereins hat sich mit dieser Ange legenheit bereits beschäftigt, und wir werden in einem besonderen Arti kel in Kürze darauf eingchen. Vielleicht machen die Leser zunächst ein mal Vorschläge, welche Fremdwörter im buchhändlerischen Verkehr beseitigt werden sollen und welche deutschen Bezeichnungen sie dafür als vollwertigen Ersatz ansehen. Red. verein der .putschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändlerhauS. Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 20 sBuchhändlerhauS».
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