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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.10.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-10-22
- Erscheinungsdatum
- 22.10.1914
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- Deutsch
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^ 246, 22. Oktober 1S14. Redaktioneller Teil. BSq-udl»,t f d. Dtsch». B»chl,ai,d-l. Ludwig Uhlands »präsentieren«. Ich will mich gern von dem mir unbekannten Verfasser »Literaturmucker« schelten lassen, das regt mich wirklich nicht auf. Aber daß Ludwig Uhland als Schutzherr für Kolportageromane und ähnlichen Schund aufgerufen wird, das ist ein starkes Stück! Wenn die edlen Verfechter der Kolportageromane jetzt schon, noch unter dem Donner der Kanonen, ihr Haupt wieder so kühnlich her vorheben, möchte man wirklich wünschen, daß die Macht befugnisse der kommandierenden Generale dauernd erhalten blieben. Sollte das nicht auch nach anderen Seiten hin sein Gutes haben? Hamburg, 11. Oktober 1914. Justus Pape. Von der Weltkultur zum Weltkrieg. Vortrag, gehalten am »Vaterländischen Abend« in der Alberthalle zu Leipzig den 17. September 1914. Von vr. Ludwig Volkmann, 1. Vorsteher des Deutschen Buchgewerbevereins und Präsident der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik Leipzig 1914. 8°. 20 S. Verlag desDeut- schen Buchgewerbevereins in Leipzig. Preis 30 -rZ ord. Der 18. Oktober 1913! Durch die Ehrenpforte am Hauptbahnhof, Lurch die festlich geschmückten Straßen Leipzigs und zwischen den goldglänzenden Riesenkandelabern am Angustusplatz, aus denen am Abend die Flammenzeichen rauchen werden, rollt Wagen auf Wagen, gleiten Antos mit fürstlichen Wappen, sprengen Reiter und verkünden die Ankunft von Deutschlands gekrönten Häuptern, die jubelnd von der Menge begrüßt werden, und schließlich erscheint an der Seite des Königs von Sachsen unser Kaiser, um an der Weihe des hochragenden Denkmals teilzunehmen, das zur Erinnerung an die Entscheidungs schlacht vor Leipzigs Toren vor 100 Jahren und an Deutschlands Befreiung von der Fremdherrschaft errichtet wurde. Es ist kein Zu fall, daß an der Wiederkehr dieses Tages die Ausstellung geschlossen wurde, für die man die treffende Bezeichnung eines »geistigen Vor hofs des Völlerschlachtdenkmals« gefunden hat. Mit welchen kühnen Erwartungen wurde am 6. Mai dieses Jahres die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik feierlich eröffnet! Wohl wurde fast den ganzen Monat hindurch noch an dem innern Ausbau ge arbeitet, und besonders im Rückstand waren die Häuser der ausländi schen Nationen, die sich anscheinend schwer zur Beteiligung entschlos sen halten. Dann aber drang der Ruhm dieser überwältigenden Heerschau des Buches überallhin, und im Juni sah Leipzig bereits einen Fremdenverkehr, der zu den größten Erwartungen während der Reisezeit berechtigte. Auch die Presse hatte (mit alleiniger Ausnahme einer illustrierten Zeitschrift) den Kulturwert des Unternehmens rich tig gewürdigt und zahlreiche Artikel gebracht, die sich mit dem viel seitigen Inhalt der Buchgewerblichen Weltausstellung eingehend aus einandersetzten. Niemals ist wohl eine Ausstellung zustande gekom men, die für alle Besucher so viel Belehrendes enthalten hätte. Das Verständnis der einzelnen Abteilungen wurde durch regelmäßige Füh rungen unterstützt, die sich um so größerer Beliebtheit erfreuten, als jeder Ausstellungsbesucher kostenlos daran teilnehmen konnte, und ferner durch zahlreiche Sonderkataloge, von denen der schön ausge stattete der Königlichen Hausbücherei und der leider sehr spät erschie nene der Halle der Kultur einen bleibenden Wert besitzen. Beson ders aber schien das harmonische Zusammenwirken der einzelnen Na tionen dazu geeignet, die Völker in friedlicher Arbeit zu nähern, wozu große internationale Kongresse das ihrige beitragen sollten. Einen Höhepunkt der allgemeinen Schätzung hatte die Ausstellung erreicht, als am 28. Juni das Johannisfest in der Bugra gefeiert wurde, und dem großen Erfinder der Druckerkunst ein Denkmal enthüllt wurde. Gerade damals fiel die Nachricht von der Ermordung des österreichi schen Thronfolgerpaares wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel mitten in die Feier, die Fahnen am österreichischen Hause sanken auf Halbmast, die schöne Harmonie des Festes war durch eine grelle Dissonanz gestört und die Ausstellung durch die drohenden Folgen der ungeheuerlichen Tal in ihrem Bestände gefährdet. Wer noch ge glaubt hatte, daß sich die Wolken am politischen Himmel verziehen würden, der mußte jäh aus seinen Träumen erwachen, als am 30. Juli der Kriegszustand erklärt wurde. Schon am nächsten Tage wurden die beiden Bctonbrücken, die von der Ausstellung zum Vergnügungspark hinüberführen, militärisch besetzt, und bald rollte ein Eisenbahnzug nach dem andern hinaus in Feindesland. Wie oft habe ich in jenen Tagen aus den Wagenfenstern winken sehen, wie oft erscholl den Scheidenden .ein lautes Hurra, in das sich wohl der leise Unterton der Sorge um die Zukunft mischte, wie oft erklang das schöne Soldatenlied: Zur Heimat, zur Heimat, es gibt ein Wiedersehn! Ach, von den vielen Tau senden, die damals durch die Ausstellungsbrllckeu fuhren, ist mancher für immer im Feindesland geblieben, manchem ist unter dem zer schossenen Leibe die Erde fortgeschaufelt worden, und er sollte den Tag des glorreichen Friedens nicht mehr erleben, für den er helden haft gekämpft hatte. In jenen Lagen schien die Bugra ihr Aus sehen zu verändern; was uns vorher wichtig und interessant erschien, verlor mit einem Male seine Bedeutung. Zunächst blieb das Publi kum ganz fort, ja es machte sich in der Leipziger Bevölkerung eine Bewegung geltend, die fast wie eine Feindseligkeit gegen die Bugra aussah: man sandte von vielen Seiten die Dauerkarten zurück und stellte in den Zeitungen darüber Betrachtungen an, was mit den Aus stellungshallen während des Krieges geschehen sollte. Ein merkwür diger Vorschlag eines Arztes, die Hallen, die doch gar nicht heizbar sind, zu Lazarettzwecken zu verwenden und die an die Halle der Kultur anstoßenden Baulichkeiten zu diesem Zwecke für die Stadt zu erwerben, kam sogar vor die Stadtverordneten, wurde jedoch mit Recht einstimmig abgelehnt. Die Häuser Frankreichs, Englands und Rußlands und die Abteilung Belgiens waren bereits geschlossen, die Ausstellungsgegenstände dieser Nationen in sicheres Gewahrsam ge nommen worden. Als aber dann die ersten großen Erfolge, der Fall von Lüttich und Namur, das rasche Vordringen unserer Truppen in Frankreich und die siegreiche Schlacht von Tannenberg alle Erwartun gen llbertrafen und unser Volk mit stolzen Hoffnungen erfüllten, da lockten die schönen Septembertage die Leipziger wieder in stärkerer Zahl in die Ausstellung hinaus. Die Hallen freilich konnten von diesem Besuch weniger profitieren, vielmehr sammelte sich das Publi kum um den Musikpavillon, wo die patriotischen Stücke einen ge dämpft freudigen Widerhall bei den Hörern fanden. Dann kamen die unfreundlichen Tage des Oktober mit der zeitig einbrechenden Dunkel heit. Doch noch einmal regte sich das Interesse durch die zeitge mäße Kriegsausstellung, die am 4. Oktober in dem Studcnten-Kon- greß-Saale in Alt-Heidelberg eröffnet wurde und noch einige Zeit über den Schluß der Ausstellung dem Publikum zugänglich sein soll. Das sind einige Gedanken und Erinnerungen, zu denen ein im Druck erschienener Vortrag des Bugra-Präsidenten, Geh. Hofrats vr. Ludwig Volkmann, gehalten am »Vaterländischen Abend« in der Al berthalle zu Leipzig, den 17. September 1914, anregt. Wir haben absichtlich uns nicht an den Inhalt der interessanten kleinen Schrift ge halten, um durch unsere Besprechung dem lesenswerten Vortrag nicht etwa Käufer zu entziehen, sondern, wie wir hoffen, zuzuführen. Wir glauben, daß niemand die für die Lektüre der kurzen Schrift aufge- wandte halbe Stunde bedauern wird, da er hier einen Einblick ge winnt in die Erfahrungen, die der um die Ausstellung hochverdiente und unermüdlich tätige vr. Volkmann bei seiner Werbetätigkeit im Auslande gesammelt hat. Das Andenken an diese Ausstellung wird bet allen Besuchern in dankbarer Erinnerung bleiben, und die stim mungsvolle Feier, die am Nachmittage des 18. Oktober in dem Ehren saale der Halle »Deutsches Buchgewerbe« von der Direktion der Aus stellung veranstaltet wurde, war nur der äußere Schluß. Das Werk wird bleiben! Und so wollen wir uns einen hoffnungsfrohen Ge danken, der wie ein Leitmotiv aus den Reden dieser Feier heraus klang, zu eigen machen: möge die Arbeit, die unter dem Druck des Krieges nicht ihren vollen Erfolg erzielen konnte, in dauerndem Frie den zum Segen werden für das deutsche Buchgewerbe und die deutsche Graphik! Julius Braun. Kleine Mitteilungen. Der Verband der Fachpresse Deutschlands e. P. ladet seine Mit glieder zu einer Kriegssitzung am Dienstag, den 27. Oktober, nachmit tags 5 Uhr, in der Handelskammer zu Berlin, Dorotheenstraße 7, ein. Der Verbandsvorstand wird der Versammlung einen Antrag unterbreiten, die mit Rücksicht auf die Kriegslage vorübergehend ge stattete Unterbrechung laufender Anzeigenaufträge mit Ende Oktober aufzuheben. Auch über eine bezügliche Kundgebung an die Kundschaft wird die Versammlung Beschluß zu fassen haben. Gegenwärtiger Stand des Postverkehrs mit dem Auslande. — Bis auf weiteres sind von der Annahme bei den deutschen Post anstalten ausgeschlossen: a) Postsendungen jeder Art nach allen deutschen Schutz gebieten außer Kiautschou, nach Ägypten, Äthiopien, Belgien (mit Aus nahme der offenen Briefsendungen nach Brüssel) und Belgisch-Kongo; nach Frankreich und Großbritannien nebst ihren Kolonien und Post anstalten im Auslande, Japan nebst den japanischen Postanstalten in China usw.; nach Marokko mit Ausnahme der deutschen Postan- stalten in der spanischen Einflußzone (Alkassar, Arsila, Larasch, Tetuan) und der spanischen Besitzungen in Nordafrika (Ceuta Melilla); nach
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