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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.09.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1900-09-08
- Erscheinungsdatum
- 08.09.1900
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- Deutsch
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6688 Nichtamtlicher Teil. 209, 8. September 1900. trachten. Diese Begründung erscheint aber verfehlt. Nicht der Verleger, sondern die Verfasser der Artikel sind als Ur heber anzusehen. Dem Zeitungsunternehmer kommt der Schutz nicht zu, der dem Herausgeber eines aus Beiträgen Mehre rer bestehenden Werkes, wenn dieses ein einheitliches Ganzes bildet, in 8 2 des Reichsgesetzes vom 11. Juni 1870 zugesichert ist, denn eine Zeitung ist kein einheitliches Sammelwerk. Ein Zcitungsverleger hat zur Herstellung einer Zeitung mit seinen Redakteuren und Mitarbeitern keine Verlagsverträge abzu schließen. Zur Sicherung der Rechte der Urheber besteht im all gemeinen für den Verleger und Verfasser von Zeitungsartikeln kein Anlaß. Es kann demnach das Aerlagsverhältnis, worin ein Buchhändler zu dem Autor steht, der ihm vertragsmäßig das Urheberrecht an einem Schriftwerke übertragen hat, nicht mit den Verträgen, durch die sich ein Zeitungsverleger der Unterstützung von Redakteuren und Korrespondenten versichert, auf eine gleiche Linie gestellt werden. Das Gesetz vom 11. Juni 1870 hat nicht als Regel, sondern nur in bestimmten Fällen den Zeitungen Schutz gegen Nachdruck gewährt. Demnach er- giebt sich, daß die Vorschrift in Art. 8, l, 3 der Ausführungs anweisung mit dem Ausdruck »Urheberrechte- auf den Zer tungsverlag keine Anwendung findet. Die Heranziehung dieses Verlagsrechts zur Ergänzungssteuer erscheint nicht gerecht fertigt, da darin ein selbständiges Vermögensrecht nicht erblickt werden kann. Der Zeitungsverlag ist als Gewerbebetrieb anzu sehen und wird auf Grund der Gewerbeordnung ausgeübt. Die Berechtigung zum Zeitungsvcrlag ist nicht privatrechtlicher Natur und kann dein steuerbaren Vermögen weder unter dem Gesichts- punkte, daß es sich um ein selbständiges Vermögensrecht handle, noch deshalb, weil ein Bestandteil des dem Gewerbebetriebe gewidmeten Vermögens in Frage stehe, zugerechnet werden. Mithin unterliegen Redaktion und Verlag einer Zeitung nicht der Ergänzungssteuer. Zur Verantwortung des Druckerpersonals beiPreß- vergehen. — Aus Mannheim wird unter dem 3. September folgendes berichtet: Gegen die »Bolksstimme- schwebt zur Zeit ein Strafverfahren. Es war nun nicht nur der Redakteur, sondern auch der Rotationsmaschinenmeister der Zeitung für die Aufnahme des anstößigen Artikels verantwortlich gemacht worden. Erst nach träglich wurde letzterer außer Verfolgung gesetzt. Dem Maschinen meister wurde am 1. d. M. folgender Gerichtsbeschluß zugestellt: -Dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend, wird Maschinenmeister Bruno Keller außer Verfolgung gesetzt, da nicht erweislich erscheint, daß er von dem Inhalt des inkriminicrten Artikels bei dem Druck Kenntnis genommen oder dessen un züchtigen Charakter erkannt habe. (gez.) Waltz. Trolle. Hummel.« In Oesterreich verboten. — Das k. k. Landesgericht Wien als Preßgericht hat auf Antrag der k. k. Staatsanwaltschaft er kannt, daß der Inhalt der nichtperiodischcn Druckschrift: -Ueber die wahren Ursachen des Verlustes von Oesterreichs Stellung in Deutschland- von A. v. Nedcr, Zürich 1900, Verlag von Caesar Schmidt, in seiner Gänze das Verbrechen nach H 65a St.-G. be gründe, und es wird nach H 493 St.-P.-O. das Verbot der Weiter verbreitung dieser Druckschrift ausgesprochen, die Beschlagnahme gemäß §8 487—489 St.-P.-O. bestätigt und gemäß 8 37 Pr.-G. auf die Vernichtung der noch vorfindlichen Exemplare erkannt. Wien, am 4. September 1900. Goethedenkmal in Straßburg. (Vgl. Nr. 207, 208 d. Bl.) — Der mit dem ersten Preise gekrönte Entwurf für das Jung Goethe-Denkmal in Straßburg ist eine Arbeit des Berliner Bildhauers Ernst Wägener (nicht Wegener). Die Nat.-Ztg bemerkt über das Werk und seinen Schöpfer folgendes: Der Künstler hat die Aufgabe mit großer Liebe behandelt und recht glücklich gelöst, vor allem durch die Vermeidung der Allegorieen. Die ganze Anlage ist schlicht und einfach; das Plateau wird seitlich durch zwei auf Postamenten lagernde Sphinxe abgeschlossen. In der Mitte tritt die schlanke Gestalt des jungen Dichters be deutsam hervor. Die edle Erscheinung des zwanzigjährigen Goethe ist wundervoll verkörpert; ausdrucksvoll beseelt ist der Kopf mit den fein geschnittenen Zügen, der hochgewölbten Stirn, den großen seclenvollen Augen, der länglichen Nase. Der Dichter erscheint natürlich in altmodischer Tracht, mit Kniehosen, offenem Leibrock und zum Zopf gebundenem Haar. Wägener hat seinem Entwurf neben der stark idealisierten Büste von Trippel nament lich das treffliche Bild von G. O. May (1779) zu Grunde gelegt und besonders in der größeren Skizze ein lebensvoll anmutendes Charakterbild des jungen Goethe gegeben. Für die Seiten flächen des Postaments hat er zwei malerisch fesselnde Reliefs gewählt. Das eine zeigt den Dichter, wie er den beiden Schwestern Brion vorltest; auf der anderen Seite erblickt nian Goethe zu Pferde, wie eine Windsbraut nach Sensen heim jagend. Man denkt etwa an das Gedicht -Es schlug mein Herz! geschwind zu Pferde!- Figur und Reliefs sind in Bronze gedacht. Zur Ausführung steht eine Summe von 110000 zur Verfügung. Der Sieger im Wettbewerb, Ernst Wägener, ist Mit glied der Berliner Sezession und ein ehemaliger Schüler von Rein hold Begas. Zu seinen Hauptwerken zählt ein großer Brunnen für seine Vaterstadt Hannover. Als Mitarbeiter von Begas schuf er für das Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms I. den Schmuck über dem Südportal und die Supraporten in der Säulenhalle. Wägener besitzt eine reiche Erfindungsgabe, von der auch auf der jetzigen Sezessionsausstellung die Bronzefigur des jungen Hirken ein hübsches Zeugnis giebt. Kaiser Wilhelm-Bibliothek in Posen. — Die in Bildung begriffene Kaiser Wilhelm-Bibliothek zu Posen, deren Ge schäftsstelle sich jetzt in Berlin, Neue Friedrichstraße 9—10, befindet, hat sich an der hygienischen Ausstellung zu Neapel (Abteilung Bibliothekshygienc) durch Ausstellung der folgenden Gegenstände beteiligt: 1. eines Bauplans in drei Blättern; 2. einer Verschluß- Kapsel für 300—350 Katalogzettel (die Konstruktion ist von Herren Abteilungs-Direktor Or. Franke in Berlin und Hilfs- Bibliothekar Or. Molsdorf in Göttingen erfunden; die An fertigung rührt von der Bau- und Kunstschlosserei Lipmann in Straßburg her); 3. zweier Pegamoid-Einbände, mit denen dem Plane nach die Einbände der Ausleihezimmer-Bibliothek und über haupt möglichst alle Einbände der volkstümlichen (also besonders stark in Gebrauch kommenden) Abteilung der Bibliothek versehen werden sollen; 4. eines Katalogschranks in drei Photographiecn. (Histor. Monatsblätter f. d. Provinz Posen.) Neue Bücher, Kataloge re. für Buchhändler. Uaebmsistsr's Illtorarisollor Uovatsboriebt kür Lau- uvck IvASviour- wisssvsobaktov, lllgütrotsobnib u. vsrvavckts Osbiots. Üeip'/.ig, Vortag von llaebraoistor L Vbal. VI. llabrgavg. I7r. 9, 1. Lsptorabsr 1900. 8". 8. 145—160. Hobst 8oblüsssl kür äsv Luobüänälor. VsAagslratalog von llulius 8xringsr in Berlin 17., Nonbijon- ^filatr 3. 1842—1900. ^.bgosoblosssn !Vlai 1900. 8". ll, 292 8. ^ w. 1 Portrait. Oob. Instruktionen und Bedingungen für Buchhandlungs-Agenten. Von: 1. Juli 1900. Als Anhang: Verzeichniß der gangbarsten Merke des Reisebuchhandels. Kl.-Bl 28 S. Berlin 1900, ^ Neuer Verein für Deutsche Litteratur, A. Bolm. Defregger-Ausstellung. — Eine sehr umfangreiche Aus stellung der Werke Franz Defreggers soll am 27. Oktober in der königlichen Akademie der Künste zu Berlin eröffnet werden. Ausstellung von Bäderlitteratur. — Gelegentlich der Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Bäderverbandes in Bad Wittekind bei Halle vom 7.—9. Oktober d. I. veranstaltet die Firma Ed. Anton's Sortiment (M. Zschau) in Halle eine litterarischc Ausstellung aus den Gebieten der Balneologie, Balneo therapie rc. Wir verweisen auf das Inserat in Nr. 201 d. Bl. Geschäftsjubiläum. — Am 1. September feierte, wie hier schon gemeldet worden ist, die Schulze'sche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei in Oldenburg ihr hundertjähriges Be stehen. Dieser Tag war für die Inhaber der Firma, die Herren August und Rudolf Schwartz, ein Tag vieler Ehrungen. Schon früh am Morgen wurde dem Jubilar Herrn A. Schwartz auf Ver anlassung des Personals der Buchdruckerei ein Ständchen von der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 91 gebracht. Während des selben brachte eine Deputation des Personals ihre Glückwünsche dar. Alsdann überreichten zwei Herren der Buchhandlung im Aufträge ihrer Kollegen eine vom Maler Ludwig Fischbeck sehr schön gezeichnete und vom Hofbuchbinder Timpe prachtvoll ein gebundene Adresse. Diese zeigt das sehr gut getroffene Bild des Herrn A. Schwartz, rechts und links von ihm das alte und das neue Haus der Firma in naturgetreuer Wiedergabe. Im Laufe des Vormittags wurden dem Senior der Firma von den staat lichen und städtischen Behörden und vielen Privatpersonen Glück wünsche ausgesprochen. Unter den vielen Ehrungen sei besonders die Seiner Majestät des Kaisers hervorgehoben, die in der Ver leihung des roten Adlerordens 4. Klasse bestand. Abends fand ein großartiges Festessen statt, zu dem außer den zu diesem Tage erschienenen Ehrengästen — es seien nur erwähnt der bekannte Bildhauer Harro Magnussen und der Verleger des Kladderadatsch Rudolf Hofmann — das gesamte Personal mit ihren Damen geladen waren. Das Festmahl wurde durch Toaste, Reden und Singen von Festliedern angenehm unterbrochen. Zunächst childerte Herr A. Schwartz in wohldurchdachter Rede das Ent stehen und die Entwickelung des Geschäfts und hob noch besonders
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